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Pacific Gas and Electric: Gigantische Firmenpleite in den USA

Claudio Kummerfeld

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am

Pacific Gas and Electric (Firmenname abgekürzt PG&E) ist pleite. Die Firma ist der Stromversorger für Kalifornien. Das wäre ungefähr so, als würde in Deutschland mal eben RWE pleite gehen. Man gab heute Nacht bekannt, dass man in das Insolvenzverfahren nach Chapter 11 geht. Die Stromversorgung laufe natürlich weiter. Tragisch wird es für die Aktionäre, und vor allem für die Besitzer von Anleihen.

Letztere dürften wohl in die Röhre gucken. Bis vor Kurzem wurde Pacific Gas and Electric von großen Ratingagenturen noch als „Investment Grade“ eingestuft (gute Bonität). Wie eine Aufstellung der Bank of America zeigt, nehmen die Anleihen von PG&E nun den unrühmlichen dritten Platz ein in einer Statistik mit Startdatum 1999.

Dabei geht es um Anleihen mit hochwertigem Rating, die ausgefallen sind. Auf Platz 1 liegt (wie zu erwarten) Lehman Brothers mit 35 Milliarden Dollar. Auf Platz 2 liegt (fast schon vergessen) der große Worldcom-Skandal aus dem Jahr 2002, wo es immerhin um 23 Milliarden Dollar ging. PG&E wird wohl Platz 3 einnehmen mit 17,5 Milliarden Dollar. Betroffen sein werden wohl vor allem institutionelle Anleger aus den USA wie Pensionskassen, Fonds etc. Also zahlen letztlich die Kleinsparer und Renten-Ansparer die Zeche.

Verheerende Waldbrände in Kalifornien in den letzten beiden Jahren haben dem Unternehmen offenbar den Rest gegeben. Auf gut 30 Milliarden Dollar sollen sich Kosten hierfür belaufen. (hier die offizielle Mitteilung des Unternehmens zur Insolvenz). Wie man auch verkündet, hat man sich mit einem Bankenkonsortium über eine Notfinanzierung geeinigt, damit das laufende Geschäft aufrecht erhalten werden kann. 5,5 Milliarden Dollar sollen fließen unter anderem von J.P. Morgan, Bank of America, Barclays, Citi, BNP Paribas, Credit Suisse, Goldman Sachs, MUFG Union Bank und Wells Fargo.

Die Aktie von PG&E war seit November von 47 auf gestern Abend 12 Dollar abgestürzt. Heute früh im deutschen Handel fällt die Aktie auf 6,10 Euro. Wie gesagt, am meisten in die Röhre gucken werden wohl die Anleihenbesitzer.

Pacific Gas and Electric Aktie seit 2015
Der PG&E-Aktienkurs seit 2015.

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    leokatz1

    29. Januar 2019 13:01 at 13:01

    …die haben aber schon einmal nen Konkurs hingelegt. Rang 10 in der Liste.

  2. Avatar

    Goldenmonkey

    29. Januar 2019 14:10 at 14:10

    Die Firma meldet Insolvenz an und was macht der Kurs? Nachdem er 50% gefallen ist, erholt er sich vom Tiefpunkt und steigt auf ein Tageshoch – da fehlt mir jede Rationalität

    • Avatar

      Michael

      29. Januar 2019 20:40 at 20:40

      Rationalität und Börsen passen nicht wirklich zueinander. Siehe auch das Thema GBP und Brexit. Zu viel Gier, zu viel Angst und zu viel Koks für viel zu wenig Hirn. Und dazu die Algos, programmiert von eben diesen brillanten Gehirnen…

  3. Avatar

    Michael

    29. Januar 2019 21:21 at 21:21

    Passt zwar nicht ganz zum Thema „Gigantische Pleite“ (obwohl, wenn man es genau betrachtet?), aber auf alle Fälle zum Thema Rationalität: Unsere Freunde von der rechtsnationalen Schlaumeier-Front zerfleischen sich weiter, kaum dass ihnen der deutsche Wählerfalko (das Pendant zum Michel) eine gewisse Mindestverantwortung übertragen hat. Wieder einmal geht es um deren ehemalige Vorzeigestute (im neutralen Sinne wie Bulle oder Bär), Frau Ke Petri Heil:
    Vor dem Kölner Landgericht siegte Petry, wie am Wochenende bekannt wurde. Die AfD scheiterte dort mit dem Versuch, Petrys neuer Partei den Namensbestandteil „blau“ zu untersagen. „Blau“ sei kein Namensbestandteil der AfD, urteilte das Gericht – anders als bei den Grünen.
    Soweit ich mich erinnern kann, war das Attribut blau sein oder ganz schön blau vor einigen Jahren nicht unbedingt ein Thema, dass man in der Öffentlichkeit diskutieren wollte.

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die Alternativlosigkeit zu Aktien sei zurück, sowie die Angst bei der Rallye Gewinne zu verpassen.

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Tesla: Frank Thelen ist voll des Lobes über den „Battery Day“ -Video

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Aktien: Vermögensreport offenbart, Deutsche investieren mehr

Entdecken die Deutschen plötzich ihre Liebe zu Aktien? Die Enteignung der Geldsparer durch die Zinspolitik wirkt, die Bürger wenden sich stärker Aktien zu

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Entdecken die Deutschen plötzich ihre Liebe zu Aktien? Der aktuelle Allianz Global Wealth Report hat es dargelegt: Die Notenbankpolitik der Länder wird dazu führen, dass das Vermögen der Wohlhabenden global trotz Corona ansteigen wird – auf 198 Billionen Euro zu Jahresende – FMW berichtete darüber. Der Report zeigt aber auch, dass sich die deutschen Sparer mehr den Aktien als Anlagevehikel zuwenden.

Aktien: Corona und die Vermögensbildung

Die Volkswirte der Allianz werteten Daten aus 57 Nationen aus, zum Vermögen aus Bargeld und Bankeinlagen, angelegtem Geld in Versicherungen und Pensionskassen sowie Anlagen in Wertpapieren und Fonds. Trotz der Pandemie erhöhte sich dies im ersten Halbjahr des Jahres um 1,5 Prozent, der Frühjahrseinbruch von geschätzten 4,3 Prozent ist damit mehr als ausgeglichen. Über die Gründe braucht nicht großartig spekuliert zu werden: Staatliche Rettungsprogramme, die Geldpolitik der Notenbanken, eine erhöhte Sparneigung der Konsumenten und natürlich der Anstieg der Aktien. Noch ein kurzer Blick auf die Vermögensübersicht der Länder pro Bürger:

USA: 209.524 Euro
Schweiz: 195.388 Euro
Singapur: 116.657 Euro

18. Deutschland: 57.097 Euro

An dieser Übersicht wird wieder einmal das Problem einer statistischen Erfassung von Durchschnittswerten ersichtlich. Die vier reichsten Amerikaner besitzen ein Vermögen von über 500 Milliarden Dollar, verteilt auf die 331 Millionen Amerikaner würde dies bereits 1500 Dollar pro Bürger ergeben. Dabei gab es 2019 allein schon 607 Milliardäre in den Vereinigten Staaten. Man bräuchte aus so einer Statistik nur den reichsten Mexikaner, Carlos Slim, aus der Liste entfernen und schon hätte man veränderte Zahlen für das Land. Aber erstaunlich ist diese Vermögensverteilung auf der Welt dennoch. Im Jahr 2019 lagen von den 192 Billionen Euro Weltvermögen nicht weniger als 83,7 Billionen in den USA.

Die Entwicklung in Deutschland

Was bedeutet das für das Land der (Geld-)Sparer, mit deren 2,4 Billionen Euro auf nicht verzinslichen Konten? Die Allianz stellt fest, dass sich die Bankeinlagen um 3,5 Prozent und damit weniger als in anderen Ländern erhöht haben (Frankreich plus 6 Prozent, China plus 9 und die USA plus 10 Prozent).

Dennoch stieg das Vermögen der Haushalte um 1,3 Prozent im ersten Halbjahr und sollte nach der Schätzung der Allianz zum Jahresende 6,8 Billionen Euro erreichen. Da dies nicht am Geldmarkt zu verdienen war, deutet dies auf eine Verhaltensänderung im Sparverhalten hin.

Die langsame Hinwendung zu Aktien

Lange hatte man es eigentlich schon erwartet, dass die Enteignung der Geldsparer durch die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank wirkt und sich die Bürger stärker den Aktien zuwenden. Die Allianz stellt fest, dass die deutschen Sparer in den vergangenen drei Jahren 20 Prozent ihrer verfügbaren Ersparnisse direkt in Aktien angelegt haben. Auf Sechsjahressicht waren dies 5,8 Prozent und das Interessante daran ist, dass US-Bürger in dieser Zeit nur 0,7 Prozent in Aktien investiert haben. Das bevorzugte Investment waren börsengehandelte Indexfonds. Allerdings beziehen sich diese Werte auf die Zeit vor Corona und seither gibt es den großen Hype um die gebührenfreien Brokerdepots – Stichwort RobinHood. Diesen Trend gibt es auch in Deutschland mit der riesigen Zahl neu eröffneter Depots bei günstigen Direktanlagebanken.

Es verändert sich auch der so genannte Home Bias, also die Bevorzugung heimischer Titel. Deutsche Anleger investieren verstärkt in ausländische Aktien, die Quote stieg in den vergangenen sechs Jahren von 25 auf 38 Prozent. Aber noch ist Deutschland weit von der angelsächsischen Aktienpräferenz entfernt.

In den USA liegen 53 Prozent der Ersparnisse auf Wertpapierkonten, in Deutschland 25 Prozent.

Fazit

Auch wenn das Pflänzchen Anlage in Aktien in Deutschland langsam wächst, sind es laut Allianz vorwiegend die Haushalte mit einem höheren Einkommen, die sich an diese Assetklasse heranwagen. 30 Prozent unserer Haushalte besitzen kaum Geldvermögen. So zählt auch Deutschland zu den Ländern, in dem „die Vermögensverteilung relativ ungleich verteilt ist“, so Arne Holzhausen, Leiter Insurance und Wealth Markets bei der Allianz.

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