Folgen Sie uns

Märkte

OPEC-Monatsbericht: Wie gut dass es die Saudis gibt

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

OPEC Logo

Die OPEC hat heute ihren Januar-Bericht veröffentlicht mit Produktionszahlen zu Ende Dezember. Daraus geht hervor, dass das Kartell seine Fördermenge von November auf Dezember um 278.000 Barrels pro Tag erhöhet hat auf 25,36 Millionen Barrels pro Tag. Wie bereits im Vormonat, so hat auch diesmal Libyen mit einer starken Ausweitung seiner Fördermenge (+136.000 Barrels pro Tag) die Kürzungsbemühungen der OPEC (ohne Absicht) angegriffen. Denn Libyen ist zwar Mitglieder OPEC, war aber wegen dem Bürgerkrieg im Land von Zusagen für Mengenkürzungen ausgenommen worden – noch im Oktober förderte Libyen 453.000 Barrels pro Tag, jetzt sind es bereits 1,22 Millionen.

Neben Libyen haben auch die Vereinigten Arabischen Emirate mit +63.000 Barrels pro Tag ihr Förderung nennenswert angehoben, und der Irak um 76.000. Saudi-Arabien hat um 2.000 Barrels pro Tag gekürzt. Bei diesen Daten, da können die Bullen am Terminmarkt für Öl eigentlich nur sagen, wie froh sie sind, dass es einen Kartellanführer wie Saudi-Arabien gibt. Denn vorige Woche kündigten die Saudis an, ohne Rücksprache mit den anderen OPEC-Mitgliedern ganz alleine 1 Million Barrels pro Tag an Fördermenge zu kürzen, und zwar in den Monaten Februar und März. Da kann ein Land wie Libyen weiter steigern, und auch eher unzuverlässige Mitglieder wie der Irak etwas mehr fördern. Wenn die Saudis so große Mengen kürzen, ist der Markt erstmal beeindruckt, weil die Fördermenge insgesamt sinkt.

Bei der Aussicht für die weltweite Öl-Nachfrage für das Gesamtjahr 2021 lässt man seine Erwartung von vor vier Wochen unverändert bei +5,9 Millionen Barrels pro Tag. Bei der Erwartung für die Angebotsseite (der Nicht-OPEC-Länder) bleibt die Menge ebenfalls unverändert gegenüber der Vormonatsprognose mit +0,8 Millionen Barrels pro Tag.

Grafik zeigt Details zur Fördermenge der OPEC-Mitglieder

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

SAP in der Krise: Ist das eine Chance für uns? – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

das war ganz harte Kost, die der europäische Software-Riese SAP am 26. Oktober für seine Aktionäre hatte. Die Cloud-Sparte blieb überraschend deutlich hinter den Erwartungen zurück. Einzelne Anwendungen wie die Software Concur (Verwaltung und Organisation von Geschäftsreisen) floppten völlig. Und noch mehr: Die Walldorfer kassierten auch gleich die Gewinnschätzungen für die nächsten Jahre, wie wir aus dem Quartalsbericht entnehmen mussten.

So kam es wie es kommen musste. Die Aktie des DAX-Schwergewichts kollabierte an jenem Tag binnen weniger Sekunden und verlor 20 % ihres ursprünglichen Marktwertes. Per saldo sank die SAP-Aktie von über 140 Euro unter 100 Euro ab. Milliarden Euro waren plötzlich durch den Schornstein.

Ungefähr im gleichen Zeitraum meldete die US-Konkurrenz bestes Zahlenwerk. Oracle und Salesforce nutzten die Dollarschwäche des vergangenen Jahres und griffen den deutschen Software-Riesen in seinem europäischen Heimatmarkt an. Die Analysten hängten wie üblich ihr Mäntelchen in den Wind und urteilten vernichtend über das Software-Unternehmen. Der Tenor: Eine Wachstumsgeschichte geht zu Ende. SAP bringt es nicht mehr.

In der Tat befindet sich die Walldorfer Software-Schmiede in einer veritablen Krise. So wird der Umsatz 2021 kaum noch wachsen, der Gewinn wird großer Wahrscheinlichkeit sogar rückläufig sein.

Das sind die Stärken der SAP

Aber gemach! SAP ist unverändert ein großartiges Unternehmen, dessen Software-Anwendungen weltweit in rund 25 Branchen genutzt werden. Bei Großunternehmen sind die Deutschen immer noch das Maß aller Dinge. 9 von 10 Playern nutzen mindestens eine kleine SAP-Anwendung. Die Kundenkartei der Walldorfer liest sich imposant. Dort finden Sie typische Traditionsunternehmen wie Chevron, Ford oder AT&T. Aber auch die…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

weiterlesen

Aktien

Wall Street: Kommen jetzt Regulierungen durch die Biden-Regierung?

Wird es für die Wall Street unter Biden sehr viel schwieriger als unter Trump? Was passiert mit den Monopolen der großen Tech-Firmen?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Wird es für die Wall Street unter Biden sehr viel schwieriger als unter Trump? Bereits seit Monaten wird darüber spekuliert, wie eine demokratische Regierung den großen Techfirmen mit ihren monopolartigen Stellungen zu Leibe rücken wird. Schon die Bildung der Regierung wird Hinweise darauf geben, viele designierte Minister haben bereits in der Regierung unter Barack Obama politische Posten bekleidet.

Die Wall Street und der Abbau der Regulierungen

Die Ära Trump war für die Wall Street geprägt von Deregulierungen, insbesondere im Finanzsektor, was natürlich den oberen Einkommensklassen zugute kam – trotz seiner Beteuerungen dem Establishment auf den Leib rücken zu wollen. Joe Biden hat bereits im Wahlkampf davon gesprochen, gegen die wachsende Ungleichheit im Lande vorgehen zu wollen, was zwangsläufig auf einen Machtkampf mit der Wall Street hinauslaufen würde. Jetzt hat er aber mit der neuen Finanzministerin Janet Yellen, der einstigen Notenbankchefin, eine Entscheidung gefällt, die eher Kontinuität als Radikalität in Finanzfragen erwarten lässt. Sie unterstützt natürlich das Corona-Hilfspaket von 1,9 Billionen Dollar, zu dem die Ministerin vor dem Senat betonte, dass diese Verschuldung mehr nutze, als dass sie schade. Ihre Zielstellung seien mehr und besser bezahlte Jobs und höherer Wohlstand für mehr Amerikaner.

Die letzten Personalentscheidungen deuten aber daraufhin, dass man die Wall Street doch in Teilbereichen stärker regulieren wolle.

Chef der Börsenaufsichtsbehörde SEC soll Gary Gensler werden, ein Mann, der schon von 2009 bis 2014, also unter der Präsidentschaft von Barrack Obama, die Aufsicht über die Derivate CFTC innehatte. Er hatte damals die Untersuchungen bei den Manipulationen des Zinssatzes Libor geleitet und die Finanzreform umgesetzt. Er gilt als harter Hund in der Szene, aber wie könnte es auch anders sein – er hatte zuvor schon 20 Jahre bei Goldman Sachs gearbeitet.

Die Aufgaben der SEC dürften gewaltig sein, im Stadium der derzeitigen Spekulationsauswüchse. Zum Beispiel bei den Special Purpose Acquisition Companies, kurz SPAC genannt. Firmen, die zunächst Kapital über einen Börsengang einsammeln, um das Geld in die Übernahme eines noch nicht feststehenden Unternehmens zu investieren. Ein kaum regulierter Bereich, bei dem es wieder auf Kosten der Kleinanleger gehen könnte. Bereits in den ersten drei Wochen wurden im Bereich der SPACS schon wieder 56 solcher Mantelfirmen an die Börse gebracht und 16 Milliarden Dollar an Geldern eingesammelt. Nach 300 Firmen im Jahr 2020.

Was Gensler auch besonders auszeichnet, sind seine Kenntnisse im Bereich der Kryptowährungen – einem Thema, über welches er auch an seiner Universität gelehrt hat. Er hat sich zur Szene schon sehr kritisch geäußert und wird sich ganz besonders mit Fintech-Unternehmen und Kryptowährungen befassen.

Unterstützt wird Gensler von Rohit Chopra, der Chef der Verbraucherschutzbehörde für Finanzprodukte (CFPB) werden soll, die nach der Finanzkrise gegründet wurde.

Der Mann hatte sich bereits in in seiner Zeit bei einer anderen Behörde gegen die Macht der großen Tech-Konzerne ausgesprochen. Er stimmte für die Klage der Behörde gegen Facebooks ungesetzliche Monopolisierung, der sich auch eine Gruppe von Generalstaatsanwälten angeschlossen. Unter Trump war der Einfluss der Verbraucherschutzbehörde deutlich zurückgefahren worden.

Chef der Bankenaufsicht (OCC) soll Michael Barr werden, ein Mann der auch schon im Finanzministerium zu Obamas Zeiten gearbeitet hatte und nun auf 1200 Banken ein Auge werfen soll.

Die Personalauswahl Bidens zeigt in jedem Fall, dass dem Schutz der Verbraucher zulasten der großen Firmen mehr Bedeutung zukommen wird – und das könnte ein Problem für die Wall Street werden.

Fazit

Wieder einmal stellt sich bei einer neuen Regierung die Frage, wie viel von den Programmpunkten aus dem Wahlkampf im politischen Kampf und vor allem gegen das mächtige Kapital der Wall Street in den USA umgesetzt werden kann. Wer glaubt, dass es jetzt zu einer größeren Umverteilung von Wall Street zu Main Street kommen würde, dürfte ein bisschen blauäugig sein. Bidens Mannschaft besteht aus vielen älteren Semestern, die schon unter Barrack Obama im Einsatz waren.

Außerdem spielen die Wall Street und die Kapitalmärkte in den USA eine viel dominantere Rolle als in allen anderen Industriestaaten der Welt. Es dürfte kaum Gouverneure, Senatoren und Politiker in führenden Positionen geben, die nicht auf einem großen Aktienpaket sitzen. Den Ast ansägen, auf dem man selbst sitzt? Das beste Beispiel ist doch die ehrwürdige Sprecherin der Demokraten, die bereits 80-jährige Nancy Pelosi. Wenn die Grande Dame der US-Demokraten sogar eine halbe Million Dollar für Optionen auf die Tesla-Aktie gesetzt hat, erst vor Kurzem und bereits in der Gewissheit in Regierungsverantwortung zu stehen, was werden wohl die anderen Abgeordneten in ihrem Vermögensdepots haben? Bestimmt kein gefülltes Girokonto, wie unser Finanzminister.

Ergo: Regulierungen an der Wall Street werden kommen, aber wohl immer noch mit Schonung des Aktien-Wunderlandes USA.

Wird die Biden-Regierung die Wall Street bald stärker regulieren?

weiterlesen

Aktien

Auto1 vor IPO: Buch gut gefüllt, Aktie im Pre-IPO-Handel höher

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Börsenkurse

Haben wir eine Coronakrise, eine Rezession so schlimm wie seit Jahrzehnten nicht mehr? Nein, Notenbanken und Regierungen schließen die Lücke, die Börse läuft auf Rekordkursen, und alles wird gut? Jetzt gibt es den nächsten Kandidaten für die große Sause, nämlich die Firma Auto1 aus Berlin. Sie gab gestern Details für ihren Börsengang in Frankfurt bekannt, wonach am 4. Februar der erste Handelstag stattfinden soll (Angebotszeitraum für die Aktien läuft vom 26. Januar bis 2. Februar). An der Frankfurter Wertpapierbörse wird die Aktie von Auto1 unter dem Handelssymbol AG1 und der ISIN DE000A2LQ884 zu finden sein.

Laut aktuellen Berichten haben am Börsengang von Auto1 beteiligte Banken gemeldet, dass Kauforders für das vollständige Emissionsvolumen von 1,5 bis 1,8 Milliarden Euro vorlägen. Daran erkennt man, wie groß der Drang der Börsianer sein muss. Man blicke auf zahlreiche andere IPOs dieser Tage, und möchte sagen: Es gehört auch hier zum guten Ton dazu, dass das begehrte Unternehmen natürlich noch Verluste macht. So hat Auto 1 nach eigenen Angaben letztes Jahr 2,8 Milliarden Euro umgesetzt und gut 15 Millionen Euro Verlust gemacht. In drei Jahren will man in die Gewinnzone kommen.

Wer das Unternehmen nicht kennt: Auto1 kauft nach eigenen Aussagen über zwei Kanäle Fahrzeuge an. Über das Netzwerk der wirkaufendeinauto.de-Marken biete man Verbrauchern eine einfache Möglichkeit, ihre Gebrauchtwagen zu verkaufen. Die Remarketing-Lösungen für Händler würden den Partnern helfen ihren Bestand an Gebrauchtwagen zu verkaufen. Die Fahrzeuge werden dann auf den Verkaufskanälen der AUTO1 Group, der Konsumentenmarke Autohero und der Handelsplattform für Händler, AUTO1.com angeboten.

Die Anleger scheinen auch im vorbörslichen inoffiziellen Handel auf die Aktie abzufahren. Im „Handel per Erscheinen“ auf Tradegate sieht man bei einer IPO-Spanne von 32-38 Euro aktuell einen Handelskurs von 44-47 Euro. Mag sein, dass anfangs ein kleiner Hype entsteht. Schaut man aber auf zahlreiche IPOs in Deutschland und vor allem in den USA in den letzten Jahren, dann darf man aber fragen, ob der Kursverlauf in den nächsten Monaten von Erfolg gekrönt sein kann. Man sieht jedenfalls aktuell: Nach allem menschlichen Ermessen wird das IPO von Auto1 kurzfristig ein Erfolg werden (wenn bis dahin nicht noch ein großer Börsencrash geschieht). Auto1 will übrigens von den angestrebten Einnahmen von 1 Milliarde Euro rund 750 Millionen Euro in das Wachstum des Unternehmens stecken, und 250 Millionen Euro in die Rückzahlung einer bestehenden Wandelanleihe.

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage