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Märkte

OPEC-Entscheidung: Die hochinteressante Faktenlage, und wie der Markt darauf reagierte

Claudio Kummerfeld

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Am Freitag hat die OPEC nun endlich entschieden. Man wird seine Fördermenge für die ersten sechs Monate des Jahres 2019 um 800.000 Barrels pro Tag senken. Im April gibt es dann eine Besprechung, ob und wie die Kürzungen gewirkt haben. Die Partner der OPEC (vor allem Russland) werden 400.000 Barrels pro Tag zur Kürzung beisteuern, so dass die Fördermenge im ersten Halbjahr um insgesamt 1,2 Millionen Barrels pro Tag reduziert sein wird.

Saudis und externe Russen dominieren die OPEC

Dabei wird diese Kürzung offenbar zu einem fast ausschließlichen Deal zwischen Saudi-Arabien und Russland. Denn von den 400.000 Barrels der außenstehenden Staaten will Russland 230.000 Barrels beitragen. Von den 800.000 Barrels der OPEC wird Saudi-Arabien wohl fast die komplette Summe alleine schultern. Denn aktuell fördert man 11,1 Millionen Barrels, und bestätigte am Freitag man wolle im Januar auf 10,2 Millionen Barrels runterkommen.

Damit würden die Saudis binnen zwei Monaten um 900.000 Barrels kürzen – also mehr als die OPEC insgesamt kürzen will. Damit bringen die Saudis ein großes Opfer für einen möglicherweise steigenden Ölpreis. Alle OPEC-Mitglieder würden davon profitieren bei gleich großer Fördermenge, während die Saudis zwar auch höhere Preise haben, aber eine deutlich gesunkene Fördermenge.

Der Vorteil: Wenn Saudis und Russen die Kürzungsmengen quasi fast komplett selbst tragen, dann sind die beiden auch de facto die Bestimmer in dieser großen Allianz. Der Rest degradiert sich durch Passivität selbst hin zu einem Zuschauer-Status. Dass es wohl intern bei der OPEC alles andere als harmonisch aussieht, zeigt auch folgender Fakt: Anders als bei vorigen Verkündungen gibt man dieses Mal keine Liste heraus, welches Land wie viel kürzt.

Was bekannt ist: Der Iran wird aus guten Gründen (US-Sanktionen) von den Kürzungen ausgenommen. Ebenso nicht teilnehmen werden Venezuela und Libyen. Die beiden Krisen-Länder brauchen wohl jeden Cent, und da ist es verständlich, dass sie die Mengen nicht senken können. Tja, und Länder wie Kuwait, VAE, Irak? Die kürzen wohl offiziell als Teil eines großen Ganzen, aber so wie es scheint, nur auf dem Papier.

Reaktion im Ölpreis

Und was bedeutet das alles nun für den Ölpreis? Eine Kürzung von 1,2 Millionen Barrels pro Tag liegt genau in den Erwartungen von 1,0 bis 1,3 Millionen. Auch muss man bedenken, dass ein halbes Jahr Kürzungsdauer schnell vorbei geht. Der WTI-Ölpreis ist aktuell mit 51,78 Dollar wieder genau auf das Niveau zurückgefallen, auf dem er vor der OPEC-Entscheidung am Freitag lag. Das ist eine herbe Enttäuschung für das Kartell.

Aus dessen Sicht bleibt zu hoffen, dass der Markt in den nächsten Tagen doch noch „einsieht“, dass die Kürzungen ausreichend sind für eine tatsächliche Verknappung das weltweiten Öl-Angebots. -1,2 Mio waren aber schon vor der Entscheidung eingepreist, von daher herrscht aktuell das altbekannte Börsenklima „kauf das Gerücht, verkauf die Fakten“. Damit bleibt der Ölpreis aus Bullensicht derzeit auf einem bedenklich niedrigen Niveau.

Ölpreis-Verlauf nach OPEC-Entscheidung
Der WTI-Ölpreis seit Donnerstag.

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Rüdiger Born: Bullenmarkt in Frage gestellt

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Konjunkturdaten

Aktuell: Öl-Lagerbestände -0,8 Mio Barrels (jetzt 488,7 Mio)

Claudio Kummerfeld

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Die Benzinbestände wurden im Vergleich zur Vorwoche mit +2,2 Millionen Barrels veröffentlicht. Die Erwartungen gegenüber der Vorwoche lagen bei +0,6 Millionen Barrels.

Die Dienstag Abend um 22:35 Uhr veröffentlichten API-Lagerbestände wurden mit +3,8 Mio Barrels beim Rohöl gemeldet (unverändert erwartet).

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source: tradingeconomics.com

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