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Märkte

OPEC und Russland einigen sich auf höhere Fördermenge – warum der Ölpreis dennoch steigt

Claudio Kummerfeld

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am

Am Freitag hatte die OPEC bereits beschlossen bis zu 1 Million Barrels pro Tag mehr Öl zu fördern (wir berichteten). Am Samstag haben sich OPEC und Russland dann geeinigt, wie schon vorher bei der Fördermengenkürzung auch dieses Mal gemeinsam zu handeln. Saudi-Arabien will schon zügig ab 1. Juli anfangen mehr zu fördern, und Russland wird sich wohl auch nicht zwei Mal bitten lassen.

OPEC und Russland zurück auf 100% Fördermengenkürzung

Schon am Freitag hatte man (clever man ist) nicht davon gesprochen die Fördermenge zu erhöhen. Nein, die bisherigen Kürzungen seien eben zu 152% kräftig übererfüllt worden, und man bringe das Niveau runter auf 100%. Dies entspreche ca 1 Million Barrels mehr Rohöl pro Tag. Den selben Trick wandte man auch am Samstag an beim Treffen mit den Nicht-OPEC-Ländern (vor allem Russland). Auch hier erwähnt man, dass alle beteiligten Staaten bei den Kürzungen eine Übererfüllung von insgesamt 147% hätten, und diese ab 1. Juli zurück auf 100% bringen wollen. Hier diese Aussage im Wortlaut:

Recalling the DOC reached on 10 December 2016; and noting that countries participating in the DOC have exceeded the required level of conformity that had reached 147% in May 2018. Accordingly, the 4th OPEC and non-OPEC Ministerial Meeting hereby decided that countries will strive to adhere to the overall conformity level, voluntarily adjusted to 100%, as of 1 July 2018 for the remaining duration of the DOC and for the JMMC to monitor the overall conformity level and report back to the OPEC and non-OPEC Ministerial Meeting.

Warum der Ölpreis dennoch steigt

Russland ist also mit an Bord. Offiziell sinkt die Förderung irgendwo grob geschätzt um die 1 Million Barrels. Beispielsweise der irakische Energieminister erwähnte bereits nach dem OPEC-Meeting, dass die Steigerung wohl effektiv nur bei 770.000 Barrels pro Tag liegen werde, weil nicht alle Länder in der Lage seien mehr zu fördern: Unsere Idee: Dann wird Russland eben diese Lücke bis rauf zu 1 Million schließen. Russland wollte ohnehin schon seit einiger Zeit mehr Öl auf den Markt bringen. Und die Saudis hatten jüngst verkündet, freie Kapazitäten von 2 Millionen Barrels pro Tag zu haben.

Aber warum ist der Ölpreis seit Freitag Mittag sogar noch gestiegen? Er müsste doch eigentlich fallen, jetzt wo definitiv klar ist, dass mehr Fördermenge auf den Markt strömt, und das schon ab nächster Woche? Nun, Saudis und vor allem Russland hatten noch letzte Woche von einer Steigerung um 1,5 Million Barrels pro Tag gesprochen – und dann wurden es nur 1 Million Barrels.

Da zeigt sich der Markt etwas enttäuscht, weil die Termin-Trader eben eine größere Steigerung der Fördermenge in die Preise eingebaut hatten (fallende Kurse). WTI-Öl notiert mit 68,38 Dollar gut 1 Dollar höher als Freitag vor der OPEC-Entscheidung. Brent-Öl notiert mit 74,25 Dollar unter dem Strich genau da, wo es Freitag vor dem Meeting war. Vielleicht fallen die Preise, wenn klar wird, dass OPEC und Russland zusammen mehr als nur 1 Million Barrels pro Tag auf den Markt werfen? Übrigens: Man erwähnte am Wochenende auch, dass man seine Entscheidungen nicht durch Twitter beeinflussen lasse – eine Anspielung auf einen Tweet von Donald Trump, dass das Kartell die Fördermenge erhöhen müsse, damit es günstige Benzinpreise gibt.

OPEC-Partner Russland: Energieminister Alexander Novak
Der russische Energieminister Alexander Novak. Foto: OPEC

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Anleihen

Aktienmärkte: Ist das das nächste große Ding? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte der Wall Street heute allesamt mit neuen Allzeithochs, während der Dax weiter stagniert und sogar einen leichten Wochenverlust ausweist – und das trotz neuem Optimismus in Sachen Brexit. Aber der Fokus richtet sich nun immer mehr auf die US-Anleihemärkte mit steigenden Renditen, die Zinskurve versteilt sich weiter (gut für Finanz-Aktien, nicht so gut für Tech, daher der Nasdaq heute nur mit kleinen Gewinnen). Sollten die Renditen weiter steigen, werden US-Anleihen wieder zunehmend zur Konkurrenz für die Aktienmärkte. Dort aber herrscht nach wie vor eine „Rundum-sorglos-Stimmung“, vor allem die „Corona-Verlierer“ werden wieder gekauft (der Sektor Energie daher wider mit den größten Gewinnen)..

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Allgemein

Negativzinsen und Druckerpresse: Auswirkungen auf Menschen und Schrottunternehmen

Claudio Kummerfeld

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Negativzinsen helfen Schrottfirmen und schaden den Sparern

Die Druckerpressen von EZB, Federal Reserve und Co laufen auf Hochtouren. Und dank dem neuem US-Präsidenten Joe Biden (Vereidigung am 20. Januar) dürfte das Tempo an neu geschaffenem Geld und neuer Staatsverschuldung nochmal Fahrt aufnehmen. Auch die Eurozone steht dem mit der EZB in Nichts nach. Die Null- und Negativzinsen bleiben weiter dort wo sie sind, und das auf lange Zeit. Das haben die Notenbanker auf beiden Seiten des Atlantiks klar gemacht. Was passiert, wenn Negativzinsen und Druckerpresse auf Menschen und Schrottunternehmen treffen? Hier kurz und knapp zwei Beispiele.

Die Schrottunternehmen werden auch gerne als Zombieunternehmen bezeichnet. Dies sind Unternehmen, die zum Beispiel noch nicht mal genug Geld verdienen um ihre Zinslast auf Kredite bedienen zu können. Oder sie überleben nur noch dank Staatshilfen, aber nicht aus strukturell echten Einnahmen. Wer Schrott ist, muss am Kapitalmarkt für Schulden eine höhere Risikoprämie zahlen. Denn der potenzielle Käufer von Schrottanleihen will sich das höhere Risiko einer Nicht-Zurückzahlung der Anleihe natürlich honorieren lassen. Von daher notieren die Renditen von Junk Bonds (Anleihen begeben von Unternehmen mit zweifelhafter Bonität) immer deutlich höher als die von gut angesehenen Unternehmen.

Derzeit aber, wo die Notenbanken alles mit frisch gedrucktem Geld überschwemmen und wo die Negativzinsen alles runterdrücken, da profitieren auch die Zombieunternehmen von immer weiter fallenden Renditen für ihre Schulden. Wie der folgende zehn Jahre zurückreichende Chart zeigt, ist die durchschnittliche Rendite für Junk Bonds in den USA auf ein neues Rekordtief von 4,45 Prozent gesunken, mehr als zwei Prozentpunkte unter dem Zehnjahresdurchschnitt. Die Zombies freuen sich also über immer geringere Kosten für ihre Schulden.

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Der Spar-Michel zahlt die Zeche

Man erinnere sich noch zurück, als hier und da die aller erste Sparkasse oder Volksbank Negativzinsen für Kontoguthaben einführte. Was gab das für einen Aufschrei. Heute ist das Alltag. Und die Lawine rollt immer weiter. Die ganz frische Veröffentlichung des Portals Biallo zeigt, dass auch die Direktbanken immer stärker auf den Zug aufspringen. 240 Banken insgesamt kassieren mittlerweile Negativzinsen im Privatkundenbereich, bei Firmenkunden sind es 317 Geldhäuser. Beim sogenannten Verwahrentgelt gelten in der Regel bestimmte Freibeträge, die von 5.000 Euro bis zu Millionenbeträgen reichen. Elf Geldhäuser langen bereits ab dem ersten Euro zu. Die DKB folgt aktuell der ING und führt ab sofort einen Negativzins in Höhe von minus 0,5 Prozent ein – für Einlagen ab 100.000 Euro auf dem Tagesgeld- und Girokonto. Wie bei der ING sollen Bestandskunden erst mal nicht betroffen sein.

Damit dürfte die Negativzins-Welle, die derzeit auf Sparer zurollt, noch mal deutlich an Fahrt gewinnen. Denn laut jüngsten Recherchen von Biallo haben auch große Regionalbanken in Hamburg, München und Köln zuletzt einen Strafzins für private Einlagen eingeführt. Erst gar keine Negativzinsen, jetzt gibt es immer mehr, aber mit Freibeträgen. Da das Umfeld aus Null- und Negativzinsen noch jahrelang anhalten wird, und da die Banken margentechnisch unter immer größerem Druck stehen, darf man annehmen, dass diese Freibeträge in Zukunft stetig verringert werden, und dass auch immer öfter von Bestandskunden Negativzinsen kassiert werden, und nicht nur von Neukunden.

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Devisen

Rüdiger Born: Aktuelle Lage im Dow, mögliche Idee für den Yen

Rüdiger Born

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