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OPEC-Treffen am Donnerstag: Zeitliche Verlängerung der Kürzungen scheint ausgemacht zu sein – Fallhöhe für Ölpreis hoch

Wir hatten schon am Freitag darüber berichtet, und inzwischen verdichten sich die Gerüchte fast zu einer harten Info. Russland macht mit, und die Partner der Fördermengenkürzung werden sie weiter verlängern. Denn Russlands Energieministerium veröffentlichte...

FMW-Redaktion

Wir hatten schon am Freitag darüber berichtet, und inzwischen verdichten sich die Gerüchte fast zu einer harten Info. Russland macht mit, und die Partner der Fördermengenkürzung werden sie weiter verlängern. Denn Russlands Energieministerium veröffentlichte am Wochenende auf seiner eigenen Webseite ein Interview mit dem Energieminister Novak.

Dort sagte er, dass erst 50% des weltweiten Öl-Überangebots (durch die Kürzungen) beseitigt worden seien. Der Preis für Brent-Öl sei inzwischen akzeptabel genug angestiegen auf mehr als 60 Dollar pro Barrel. Dennoch sei der Markt eben noch nicht ausbalanciert, und die Vereinbarung zur Kürzung der Fördermenge müsse zeitlich verlängert werden. Russland unterstütze die Verlängerung, wobei viele Optionen derzeit diskutiert würden.

Das ist deutlich! Dass die OPEC selbst weitestgehend einig hinter der Verlängerung steht, ist klar. Nur Russland war noch nicht im Boot, bis jetzt! Damit ist klar, das die Kürzungen von insgesamt 1,8 Millionen Barrels pro Tag auch über März 2018 hinaus bestehen bleiben werden – es geht nur noch um zwei Fragen: Wie lange geht die Verlängerung, bis Herbst 2018 oder Ende 2018? Und zweitens: Welche Bedingungen wird Russland seinen Partnern abringen? Warscheinlich wird es irgendeine Art von Formulierung geben, dass Russland unter bestimmten Voraussetzungen aus dem Deal aussteigen kann.

Eine Möglichkeit die im Raum schwebt. wäre zum Beispiel zu sagen: Die monatlich veröffentlichten Lagerbestände der OECD-Staaten für Rohöl sinken unter das Niveau X, und von da an kann Russland seine Kürzungszusagen aufgeben. Bei Bankanalysten wird derzeit besprochen, ob OPEC-Kernstaaten wie Saudi-Arabien, die UAE oder Kuwait dann ihr eigenen Fördermengen noch weiter senken könnten, um die fehlende russische Kürzung von 300.000 Barrels pro Tag aufzufangen.

Wichtig ist: Die Messlatte hängt schon extrem hoch. Der Ölpreis (WTI) ist in den letzten drei Monaten um 29% gestiegen. Hohe Erwartungen an die OPEC an diese Verlängerung sind also schon mehr als eingepreist worden vom Ölmarkt. Kommen enttäuschende Aussagen oder Aussichten, könnte es Donnerstag zu Gewinnmitnahmen kommen (kaufe das Gerücht, verkaufe die Fakten). Wichtig ist auch, dass es bereits vor diesem Meeting einen großen Berg an Netto Long-Positionen im Öl gibt. Die Spannung steigt vor dem OPEC-Treffen am Donnerstag in Wien. Es scheint nur noch um Details zu gehen!


Das OPEC-Logo. Gemeinfrei



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1 Kommentar

  1. Ich denke die Sache mit Russland ist in trockenen Tüchern. Von überall hört man nichts anderes mehr, als dass diese weitere 9 Monate am Ball bleiben. Wie im Artikel gesagt, geht es da wahrscheinlich nur noch um Details. In Anbetracht des Ölpreis Anstiegs der letzten Monate sowohl WTI als auch Brent, halte ich das ganze für ziemlich interessant aber meiner Meinung nach ist der Entwicklung der letzten Monate definitiv Grenzen gesetzt.

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