Der ChatGPT-Betreiber OpenAI hat heute Nacht verkündet, dass man einen vertraulichen S-1-Antrag bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht hat, um seine Aktien an die Börse zu bringen. Da man davon ausgeht, dass dieser Antrag an die Öffentlichkeit gelangen wird, gebe man dies hiermit bekannt, so OpenAI in seiner Mitteilung. Über den genauen Zeitpunkt für den Börsengang habe man noch nicht entschieden. Es könnte noch eine Weile dauern, da es Dinge gibt, die man als Privatunternehmen wahrscheinlich leichter umsetzen könne. Es handele sich jedoch um eine Reihe komplexer Abwägungen. Und dies gebe der Firma die Möglichkeit, früher an die Börse zu gehen, sollte sich dies als die beste Option erweisen.
OpenAI, Gemini, Anthropic, SpaceX: Rennen um Eigenkapital
Derzeit läuft eine Art großes Wettrennen von Mega-Konzernen aus dem KI-Universum, um an frisches Geld zu kommen. Diesmal nicht über Fremdkapital in Form von Anleihen, sonder über Aktien, also Eigenkapital. Alphabet nahm gerade erst über 80 Milliarden Dollar auf für seine KI-Expansion. SpaceX wird Ende dieser Woche an die Börse gehen von von Anlegern 75 Milliarden Dollar an Eigenkapital „ansaugen“. Stefan Jäger sprach erst gestern darüber, dass dies ein Faktor für die jüngste Schwäche am Aktienmarkt gewesen sein könnte – Geld in Cash umwandeln für die neue Mega-Aktie. Der Claude-Anbieter Anthropic als großer Konkurrent von OpenAI meldete vor einer Woche die selbe vertrauliche Anmeldung für den Börsengang an die SEC. Keine bekannte zeitliche Aussicht, aber es geht voran. Es ist ein Rennen um das Geld der Anleger. Alphabet hatte jüngst alle überrascht, und „noch schnell“ seine 80 Milliarden Dollar eingeworben – mehr als SpaceX am Freitag mit seinem ersten Börsengang einnehmen wird. Man will 75 Milliarden Dollar einnehmen. Dies dürfte auch problemlos gelingen – Nachfrage der Anleger soll das Angebot übersteigen.
Börse wird Druck auf KI-Anbieter ausüben
Ende April gab es Berichte über verfehlte Wachstumsziele bei OpenAI in Sachen Umsatz und Nutzerzahlen. Wichtige Führungskräfte verließen das Unternehmen. Dazu scheint die KI Claude von Anthropic immer beliebter zu werden, ganz zu schweigen von der Gemini-KI von Alphabet. Die Konkurrenz ist knallhart im KI-Geschäft. Und wenn die drei großen Anbieter demnächst alle an der Börse notiert sind, dürfte der Druck durch Anleger und Analysten die Konkurrenz noch viel stärker anheizen. Erhöhte Transparenz für börsennotierte Firmen und stark schwankende Aktienkurse dürften bei allen drei Firmen den Druck ständig erhöhen, immer besser zu werden und den Kunden ein immer besseres Produkt zu bieten. Auf Kosten der Gewinnmargen? Dies könnte sich noch als großes Problem für diese Mega-Konzerne erweisen.
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