Die Aktien der KI-Konzerne laufen heute wie geschnitten Brot. Nvidia +2,77 %, Oracle +6,1 %, Micron +5,7 %, Broadcom +2,49 %, AMD +5 %. Die Mega Big Techs wie Amazon, Meta oder Microsoft laufen aber nicht mit nach oben. Also ist es heute eine Teil-Rally im KI-Universum.
Oracle, Nvidia, Micron und Co: Santa Claus und Nachrichten
Einerseits gibt es ein paar „nette“ Nachrichten. Andererseits gibt es auch Meldungen über frische Kapitalströme in dieses Aktiensegment. Und schließlich sind wir nur noch drei Börsentage von Heiligabend entfernt. Die „gute alte“ Santa Claus-Rally könnte gerade einsetzen. Oracle zum Beispiel profitiert aktuell auch, weil TikTok zugestimmt hat, sein US-Geschäft an ein neues Joint Venture zu verkaufen, an dem Oracle und die Private-Equity-Firma Silver Lake beteiligt sind.
Bei Nvidia hilft aktuell, dass die US-Regierung laut Berichten prüft, ob dass das Unternehmen seine fortschrittlichen KI-Chips nach China verkaufen darf. Erstaunlich ist aktuell auch, dass Micron Technology nach guten Quartalszahlen von Mittwoch Abend und +10 % am Donnerstag heute weiter kräftig ansteigt. Offenkundig springen viele Anschlusskäufer auf den fahrenden Zug auf.
Rekordmengen an Optionen verfallen
Schauen wir auf die aktuelle Berichterstattung der amerikanischen Finanzmedien zum heutigen glänzenden Anstieg der KI-Aktien. Bloomberg berichtet (auszugsweise): In der letzten Phase einer für die Märkte turbulenten Woche sorgten große Technologiewerte für Kursanstiege, da sich die Händler auf das Auslaufen einer Rekordzahl von Optionen vorbereiteten, die plötzliche Kursschwankungen auslösen könnten.
Der Markt schwankte in den letzten Tagen stark aufgrund der erhöhten Volatilität bei Aktien aus dem KI-Bereich, während Investoren den Spielraum für weitere Zinssenkungen durch die Federal Reserve analysierten. Die Wall Street steht vor einem vierteljährlichen Ereignis, das als „Triple Witching” bekannt ist – dabei laufen Derivatekontrakte auf Aktien, Indexoptionen und Futures aus – was Händler dazu zwingt, ihre bestehenden Positionen zu verlängern oder neue zu eröffnen. Die Citigroup schätzt, dass offene Positionen im Wert von 7,1 Billionen US-Dollar auslaufen.
„Ist das für langfristige Anleger von Bedeutung? Absolut nicht”, sagte Kenny Polcari von SlateStone Wealth. „Rechnen Sie mit Lärm. Rechnen Sie mit Volumen. Verwechseln Sie beides nur nicht mit etwas Realem oder grundlegend Bedeutendem. Letztendlich sind diese Bewegungen rein mechanischer Natur.”
Laut Bank of America pumpen Anleger in fast rekordverdächtigem Tempo Geld in US-Aktien, da sie sich auf niedrigere Kreditkosten, Zollsenkungen und Steuersenkungen im Jahr 2026 einstellen. US-Aktien verzeichneten in der Woche zum 17. Dezember Zuflüsse von fast 78 Milliarden US-Dollar, teilte die Bank in einer Mitteilung unter Berufung auf Daten von EPFR Global mit. Das ist der größte wöchentliche Zufluss seit dem Rekordzufluss von 82,2 Milliarden US-Dollar vor einem Jahr. Der Technologiesektor trug zum ersten Mal seit drei Wochen zu den Zuflüssen bei.
„Es ist noch Zeit für eine Santa-Claus-Rallye, die historisch gesehen in den letzten Handelstagen des Jahres stattfindet“, sagte Guiliano von Resonate Wealth Partners. Auch wenn die Märkte seit etwa sechs Wochen unruhig sind, bleibt das Umfeld stark, und der Rückgang der Bewertungen bietet Chancen für Anleger, die nicht ausreichend in Aktien investiert sind, fügte er hinzu.
„Für Anleger ist es wichtig, keine Zeit damit zu verschwenden, den richtigen Zeitpunkt für die KI-Blase abzuwarten“, sagte Guiliano. „Wir erleben einen strukturellen Investitionsboom, aber dennoch raten wir Anlegern dringend, tatsächlich zu investieren und nicht zu spekulieren.“
Er empfiehlt Anlegern, sich auf Unternehmen zu konzentrieren, die beim Aufbau und der Umsetzung eine Vorreiterrolle einnehmen können und gleichzeitig über die finanzielle Stärke verfügen, sich neu auszurichten, Fehler zu machen und trotzdem das Wettrüsten zu gewinnen. Viele der großen Technologieunternehmen passen in dieses Mosaik, auch wenn ihre Bewertungen hoch sind, fügte er hinzu.
Händler, die den größten Teil des Dezembers damit verbracht haben, sich zu fragen, ob die typische „Santa Claus Rally“ zum Jahresende jemals einsetzen würde, könnten endlich das bekommen, worauf sie gewartet haben. Wenn man sich an der Geschichte orientiert, werden die Aktien weiter steigen: Seit 1928 ist der S&P 500 in den letzten zwei Dezemberwochen in 75 % der Fälle gestiegen, und zwar um durchschnittlich 1,3 %, wie Daten von Citadel Securities zeigen.
FMW/Bloomberg
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