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Paralleluniversen US-Aktienmarkt und US-Rentenmarkt – wie lange können diese noch miteinander existieren?

An den Anleihe- und Aktienmärkten der USA hat sich in den letzten Wochen eine völlig divergente Sicht auf den Fortgang der US-Wirtschaft entwickelt..

In den beiden billionenschweren Hauptmärkten in den USA, Anleihe- und Aktienmarkt, hat sich in den letzten Wochen eine völlig divergente Sicht auf den Fortgang der US-Wirtschaft entwickelt.

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Ich kann mich spontan an ein solches Auseinanderdriften ehrlich gesagt, nicht erinnern. Der US Aktienmarkt (S&P 500) steht vor seinem besten Quartal seit 2012 mit plus 13,6 Prozent, gleichzeitig stürzen die Renditen am Rentenmarkt so richtig ab – die 10-jährige US-Staatsanleihe (10-yr T-Note) ist seit dem 1. Januar von fast 2,70 Prozent auf mittlerweile 2,40 % gefallen, ein Minus von über 10 Prozent (zudem eine Invertierung der Zinskurve).

Mit anderen Worten: Der Aktienmarkt spielt das Szenario Erholung und lebt nach der Devise: schwaches Wachstum und extrem niedrige Zinsen sind das beste Szenario überhaupt – der Rentenmarkt hingegen signalisiert nur eines: Wir stehen vor einer Rezession.

 

Die Schere muss sich schließen

Beide Szenarien zusammen können auf Dauer nicht existieren. Das heißt konkret, es muss sich in Kürze die Schere schließen, entweder durch einen starken Rückgang in den Aktienkursen oder eben in einem stärkeren Anstieg der Renditen am Anleihemarkt.

Wie geht es weiter?

Ja, was könnte die Schere schließen? In diesen Tagen beginnt die Blackout Period für die Unternehmen im Zeitraum der Quartalsberichte, was bedeutet, dass im nächsten Monat bestimmt 100 Milliarden Dollar an Zuflüssen fehlen werden. Demzufolge startet die US-Berichtssaison für das erste Quartal 2019 und da kommt es ganz besonders auf die Ausblicke der Unternehmen für die nächsten Quartale an.

Die US-Aktienmärkte haben bisher folgendes Szenario eingepreist: Eine kleine Gewinnrezession in Q1 mit minus 1,5%, danach eine Rückkehr in die Gewinnzone in Q2 mit plus 3% und ein Durchstarten der Konjunktur im 2. Halbjahr mit einem Plus von bis zu 10%. Sollten die US-Unternehmen in ihren Ausblicken einen weiteren verhaltenen Ausblick geben und Revisionen wegen des sich abschwächenden Welthandels vornehmen müssen – dann wäre „Feuer unter dem Dach“ und eine heftige Korrektur unausweichlich. Dieses Szenario lässt natürlich andere externe Ereignisse außen vor (Ergebnis Handelsstreit, abgeschwächt der Brexit, Entwicklung der globalen Wirtschaftsdaten ect…), über die man nur spekulieren kann.

Bis zu dem angesprochenen Zeitraum gilt der abgedroschene Spruch: Märkte können länger irrational sein, als man selbst liquide ist!

 

CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=243386



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2 Kommentare

  1. In den US Finanzmedien gilt zur Zeit: Invertierung ja, aber diesmal ist es anders…(this Time is different)

  2. Die Schere zwischen den Märkten ist und bleibt da, dies aber solange, bis die EZB auf die Idee kommt, dass man langsam etwas tun sollte.

    Der FED-Laden ist dabei außen vor, bzw. die sind ja schon zu weit „vorgesprescht“.
    Ist das so schwer zu verstehen ? Wieso ist die FED = gleich der Markt ?
    Und natürlich ist die Situation derzeit dessen geschuldet, dass die Amis „proaktiv“, agieren (müssen) , d.h. „Aktienmarkt-freundlich“, während man bei der EZB wohl das Gegenteil behaupten kann .

    Was wichtig wäre, der Anleihemarkt muss „runter“.
    Was wäre am Markt los gewesen, wenn die Notenbanken den Aktienmarkt manipuliert hätten ? Ja, da kaufen wir mal Adidas, Exxon usw mit einer unbegrenzten „Firepower“? Dies würde der Markt akzepitieren ? Also ehrlich…
    Wer´s glaubt ?

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