Aktien

Oracle-Aktie fällt 11 % – tolle Quartalszahlen können Erwartungen nicht erfüllen

Dämpfer für die extrem hohen Erwartungen in der KI-Euphorie. Oracle meldet große Steigerungen im Geschäft - aber eben nicht groß genug.

Oracle-Firmenzentrale. Foto: David Paul Morris/Bloomberg

Wichtig für die KI-Euphorie an der Wall Street: Die Aktien von Oracle verlieren über Nacht im US-Handel und auch heute früh auf Tradegate mehr als 11 % an Wert. Dies ist Folge der gestern Abend gemeldeten Quartalszahlen. Für die ganze KI-Branche ist diese Meldung offenbar ein Dämpfer, denn auch Nvidia verliert über Nacht 2,19 %, AMD ist 2 % im Minus. Oracle konnte seine Zahlen zwar kräftig steigern. Dennoch reicht das nicht, um die astronomisch hohen Markterwartungen an die KI-Euphorie zu erfüllen.

Der Konzern meldete einen deutlichen Anstieg der Ausgaben für KI-Rechenzentren und andere Ausrüstung – Ausgaben, deren Umwandlung in Cloud-Umsätze länger dauert, als es die Investoren erwarten, so Bloomberg. Weiter wird berichtet: Im zweiten Geschäftsquartal sind die Cloud-Umsätze um 34% auf 7,98 Milliarden Dollar gestiegen. Der Umsatz von Oracle im stark beachteten Infrastrukturgeschäft hat um 68% auf 4,08 Milliarden Dollar zugelegt. Beide Werte lagen knapp unter den Schätzungen der Analysten.

Der Datenbankspezialist hat sich zuletzt erfolgreich auf dem umkämpften Markt für Cloud-Computing etabliert. Der SAP-Wettbewerber baut derzeit massiv Rechenzentren aus, um KI-Anwendungen für OpenAI zu ermöglichen. Zu den bedeutenden Cloud-Kunden von Oracle zählen zudem Firmen wie ByteDance-Plattform TikTok und Meta Platforms.

Das sogenannte “Remaining Performance Obligation” ist im Quartal bis 30. November auf auf 523 Milliarden Dollar gestiegen, wie das Unternehmen am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitgeteilt hat. Die Kennzahl für den Auftragsbestand hat sich damit mehr als verfünffacht. Analysten hatten im Durchschnitt mit 519 Milliarden Dollar gerechnet, wie von Bloomberg erfasst wurde.

Dennoch gibt es an der Wall Street zunehmend Zweifel, ob Aufwand und Zeitrahmen für den Ausbau der KI-Infrastruktur im derzeitigen Ausmaß gerechtfertigt sind. Oracle hat erhebliche Schulden aufgenommen und sich verpflichtet, zahlreiche Rechenzentren anzumieten.

Jacob Bourne, Analyst bei Emarketer, erklärte: “Oracle steht unter zunehmender Beobachtung wegen des durch Schulden finanzierten Ausbaus der Rechenzentren und Konzentrationsrisiken angesichts der Unsicherheit über die Ergebnisse der KI-Investitionen. Das Verfehlen der Umsatzerwartungen dürfte die Bedenken ohnehin vorsichtiger Investoren in Bezug auf den OpenAI-Deal und die aggressive KI-Strategie weiter verstärken.”

Grafik zeigt steigende Kapitalausgaben für Investitionen bei Oracle

Die Investoren sind darauf aus, dass Oracle die gestiegenen Investitionen in Infrastruktur so schnell in Umsatz umwandelt, wie es das Unternehmen zugesagt hat. Die Investitionsausgaben, ein Maß für die Ausgaben in Rechenzentren, beliefen sich im Quartal auf etwa 12 Milliarden Dollar – nach 8,5 Milliarden Dollar im vorherigen Zeitraum. Analysten hatten mit 8,25 Milliarden Dollar gerechnet.

Oracle rechnet nun damit, dass die Investitionsausgaben im Geschäftsjahr bis Mai 2026 rund 50 Milliarden Dollar erreichen werden – das sind 15 Milliarden Dollar mehr als noch in der Prognose vom September, wie Führungskräfte nach Veröffentlichung der Ergebnisse in einer Telefonkonferenz sagten.

Doug Kehring, Principal Financial Officer, sagte dazu in der Telefonkonferenz: “Der Großteil unserer Investitionsausgaben entfällt auf umsatzgenerierende Ausrüstung für unsere Rechenzentren und nicht auf Grundstücke, Gebäude oder Stromversorgung, die alle über Mietverträge abgedeckt sind.” Er fügte hinzu: “Oracle zahlt für diese Mietverträge erst, wenn die fertiggestellten Rechenzentren und die zugehörigen Versorgungsleistungen an uns übergeben werden.”

Das Ziel für den Jahresumsatz wurde bei 67 Milliarden Dollar belassen. Kehring betonte abschließend: “Wir erwarten und sind entschlossen, unsere Investment-Grade-Bonität als grundlegendes Prinzip zu wahren.”

FMW/Bloomberg



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