Dass der dänische Windkraft-Gigant Orsted eine monströse Kapitalerhöhung über 9,4 Milliarden Dollar durchführt, wurde am 25. August bekannt gemacht. Die Firma braucht diese riesige Injektion von frischem Anlegergeld dringend. Dass Käufer von neu ausgegebenen Aktien stets zu einem Kursabschlag an neue Aktien kommen, ist bei Kapitalerhöhungen normal. Aber in diesem Fall: 67 % Rabatt!
Orsted: Die Desaster-Aktie
Man muss sich das mal vorstellen, siehe Kursverlauf der Aktie seit dem Jahr 2017. Man hätte im Hochpunkt des Windkraft-Hypes an der Börse zum Beispiel im Jahr 2021 bei über 1.000 dänischen Kronen die Aktie gekauft. Seitdem ging es permanent bergab, bis jetzt auf nur noch 194 Kronen. Und nun hört man: Die Käufer der im Rahmen der Kapitalerhöhung neu auszugebenden Aktien erhalten auf diesen tiefen Preis nochmal 67 % Rabatt. Wie mag man sich als Altaktionär da fühlen? Natürlich erhält man als Bestandsaktionär auch das Recht die neuen Aktien so günstig zu kaufen. Aber was, wenn man das nicht mitmacht, wenn man eben kein frisches Geld diesem Desaster hinterher werfen will? Oben drauf kommt noch die Tatsache: Diese neuen Aktien verwässern die Altaktien massiv. Sollte Orsted zukünftig Gewinne ausschütten, werden diese durch die deutlich größere Anzahl vorhandener Aktien geteilt, was den Gewinn pro Aktie stark reduziert.
Orsted verkauft neue Aktien mit 67 % Rabatt
Orsted plant den Verkauf neuer Aktien mit einem Abschlag von 67 %, da der Offshore-Windparkentwickler daran arbeitet, das Vertrauen der Anleger wiederherzustellen, nachdem eine Wette auf den US-Markt schief gegangen ist. Dazu berichtet Bloomberg News: Der Erfolg der Bezugsrechtsemission im Wert von 60 Milliarden dänischen Kronen (9,4 Milliarden Dollar) – der größten für ein europäisches Energieunternehmen seit über einem Jahrzehnt – ist für Orsted von entscheidender Bedeutung, um endlich einen Schlussstrich unter eine Krise zu ziehen, die mehrere Jahre gedauert hat. Es ist ein Test, ob die Investoren glauben, dass das Geschäft mit dem Bau von Offshore-Windparks eine Chance hat, wieder zu Wachstum und Rentabilität zurückzukehren, oder ob es an der Zeit ist, ihre Verluste zu begrenzen.
Die Aktien werden laut einem heute früh veröffentlichten Prospekt zu einem Preis von 66,6 Kronen ausgegeben, verglichen mit einem Schlusskurs von 200,3 Kronen am Freitag. Die Zeichnungsfrist für das Bezugsrechtsangebot beginnt am 19. September und endet am 2. Oktober, teilte Orsted mit. „Wir beschaffen Kapital, um den unmittelbaren Finanzierungsbedarf zu decken, damit wir Sunrise Wind vollständig behalten und die Risiken aus der regulatorischen Unsicherheit in den USA bewältigen können“, erklärte Rasmus Errboe, Chief Executive Officer von Orsted, in einer Stellungnahme.
Die Reaktion der Aktie in dieser Woche wird entscheidend dafür sein, wie viele Anleger das Angebot zeichnen werden. Die beiden größten Aktionäre des Unternehmens, der dänische Staat und Equinor ASA, haben bereits angekündigt, dass sie das Angebot unterstützen werden. Zusammen halten sie etwa 60 % des Unternehmens.
Die Aktien von Orsted brachen nach der Ankündigung der Bezugsrechtsemission im letzten Monat um ein Drittel ein. Weniger als zwei Wochen später ordnete die Trump-Regierung an, dass das Unternehmen den Bau eines fast fertiggestellten Windparks vor der Küste von Rhode Island einstellen muss. Diese Anordnung führte zu einer beispiellosen Unsicherheit für die beiden großen US-Projekte von Orsted, da der Großteil der eingeworbenen Mittel für den Bau des Sunrise-Windprojekts vor der Küste von New York vorgesehen war.
Eine Bezugsrechtsemission ist ein Verkauf an bestehende Investoren, damit diese Aktien im Verhältnis zu ihrem Bestand zu einem reduzierten Preis kaufen können. Die Ausübung der Bezugsrechte entschädigt die Investoren für die Verwässerung, die bei einer Kapitalerhöhung auftritt. Das Bezugsverhältnis der Emission beträgt 15:7, d. h. 7 Bezugsrechte berechtigen den Inhaber zum Bezug von 1 neuen Aktie. Das Ergebnis der Emission wird laut Angaben des Unternehmens am 6. Oktober veröffentlicht. Der Handel mit Bezugsrechten beginnt am 17. September und endet am 30. September.
FMW/Bloomberg
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Wo bleibt der Aufschrei, dass die Deindustrialiserung der Klima Idee an allem Schuld ist?
Großer Bär
Da gibt es keinen Aufschrei mehr.
In einigen Jahren ist die Klima-Hysterie kein Thema mehr.
Gut- vielleicht in Deutschland.
Aber dann hat sich alles sowieso gegen die Wand gefahren.
Dann gibt es Führungen für Touristen aus China und den USA, mit denen gezeigt werden soll, was aus einem Land geworden ist, was nicht nur funktionsfähige AKWs abgestellt hat, sondern sich auch mit Wind und Solar versorgen wollte.
Und sich auch noch „wohlwollend“ die Erdgasversorgung aus Russland hat wegsprengen lassen.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
@Helmut
Genau – in ein paar Jahren reden wir nur noch darüber, was wir hätten tun können*
Allein dieses Jahr entstanden Schäden durch extreme Wetterlagen in Höhe von 43 Milliarden Euro.
Hauptbetroffen: Spanien, Frankreich, Griechenland.
https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=5484206
Aber mit einer Vogel-Strauß-Politik lässt es sich ja prima leben.
Da du China erwähnst: Komisch, das Land hat dieses Jahr etwa 250 GW an Solar- und Windkraft installiert.
Und mickrige 21 GW an Kohle.Die AKWs in China steuern etwa 5 % zur Stromerzeugung** bei – also praktisch gar nichts.
China setzt voll auf Wind und Sonne.Die lernen übrigens von Deutschland
Moin, moin,
aus der Sicht eines Traders sicher ein idealer Short-Kandidat. Muss ja nicht immer nur über die Lufthansa laufen.
@ Helmut
Ja so ist es. Wir sind auf dem Irrweg und um das zu korrigieren laufen wir noch schneller in Richtung Irrweg.
Hallo @ Lernen von Deutschland
ich ignoriere nicht, dass eine Erderwärmung stattfindet und dadurch auch Unwetter zunehmen. Das hat es in der Erdgeschichte immer wieder gegeben.
Die Römer haben durch die damalige Erderwärmung in England Wein angepflanzt.
Nur- ich glaube nicht, das 96 % des CO2, der Planet verkraften kann, aber die
4 % CO2, für die der Mensch verantwortlich ist, ihn umbringen werden.
Noch lächerlicher finde ich es, dass Deutschland etwa 5 Billionen Euro investieren will, damit maximal 0,08 % des weltweiten CO2 einsparen kann, wofür Deutschland verantwortlich ist.
Das darüber die ganze Welt lacht, und die USA nun auch ausgestiegen sind, ist mehr als normal.
Aber nichts gegen „Erneuerbare“ denn dafür, um „Fossile“ einfach zu verbrennen, sind sie viel zu kostbar.
Nur- die Klima-Hysterie (aber auch noch andere Umstände) werden in Deutschland dazu führen , dass es gegen die Wand geht.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
@Helmut
Zitat: „ich glaube nicht, das 96 % des CO2, der Planet verkraften kann“. Naja, ein Argument aus persönlichem Unglauben. Ein typisches Argument eines Ideologen. Und leider lachen Wissenschaftler über so ein Unsinn.
Du solltest zum Glauben in die Kriche gehen.