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Offiziell: Immobilienpreise steigen in der Krise weiter kräftig an

Claudio Kummerfeld

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Hausbau in Deutschland - Immobilienpreise steigen weiter an

Nun liegen für das zweite Quartal Daten für Immobilienpreise in Deutschland vor. Eigentlich könnte man meinen: Im Zuge der Coronakrise können viele Käufer von Häusern und Eigentumswohnungen ihre Kreditraten nicht mehr bedienen. Es hagelt Zwangsverkäufe, von daher müssten die Preise für Häuser und Wohnungen sinken? Gut, das kann noch in den nächsten Quartalen anstehen? Aber derzeit, da lebt die Immobilien-Branche weiter auf einer wundersam flauschigen Wolke.

Immobilienpreise steigen weiter an

Laut aktueller Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes sind die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland im 2. Quartal 2020 durchschnittlich 1,4 Prozent gestiegen gegenüber dem 1. Quartal 2020. Gegenüber dem 2. Quartal 2019 ist es ein Anstieg der Immobilienpreise von 5,6 Prozent (1. Quartal im Jahresvergleich +6,8 Prozent). Die Party geht also mit Volldampf weiter. Noch muss man bedenken, dass es sich bei diesem Ergebnis um eine Schnellschätzung handelt, die anlässlich des akuten Interesses an möglichen Auswirkungen der Coronakrise auf die Entwicklung des Immobilienmarkts durchgeführt wurde. Endgültige Zahlen gibt es von den Statistikern erst am 24. September.

Wie kann das sein?

Aber man darf ja wohl annehmen, dass die Richtung mit diesen Zuwachszahlen grob hinkommt. Und wie kann das sein, warum ist der Preiscrash (bislang) ausgeblieben? Nun, die Kreditzinsen sind historisch tief. Diese Tatsache wird zahlreiche solvente Kreditnehmer dazu verleiten mehr denn je als Kaufwillige die Preisniveaus hochzuhalten. Und als Hauptfaktor für die weiter steigenden Immobilienpreise darf man nicht unterschätzen, dass gigantische Geldmengen um den Globus jagen, die nach Anlagemöglichkeiten suchen. Neben Aktien sind auch Immobilien die erste Wahl. Und in der Coronakrise ist Betongold mehr denn je offenkundig gefragt.

Jüngste Emissionen von deutschen Staatsanleihen mit 30 Jahren Laufzeit zeigen, dass die Nachfrage institutioneller Anleger nach dem „Hort der Sicherheit“ so groß war wie noch nie. Deutschland als Schuldner gilt nun mal als extrem verlässlich. Die Anleger waren sogar bereit Negativzinsen zu akzeptieren. So verzweifelt ist man bereits. Neben der Suche nach Sicherheit zählt bei Immobilien natürlich auch der Wertzuwachs und der Mietzins durch die Mieteinnahmen. Die Käufer drängen auf den Markt, und die Immobilienpreise klettern weiter. Was für eine Situation. Deutlich mehr Arbeitslose, Millionen Kurzarbeiter. Und dennoch steigen die Immobilienpreise weiter an. Ob möglicherweise weiter anstehende Konjunktureinbrüche in den nächsten Quartalen mit noch mehr Arbeitslosigkeit und Unsicherheit in der Bevölkerung diesen Trend stoppen können?

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    thinkSelf

    26. August 2020 16:57 at 16:57

    Das ist ja nun wirklich nicht schwer zu verstehen.

    1. Warum sollte jemand seine Raten nicht mehr bezahlen können? Kurzarbeitergeld bringt 80% (manchmal 100). Und wird jetzt bis zum ausbrennen der Sonne verlängert.

    2. Die ganzen Kleinjober und Kleinselbständigen können sich sowieso keine Immobilien leisten und stellen damit auch kein Risiko dar.

    3. Alle die bei ausreichender Bonität noch keine eigene Immobilie haben suchen händeringend und kaufen (fast) jeden Schrott.

    4. Außerhalb der sehr teuren Städte hat der Preisanstieg gerade mal die Inflation der letzten 20 Jahre ausgeglichen. Lange sind die Preise ja sogar da hinter zurück geblieben.

    5. Die gesunkenen Zinsen machen die Kredite selbst bei langen
    Zinsfestschreibungszeiten fast kostenlos. Die liegen ja selbst für 30 Jahre nur knapp über 1% (Inflationsbereinigt also im Negativen).

    6. Wer jetzt noch alte Kredite umschulden kann, der erhält gerade die höchste Nettolohnsteigerung seines Lebens (ich weiß wovon ich rede -:)).

    Der Markt wird also so lange weiter steigen, bis im Mittelstand die Liquiditätsflüsse versiegen. Und wir können ja mal raten wann das ist. Auf keinen Fall vor der nächsten Bundestagswahl.

    • Avatar

      Haller

      27. August 2020 21:46 at 21:46

      Die Liquiditaetsfluesse koennen schon nach der amerikanischen Praesidentenwahl versiegen.

  2. Avatar

    Shong09

    27. August 2020 23:07 at 23:07

    Ja, selbst jetzt bin ich noch drauf und dran, ein Mietobjekt zu kaufen. Sobald die Preise fallen, steigen im Gegenzug eben die Zinsen. Und ich vermute, dieser Anstieg wird das Sinken mehr als konterkarieren

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Dank Notenbanken immun: Vermögen wachsen trotz Krisen immer weiter

Claudio Kummerfeld

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am

Vermögen in Form vieler US-Dollars

Die Gelddruck-Orgien der Notenbanken haben die weltweiten Vermögen immunisiert gegen Verluste, egal wie schlimm die Krise in 2019 auch war, und jetzt in 2020 dank Corona noch geworden ist. Zu diesem Schluss kommt der ganz frisch veröffentlichte „Allianz Global Wealth Report“, in dem das Wort „Immunisiert“ sogar explizit so genannt wird.

Vermögen steigen weiter an

Die Headline-Aussage der Allianz besagt, dass die Vermögen in den letzten zehn Jahren noch nie eine so große Zunahme des Wohlstands verzeichnen konnten. Weltweit sei das Brutto-Geldvermögen im Jahr 2019 um 9,7 Prozent gewachsen, und habe damit das stärkste Wachstum seit 2005 hingelegt. Angesichts der Tatsache, dass das Jahr 2019 von sozialen Unruhen, eskalierenden Handelskonflikten und einer industriellen Rezession geprägt war, sei diese Leistung mehr als erstaunlich, so die Allianz. Doch als die Zentralbanken einen Kursschwenk hin zu einer breit angelegten geldpolitischen Lockerung vollzogen, habe dies zu einem kräftigen Plus von 25 Prozent an den Aktienmärkten geführt, losgelöst von den Fundamentaldaten. Dadurch seien auch die Geldvermögen kräftig angehoben worden. Allein die Anlageklasse der Wertpapiere nahm 2019 um satte 13,7 Prozent zu – nie war das Wachstum im 21. Jahrhundert stärker, so die Headline-Aussage. Versicherungen und Pensionen erreichten laut Allianz ein Plus von 8,1 Prozent, was hauptsächlich auf den Anstieg der zugrundeliegenden Vermögenswerte zurückzuführen sei – die Bankeinlagen stiegen um 6,4 Prozent.

Vermögen auch in 2020 immunisiert gegen Verluste

Und was wird 2020 unterm Strich passieren? Es geht wohl nach dem Motto „Je schlimmer die Krise, desto mehr drucken die Notenbanken, und helfen damit Aktien und Immobilien nach oben“. So sagt der Report nämlich, dass „die selbe Geschichte sich im Jahr 2020 wiederholen“ dürfte, nur ins Extrem gewendet. Denn als die Coronakrise die Weltwirtschaft in die tiefste Rezession seit 100 Jahren stürzte, legten Zentralbanken und Finanzbehörden auf der ganzen Welt beispiellose geld- und fiskalpolitische Hilfspakete auf und schirmten so die Haushalte und ihr Geldvermögen vor den Folgen einer Welt in Unordnung ab, so die Allianz. Man gehe davon aus, dass die privaten Haushalte ihre Verluste aus dem ersten Quartal wettmachen konnten und bis zum Ende des zweiten Quartals 2020 einen leichten Anstieg des globalen Geldvermögens um 1,5 Prozent verzeichneten. Hauptreiber der Entwicklung seien die Bankeinlagen, die dank großzügiger öffentliche Unterstützungsprogramme und vorsorglicher Ersparnisbildung um kräftige 7,0 Prozent zunahmen. Es sei daher sehr wahrscheinlich, dass das Geldvermögen der privaten Haushalte im Jahr 2020 im Plus enden werde.

Die Allianz merkt kritisch an, dass die Geldpolitik im Moment zwar die Vermögen gegen Corona quasi immunisiert habe. Aber man solle sich nichts vormachen. Null- und Negativzinsen seien ein süßes Gift. Sie würden die Vermögensbildung untergraben, und verschärfen die soziale Ungleichheit, da Vermögenseigentümer satte Mitnahmegewinne einstreichen können. Das sei nicht nachhaltig. Auch noch interessant: Das Wohlstandsgefälle zwischen reichen und armen Ländern habe sich wieder vergrößert. Im Jahr 2000 sei das Netto-Geldvermögen pro Kopf in den Industrieländern im Durchschnitt 87-mal höher gewesen als in den Schwellenländern. Bis 2016 war dieses Verhältnis auf 19 gesunken. Seither ist es wieder auf 22 (2019) angestiegen, so die Allianz.

Was lernen wir daraus?

Nun, die Allianz steht wohl kaum im Verdacht gegen den Kapitalismus zu hetzen, oder Notenbanken arg kritisch gegenüber zu stehen. Von daher ist es schon interessant, dass sie so klipp und klar ausspricht, was viele andere Kommentatoren (wie auch wir bei FMW) seit geraumer Zeit sagen. Nämlich dass die obszöne Geldschwemme von EZB, Fed und Co Assetpreise wie Immobilien oder Aktien kräftig antreibt, losgelöst von der Realwirtschaft. Dies ist also kein Mythos und keine Verschwörungstheorie, wenn man die Allianz als seriöse Informationsquelle für diese Information zählt.

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Fed: US-Bürger ignorieren die mächtigste Notenbank der Welt

Dass die Kommunikation der Fed mit den US-Bürgern kaum Auswirkungen hat, zeigt jedoch eine Studie von vier Ökonomen der Notenbankstelle in Cleveland

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Für die Finanzmärkte ist die US-Notenbank Fed das Maß aller Dinge – aber auch für die US-Bürger, also die „normalen Leute“, die Main Street?

Wer sich die Mühe macht, die Statements der US-Notenbank Fed nach ihren Sitzungen zu lesen und die Pressekonferenzen zu verfolgen, die Jerome Powell jedes Mal „zelebriert“, so könnte man auf zwei Schlussfolgerungen kommen: Erstens, dass er sich mit seiner unglaublich gehäuften Darlegung des gesetzlichen Auftrags der Fed „Prize Stability and Maximum Employment“ eine kleine Entschuldigung für seine Geldpolitik sucht, die dem Open Market Committee keine andere Wahl lasse. Dass dies – zweitens – aber einen Versuch darstellt, die Öffentlichkeit zu informieren und den Bürger zu einem gewünschten Verhalten innerhalb der finanziellen Repression zu veranlassen. Dass Letzteres nicht gelingt, beweist eine Umfrage aus dem Wissenschaftsumfeld der Fed unter US-Bürgern.

Fed: Das flexible Inflationsziel

Ende August hatte Fed-Chef Powell in einer Rede ausgesprochen, was man schon längere Zeit vermutet hatte. Man würde zinspolitisch die „Füße stillhalten“, auch wenn die Inflationszahl für längere Zeit über der bisherigen Zielmarke (Inflation target) von zwei Prozent liegt. Klingt erst einmal unsinnig, denn schließlich sollte sich die Teuerung in den nächsten Jahren nicht einmal richtig der Zielzone nähern. Eindeutig dürfte dahinter sich die Absicht der Notenbank verbergen, dass man die finanzielle Repression dauerhaft fortsetzen wird: Zinsen für längere Zeit unterhalb der Teuerungsmarke, bei gleichzeitigem BIP-Wachstum, ergibt eine prozentuale Absenkung des Verschuldungsniveaus. Das ist ein Verfahren, welches die USA und Großbritannien nach dem Zweiten Weltkrieg für viele Jahre praktiziert hatten. Aber es gibt noch einen weiteren Aspekt: die Fed könnte durch eine höhere Inflationserwartung Konsumenten und Unternehmen zu höheren Ausgaben veranlassen. Dass die Kommunikation der Fed mit den US-Bürgern kaum Auswirkungen hat, zeigt jedoch eine Studie von vier Ökonomen der Notenbankstelle in Cleveland.

US-Bürger haben wenig Ahnung von der Fed-Politik

Targeting and Household Expectations heißt die Arbeit der Ökonomen, die sich mittels Befragung unter Bürgern mit der Frage beschäftigt haben, wie der kleine Mann den Wechsel in der Notenbankpolitik aufnimmt. Das Ergebnis dürfte recht erschütternd sein für den Chef der US-Notenbank: Nur eine kleine Minderheit gab an, überhaupt von einer neuen Strategie der Fed gehört zu haben. Und die, die davon gehört hatten, gaben auch noch falsche Ziele wieder. Man glaubt allgemein, dass das Ziel der Notenbank ein starker Dollar sei und niedrige Zinsen, damit sich der Staat seine Verschuldung leisten kann.

 

Fazit

Auch wenn das zigfache Wiederholen des gesetzlichen Auftrags der Fed (Maximum Employment und Prize Stability) durch Jerome Powell in den Pressekonferenzen schon fast nervig wird: beim Bürger kommt anscheinend nicht viel davon an, was die Damen und Herren im Elfenbeinturm des Geldes in Washington D.C. vorhaben.

So könnte seine letzte Strategie mit der Aufforderung beim Bürger mehr zu investieren auf taube oder gar keine Ohren gestoßen sein. Höhere Inflationserwartungen sollten zum Vorziehen von Konsumausgaben führen. Wobei man sich schon fragen muss, wie es sein kann, dass man das Volk mit den vielen (überzogenen) Kreditkarten überhaupt zum Geldausgeben animieren muss..

Die Fed dringt mit ihren Aussagen nicht wirklich zu den Bürgern durch

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Battery Day und Tesla: Live-Kommentar zum Event

Markus Fugmann

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Elon Musk hatte den „Battery Day“ im Vorfeld als „einer der aufregendsten Tage der Tesla-Geschichte“ bezeichnet, gestern jedoch die Erwartungen in einem Tweet deutlich gedämpft – die Tesla-Aktie daher heute mit 5% im Minus.

David Jones, chief market strategist bei capital.com, kommentiert den Battery Day live ab 22.15Uhr

:

Live-Kommentar zum lange erwarteten Battery Day von Tesla

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