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Party in Europa – aber in China rumpelt es!

Während europäische Aktieninidzes haussieren und etwa der Dax ein neues Allzeithoch erreicht, ist die Stimmung in China alles anderes als euphorisch. Die Märkte im Reich der Mitte erlitten heute ihren größten Tagesverlust in 2017 - schon in der Vorwoche hatten die Festlands-Indizes so stark verloren wie noch in keiner Woche in 2017. Peking will offenkundig Luft aus der Blase im Finanzsystem lassen..

FMW-Redaktion

Während europäische Aktieninidzes haussieren und etwa der Dax ein neues Allzeithoch erreicht, ist die Stimmung in China alles anderes als euphorisch. Die Märkte im Reich der Mitte erlitten heute ihren größten Tagesverlust in 2017. Der Shanghai Composite verlor -1,6%, der Shenzhen Cmposite sogar -2,44% – schon in der Vorwoche hatten die Festlands-Indizes so stark verloren wie noch in keiner Woche in 2017.
Der Hang Seng in Hongkong dagegen hielt sich heute Nacht weitgehend stabil mit nur einem kleinen Verlust aufgrund des Ausgangs der Wahlen in Frankreich.

Auslöser des Abverkaufs an den festlandschinesischen Märkten ist die offenkundige Absicht Pekings, den Finanzsektor zu „enthebeln“. Und das könne ein böses Ende nehmen, denn Kreditblasen lassen sich nicht auf Anordnung beseitigen, sondern enden meist in einem Crash, wenn die Party gestoppt wird.

Dabei ist Chinas Kreditwachstum immens. Blickt man etwa historisch auf das Kreditwachstum in Ländern, in denen es nach einem extremen Kreditwachstum zu einem Crash kam, so zeigt sich:

1. in den USA stieg zwischen 2002 und 2007 die Kreditmenge um fast 60%

2. in Japan zwischen 1985 und 1990 um knapp über 90%

3. in Südkorea zwischen 1992 und 1997 um 100%

4. in Thailand zwischen 192 und 1997 um 105%

5. in Spanien zwischen 2002 und 2007 um 115%

6. in China zwischen 2008 und 2014 um 135% – und ist seitdem weiter explosionsartig gestiegen!

Kann man das enthebeln? Eher nicht. Daher könnte es ein folgenschwerer Fehler sein, den Peking derzeit begeht. So schrieb am Sonntag die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua, dass das derzeit gute ökonomische Umfeld die Chance gebe, die Hebelung im Finanzsystem zu reduzieren, die regulatorische Aufsicht zu verstärken und damit Risiken zu begrenzen. Zwar seien, so Xinhua weiter, zuletzt die Interbankenzinsen stärker angestiegen, auch hätten die Anleihemärkte deutliche Verluste erlitten, einige „Institutionen“ hätten offenkundig Liquiditätsprobleme. Aber all das habe keinen großen Einfluß auf die übergeordnete Lage der Wirtschaft im Reich der Mitte.

Am Freitag hatte die chinesische Bankenaufsicht mitgeteilt, dass die Zuwächse bei Vermögensverwaltungen und die Schulden im Internbankensektor im ersten Quartal sich deutlich verlagsamt hätten – das gilt als Signal, dass die Aufsicht genau das erreichen möchte. Hinzu kommen verstärkte Maßanhmen der Provinzregierungen, die auf Druck Pekings weitere Restriktionen für den Kauf von Immobilien erlassen haben, um die Preissteigerungen einzudämmen.

Angesichts der zuletzt guten ökonomischen Daten aus China (vor allem BIP +6,9%) scheint also Peking nun auf die Bremse treten zu wollen, indem vor allem Schattenbanken das Leben schwer gemacht wird und die Versicherungsbranche nur noch mit Begrenzungen an den Aktien- oder Anleihemärkten aktiv werden können. Der letzte Versuch der Führung Chinas endete in einem Desaster, als die Anhebung von Margins und ähnliche Beschränkungen zu einem Crash an den Aktienmärkten geführt hatten. Peking hatte die Schuld daraufhin auf westliche Investmentbanken geschoben, die mit ihren Verkaufsempfehlungen den Crash ausgelöst hätten..



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1 Kommentar

  1. Sollte es in Nordkorea zu einem neuerlichen Stellvertreterkrieg kommen, wird der nächste Crash durch China ausgelöst. So gesehen wäre es mehr als legitim, schon mal prophylaktisch die Bremse zu treten….unvermeidbar halt.

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