Oracle gehört zwar nicht zu den großen vier Hyperscalern im KI-Business, die da wären Alphabet, Microsoft, Meta und Amazon. Aber der Softwarekonzern ist als Cloud-Computing-Anbieter eine große Nummer. Und immerhin, die Marktkapitalisierung von Oracle liegt bei 591 Milliarden Dollar. Ein kleines Licht ist man nicht. Auch sehr wichtig: Oracle ist hoch verschuldet. Im letzten Winter waren die Kosten für Kreditausfallversicherungen für Schulden von Oracle ein heiß begehrtes Baromter für die wacklige Lage in der KI-Industrie. Nachdem die großen KI-Konzerne die letzten Wochen reihenweise glänzende Quartalszahlen meldeten, und nachdem Broadcom zuletzt bei Aussichten enttäuschte, meldet heute Abend nun Oracle seine Quartalszahlen. Ein Mega-Event, das genau in eine kritische Phase fällt.
Seit Donnerstag letzter Woche sind KI-Aktien angeschlagen, es geht je nach Aktie teilweise kräftig bergab. Es kann gut sein, dass wir genau in diesem Augenblick am Anfang einer größeren Korrektur stehen, bei der der Markt endlich mal durchatmen kann, nach vorher monatelangen Anstiegen. Kann Oracle bei Finanzdaten und Ausblick heute Abend nach 22 Uhr deutscher Zeit abliefern, und damit den angeschlagenen Markt stützen? Vorab noch der Blick auf die Aktienkurse: Oracle schaffte seit Jahresanfang nur 5,16 % Anstieg, während amerikanische Chipaktien im Schnitt (Philadelphia Semiconductor Index) 72 % zulegen konnten. Der Nasdaq 100-Index gewann 15,39 %. Im Chart erkennbar sind die jüngsten Kursverluste.
Oracle-Quartalszahlen – Ausblick auf Finanzdaten
Im Vorjahresquartal lag der Umsatz bei Oracle bei 15,9 Milliarden Dollar. Für heute werden 19,09 Milliarden Dollar erwartet. Nach 1,70 Dollar Gewinn pro Aktie im Vorjahresquartal liegen die Erwartungen für die heutige Meldung bei 1,97 Dollar. Der Bereich Cloud soll beim Umsatz im Jahresvergleich um 48 % auf 9,99 Milliarden Dollar zulegen. Cloud Infrastructure soll im Jahresvergleich um 90 % auf 5,72 Milliarden Dollar ansteigen. Der freie Cashflow bei Oracle lag im Vorjahresquartal bei -2,9 Milliarden Dollar, und im zuletzt gemeldeten Quartal sogar bei -11,48 Milliarden Dollar. Für heute liegen die Erwartungen bei -3,5 Milliarden Dollar – eine wichtige Kennzahl für die Beurteilung der Qualität der Quartalszahlen heute Abend.
KI-Erwartungen
Vor zwölf Monaten hatte Oracle noch 115 Milliarden Dollar langfristige Verbindlichkeiten. Zuletzt waren es 165 Milliarden, und für die heutige Meldung werden 166 Milliarden Dollar erwartet. Dieser immense Schuldenberg belastet. Der Markt erwartet daher verständlicherweise, dass aus erhofften Umsätzen im KI-Geschäft auch reales KI-Geschäft wird. Oracle darf also nicht enttäuschen. Und man wird aus den Zahlen auch erkennen können: Ist Oracle derzeit in der Lage die große Nachfrage nach mehr KI-Rechenzentrumskapazität zu befriedigen? Oder scheitert man beim raschen Kapazitätsausbau und enttäuscht seine Kunden? Und man wird sicherlich auch schauen, ob das schnell wachsende KI-Geschäft lediglich ein großer Umsatzklotz ist, der auf Schulden und hohen Zinslasten basiert. Oder kann das KI-Geschäft für Oracle eine satte Marge bringen? Die bereinigte operative Marge soll im Jahresvergleich leicht sinken von 44,24 % auf 43,45 %.
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Ich glaube wir müssen uns nicht darüber unterhalten…. das ein Buffet Indikator von über 230 Prozent …nicht mehr gesund ist…!
Natürlich wird die Wallstreet die Kurse trotzdem als „günstig“ verkaufen…das ist ihr Job !