Allgemein

Offizielle Arbeitslosenquote so niedrig wei seit 1981 nicht mehr

Die offizielle Arbeitslosenquote in Deutschland liegt im Oktober offiziell (!) nur noch bei 4,9% nach 5,0% im September. Das sind 53.000 Arbeitslose weniger als vor einem Monat und 185.000 weniger als vor einem Jahr. In Westdeutschland lag die Arbeitslosenquote zuletzt im Juni 1981 tiefer, nämlich bei 4,8%. Offiziell sind es aktuell 2,2 Millionen Arbeitslose. Die tatsächliche Zahl der Arbeitslosen liegt bei 3,14 Millionen (erste Zeile in Grafik mit „Unterbeschäftigt“ benannt). Das ist ein Rückgang von 223.251 Arbeitslosen im Jahresvergleich. Alle, wirklich alle Werte flackern aktuell auf Grün bei der Bundesagentur für Arbeit!

Arbeitsmarkt Arbeitslosenquote

Die folgende Grafik zeigt links: In allen Bundesländern nimmt die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu. Berlin als einstiges Problemkind hat offenbar jetzt als Bundesland den größten Nachholbedarf, und holt prozentual am Stärksten auf. Rechts sehen wir die Branchen. Metall und Elektro ist immer mehr die Branche Nummer 1 bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze, was positiv ist. Schwache Dienstleistungsbranchen (mit niedrigen Löhnen) stellen aber zunehmen einen immer größeren Teil der neuen Arbeitsplätze. Das ist vielleicht die einzig bittere Pille, die niemand so richtig wahrnimmt. Das merkt man erst beim zweiten oder dritten genaueren Hinsehen.

Flüchtlinge

Hier zum Thema Flüchtlinge die monatliche Info der Bundesagentur für Arbiet im Wortlaut:

Die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen wird mehrere Jahre brauchen. Das zeigen die Erfahrungen aus der Vergangenheit. Die Arbeitslosmeldung von geflüchteten Menschen ist ein erster Schritt in einem Integrationsprozess, der aufgrund der oftmals fehlenden Sprachkenntnisse und formalen Qualifikationen längere Zeit in Anspruch nehmen wird. Entsprechend ist zu beobachten, dass die Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung von Personen aus den wichtigsten nichteuropäischen Asylherkunftsländern sehr hoch ausfällt. Dabei hat ein großer Einsatz von Integrationskursen und Fördermaßnahmen die Arbeitslosigkeit in Grenzen gehalten. Nach jüngsten Angaben für den Oktober lag die Arbeitslosigkeit dieses Personenkreises etwa auf dem Niveau des Vorjahres (-600 oder -0,3 Prozent). Die Unterbeschäftigung, die den Einsatz von entlastenden Fördermaßnahmen berücksichtigt, lag sogar geschätzt um 40.000 oder 10 Prozent unter dem Vorjahreswert. Zugleich ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung von Staatsangehörigen aus den wichtigsten nichteuropäischen Asylherkunftsländern im August um 94.000 oder 52 Prozent gestiegen. Seit Juni 2016 wird die bisherige Berichterstattung über Staatsangehörige aus den wichtigsten Asylherkunftsländern ergänzt um die Berichterstattung über Personen im Kontext Fluchtmigration. Als solche Personen werden Asylbewerber, anerkannte Schutzberechtigte und geduldete Ausländer gezählt. Danach waren im Oktober 2018 in Deutschland 183.000 geflüchtete Menschen in der Arbeitslosigkeit registriert. Die Unterbeschäftigung für diese Personen wird im Oktober auf 376.000 geschätzt.



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