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Zweistelliger Einbruch Palantir-Aktie stürzt ab: Budgetkürzungen im Pentagon belasten

Palantir-Aktie stürzt ab: Budgetkürzungen im Pentagon belasten
Alex Karp, CEO von Palantir (Mitte), beim Treffen auf dem Capitol Hill in Washington. Foto: Bloomberg

Die Palantir-Aktie gehört zu den Highflyern des vergangenen und laufenden Jahres und hat sogar die Performance von Nvidia deutlich übertroffen. Seit Jahresbeginn konnte die Aktie erneut um 50 Prozent zulegen, bevor am Mittwochabend der Absturz folgte. Die Aktien von Palantir Technologies fielen vor Börsenschluss um 10% und sackten im nachbörslichen Handel weiter ab, nachdem berichtet wurde, dass US-Verteidigungsminister Pete Hegseth Beamte mit Plänen zur Kürzung der Militärausgaben beauftragt habe.

Palantir-Aktie fällt wegen Budgetkürzungen

Palantir, dessen Aktien in diesem Jahr um fast 50 % gestiegen sind, ist ein bedeutender US-Verteidigungszulieferer. Neben seinen Dienstleistungen im Bereich der Analyse großer Datenmengen verkauft das Unternehmen auch Technologien und Produkte der künstlichen Intelligenz an andere verbündete Regierungen und Privatunternehmen.

„Das Wachstum des US-Regierungssegments von Palantir – mehr als 40 % in den letzten zwei Quartalen – könnte daher viel stärker von möglichen Kürzungen im US-Verteidigungshaushalt abhängen“, schrieb Bloomberg Intelligence-Analyst Mandeep Singh in einer Notiz. Er fügte hinzu, dass die Verkäufe an die Regierung mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes des Unternehmens ausmachen.

Am Mittwoch berichtete die Washington Post, dass Hegseth hochrangige Militärs angewiesen habe, Pläne zu entwickeln, um das Verteidigungsbudget in den nächsten fünf Jahren um jeweils acht Prozent zu kürzen, wie aus einem Memo an hochrangige Beamte hervorgeht. Bloomberg hatte bereits vor der Veröffentlichung des Memos über die geplanten Kürzungen berichtet.

Palantir-Aktie bricht ein: Regierung plant Kürzung der Militärausgaben
Risiko von Kürzungen im Verteidigungsbereich belastet Palantir-Aktie | Die Aktie setzte ihre Talfahrt im nachbörslichen Handel fort.

Auswirkungen der Budgetkürzungen

Die Kürzungen könnten weitreichende Auswirkungen haben, insbesondere wenn sie Teile des Pentagons betreffen, die für alte Programme wie den F-35-Kampfjet von Lockheed Martin zahlen, der laut Trump-Beratern wie Elon Musk zu teuer ist und ersetzt werden sollte.

In einem Begleitschreiben zu den Kürzungen sagte Hegseth, dass Programme wie U-Boote, Drohnen, Munition und Raketenabwehr ausgenommen seien. Teure Waffensysteme wie die F-35 wurden jedoch nicht als ausgenommen erklärt, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass große Rüstungsunternehmen wie Lockheed und Boeing in Zukunft weniger Aufträge erhalten werden.

Diese Woche veröffentlichte der Vorstandsvorsitzende von Palantir, Alex Karp, ein neues Buch, in dem er zu mehr Patriotismus im Silicon Valley aufruft. Außerdem forderte er die Technologieunternehmen auf, sich um engere Beziehungen zu den USA zu bemühen.

Palantir: Abhängigkeit von Regierungsaufträgen

Die Arbeit des Unternehmens für die Regierung hat in den letzten Jahren zu steigenden Umsätzen beigetragen und den Aktienkurs in die Höhe getrieben. Nach einem Anstieg von 167 % im Jahr 2023 stieg die Aktie im vergangenen Jahr um 340 %.

Peter Thiel gründete Palantir, um eine Wiederholung der Anschläge vom 11. September zu verhindern. Zunächst nutzten vor allem US-Geheimdienste die Software des Unternehmens, später wurden die Anwendungen auf alle Zweige des Militärs und der verbündeten Verteidigungskräfte ausgeweitet.

Neben der militärischen Arbeit von Palantir nutzen Regierungsbehörden von der Steuerbehörde bis hin zu Zentren für Seuchenkontrolle und -prävention die Technologie, um Steuerbetrüger aufzuspüren und Gesundheitsressourcen besser zu organisieren.

Seit seinem Börsengang im Jahr 2020 hat sich Palantir zunehmend auf den Verkauf seiner KI-Software an kommerzielle Kunden konzentriert. Anfang dieses Monats erhöhte das Unternehmen seine Jahresumsatzprognose und verwies auf die „ungebremste“ Nachfrage von US-Geschäftskunden. Diese Kunden machen einen immer größeren Teil des Jahresumsatzes aus.

Die Aktien von Palantir fielen am Mittwoch im nachbörslichen Handel um bis zu 5,5 Prozent.

FMW/Bloomberg



Stefan Jäger

Über den RedakteurStefan Jäger

Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.

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