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OPEC-Mitglieder bekräftigen Strategie der Öl-Schwemme

FMW-Redaktion

Mehrere Öl-Minister wichtiger OPEC-Länder haben gestern die Strategie der OPEC bekräftigt weiterhin über der 30 Mio Barrel pro Tag-Grenze zu fördern. So soll durch das globale Überangebot an Öl der Weltmarktanteil der OPEC verteidigt werden, denn durch das Überangebot verharren die Ölpreise auf weiterhin niedrigen Niveaus, und nicht überlebensfähige Konkurrenten (Kanada etc) scheiden aus dem Markt aus (kann noch etwas dauern).

Der Energieminister der Vereinigten Arabischen Emirate (u.a. Dubai + Abu Dhabi) sagte sein Land könne es sich als Teil der OPEC nicht erlauben Marktanteile durch die Reduzierung der Fördermenge zu verlieren. Der Ölpreis könne 2016 eine Aufwärtskorrektur erleben – von einer Reduzierung seiner eigenen Fördermenge sprach er dabei aber nicht – er meint wohl eher die normalen Marktkräfte von Angebot und Nachfrage, die das von alleine regeln sollen. Der Vize-Ölminister von Saudi-Arabien äußerte sich (wie bei den Saudis normal üblich) relativ allgemein und sagte, dass die Lanzeittrends bei Angebot und Nachfrage robust seien. Klartext: Alles beim alten, weiter Öl fördern auf Rekordniveau!

Die beiden versuchten gestern mit warmen Worten den Hinweisen des IWF entgegenzuwirken, dass gerade Saudi-Arabien einem gigantischen Haushaltsdefizit (20%?) gegenüberstehe für das aktuelle Jahr. Laut IWF verlieren die Mitglieder des Golf-Kooperationsrates (VAE, Kuwait, Saudi-Arabien usw) durch die gefallenen Ölpreise seit 2014 gut 275 Milliarden Dollar an Öl-Einnahmen.

Am 4. Dezember steht die nächste OPEC-Tagung in Wien an. Hier kommt es zum großen Showdown der vorher erwähnten Golf-Staaten, die auf ihren gigantischen Cash-Bergen sitzen ohne Staatsschulden. Ihnen gegenüber stehen OPEC-Mitglieder wie Venezuela, die am Hungertuch nagen und schon seit Monaten darum betteln, dass die OPEC als gesamte Gruppe die Fördermenge endlich senken möge, da Venezuela nur vom Öl lebt und dringend höhere Preise benötigt.



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