Folgen Sie uns

Allgemein

OPEC Basket-Preis für Öl bei 23,85 Dollar – was macht Venezuela?

Avatar

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Der OPEC Basket-Preis, ein von der OPEC täglich veröffentlichter Durchschnittspreis für Öl, der aus einzelnen Öl-Sorten ermittelt wird, liegt nach dem aktuellsten veröffentlichtem Kurs vom 19.01. nur noch bei 23,85 Dollar. Am 31.12.2015 waren es noch 31,25 Dollar. Genauer gesagt basiert dieser Basket-Preis als Durchschnitt auf den Kursen der Öl-Sorten Saharan Blend aus Algerien, Girassol aus Angola, Oriente aus Ecuador, Minas aus Indonesien, Iran Heavy, Basra Light aus dem Irak, Kuwait Export, Es Sider aus Libyen, Bonny Light aus Nigeria, Qatar Marine, Arab Light aus Saudi-Arabien, Murban aus den VAE und Merey aus Venezuela.

Das tatsächliche Desaster für die OPEC-Mitglieder ist demnach noch schlimmer als man in den Terminpreisen WTI und Brent ablesen kann, die zur Zeit so um die 28 Dollar pendeln. Was bedeutet das für die OPEC-Mitglieder? Die (noch) starken Golfstaaten, die sich in einer Art Elite-OPEC rund um Saudi-Arabien versammelt haben, sitzen diese niedrigen Kurse aus und zehren von ihren Reserven.

Die schwachen OPEC-Mitglieder, allen voran Venezuela aber auch Nigeria, können nicht mal eben Reserven aus einem Staatsfonds anzapfen um diese Haushaltsdefizite resultierend aus dem niedrigen Ölpreis auszugleichen. Venezuela ganz vorne unter den Notleidenden ist eigentlich schon seit Jahren de facto bankrott und braucht jeden Cent. Schon letztes Jahr forderte das Land inoffiziell seine OPEC-Partner auf ein Sondertreffen einzuberufen – das Ziel so eines Sondertreffens kann nur eines gewesen sein, nämlich die Fördermenge zu senken, damit der Preis endlich steigen kann.

Aber die Saudis und Co ließen Venezuela bisher eiskalt abblitzen. Dem Stattfinden so eines Sondertreffens müssten nämlich alle Mitglieder zustimmen. Und auch in dieser Woche soll, so Gerüchte, Venezuela erneut versucht haben ein Sondertreffen einzuberufen – warum wohl? Aber auch diesmal scheint man keinen Erfolg mit seinem Wunsch gehabt zu haben, denn vom Stattfinden so eines außerplanmäßigen Treffens ist bisher nichts bekannt. Die Saudis schalten also weiterhin auf stur – verständlich, denn solange Russland und vor allem die amerikanischen Fracking-Unternehmen ebenfalls auf stur schalten, nützt es wenig, wenn die OPEC im Alleingang die Fördermenge reduziert.

Dann würden sich die Nicht OPEC-Mitglieder über leicht steigende Preise freuen und selbst keinen Anlass sehen nachzuziehen – vielleicht würden sie selbst sogar ihre Fördermenge ausweiten. Ein Dilemma für alle – langfristig verlieren auch alle Öl-Förderer – weil keiner der Erste sein will und es keinen weltweiten Konsens zur Fördermengen-Reduktion gibt. Die Gewinner sind die Länder ohne Ölproduktion, dafür aber mit viel Industrieproduktion.

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

EZB-Geldmenge wächst spürbar – und die Kreditvergabe? US-Sparquote explodiert!

Avatar

Veröffentlicht

am

Die EZB hat heute ihre Daten zum Wachstum der Geldmenge für den Monat April bekanntgegeben. Dies ist derzeit ja besonders interessant aufgrund der gigantischen Gelddruck-Orgien der Notenbanken, um die Coronakrise mit Geld zuzuschmeißen. Kurz vorab: Die Geldmenge “M3” ist laut offizieller Definition der Bundesbank das “weit gefasste Geldmengenaggregat” des Eurosystems, und umfasst neben der Geldmenge M2 auch Repogeschäfte, Geldmarktfondsanteile und Schuldverschreibungen mit einer Laufzeit von bis zu zwei Jahren. Die Geldmenge M3 ist ein wichtiger Indikator für die monetäre Analyse, die den geldpolitischen Entscheidungen des Eurosystems zugrunde liegt, so die Erläuterung der Bundesbank.

Die heutigen Daten der EZB zur Geldmenge M3 zeigen für die Eurozone ein Wachstum im Jahresvergleich um 8,3 Prozent auf 13,64 Billionen Euro. Die Geldmenge M1 steigt um 11,9 Prozent auf 9,51 Billionen Euro. Sie zeigt den Bargeldumlauf außerhalb des Bankensystems und täglich fällige Einlagen von Nichtbanken bei Monetären Finanzinstituten in der Eurozone. Und, kommt diese monströse Geldschwemme da an, wo sie hin soll? Im April stieg das Volumen der Kredite an Haushalte im Jahresvergleich um 3 Prozent. Kredite an Unternehmen (ohne Finanzbranche) stiegen um 6,6 Prozent. Hier sehen wir die Entwicklung der Geldmenge M3 als Chart im Verlauf der letzten 25 Jahre:


source: tradingeconomics.com

Hier das Datenblatt der EZB aus der heutigen Veröffentlichung:

Geldmenge M3 Daten der EZB von heute

Sparquote in den USA

Die Sparquote in den USA ist im April auf ein Rekordhoch explodiert! In der totalen Krise entdeckt der Amerikaner (derjenige, der überhaupt Geld übrig hat) den Europäer in sich? Nicht mehr konsumieren wie ein Wahnsinniger, sondern erstmal Geld auf die hohe Kante packen, für den Fall dass alles noch viel schlimmer kommt? Die staatlichen Statistiker der Behörde “Bureau of Economic Analysis” (BEA) haben vor wenigen Minuten bekanntgegeben, dass die Sparquote der Amerikaner (von 12,7 Prozent im März) im April auf sagenhafte 33 Prozent gestiegen ist. Das ist der höchste jemals gemessene Wert seit 1960, wo man mit der Erfassung dieses Parameters begonnen hatte. Mit der Sparquote wird angezeigt, welchen Prozentsatz des verfügbaren Einkommens die Bürger bei Seite legen.

weiterlesen

Allgemein

Klamotten und Flughäfen: So schlimm ist der totale Corona-Kollaps

Avatar

Veröffentlicht

am

Der gesamte Einzelhandel ist nur minimal betroffen durch die Coronakrise. Schaut man auf die heutige Headline-Aussage des Statistischen Bundesamtes, dann sieht man einen Rückgang von 6,5 Prozent bei den Einzelhandelsumsätzen im April im Vergleich zu April 2019. Wow, dann ist ja alles halb so wild? Aber halt. Man schaue auf die Details. Der Lebensmitteleinzelhandel kann um 6,2 Prozent zulegen. Klar, da werden die Hamsterkäufe mit inkludiert sein, wo die breite Masse der Bevölkerung sich jetzt zusätzlich zum Alltagseinkauf Notvorräte angelegt hat. Und der Onlinehandel, der profitiert natürlich von diesem Shutdown, und zwar mit einem Plus von 24,2 Prozent.

Regelrecht vernichtet (so darf man es sagen) wurden natürlich die Umsätze im stationären Einzelhandel bei Klamotten. Klar, in den Wochen des totalen Shut Down, wo nur die wichtigsten Geschäfte wie Supermärkte und Apotheken öffnen durften, waren Bekleidungsgeschäfte geschlossen. Und so sinken die Umsätze im Segment “Textilien, Bekleidung, Schuhe und Lederwaren” im Jahresvergleich um 70,7 Prozent! Wir haben dies in der folgenden Grafik in rot markiert. Der gesamte Nicht-Lebensmittel-Einzelhandel verliert “nur” 14,5 Prozent.

Umsätze bei Klamotten brechen brutal ein

Flughäfen mit totalem Corona-Kollaps

Tja, wie sollte es auch anders sein, wenn Flugreisen verboten sind, sich Länder abschotten, globale Reisewarnungen ausgesprochen werden usw? Die deutschen Flughäfen erlebten im März und April beim Transport von Passagieren den Voll-Absturz. Im März waren es laut Aussagen des deutschen Flughafen-Verbandes ADV im Jahresvergleich -63 Prozent. Im April kam dann mit -98,6 Prozent der völlige Kollaps. Die gesamten Flugzeugbewegungen sanken im März um 41,3 Prozent, und im April um 85,5 Prozent. Mehr Details finden Sie hier.

A380 am Frankfurter Flughafen
Gibt es diese Bilder überhaupt nochmal? Ein A380 landet in Frankfurt. Foto: Wo st 01 CC BY-SA 3.0 de

weiterlesen

Allgemein

Leonhard Fischer: “Die Märkte sind abgeschafft”! Interview mit Markus Fugmann

Avatar

Veröffentlicht

am

Leonhard Fischer war Vorstand bei der Dresdner Bank und bei der Allianz – derzeit ist er Vorsitzender des Anlageausschusses beim “Zukunftsfonds“. Fischer ist ein Freund klarer Worte – und das stellt er in dem folgendem Interview mit Markus Fugmann eindrucksvoll unter Beweis!

“Es gibt keine Märkte mehr”, sagt Leonhard Fischer – eine Preisfindung über Angebot und Nachfrage finde auch an den Aktienmärkten nicht mehr statt. Da alle anderen Mätkte durch die Notenbanken manipuliert seien, würden die Investoren geradezu in die Aktienmärkte gezwungen. Aufgrund dieses Zwangs wiederum spielten Bewertungen an den Aktienmärkten im Grunde gar keine Rolle mehr.

Die Zinsen sind nun unter der Inflation – wodurch sich die Kreditaufnahme rentiere. Priveligiert sei, so Fischer, wer Zugang zu Krediten habe, ob auf staatlicher Ebene (Deutschland mit unbegrenztem Kreditzugang), oder auf persönlicher Ebene (Beamte, Vermögende etc.). Die anderen, die diesen Zugang nicht hätten (kleine Unternehmen; Geringverdiener), würden dagegen die Zeche bezahlen. Das habe aber nichts mit Leistung zu tun, so Leonhard Fischer.

Leonhard Fischer sagt: wir haben einen Paradigmenwechsel, der sich durch folgende Punkte definiere:

1. Cash ist Trash

2. Es gibt keinen Markt mehr (Angebot und Nachfrage), auch die Börse ist das nicht mehr

3. Pleite gehen ist nur noch für kleine Unternehmen und Normalbürger erlaubt, nicht aber für große Investoren (die Fed zuckte und reagierte schon nach zwei Wochen fallender Märkte – statt Investoren, die überhebelt waren, eben pleite gehen zu lassen)

4. Die arbeitende Mittelschicht sei der große Verlierer, die Vermögenden die Gewinner, die von Transferleistung Lebenden dagegen würden sogar eher leicht profitieren

Leonhard Fischer spricht in folgendem Video auch über die Strategie des “Zukunftsfonds”, der sich nach eher schwachem Start in der Coronakrise sehr gut geschlagen hat. Fischer glaubt nicht an die klassischen Risikomodelle  der Banken (die Algorithmen stammten, so Fischer, aus dem 20.Jahrhundert) – und hat in Sachen Risikomanagement einen ganz eigenen, hochinteressanten Ansatz.

Sehen Sie hier die extrem dichten Aussagen eines der besten Denkers im deutschen Finanzspektrum:

Leonhard Fischer über die Abschaffung der Märkte

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage