Devisen

Optimistische Briten in Wolkenkuckucksheim

Von Markus Fugmann

Der Wirtschaft in Großbritannien geht es hervorragend – sieht man einmal von der Tatsache ab, dass das Land fast vollständig De-Industrialisiert ist. Die einzig nennenswerte Industrie ist die Finanz-Industrie – kommt einmal eine Krise oder der viel besungene Brexit, ist es damit dann aber auch nicht mehr weit her.

Und weil die Dinge in UK so bombig sind derzeit, hat heute der Chef der Bank of England, Mark Carney, angekündigt, dass die Zeit der ersten Zinsanhebung nun nahe sei. Das britische Pfund hat sich darüber gefreut:

GBPUSD

Da bleibt uns nichts anderes übrig, als ein freudiges „Hurra“ über den Kanal zu rufen! Nur ganz leise aber wollen wir darauf verweisen, dass die Inflation in UK, wie heutige Daten gezeigt haben, auf den tiefsten Stand seit den 1960er-Jahren gefallen ist. Und wo keine Inflation, macht eine saftige Zinsanhebung natürlich Sinn – zur Bekämpfung der zukünftigen Inflation, die irgendwann einmal kommen wird. Im nächsten Jahrtausend.

Keine Inflation heißt nämlich konkret: Konsumenten halten sich mit dem Konsum zurück, Löhne steigen nicht, Unternehmen verschieben Investitionen. Da braucht es also einen gehörigen Schuß Optimismus, in einem solchen Umfeld Zinsanhebungen anzukündigen. Dieser britische Optimismus ist vermutlich Folge des mentalitätsmäßig tief eingeprägten Elfmeterschießen-Traumas der Insulaner, die dann zu Überschußreaktionen an Optimismus führt – der dann wiederum auf die Wirtschaft übertragen wird.

Es ist dabei wahrlich nicht beruhigend, dass der Bank of England-Chef Carney eigentlich Kanadier ist. Oder können Sie sich daran erinnern, welches Elfmeterschießen die Kanadier irgendwann einmal gewonnen hätten?



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2 Kommentare

  1. Avatar
    Bernhard Zimmermann

    Guten Tag Herr Fugmann!

    Sie haben anscheindend die Frauen WM in Kanada nicht mit bekommen. Dort haben uns die Engländerinnen im Halbfinale letztendlich mit einem Elfemter aus dem Tunier geschossen. Ich glaube, die ertse Niederlage nach 21 Spielen gegen die Frauen von der Insel.

    Spass muss sein!

    1. Stimmt, Herr Zimmermann – ich hatte mich von der Frauen-WM nach der Niederlage gegen die USA geistig verabschiedet :)

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