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OPEC-Report für Juni ist erschienen: Drei OPEC-Mitglieder pushen die Fördermenge auf 6 Monats-Hoch

Der OPEC-Monatsreport für Juni ist vor wenigen Minuten erschienen. Bevor Sie sich im endlos langen Report zu Tode lesen, hier die wichtigsten Fakten…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Der OPEC-Monatsreport für Juni ist vor wenigen Minuten erschienen. Bevor Sie sich im endlos langen Report zu Tode lesen, hier die wichtigsten Fakten.

Die OPEC hat im Mai 32,14 Millionen Barrels Öl pro Tag gefördert. Das waren 336.000 Barrels pro Tag mehr als im Vormonat, und gleichzeitig auch der höchste Stand seit sechs Monaten. In 2017 erwartet man für die eigene Angebotsmenge eine Nachfrage von im Schnitt 32 Millionen Barrels pro Tag, was gegenüber 2016 0,3 Millionen Barrels mehr ist. Damit überschreitet die OPEC im Mai mit ihrer Produktionsmenge die Nachfragemenge, die man selbst für den Jahresdurchschnitt 2017 prognostiziert. Eigentlich komisch – das sollte doch irgendwie anders laufen?

Saudi-Arabien als unausgesprochener Anführer der OPEC belässt im Mai seine eigene Fördermenge unverändert bei 9,94 Millionen Barrels pro Tag. Aber da wären ja noch die beiden Sorgenkinder der OPEC Nigeria und Libyen, denen das Kartell ja ausdrücklich erlaubt so viel zu fördern, wie man will – denn die OPEC wolle ja deren Geldnöte aufgrund der innenpolitischen Lage der Länder berücksichtigen. Das wird aber basierend auf diesen aktuellen Zahlen immer mehr zum Problem.

Nigeria fördert mit 1,68 Millionen Barrels pro Tag gut 174.000 Barrels pro Tag mehr. Libyen steigert seine Produktion in nur einem Monat um 178.000 auf 730.000 Barrels. Außer diesen beiden steigert nur der Irak seine Fördermenge von April auf Mai, nämlich von 4,37 auf 4,42 Millionen Barrels pro Tag. Der Rest des Kartells bleibt diszipliniert. Die drei Ausreißer zusammen mit den aktuell deutlich steigenden Fördermenge der Fracker in den USA pulverisiert wohl in den nächsten Monaten die Hoffnungen auf eine schnelle Ausbalancierung der Ölmärkte, so unsere Meinung.

Laut heutigen Bericht liegen die Öl-Lagerbestände der OECD-Staaten bei exakt 3 Milliarden Barrels. Damit liegen sie 251 Millionen Barrels über dem Fünfjahres-Durchschnitt. Und genau das ist zum Beispiel für den saudischen Öl-Minister Al-Falih die entscheidende Kennzahl, wie er gerade erst am 25. Mai in Wien sagte. Auf diesen Fünfjahres-Schnitt müssten die Öl-Reserven fallen. Da ist wohl noch einiges zu erledigen, möchten wir anmerken!

Laut heutigen Report soll die Angebotsmenge in Russland, Brunei, dem Sudan und Kasachstan im Schnitt des Jahres 2017 fallen aufgrund der Kürzungsvereinbarung. Dies solle beispielsweise höhere Fördermengen in UK und Kanada ausgleichen, so die OPEC. Interessant: Aktuell kürzt die OPEC ihre Erwartung für die Fördermenge der USA um 30.000 Barrels pro Tag. Denn im 1. Quartal 2017 sei das Wachstum geringer ausgefallen. Eine defensive Prognose für die US-Fördermengen? Eine gewagte Prognose. Wir verweisen an dieser Stelle auf unseren Artikel von heute Vormittag, der jüngst für die USA kräftige Anstiege zeigt.

Im 1. Quartal 2017 lag die globale Angebotsmenge für Öl laut OPEC noch 740.000 Barrels pro Tag über der globalen Nachfragemenge, wie man der folgenden Grafik entnehmen kann. Ist der einzige Faktor für Änderungen die OPEC-Angebotsmenge, wird der Überhang im Rest des Jahres gleich bleiben, da die OPEC und ihre neuen Verbündeten ihre Kürzungen ja bei -1,8 Mio Barrels pro Tag belassen bis März 2018. Aber die OPEC ist ja nicht der einzige Faktor. Neben den steigenden Angebotsmengen außerhalb dieser neuen Allianz wäre da ja auch noch die globale Öl-Nachfrage. Die soll (Grafik) laut OPEC vom 2. auf das 3. Quartal 2017 sprunghaft um 2 Millionen Barrels pro Tag ansteigen.

Quelle: OPEC-Monatsbericht für Juni.

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Aktienmärkte: Bis US-Wahl jede Rally „gedeckelt“? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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Aktienmärkte: Dänemark, der Börsenstar des Jahres

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Jeden Tag blicken wir gespannt auf die Aktienmärkte in den USA, um an der Wall Street die wundersame Rally der Hightechwerte zu verfolgen. Apple, Amazon und Co haben den Nasdaq zu einem Highflyer gemacht, dessen Performance aufgrund von nur sieben Titeln die Indizes der Welt in den Schatten gestellt hat.

Aber relativ unbemerkt gibt es in Europa einen der kleinsten Aktienmärkte, der sogar in Schlagweite zur Technologiebörse in den USA geblieben ist: der OMX in Dänemark.

Aktienmärkte: Der dänische Leitindex trotzt Corona

Dänemark ist nicht nur ein relativ kleines Land in Europa mit gerade einmal 5,8 Millionen Einwohnern, auch umfasst der Leitindex OMX Copenhagen nur 20 Aktien. Was ihn aber nicht davon abgehalten hat, sich im Coronajahr an die Performance-Spitze der größeren Aktienmärkte der Welt zu setzen. Zum Ende letzter Woche ergab sich dabei folgende Performance zum 1.1. 2020:

OMX Kopenhagen + 16,9 Prozent
CSI China + 11,6 Prozent
S&P 500 + 0,5 Prozent
Dax – 9,1 Prozent
Einzig der Nasdaq 100 lieferte mit plus 22 Prozent noch etwas mehr. Allerdings spielt auch der Wechselkurs noch eine Rolle und da hat die dänische Krone gegenüber dem Euro sogar noch etwas aufgewertet.

Gründe für das gute Abschneiden

Da ist zum einen die Entwicklung von COVID-19 in dem skandinavischen Land zu nennen. Aufgrund eines frühen Lockdowns litt das Land nicht so sehr unter den ökonomischen Folgen der Pandemie, das dänische Bruttoinlandsprodukt verlor im zweiten Quartal um 6,9 Prozent, weniger als der Durchschnitt in Europa (-12,1%), aber auch weniger als Deutschland oder den USA (-9,7%/9,5%). Hinzu kommen die weltweit üblichen Rettungspakete, die auch die dänische Regierung verabschiedet hat. Alles das wäre aber nicht in der Lage, den Index so zu „pushen“ – es ist vielmehr die Zusammensetzung des Leitindex in Dänemark.

Es sind eine Reihe von Pharma- und Biotechfirmen, die im Index sehr dominant vertreten sind und die von der Pandemie im Besonderen profitiert haben: Der weltgrößte Insulinhersteller Novo Nordisk, die Medizintechnikfirma Ambu, Coloplast, Genmab, CHR Hanssen und Novozymes, Firmennamen, die in unseren Breiten nicht allzu bekannt sind. Damit kommen die Gesundheitsfirmen auf die Hälfte der Marktkapitalisierung des Index in Höhe von 370 Millionen Euro. Dennoch ganz schon imposant im Vergleich zu unserem DAX, dem Leitindex in einem Land mit 83 Millionen Menschen, der gerade eine gute Billion Euro auf die Wage bringt.

Ein großer Nachteil eines Engagements ist damit schon erklärt, denn man fokussiert sich dann ziemlich stark auf eine Branche mit wenigen Titeln. Zumal die Unternehmensbewertung durch die Hausse deutlich nach oben gegangen ist. KGVs von 22 (Novo Nordisk) bis hin zu 60 (Genmab) oder 110 (Ambu) zeigen ein weiteres Gefahrenmoment auf. Aber die Wachstumsstory ist noch intakt und der dänische Index ist noch wenig auf dem Radar internationaler Fonds gesichtet – anders als etablierte Aktienmärkte dieser Welt. Natürlich gibt es zu Zeiten von Corona auch Verlierer im OMX, wie den Bürodienstleisters ISS, die Danskebank oder die Brauerei Carlsberg. Diese vermochten es aber nicht, die Performance des Index arg zu dezimieren.

Fazit

„We Are Red We Are White, We Are Danish Dynamite“, lautete einmal ein Song des fußballbegeisterten Dänemark, insbesondere beim Gewinn des Europameistertitels 1992 in Schweden. Ausgerechnet gegen den damals amtierenden Weltmeister Deutschland. Scheint so, als ob für die Börse des kleinen nordischen Landes in diesem Jahr auch wieder so ein kontinentaler Titel möglich ist.

Der Index OMX ist der heimliche Star der Aktienmärkte Europas

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