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KI-Universum Will OpenAI staatliche Unterstützung? „Richtigstellung“ und Bitte um mehr Begeisterung

Deutet OpenAI-Finanzchefin den Wunsch nach Staatshilfe an? So sei das nicht gemeint! Und sie bittet um mehr KI-Euphorie.

Sarah Friar
Sarah Friar. Foto: Kyle Grillot/Bloomberg

OpenAI steht im Zentrum einer gigantischen KI-Blase, wo sich der KI-Anbieter und Chiphersteller gegenseitig mit Aufträgen versorgen. Aber eine Kreislauf-Finanzierung, ein großer Schwindel? Nein, ganz bestimmt nicht. Jetzt aber „Scherz bei Seite“. OpenAI-Finanzchefin Sarah Friar sagte gestern Abend auf der Tech Live-Konferenz des Wall Street Journal, die US-Regierung könne Garantien unterstützen, die Finanzierungen ermöglichen, und Zinskosten senken. Ruft da jemand nach Staatshilfe?

OpenAI mit Staatshilfe? Nein, irgendwie nicht

Aber nein, doch ganz bestimmt nicht? Da sei sie missverstanden worden. So ruderte Sarah Friar auch schnell zurück und meldete sich auf Linkedin zu Wort. Hier übersetzt ihre Aussage: „Ich möchte meine heutigen Äußerungen klarstellen. OpenAI strebt keine staatliche Absicherung für unsere Infrastrukturverpflichtungen an. Ich habe den Begriff „Absicherung” verwendet, was zu Missverständnissen geführt hat. Wie aus dem vollständigen Clip meiner Antwort hervorgeht, wollte ich damit sagen, dass die Stärke Amerikas im Technologiebereich auf dem Aufbau echter industrieller Kapazitäten beruht, wozu sowohl der Privatsektor als auch die Regierung ihren Beitrag leisten müssen. Wie ich bereits sagte, hat sich die US-Regierung unglaublich vorausschauend gezeigt und wirklich verstanden, dass KI ein nationales strategisches Gut ist.“

Wenn man sich ihre Originalaussage im Video anschaut (erster Link im Artikel), klingt das schon relativ deutlich nach dem Wunsch von staatlichen Garantien für Kredite! Und ja, damit wären Banken natürlich bereit, große Mengen an Krediten zu relativ niedrigen Zinsen bereitzustellen, denn sie hätten ja kein Ausfallrisiko – das läge dann beim Steuerzahler! Man muss schon betonen: OpenAI hat im Vergleich zu seinen Ausgaben kleine Umsätze, viel ist Zukunftsphantasie. Natürlich kann der Umsatz mit der Zeit nachwachsen. Aber es ist derzeit eine bizarre Kreislauf-Landschaft zwischen OpenAI und Chipherstellern. Gesund wirkt das nicht!

Zerohedge schreibt dazu: „OpenAI-Finanzchefin Sarah Friar sagte, der Markt konzentriere sich zu sehr auf die Angst vor einer möglichen Blase im KI-Sektor und sollte mehr „Begeisterung” zeigen. Zuerst rastet der größenwahnsinnige, soziopathische Irre wegen Short-Positionen aus, jetzt sagt seine Handlangerin, Long-Positionen seien nicht Long genug.“

Es soll mehr „Begeisterung” für KI geben

Sarah Friar meinte gestern, der Markt konzentriere sich zu sehr auf die Angst vor einer möglichen Blase im Bereich der künstlichen Intelligenz und sollte mehr „Begeisterung” für das Potenzial dieser Technologie aufbringen, so Bloomberg News. Weiter wird berichtet: „Ich glaube nicht, dass es genug Begeisterung für KI gibt, wenn ich an die tatsächlichen praktischen Auswirkungen und die Möglichkeiten für den Einzelnen denke. Wir sollten weiter daran arbeiten.”

In den letzten Monaten gab es zunehmende Kritik an den steigenden Bewertungen von KI-Unternehmen sowie an den steigenden Ausgaben von Technologieunternehmen für Rechenzentren und Chips zur Unterstützung der Entwicklung künstlicher Intelligenz. Allein OpenAI hat sich verpflichtet, mehr als 1,4 Billionen Dollar für KI-Infrastruktur auszugeben, obwohl das Unternehmen nach wie vor unprofitabel ist.

Um den Ausbau seines KI-Rechenzentrums zu unterstützen, hat OpenAI eine Reihe von Blockbuster-Deals mit Unternehmen wie Nvidia und Advanced Micro Devices abgeschlossen, die als Kreislauffinanzierungen kritisiert wurden. Nvidia beispielsweise erklärte sich bereit, bis zu 100 Milliarden Dollar in OpenAI zu investieren, um den Ausbau des Rechenzentrums zu finanzieren. Im Gegenzug verpflichtete sich OpenAI, diese Standorte mit Millionen von Nvidia-Chips auszustatten. In dem Interview sagte Friar jedoch: „Ich lehne diese Prämisse komplett ab.“

„Wir alle bauen heute nur eine vollständige Infrastruktur auf, die es ermöglicht, mehr Rechenleistung in die Welt zu bringen“, sagte Friar. „Ich sehe das überhaupt nicht als Kreislauf“, fuhr sie fort. „Ein großer Teil der Arbeit im letzten Jahr bestand darin, diese Lieferkette zu diversifizieren.“

Zusätzlich zu den Verträgen von OpenAI mit Chipherstellern hat der ChatGPT-Hersteller auch eine breite Palette von Finanzierungsinstrumenten im Blick, um seine Infrastrukturmaßnahmen zu finanzieren. Friar sagte, OpenAI sei „auf der Suche nach einem Ökosystem aus Banken (und) Private Equity“, um seine ehrgeizigen Pläne zu unterstützen. Sie deutete auch eine Rolle der US-Regierung an, „die Garantie zu unterstützen, die die Finanzierung ermöglicht“, ging jedoch nicht näher darauf ein, wie dies funktionieren würde.

Auf Nachfrage erklärte ein Sprecher von OpenAI, Friar habe sich im Kontext der gesamten KI-Branche geäußert. Derzeit gebe es keine unmittelbaren Pläne, dass OpenAI eine staatliche Absicherung anstrebe, so der Sprecher. Es wird auch erwartet, dass OpenAI in den kommenden Jahren einen Börsengang anstrebt, um zusätzliches Kapital zu beschaffen, aber Friar sagte, dass derzeit keine IPO-Bemühungen im Gange seien. „Wir bereiten uns nicht auf einen Börsengang vor”, sagte sie. „Ein Börsengang steht derzeit nicht auf der Tagesordnung.”

FMW/Bloomberg



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1 Kommentar

  1. In einer Demokratie könnte man auch mal auf die Idee kommen, KI zur Abstimmung zu stellen. Ds betrifft Jobs An den Jobs hängt alles für die Menschen.

    Die preschen voran wie von der Tarantel gestochen und investieren Kohle, noch und noch.

    Und wenn das vielleicht nur eine Minderheit haben will?

    Wenn hier Fehlinvestiotionen gemacht wurden, dürfen sie gerne auch in dem Kreise der Willigen untergehen. Da muss man nicht noch Unschuldige mitreißen.

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