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Märkte

OPEC-Entscheidung: Die hochinteressante Faktenlage, und wie der Markt darauf reagierte

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Am Freitag hat die OPEC nun endlich entschieden. Man wird seine Fördermenge für die ersten sechs Monate des Jahres 2019 um 800.000 Barrels pro Tag senken. Im April gibt es dann eine Besprechung, ob und wie die Kürzungen gewirkt haben. Die Partner der OPEC (vor allem Russland) werden 400.000 Barrels pro Tag zur Kürzung beisteuern, so dass die Fördermenge im ersten Halbjahr um insgesamt 1,2 Millionen Barrels pro Tag reduziert sein wird.

Saudis und externe Russen dominieren die OPEC

Dabei wird diese Kürzung offenbar zu einem fast ausschließlichen Deal zwischen Saudi-Arabien und Russland. Denn von den 400.000 Barrels der außenstehenden Staaten will Russland 230.000 Barrels beitragen. Von den 800.000 Barrels der OPEC wird Saudi-Arabien wohl fast die komplette Summe alleine schultern. Denn aktuell fördert man 11,1 Millionen Barrels, und bestätigte am Freitag man wolle im Januar auf 10,2 Millionen Barrels runterkommen.

Damit würden die Saudis binnen zwei Monaten um 900.000 Barrels kürzen – also mehr als die OPEC insgesamt kürzen will. Damit bringen die Saudis ein großes Opfer für einen möglicherweise steigenden Ölpreis. Alle OPEC-Mitglieder würden davon profitieren bei gleich großer Fördermenge, während die Saudis zwar auch höhere Preise haben, aber eine deutlich gesunkene Fördermenge.

Der Vorteil: Wenn Saudis und Russen die Kürzungsmengen quasi fast komplett selbst tragen, dann sind die beiden auch de facto die Bestimmer in dieser großen Allianz. Der Rest degradiert sich durch Passivität selbst hin zu einem Zuschauer-Status. Dass es wohl intern bei der OPEC alles andere als harmonisch aussieht, zeigt auch folgender Fakt: Anders als bei vorigen Verkündungen gibt man dieses Mal keine Liste heraus, welches Land wie viel kürzt.

Was bekannt ist: Der Iran wird aus guten Gründen (US-Sanktionen) von den Kürzungen ausgenommen. Ebenso nicht teilnehmen werden Venezuela und Libyen. Die beiden Krisen-Länder brauchen wohl jeden Cent, und da ist es verständlich, dass sie die Mengen nicht senken können. Tja, und Länder wie Kuwait, VAE, Irak? Die kürzen wohl offiziell als Teil eines großen Ganzen, aber so wie es scheint, nur auf dem Papier.

Reaktion im Ölpreis

Und was bedeutet das alles nun für den Ölpreis? Eine Kürzung von 1,2 Millionen Barrels pro Tag liegt genau in den Erwartungen von 1,0 bis 1,3 Millionen. Auch muss man bedenken, dass ein halbes Jahr Kürzungsdauer schnell vorbei geht. Der WTI-Ölpreis ist aktuell mit 51,78 Dollar wieder genau auf das Niveau zurückgefallen, auf dem er vor der OPEC-Entscheidung am Freitag lag. Das ist eine herbe Enttäuschung für das Kartell.

Aus dessen Sicht bleibt zu hoffen, dass der Markt in den nächsten Tagen doch noch „einsieht“, dass die Kürzungen ausreichend sind für eine tatsächliche Verknappung das weltweiten Öl-Angebots. -1,2 Mio waren aber schon vor der Entscheidung eingepreist, von daher herrscht aktuell das altbekannte Börsenklima „kauf das Gerücht, verkauf die Fakten“. Damit bleibt der Ölpreis aus Bullensicht derzeit auf einem bedenklich niedrigen Niveau.

Ölpreis-Verlauf nach OPEC-Entscheidung
Der WTI-Ölpreis seit Donnerstag.

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Devisen

Schweizerische Nationalbank mit aktueller Zinsentscheidung

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Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat soeben entschieden den Einlagen-Zinssatz bei -0,75% zu belassen. Man belasse seine Geldpolitik unverändert expansiv, so die SNB im Wortlaut. Auch bleibe man bei Bedarf am Devisenmarkt aktiv, wobei die gesamte Währungssituation berücksichtigt werde. Im Klartext: Weiterhin wird man Franken drucken und ihn hier und da im laufenden freien Interbankenhandel gegen den Euro verkaufen um den Franken-Kurs zu schwächen. Euro vs Schweizer Franken hat sich in den letzten 13 Minuten seit Verkündung er Entscheidung de facto gar nicht bewegt. Aber von 8:40 Uhr bis 9:30 Uhr war der Kurs um 18 Pips gefallen. Wusste da jemand schon vorher bescheid?

Die SNB aktuell auszugsweise im Wortlaut:

Seit der Lagebeurteilung im Dezember 2018 hat sich der Franken handelsgewichtet leicht abgewertet. Insgesamt ist der Franken jedoch immer noch hoch bewertet, und die Lage am Devisenmarkt bleibt fragil. Der Negativzins sowie die Bereitschaft der Nationalbank, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren, sind damit unverändert notwendig. Sie halten die Attraktivität von Anlagen in Franken tief und reduzieren den Aufwertungsdruck auf die Währung.

Die neue bedingte Inflationsprognose liegt tiefer als im Dezember. Der Hauptgrund sind gesunkene Wachstums- und Inflationsaussichten im Ausland und die damit verbundenen tieferen Erwartungen in Bezug auf die zukünftigen Leitzinsen in den wichtigsten Währungsräumen. Für das laufende Jahr liegt die Prognose mit 0,3% geringfügig tiefer als die im letzten Quartal prognostizierten 0,5%. Für 2020 sieht die Nationalbank nun eine Inflation von 0,6% voraus, verglichen mit 1,0% im Vorquartal. Für 2021 erwartet die Nationalbank eine Inflationsrate von 1,2%. Die bedingte Inflationsprognose beruht auf der Annahme, dass der Dreimonats-Libor über den gesamten Prognosezeitraum bei −0,75% bleibt.

Schweizerische Nationalbank
Die Schweizerische Nationalbank in Bern. Foto: CC BY-SA 3.0

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Aktien

Wirecard-Aktie: Neuer FT-Angriff

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Die Wirecard-Aktie sieht sich ganz aktuell einem neuen „Angriff“ der Financial Times ausgesetzt. Die Aktie sackte gestern Nachmittag bereits um insgesamt fünf Euro ab, weil die sogenannte „Southern Investigative Reporting Foundation“ über Wirecard-Geschäfte in Indien berichtete, wo angeblich etwas „furchtbar falsch laufe“. Naja…

Heute nun die FT. Der Chief Operating Officer von Wirecard Jan Marsalek soll angeblich eingeweiht gewesen sein in Transaktionen zwischen der Zentrale in Deutschland und der Filiale in Singapur in Höhe von zwei Millionen Euro. Diese Transaktionen sollen Teil der aktuellen Untersuchungen der dortigen Polizei sein. Also, bei dieser Summe ist wohl nicht die Summe selbst interessant, sondern dass eventuell ein Vorstandsmitglied der Zentrale in Deutschland involviert sein könnte.

Denn bisher schwirrten die FT-Berichte und Gerüchte immer um Mitarbeiter von Wirecard in Singapur, die dubiose Buchungspraktiken angewendet oder empfohlen haben sollen. Das Unternehmen äußert sich dazu gegenüber der FT, dass man zwei Tage benötige um einen Kommentar hierzu abzugeben. Aber die Vorwürfe an sich seien schon alt, und das vollständige Untersuchungsergebnis einer Anwaltskanzlei in Singapur sei in Kürze verfügbar.

Wir meinen: Darauf kommt es an! Was wird diese Kanzlei veröffentlichen? Wirecard scheint sich seiner Sache sicher zu sein. Entweder die Vorwürfe der FT sind nur ein großer Rohrkrepierer, oder vielleicht muss ein Vorstand namens Jan Marsalek dran glauben? Noch immer tappen wir alle im Dunkeln. Die Wirecard-Aktie jedenfalls eröffnet ganz aktuell weiter schwach mit -2,70 Euro gegenüber gestern Abend.

Wirecard-Aktie
Firmenzentrale in München. Foto: Kaethe17 CC BY-SA 4.0 – Ausschnitt aus Originalfoto

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Indizes

Dax: Vergiftetes Geschenk der Fed – oder: sei vorsichtig, was du dir wünschst!

Der krampfhafte Versuch von Powell, Abwärtsrisiken klein zu reden, aber gleichzeitig eine Geldpolitik zu verkünden, die nur dann Sinn macht, wenn man eben von massiven Abwärtsrisiken ausgeht!

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Es gibt Geschernke, über die man sich lange freuen kann – und es gibt Geschenke, die nach außen hin hübsch aussehen, aber dennoch keinerlei Freude bereiten! Und das, was die Fed und Jerome Powell gestern verschenkt haben, gehört eindeutig zur zweiten Kategorie!

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Dabei stand das Geschenk doch so eindeutig auf dem Wunschzettel der Märkte – es war das Maximale, was sich die Perma-Bullen an dovisher Wende erhoffen konnten. Aber es ist wie im Leben manchmal auch: man sollte vorsichtig dabei sein, was man sich wünscht! Denn indem die Fed die Hoffnungen faktisch sogar übererfüllte, säte sie gleichzeitig den Zweifel – den Zweifel an der derzeitigen Wunschvorstellung der Märkte, dass es nach einem schwächeren ersten Qaurtal dann wieder schnell nach oben gehe und daher doch alles gut sei!

Vorgestern haben die Aussagen von FedEx diesen Biedermeier-Optimismus schon schwer angekratzt – und dann gestern der krampfhafte Versuch von Jerome Powell, die Abwärtsrisiken klein zu reden, aber gleichzeitig eine Geldpolitik zu verkünden, die nur dann Sinn macht, wenn man eben von massiven Abwärtsrisiken ausgeht!

Es sind die schlauen Anleihemärkte, die den Braten sehr schnell gerochen haben – bei den Aktienmärktn ist die Leitung gelegentlich ja etwas länger, und so dauerte es ein bißchen, bis die Wall Street ins Grübeln kam. Wenn nun reihenweise die Renditen der Anleihelaufzeiten bis sieben Jahre invertieren und damit so eindeutig die rote Warnleuchte „Rezession“ blinkt, dann sollte man schon einmal die Frage stellen, ob es in dieser Situation Sinn macht, nur ca. 4% unter dem Allzeithoch zu handeln (wie der S&P 500)!

Wohl eher nicht. Und eines haben die Märkte wohl auch noch nicht so recht auf dem Zeiger: selbst wenn es zu einem Deal zwischen den USA und China kommt, wird eine globale Rezession wohl kaum mehr zu vermeiden sein! Nur weil sich der Konflikt nicht weiter verschärft (wenn das Szenario der Optimisten stimmt), bringt das ja per se kein Wachstum, zumal Trump gestern klar gesagt hat, dass er nicht daran denke, die bisher erhobenen Zölle gegen China wieder abzuschaffen. China aber fordert, dass eben gerade die bisherigen Zölle abgeschafft werden, damit man bereit ist für diesen Deal.

Der Dax jedenfalls hat sein Kursziel erreicht:

Und prallt von dem erreichten Kursziel recht hart ab:

Shit happens. Aber nicht selten passiert das mit charttechnischer Ansage, so wie diesmal!

Wir gehen davon aus, dass der von der Fed indirekt geschürte Konjunktur-Pessimismus dem Dax nicht gerade gut tun wird..

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