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Giovannie Cicivelli Tradingchancen

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OPEC-Report aktuell: So kaputt ist das Agreement zur Fördermengenkürzung!

Von Einigkeit scheint kaum eine Spur zu sein. Das kann man nur aus den reinen Datenreihen erkennen, die sie hier einsehen können…

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FMW-Redaktion

Eigentlich wollte die OPEC zusammen mit einigen externen Förderern kräftig abbremsen auf der Produktionsseite, damit das weltweite Angebot an Öl sinkt, und der Preisdruck zunimmt. Aber der soeben veröffentlichte OPEC-Report für August zeigt, wie kaputt das Agreement doch ist. Von Einigkeit scheint kaum eine Spur zu sein. Das kann man nur aus den reinen Datenreihen erkennen, die sie hier einsehen können.

Die OPEC veröffentlicht jeden Monat stets die Daten, die die Mitgliedsländer selbst an die Zentrale in Wien übermitteln (unterer Teil „direct communication“), und Förderdaten, die von externen Beobachtern errechnet werden (oberer Teil „secondary sources“). Beobachter neigen oft dazu lieber den extern erhobenen Daten zu glauben.

Wenn es nach denen geht, ist die Öl-Förderung der OPEC-Mitglieder von Mai auf Juni und Juli gestiegen von 32,21, auf 32,69, und dann auf zuletzt 32,87 Millionen Barrels pro Tag. Also nimmt die Förderung zu! Saudi-Arabien habe nur im letzten Monat im Vergleich zu Juni um 31.800 Barrels pro Tag zugelegt, Libyen sogar um 154.000 Barrels pro Tag. Die OPEC habe im letzten Monat insgesamt um 172.600 Barrels pro Tag zugelegt. Mit 32,87 Millionen Barrels pro Tag hat die OPEC einen Jahres-Höchstwert erreicht!

Ein desaströses Ergebnis, wenn man doch angeblich das Angebot reduzieren will! Aber mit den direkt aus den Ländern übermittelten Daten könnte man ja die Daten der externen Beobachter entkräften? Schauen Sie dazu bitte den unteren Teil der Tabelle an. Saudi-Arabien, das Monat für Monat immer eigene Daten nach Wien übermittelt, hat für Juli keine Daten gesendet (rot umrandet). Das ist ein desaströses Zeichen an den Markt. Hat man vielleicht deutlich mehr gefördert, und will einen Schock am Markt verhindern? Dass Libyen, Gabun, Equatorial-Guinea und Ecuador auch keine Daten liefern, scheint da schon fast egal zu sein.

Die Compliance-Rate der aller OPEC-Mitglieder, also die Prozentzahl wie stark die Kürzungen wirklich umgesetzt wurden, sinkt laut Gerüchten bei Termin-Tradern von Juni auf Juli von 96% auf jetzt unter 90%.

Wie viel ist dann so ein Abkommen noch wert, darf man wohl fragen!

Und der Ölpreis? Den kann diese Woche wohl überhaupt nichts aus seinem Wachkoma befreien, wie es scheint. Seit gut 30 Minuten ist der OPEC-Report draußen, und es folgt kein Kursabsturz, der eigentlich (!) bei den erhöhten Förderdaten und der ausgebliebenen Saudi-Daten folgen müsste. Ganz im Gegenteil, WTI-Öl steigt sogar um 0,15 Dollar auf 49,95 Dollar…


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3 Kommentare

3 Comments

  1. Zinsangst

    10. August 2017 15:25 at 15:25

    Die FMW-Redaktion bietet mit solchen Artikeln echten Mehrwert für Trader. Danke! Interessant beim Öl auch die aktuelle Terminmarktlage (COT-Daten). Ergibt zusammen mit der Future-Saisonalität (starker Anstieg bis zur zweiten August-Woche) ein hübsches Gesamtbild.

  2. Bauli

    10. August 2017 16:36 at 16:36

    Also ich bin damit zufrieden.
    So preiswert wie dieses Jahr habe ich seit 10 Jahren nicht mehr tanken können. Motto: wenn 2 sich streiten freut sich er dritte.

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Finanznews

Chimerica zerbricht! Marktgeflüster (Video)

Warum das Auseinanderbrechen der Nutz-Beziehung USA-China ein ökonomisches und politisches Erdbeben auslösen wird!

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Der britische Historiker Niall Ferguson prägte 2007 den Begriff „Chimerica“ – und meinte damit die unausgesprochenen Deal beider Länder, wonach China produziert und Amerika konsumiert, wobei China die Schulden der USA kauft und damit das Ungleichgewicht ausgleicht. Diese unausgesprochene Wirtschaftsallianz scheint nun zu zerbrechen durch den Bann von Huawei und den daraus resultierenden praktischen Konsequenzen (Google blockt Zugang zu Android-Systemen etc.). Die Folgen des absehbaren Auseinanderbrechens von „Chimerica“ sind unabsehbar – und werden vor allem in den USA stark unterschätzt, denn damit ist das „Leben über die eigenen Verhältnisse“ in Frage gestellt! Die US-Aktienmärkte, zuletzt gestützt vor allem durch defensive Werte, sind noch weit entfernt davon, dieses Auseianderbrechen adäquat einzupreisen!

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Indizes

Über Prognosen und Prognostiker an den Finanzmärkten – „Dartpfeile werfender Schimpansen“

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Von

Von Thomas Müller

Seit ich mich mit Finanzmärkten und entsprechend mit Prognosen beschäftige – also seit rund 25 Jahren – fällt mir auf, dass immer wieder Prognostiker zu großer Bekanntheit gelangen oder gar so etwas wie Gurus werden, also von einer eingeschworenen Schar Anhänger gegen jede Kritik verteidigt werden, obwohl die Prognosen nach meinem subjektiven Empfinden diesen Status keineswegs rechtfertigen. Bei einigen Prognostikern/Kommentatoren war ich sogar sehr sicher, dass sie wenig Ahnung haben, wovon sie sprechen, ohne dies aber wirklich geprüft zu haben. Allerdings war da auch immer die Stimme im Kopf, die mir sagte, diese Leute haben so viele Anhänger und tauchen regelmäßig in den Medien auf, irgendetwas muss an diesen Leuten dran sein.

 

„Superforecasting“

Nun bin ich kürzlich auf das Buch „Superforecasting“ von Philip Tetlock gestoßen und muss dabei immer wieder an die diversen aus Fernsehen und Presse bekannten Prognostiker denken. Gleich am Anfang stellt er fest: „Viele verkünden ihre Prognosen mit dem Brustton der Überzeugung. Und einige verkaufen sich als Propheten, die Jahrzehnte in die Zukunft blicken können. Von einigen Ausnahmen abgesehen stehen sie nicht etwa vor der Kamera, weil sie sich durch hervorragende Weitsichtigkeit ausgezeichnet hätten. Ob sie mit ihren Prognosen richtigliegen oder nicht, scheint niemand wissen zu wollen. [..] Die Fernsehorakel haben vor allem ein Talent: Sie können selbstbewusst auftreten und eine überzeugende Geschichte erzählen. Mehr müssen sie gar nicht können.“

Das, was hier noch eine Behauptung ist, belegt Tetlock dann im Weiteren. Über einen Zeitraum von 20 Jahren untersuchte Tetlock die Prognosen zahlreicher Experten und kam zu dem Ergebnis, dass die meisten nicht besser waren, als ein Dartpfeile werfender Schimpanse – oft waren die Prognosen der Experten sogar schlechter.

Die Unterschiede, ob ein Prognostiker gut oder schlecht war, führt Tetlock auf die Methodik zurück und unterscheidet zwei (Extrem-)Typen: Die Füchse und die Igel. Die Bezeichnungen sind angelehnt an einen Satz des griechischen Dichters Archilochos: „Der Fuchs weiß viele Dinge, aber der Igel eine große Sache.“

Soll heißen, es gibt die eine Gruppe, die viele Aspekte mit in eine Prognose einbezieht und in Wahrscheinlichkeiten denkt. Es fallen selten Wörter wie „unmöglich“ oder „unausweichlich“, aber oft Wörter wie „möglicherweise“, „einerseits und andererseits“. Die andere Gruppe verfolgt einen großen Gedanken, um den alles kreist und auf den alles hinausläuft. Die Füchse geben in allen Bereichen bessere Prognosen ab und zwar sowohl zuverlässiger als auch schärfere Prognosen. Die Igel aber sind viel häufiger in den Medien gefragt als die Füchse. Die Zuschauer/Leser wollen kein „vielleicht“ und „möglicherweise“ hören, sondern eine konsistente Story mit einem klaren Ergebnis.

 

Crashpropheten und ihre Prognosen

Die Untersuchung Tetlocks fand zwar in den USA statt, passt aber genauso auch nach Deutschland. Seit Jahren wird prophezeit, dass wir uns „im Endspiel befinden“, dass der finale Crash nun bald kommt, die Systemwende bevorsteht. Es werden also einerseits Extremprognosen aufgestellt; der totale Zusammenbruch, ein großer, wenn nicht gar der endgültige Crash, das Ende von Euro, USD, der EU. Das ist das die „große Sache“ des Igels.

Alle (Teil-)Prognosen laufen auf dieses Szenario hinaus, egal was auch passiert, alles wird durch die Brille dieser einen großen Prognose gesehen. Jeder Rückgang der Börsenkurse, jede Abschwächung des BIP-Wachstums, jeder noch so kleine Wahlerfolg einer eurokritischen Partei dient dann als Beleg. Obwohl die Prognosen scheinbar so eindeutig sind, sind sie tatsächlich sehr weich, d.h. es wird kein Zeithorizont angeben und die Ereignisse werden nicht konkretisiert.

Das Ergebnis kann regelmäßig beobachtet werden. Die Kritiker sagen, die Prognosen sind nicht eingetroffen, die Anhänger sagen, „abwarten“, es deutet doch bereits alles darauf hin. Und selbst gegenteilige Entwicklung werden dann umgedeutet. Erholt sich z.B. die Konjunktur heißt es, das zögert den Zusammenbruch nur hinaus, der wird dann umso schlimmer. Ist die Inflation nicht wie seit Jahren prognostiziert gestiegen, wird die Definition kurzerhand geändert. Aus Sicht der Anhänger (und ihrer eigenen) haben die Igel also immer Recht, selbst wenn sie seit Jahren komplett danebenliegen. Das sorgt zwar nicht für gute Prognosen, aber für regelmäßige Medienauftritte.

Umgekehrt erlebe ich sowohl im Alltag im echten Leben als auch in Internetforen oft, dass Prognosen aus meiner Sicht zu Unrecht angegriffen werden. Das wohl bekannteste Beispiel dafür ist die US-Präsidentschaftswahl 2016. Nate Silver schätze die Siegchancen von Trump auf rund 30% und als Trump dann bekanntermaßen gewonnen hatte, wurde ihm vorgeworfen, die Wahl falsch prognostiziert zu haben. Tetlock nennt hier als Beispiel Wetterprognosen, wo häufig bei einer Prognose von z.B. 70% Regenwahrscheinlichkeit von den allermeisten „Konsumenten“ davon ausgegangen wird, dass es regnet – regnet es dann nicht, ist die Prognose falsch.

 

Wetterbericht

Tetlock wählt das Beispiel Wetterbericht, weil es da leicht zu zeigen ist, wo der Irrtum liegt: Sagt ein Meteorologe in 100 Fällen eine Regenwahrscheinlichkeit von 70% voraus und regnet es tatsächlich in rund 70 dieser 100 Fälle, sind die Prognosen sehr gut. Bei der US-Präsidentschaftswahl lässt sich das nicht so leicht testen, das Grundprinzip ist aber das gleiche. Und letztlich bestätigt es das oben genannte Prinzip: Die Medienkonsumenten (und die meisten Internet-Foristen) schätzen Prognostiker mit sehr pointierten und scheinbar klaren, selbstbewusst vorgetragenen Prognosen weit mehr als abwägende, in Wahrscheinlichkeiten formulierte Prognosen.

Tetlock hofft, dass sich dieses Verhaltensmuster mittel- bis langfristig ändert, so wie auch in anderen Bereichen – er nennt z.B. die Medizin – im Vergleich zu früher mehr Rationalität etwa in Form von Doppelblindstudien Einzug gehalten hat. Angesichts des medialen Erfolgs der Igel bin ich da weniger optimistisch. Letztlich befriedigen die Igel eine im Publikum vorhandene Nachfrage, bei der es allenfalls vordergründig um die korrekte Prognose geht, tatsächlich aber um die Projektion und Bestätigung eines bestimmten Weltbilds.

 

Von Jeremy Weate from Abuja, Nigeria – Chimpas at Tacugama Sanctuary, near Freetown, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=38733073

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Devisen

Rüdiger Born: Spannender Markt! Blick auf die Charts

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Der Markt ist momentan sehr spannend. Schauen wir im folgenden Video direkt auf die Charts. Der Dow könnte in Kürze eine Trendewende hinlegen und steigen. Interessante Chartverläufe will ich auch bei mehreren Devisenpaaren ansprechen. Haben Sie den Trade des Tages (heute USDJPY) noch nicht abonniert? Jeden Tag gibt es eine Detail-Analyse! Es ist vollkommen kostenlos! Einfach dazu hier anmelden.

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