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Olafs Steuern auf Aktien und Derivate – ein Prosit auf Anja Kohl

Claudio Kummerfeld

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Anja Kohl mit klaren Worten zu neuen Steuern - Beispielbild Geld

Warum ein Prosit auf Anja Kohl? Erst mal ein Schritt zurück in der Erzählung. Haben Sie gestern „Hart aber Fair“ in der ARD gesehen? Nein? Das Thema hieß „Negativzinsen“, und vor allem wie sie sich auf auf den Kleinsparer auswirken. Der offizielle Titel lautete „Wer jetzt noch spart, ist selber schuld: Muss uns die Politik vor den Minuszinsen retten?“. Wir alle wissen es. Durch Nullzinsen bei der Bank und selbst eine minimale Inflationsrate hat der Sparer derzeit Jahr für Jahr effektiv Negativzinsen auf Sparbuch, Girokonto, Termingeld usw. Die Diskussion bei „Hart aber Fair“ können sie beim Klick an dieser Stelle in der ARD Mediathek nochmal ansehen. Eigentlich eine recht interessante, aber nicht atemberaubende Runde aus Verbraucherschützerin, Sparkassen-Banker, Sarah Wagenknecht etc. Das Übliche halt. Jeder gab seinen Senf dazu, wie man es erwarten würde.

Ein Prosit auf Anja Kohl

Mit dabei war auch die ARD-Börsenkorrespondentin Anja Kohl, die regelmäßig kurz vor der Tagesschaum um 20 Uhr in der ARD ein paar Minuten über die Börse plaudert. Auch von ihr war kaum Aufregendes zu erwarten. Aber nein, Anja Kohl bezog Klar Stellung im späteren  Verlauf der Sendung. Denn die Diskussion ging teilweise in die nachvollziehbare Richtung, dass der Sparer weg muss von Zinsanlagen, die nichts mehr bringen, und dass er sich der Geldanlage in Aktien zuwenden solle. Da platzte Anja Kohl regelrecht die Hutschnur. Denn, um es sinngemäß wiederzugeben… gehe der Sparer in Aktien, so warte dort bereits Olaf Scholz, der gerade in diesen Tagen bei ist neue Steuern für Anleger einzuführen.

Ja, wir erinnern uns. Gerade im Januar berichteten zahlreiche Portale wie auch wir über den wirklich großen Steuerskandal, den die Bundesregierung ab Januar 2021 in die Tat umsetzen wird. Verluste aus Börsengeschäften können nur noch bis maximal 10.000 Euro pro Jahr gegen die Gewinne gesetzt werden. Was in der Praxis dazu führt, dass man in vielen Fällen als Anleger sogar Steuern zahlen muss, auch wenn man effektiv mehr Geld an der Börse verloren als gewonnen hat (finden sie hier dazu zwei Beispielrechnungen). Auch zu erwähnen ist die von Olaf Scholz angedachte Aktiensteuer, die bei jeden Kauf von Aktien großer Konzerne anfallen soll (aber nur für Käufer mit Wohnsitz in Deutschland). So würde man dem Kleinsparer auch bei monatlichen Fondssparplänen ordentlich Geld wegnehmen.

Da platzte Anja Kohl echt der Kragen (zu Recht, wie wir meinen). Es könne nicht sein, dass der Staat auf der einen Seite den Bürger dazu auffordere privat vorzusorgen. Und dann führe der Staat für die Aktienanlage neue Steuern und noch drastische Steuernachteile bei Verlusten an der Börse ein. Ja, genau so ist es. Was Anja Kohl da anprangerte, ist ein Skandal. Und es ist gut, dass dieser Skandal durch ihre klaren Aussagen einem Millionenpublikum überhaupt erst bekannt wird. Denn man darf davon ausgehen, dass die breite Masse der Bevölkerung von diesen Änderungen beim Thema Steuern gar nichts mitbekommt.

Das Problem der abgeschafften Zinsen für das Finanzsystem

Auch muss man Anja Kohl hoch anrechnen, dass sie gestern weit ausholte, und das breite TV-Publikum mal darauf hinwies, welch massive Auswirkungen der durch die EZB eingeführte Nullzins auf das gesamte Finanzsystem hat, wie zum Beispiel die gesetzliche Rentenversicherung, die Betriebspensionskassen, Lebensversicherungen etc. Mehrfach betonte sie, dass die Auswirkungen des Nullzins auf das gesamte System massiv unterschätzt würden. Ihre Ausführungen hierzu sind recht interessant. Und man kann es ihr hoch anrechnen, dass durch ihre Aussagen ein breites Publikum überhaupt mal merkt, dass beim Thema Null- und Negativzinsen ein gigantisches systemisches Risiko heranwächst. Schauen Sie gerne nochmal die Sendung in der Mediathek an, und dort eher die zweite Hälfte.

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    Gixxer

    28. Januar 2020 15:15 at 15:15

    Ich hatte an anderer Stelle schon mal Fragen zu der neuen Besteuerung und auch sehr gute Antworten bekommen.
    Eine Frage hätte ich jetzt aber noch: Gilt die Sache mit den maximalen 10.000 € Verlust je Jahr auch für Aktien oder nur für Termingeschäfte?

    Hier wird ja auch von der geänderten oder neuen Besteuerung bei Aktien gesprochen. Dies bezieht sich aber ja nur auf die evtl. kommende Transaktionssteuer oder?

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Zinskosten: So gigantisch sind die Ersparnisse für Kreditnehmer im Langzeitvergleich

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Dass Kreditnehmer in einem jahrelangen Umfeld immer weiter fallenden Zinsen die großen Gewinner sind, das ist kein Geheimnis. Aber es ist mal interessant zu sehen, wie viel Zinsen ein Häuslebauer vor 20 Jahren gezahlt hat, im Vergleich zu einem heutigen Abschluss, bei selber Kreditsumme und Tilgungshöhe. Die Interhyp AG hat aktuell einen Vergleich veröffentlicht, der die tatsächliche Dimension aufzeigt, wie viel Geld man heutzutage spart.

Hat man im Jahr 2000 abgeschlossen, entstanden bei einer Darlehenssumme für einen Immobilienkredit über 300.000 Euro und 2 Prozent Tilgung in 10 Jahren insgesamt 172.000 Euro an Zinskosten. Damals lagen die Zinsen bei 6,5 Prozent. Mit heute nur noch 0,8 Prozent hat man gerade mal noch 22.000 Euro Zinskosten! Das lohnt sich natürlich besonders für Häuslebauer, weil die Darlehenssummen hier so hoch sind, so möchten wir anmerken – aber die Sache hat einen Haken. Wo man als Kreditnehmer für Häuschen oder Eigentumswohnung extrem stark bei den Zinskosten spart, da zahlt man auf der anderen Seite drauf bei den in den letzten Jahren explodierten Immobilienpreisen.

Sicherlich sind die aktuellen Informationen der Interhyp AG auch eine schlecht versteckte Eigenwerbung, aber sei es drum. Die Experten sagen, auszugsweise im Wortlaut:

Auch wenn vielerorts die gestiegenen Immobilienpreise höhere Darlehenssummen erfordern, bleiben die Raten für viele Menschen leistbar. Der Zinsvorteil ermöglicht in vielen Fällen eine höhere Tilgung als früher. Die Expertin rät Eigenheimbesitzern, die Sparchancen für ihre Anschlussfinanzierung zu nutzen und sich schneller zu entschulden. Bauherren und Käufer sollten die Finanzierung wohlüberlegt angehen. Wichtig sei, bei der Finanzierung einen möglichen Zinsanstieg in Zukunft einzukalkulieren und mit langen Zinsbindungen und hohen Tilgungen vorzusorgen.

Hier auszugsweise weitere Aussagen von Interhyp. Zitat:

Im März 2020 sind die Zinsen auf ein neues Allzeittief von rund 0,7 Prozent im Mittel gefallen und auch jetzt liegen sie nur knapp darüber, berichtet Interhyp. Zum Teil sind sogar Bestzinsen von unter 0,5 Prozent möglich. Die Monatsrate für einen Musterkredit über 300.000 Euro (0,8 Prozent) beträgt im Herbst 2020 bei einer zweiprozentigen Anfangstilgung nur noch 700 Euro. Die Zinskosten über 10 Jahre liegen dafür heute nur bei 22.000 Euro – einem Bruchteil der Kosten bei Abschluss im Jahr 2000.

Rat der Experten: Sparchancen für schnelle Entschuldung nutzen

Um die Zinsersparnis zu verdeutlichen, hat Interhyp in der Beispielrechnung immer mit der gleichen Anfangstilgung gerechnet. Der Rat der Finanzierungsexperten ist jedoch, heute eine höhere Tilgung zu wählen. Das sei möglich mit Raten, die nicht wesentlich über denen früherer Jahre liegen. Mirjam Mohr: „Unsere Daten zeigen, dass Kreditnehmer ihre Entschuldung im Blick behalten. Die anfängliche Tilgung bei Bauherren und Käufern ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten von unter zwei im Mittel auf über drei Prozent gestiegen. Bei der Anschlussfinanzierung ist sie sogar von unter drei Prozent auf rund sechs Prozent gestiegen.“ Viel sparen im Vergleich zu früher könnten vor allem Eigenheimbesitzer mit Bedarf für eine Anschlussfinanzierung. Bauherren und Käufer sollten mit Blick auf hohe Kaufpreise und Darlehenssummen auf Sicherheit achten, zum Beispiel, indem sie günstige Zinsen mit langen Zinsbindungen festschreiben oder viel tilgen. „Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass sich das Zinsniveau über die Jahre deutlich ändern kann“, sagt Mirjam Mohr.

Grafik zeigt im Langfristvergleich sehr stark gesunkene Zinskosten

Chart zeigt langfristig extrem stark sinkende Zinsen

Grafiken und Daten: Quelle Interhyp

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Marc Friedrich mit 5 Top-Investment-Ideen für die nächste Dekade

Redaktion

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Von

Marc Friedrich

Der Bestsellerautor Marc Friedrich spricht in seinem aktuellen Video „Der größte Vermögenstransfer der Geschichte“ über viele aktuelle Kapitalmarktthemen. Vor allem geht es um die große Anfeuerung von bestimmten Assetklassen, verursacht durch die immer größeren Gelddruck-Orgien der Notenbanken.

Marc Friedrich mit 5 Investment-Ideen

Im späteren Verlauf des Videos spricht Marc Friedrich seine fünf Top-Investment-Ideen für die nächste Dekade an. Auffällig dabei ist, dass die Kategorien Aktien und Immobilien nicht dazu gehören. Eben diese Assetklassen haben die letzten Jahre massiv von der Geldschwemme der Notenbanken profitiert. Marc Friedrich präferiert Gold, Silber, Bitcoin, Minenaktien und Diamanten. Gut, es sind doch Aktien vertreten, aber nicht als Gesamtkategorie, sondern nur weil es um Firmen geht, die Rohstoffe aus dem Boden holen.

Knappe Güter bevorzugen

Marc Friedrich spricht auch ganz konkret an, warum diese Ideen nach seiner Meinung die besten Investment-Ideen der nächsten Jahre sein sollen. Sie würden andere Assetklassen in der nächsten Dekade des „Vermögenstransfers“ outperformen. Sie seien (und das ist ein wichtiger Aspekt) begrenzt durch die Natur (Edelmetalle) oder durch die Mathematik (Bitcoin). Tja, und in der Tat, andere Assets wie das Fiat-Geld auf Bankkonten kann beliebig stark vermehrt werden. Je mehr Geld, desto stärker der Verwässerungseffekt, und desto stärker womöglich in Zukunft der Vertrauensverlust der Bürger in das Finanzsystem? Und alles was in seiner Menge limitiert ist, wird immer begehrter?

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Aktuell: Pelosi schürt wieder Stimulus-Optimismus, Aktienmärkte mit Erholung

Markus Fugmann

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Soeben Nancy Pelosi auf ihrer Pressekonferenz: man habe Fortschritte gemacht bei den Gesprächen mit den US-Repubikanern, man sei fast am Ziel („progress has been made this week“; „we are just about there“).

Und die Aktienmärkte wieder mit einer Erholung, nachdem der Leitindex S&P 500 das Tief vom Montag unterschritten hat..

Aber Vorsicht: möglich ist, dass sich Pelosi nicht auf das gesamte Stimulus-Paket bezieht, sondern nur auf einen kleinen Teil davon:

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