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Droht ein KI-Dominoeffekt? OpenAI verfehlt Ziele: Risiko für KI-Boom wächst

OpenAI-Logo auf einem Laptop. Foto: David Paul Morris/Bloomberg

OpenAI verfehlt seine Ziele bei Nutzerwachstum und Umsatz und dämpft damit die Erwartungen an das Tempo der KI-Expansion. Treiber dieser Entwicklung ist der zunehmende Wettbewerbsdruck im Sektor, insbesondere durch Anbieter wie Anthropic und Google. Im Fokus stehen laut einem Bericht des Wall Street Journal vor allem interne Einschätzungen sowie Aussagen aus dem Führungskreis. Die Entwicklung könnte spürbare Auswirkungen auf die Finanzierung künftiger KI-Infrastruktur und die strategische Ausrichtung des Unternehmens haben.


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OpenAI verfehlt sein Ziele

Wie Bloomberg berichtet, hat OpenAI zuletzt eigene Zielvorgaben bei der Nutzergewinnung und beim Umsatz verfehlt, was intern Sorgen über die langfristige Finanzierbarkeit der massiven Investitionen in KI-Infrastruktur auslöst. Wie das Wall Street Journal unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen berichtet, blieb das Unternehmen im Jahr 2026 mehrfach hinter seinen monatlichen Verkaufszielen zurück. Gleichzeitig konnte der Konkurrent Anthropic insbesondere in den Bereichen Programmierung und Unternehmenskunden Marktanteile gewinnen.

Auch das Wachstum von ChatGPT blieb hinter den Erwartungen zurück. Das interne Ziel von einer Milliarde wöchentlich aktiver Nutzer bis Ende 2025 wurde nicht erreicht. Zudem stellt die Abwanderungsrate von zahlenden Nutzern weiterhin ein Problem dar, während Googles LLM Gemini im vergangenen Jahr deutlich an Popularität gewann.

Finanzierungsdruck und Zirkelgeschäfte


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Finanzchefin Sarah Friar äußerte laut Bericht intern die Sorge, dass OpenAI bei zu langsamem Umsatzwachstum künftig Schwierigkeiten haben könnte, die enormen Rechenkapazitäten zu finanzieren. Gleichzeitig wächst unter Investoren die Skepsis, dass sowohl KI-Startups als auch große Technologiekonzerne überproportional in Rechenzentren und Chips investieren, ohne dass sich der wirtschaftliche Nutzen kurzfristig klar abzeichnet.

Damit rücken auch sogenannte Zirkelgeschäfte stärker in den Fokus, bei denen Kapital zwischen mehreren Akteuren in geschlossenen Kreisläufen zirkuliert. Unternehmen wie Microsoft, Nvidia, Amazon, Google und Meta treiben den Ausbau ihrer KI-Infrastruktur mit massiven Investitionen voran – häufig eingebettet in enge Partnerschaften mit OpenAI.

OpenAI selbst hatte zuvor angekündigt, mehr als 1,4 Billionen Dollar in KI-Infrastruktur investieren zu wollen. Zur Finanzierung greifen OpenAI und Anthropic zunehmend auf einen ähnlichen Kreis aus Venture-Capital-Fonds und Technologieunternehmen zurück. Im Februar sammelte OpenAI in seiner bislang größten Finanzierungsrunde 110 Milliarden Dollar ein, unter anderem vom Großinvestor SoftBank. Die Entwicklung birgt zudem das Potenzial, eine Kettenreaktion bei den stark fremdfinanzierten KI-Infrastrukturinvestitionen an der Wall Street auszulösen. Der KI-Infrastrukturboom basiert maßgeblich auf der Wachstumserzählung von OpenAI. Diese Story ist nun deutlich komplexer geworden.

Die Aktie von SoftBank, das sich in dieser Runde mit 30 Milliarden Dollar beteiligte, fiel daraufhin in Tokio um bis zu 9,5 Prozent. Insgesamt könnte SoftBank seine Investitionen in OpenAI bis Jahresende auf rund 64,6 Milliarden Dollar erhöhen und damit etwa 13 Prozent am Unternehmen halten. Die großen Technologiewerte in den USA zeigen vorbörslich bislang keine unmittelbare Reaktion.

FMW/Bloomberg



Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
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