Märkte

OPEC fördert mehr Öl und Saudis senken Preise um 11 Dollar

Die OPEC erhöht ihre Fördermenge. Und Saudi-Arabien senkt seinen Preis für Kunden in Asien um dramatische 11 Dollar!

Tankstelle in Hamburg. Foto: Claudio Kummerfeld/Finanzmarktwelt.de

Mehr Ölangebot und sinkende Preise für den Weltmarkt, das signalisieren aktuelle Ereignisse rund um die großen Förderländer! Eine Gruppe innerhalb der OPEC rund um Saudi-Arabien verkündete gestern, dass man im August die Öl-Fördermenge um 188.000 Barrel pro Tag erhöhen wird.


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Märkte reagieren auf Druck, gute Entscheidungen nicht

OPEC mit mehr Ölmengen

Seit Beginn des Iran-Kriegs wurden die Förderquoten um 940.000 Barrel pro Tag erhöht. Dies waren aufgrund der Blockade der Straße von Hormus natürlich theoretische Werte. Aber nun mit einer geöffneten Wasserstraße ergießen sich die Ölmengen auf den Weltmarkt. Und weiter ansteigende Fördermengen der OPEC-Mitglieder bedeuten noch mehr Angebot für den Weltmarkt, was auf den Preis drücken könnte.

Saudis senken Preise drastisch

Den am Weltmarkt stark gefallenen Ölpreis (von 94 Dollar am 11. Juni auf aktuell 71,97 Dollar) kann man nicht ignorieren. Und so sehen wir heute, dass der OPEC-Anführer Saudi-Arabien seinen Verkaufspreis für Kunden in Asien massiv absenkt, um sage und schreibe 11 Dollar, die größte Senkung seit Jahrzehnten! Denn sonst könnten die Kunden in Asien natürlich bei anderen Lieferanten kaufen, die dem Weltmarktpreis nach unten folgen.


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Der staatliche Produzent Saudi Aramco wird den Preis für sein „Arab Light“-Öl für Asien im nächsten Monat um 11 Dollar pro Barrel senken, was einem Abschlag von 1,50 Dollar gegenüber der regionalen Referenznotierung entspricht, wie aus einer Bloomberg vorliegenden Preisliste hervorgeht. Dies ist ein stärkerer Rückgang als die in einer Bloomberg-Umfrage erwarteten 8 US-Dollar.

Einordnung

China kauft wenig Öl am Weltmarkt, sondern lebt auch nach der Öffnung der Straße von Hormus noch von Reserven. Andere Länder haben während der Blockade der Straße von Hormus verstärkt Kohle verfeuert als Ersatzbrennstoff. Wiederum andere Länder waren in der Lage sich am Spot-Markt mit Rohöl zu versorgen. Und es gab auch global ein Abbremsen der Ölnachfrage, weil die Preise nun mal so stark angestiegen waren. Und jetzt, wo die große Ölschwemme den Weltmarkt überflutet, ist die Nachfrage gar nicht so groß, um die Schwemme zu absorbieren. Vereinigte Arabische Emirate (VAE) und Saudis sind bei ihren Ölexportmengen schon wieder auf Vorkriegsniveau angekommen. Die Preise stürzen. Und so müssen die Verkäufer bei ihren realen Verkaufspreisen massiv absenken.

Und die erhöhten Förderquoten der OPEC? Das Kartell steht unter Druck. Die VAE sind im Frühjahr bereits aus der OPEC ausgetreten, weil sie deutlich mehr Mengen fördern wollten. Und der zweitgrößte OPEC-Förderer Irak drohte am 25. Juni quasi mit Austritt, wenn man nicht mehr Mengen fördern darf. Die Quittung für diese Lännder könnte mit etwas Verzögerung eintreten. Weiter stark steigende Fördermengen, bei sinkender Nachfrage (E-Auto-Boom etc). Das könnte die Preise noch weiter einbrechen lassen, und höhere Absatzmengen als Einnahmequelle zunichte machen.



Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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1 Kommentar

  1. Nun ja, die Öl-Allianz OPEC+ behält sich hierbei gleichzeitig vor, ihren Beschluß, die Ölfördermenge ab August d.J. zu erhöhen, je nach Marktsituation wieder rückgängig zu machen.

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