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Offiziell: Immobilienpreise steigen in der Krise weiter kräftig an

Hausbau in Deutschland - Immobilienpreise steigen weiter an

Nun liegen für das zweite Quartal Daten für Immobilienpreise in Deutschland vor. Eigentlich könnte man meinen: Im Zuge der Coronakrise können viele Käufer von Häusern und Eigentumswohnungen ihre Kreditraten nicht mehr bedienen. Es hagelt Zwangsverkäufe, von daher müssten die Preise für Häuser und Wohnungen sinken? Gut, das kann noch in den nächsten Quartalen anstehen? Aber derzeit, da lebt die Immobilien-Branche weiter auf einer wundersam flauschigen Wolke.

Immobilienpreise steigen weiter an

Laut aktueller Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes sind die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland im 2. Quartal 2020 durchschnittlich 1,4 Prozent gestiegen gegenüber dem 1. Quartal 2020. Gegenüber dem 2. Quartal 2019 ist es ein Anstieg der Immobilienpreise von 5,6 Prozent (1. Quartal im Jahresvergleich +6,8 Prozent). Die Party geht also mit Volldampf weiter. Noch muss man bedenken, dass es sich bei diesem Ergebnis um eine Schnellschätzung handelt, die anlässlich des akuten Interesses an möglichen Auswirkungen der Coronakrise auf die Entwicklung des Immobilienmarkts durchgeführt wurde. Endgültige Zahlen gibt es von den Statistikern erst am 24. September.

Wie kann das sein?

Aber man darf ja wohl annehmen, dass die Richtung mit diesen Zuwachszahlen grob hinkommt. Und wie kann das sein, warum ist der Preiscrash (bislang) ausgeblieben? Nun, die Kreditzinsen sind historisch tief. Diese Tatsache wird zahlreiche solvente Kreditnehmer dazu verleiten mehr denn je als Kaufwillige die Preisniveaus hochzuhalten. Und als Hauptfaktor für die weiter steigenden Immobilienpreise darf man nicht unterschätzen, dass gigantische Geldmengen um den Globus jagen, die nach Anlagemöglichkeiten suchen. Neben Aktien sind auch Immobilien die erste Wahl. Und in der Coronakrise ist Betongold mehr denn je offenkundig gefragt.

Jüngste Emissionen von deutschen Staatsanleihen mit 30 Jahren Laufzeit zeigen, dass die Nachfrage institutioneller Anleger nach dem „Hort der Sicherheit“ so groß war wie noch nie. Deutschland als Schuldner gilt nun mal als extrem verlässlich. Die Anleger waren sogar bereit Negativzinsen zu akzeptieren. So verzweifelt ist man bereits. Neben der Suche nach Sicherheit zählt bei Immobilien natürlich auch der Wertzuwachs und der Mietzins durch die Mieteinnahmen. Die Käufer drängen auf den Markt, und die Immobilienpreise klettern weiter. Was für eine Situation. Deutlich mehr Arbeitslose, Millionen Kurzarbeiter. Und dennoch steigen die Immobilienpreise weiter an. Ob möglicherweise weiter anstehende Konjunktureinbrüche in den nächsten Quartalen mit noch mehr Arbeitslosigkeit und Unsicherheit in der Bevölkerung diesen Trend stoppen können?



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3 Kommentare

  1. Das ist ja nun wirklich nicht schwer zu verstehen.

    1. Warum sollte jemand seine Raten nicht mehr bezahlen können? Kurzarbeitergeld bringt 80% (manchmal 100). Und wird jetzt bis zum ausbrennen der Sonne verlängert.

    2. Die ganzen Kleinjober und Kleinselbständigen können sich sowieso keine Immobilien leisten und stellen damit auch kein Risiko dar.

    3. Alle die bei ausreichender Bonität noch keine eigene Immobilie haben suchen händeringend und kaufen (fast) jeden Schrott.

    4. Außerhalb der sehr teuren Städte hat der Preisanstieg gerade mal die Inflation der letzten 20 Jahre ausgeglichen. Lange sind die Preise ja sogar da hinter zurück geblieben.

    5. Die gesunkenen Zinsen machen die Kredite selbst bei langen
    Zinsfestschreibungszeiten fast kostenlos. Die liegen ja selbst für 30 Jahre nur knapp über 1% (Inflationsbereinigt also im Negativen).

    6. Wer jetzt noch alte Kredite umschulden kann, der erhält gerade die höchste Nettolohnsteigerung seines Lebens (ich weiß wovon ich rede -:)).

    Der Markt wird also so lange weiter steigen, bis im Mittelstand die Liquiditätsflüsse versiegen. Und wir können ja mal raten wann das ist. Auf keinen Fall vor der nächsten Bundestagswahl.

    1. Die Liquiditaetsfluesse koennen schon nach der amerikanischen Praesidentenwahl versiegen.

  2. Ja, selbst jetzt bin ich noch drauf und dran, ein Mietobjekt zu kaufen. Sobald die Preise fallen, steigen im Gegenzug eben die Zinsen. Und ich vermute, dieser Anstieg wird das Sinken mehr als konterkarieren

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