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Märkte

OPEC mit weniger Ölproduktion – schuld ist Donald Trump

Claudio Kummerfeld

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am

Die OPEC hat vor wenigen Minuten ihren Monatsbericht Juni mit Daten zu Ende Mai veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass das Kartell seine Fördermenge von Ende April zu Ende Mai um 236.000 Barrels pro Tag gekürzt hat. Damit geht die Mengenkürzung weiter, obwohl OPEC + Russland ihre Ziele von -1,2 Millionen Barrels pro Tag (ab Januar) schon längst übererfüllt hatten.

Iran zieht OPEC-Förderung in den Keller

Aber die Detaildaten zeigen, dass die OPEC-Kürzungen quasi ungewollt erfolgen. Denn der Iran, der von US-Sanktionen gegängelt wird, hat seine Förderung alleine im Mai um 227.000 Barrels pro Tag gekürzt. Hier entsteht ein klassisches Paradox. Denn Donald Trump fordert seit Monaten die OPEC immer wieder dazu auf endlich mehr Öl zu fördern. Denn er möchte mehr Angebot auf dem Weltmarkt sehen, damit die Öl- und letztlich auch die Benzinpreise an den Tankstellen in den USA deutlich sinken. Sinkende Benzinpreise will er seinen Anhängern bieten!

Aber er hat nun ganz alleine dafür gesorgt, dass der Iran quasi vom Weltmarkt abgegrenzt wurde. Kein Geld soll mehr in den Iran fließen, kein Öl soll mehr vom Iran auf den Weltmarkt kommen. Somit sinkt die Förderung im Iran, und auf dem Weltmarkt ist weniger Ölangebot vorhanden. Also genau das, was Trump eigentlich nicht brauchen kann. Aber seine Buddies aus Riad, die deuteten zumindest an, dass Saudi-Arabien mehr Öl fördern würde, wenn es eine Angebotsverknappung am Weltmarkt geben würde – um dem lieben Donald zu helfen.

Aber für so eine Hilfe sehen die Saudis offensichtlich noch keinen Anlass. Den laut den heutigen OPEC-Daten haben sie ihre Fördermenge im Mai um 76.000 Barrels pro Tag gekürzt. Seit Jahresanfang sank die Fördermenge der Saudis von 10,75 auf jetzt 9,69 Millionen Barrels pro Tag. Die Saudis lassen den lieben Donald also alleine im Regen stehen, und fördern deutlich weniger. Sie halten sich an die Vereinbarung der OPEC mit Russland, statt Donald Trump zu supporten.

Venezuela fällt und fällt und fällt

Und sonst? Abseits von Iran und Saudi-Arabien gibt es andere kleinere Veränderungen in den Fördermengen, aber nichts Weltbewegendes. Ach ja, was ist denn eigentlich mit Venezuela? Das Land der Dauer-Krise, die immer weiter geht, und weiter, und weiter, und weiter. Weil alles im Land immer mehr im Chaos versinkt, erlahmt auch die Ölförderung immer weiter. Und das in dem Land mit den weltweit größten Öl-Reserven. Eigentlich unglaublich. Die Fördermenge stieg nach Angaben aus Venezuela im Mai um 13.000 Barrels pro Tag. Aber wer glaubt den offiziellen Daten schon?

Die womöglich zuverlässigeren Dritt-Quellen zeigen einen Rückgang von 35.000 Barrels pro Tag in Venezuela im Monatsvergleich. Und seit Jahresanfang ging die Förderung zurück von 1,19 Mio auf nur noch 0,74 Mio Barrels pro Tag. 2017 waren es noch 1,9 Mio Barrels pro Tag. Was für ein Einbruch! Laut offiziellen Angaben aus Caracas sank die Ölförderung von 2017 bis heute von 2,04 auf 1,05 Millionen Barrels.

OPEC Daten für Mai
Aktuelle Grafik der OPEC.

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Finanznews

Aktienmärkte: Short-Squeeze – alles steigt! Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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Es sind zwei Nachrichten, die die Aktienmärkte heute steigen lassen: die Aussage von Pelosi, wonach ein Stimulus nach wie vor möglich sei – und die besser als erwartet ausgefallenen Profite der chinesischen Unternehmen (hier gibt es jedoch einige Fragezeichen..). Diese guten Nachrichten zwingen vor allem institutionelle Investoren in den USA, die mit fallenden Kursen zuletzt in großem Maßstab Short-Positionen aufgebaut hatten, zur Eindeckung ihrer Positionen (sie treten also gezwungenermaßen als Käufer auf). Der Dax steigt über +3% und zeigt damit die beste Performance aller großen europäischen Aktienmärkte. Nun warten alle auf die US-Fernsehdebatte zwischen Donald Trump und Joe Biden in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch..

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Gold/Silber

Silber: Kommt jetzt die Erholung nach dem 20%-Abverkauf?

Redaktion

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Der Preis für Silber gab zuletzt deutlich nach und erreichte die Marke von 22,50 Dollar. Gibt es jetzt Grund zur Beunruhigung für die Silber-Bullen, nachdem der Preis im Juli fast auf 30 Dollar und damit auf ein 7-Jahreshoch gestiegen war, dann aber um mehr als 20% gefallen ist? Noch jedenfalls befindet sich der Silberpreis im Jahr 2020 hauptsächlich in einem Aufwärtstrend.

Silber hat bei der 22 Dollar-Marke eine starke Unterstützung. David Jones, chief market strategist bei capital.com, hält es für unwahrscheinlich, dass sich die Bewegung auf der Unterseite fortsetzen wird – zumindest nicht im Moment. Im Gegenteil – so David Jones – deute vieles darauf hin, dass der Markt tatsächlich bereit ist, sich weiter nach oben zu bewegen (mehr zu dem kleine Bruder von Gold sehen Sie hier).

Silber: Widerstände und Unterstützungen

Vor diesem Hintergrund liegt der nächste große Widerstand in der Nähe der 25 $-Marke – und zwar nicht nur aus technischen, sondern auch aus psychologischen Gründen. Und selbst wenn es Silber im Oktober 2020 gelingen sollte, über diese Marke zu springen, ist es noch etwas zu früh, um mit Sicherheit sagen zu können, ob diese Gewinne von Dauer wären. Eine zentrale Unterstützung findet sich dagegen bei 21 Dollar.

Denn es gibt eine Menge von Unsicherheits-Faktoren, die den Silberpreis beeinflussen: allen voran die Möglichkeit einer Dollar-Stärkung, die sich bisher praktisch immer als nachteilig für die Rohstoffe insgesamt, aber noch mehr für Silber erwiesen hat. David Jones blickt daher auf den Dollar-Index und analysiert die Lage bei der Weltleitwährung – und blickt dann auf die technische Verfassung bei Silber:

Hat Silber nach dem jüngsten Abverkauf seinen Boden gefunden?

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Gold/Silber

Gold: Korrektur vom Allzeithoch – ist der Boden jetzt gefunden?

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Nahezu mustergültig konnte Gold durch den weiteren Preisabschlag meine letzte Betrachtung in die Realität umsetzen. Das fast punktgenaue Erreichen des 0.62-Retracements bei 1.846 USD, ohne diese Kurslinie zu unterschreiten, ist eine Bestätigung der Wellenzählung, wenn auch diesbezüglich noch nicht aller Tage Abend ist. Wie der Langzeitchart es zeigt, erwarte ich für Gold eine größere Korrektur. Mittelfristig betrachtet, sollte dem Edelmetall noch etwas Raum in Richtung 2.100 USD zur Verfügung stehen. Natürlich werden die Bäume nicht in den Himmel wachsen, doch einen Crash kann ich auch nicht erkennen.

Ausblick für Gold:

Nach Abschluss des Triangels (a-b-c-d-e) welches sich hier als Welle (b) ausgeformt hat, bildet sich aktuell noch Welle (c) der abc-Korrektur (ZigZag) aus. Mit dem Erreichen des 0.62 Retracements (1.846 USD) konnte eine wichtige wenngleich nicht die idealtypische Ziellinie für Gold angelaufen werden. Innerhalb eines ZigZag nimmt Welle „C“ meistens das Ausmaß und auch den Charakter von Welle „A“ an. In diesem Fall liegt das idealtypische Ziel von (c) auf dem 1.00-Retracement bei 1.771 USD.

Gold nach der Korrektur mit Aufwärtspotential
Auch wenn das Anlaufen an diese Kurslinie nicht zwingend nötig ist, und ich diesen auch nicht erwarte, sollte diese Option als Alternative ins Kalkül gezogen werden. Wie der Chart es zeigt, erwarte ich kurzfristig eine Stabilisierung und damit verbunden eine vorerst leichte Bodenbildung. Ein erstes signifikantes Entwarnungssignal wird indes erst über dem 0.50-Retracement (aktuell 1.910 USD) gebildet. Bis dahin bleibt die erste Variante für Gold die vorherrschende.

Fazit:

Gold versucht, einen Boden für eine mittlere Rally auszubilden. Noch ist es zu früh, um sich, zumindest auf etwas längere Sicht, zu positionieren. Ein kleines Signal folgt über der 0.50-Linie (1.910 USD).

 

Gold mit Potential für eine Erholung

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