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Devisen

Pfund-Crash voll im Gange – wacht der Markt auf?

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Sollen wir „Kleingeistigen“ bei FMW nun mit schlecht verstecktem Eigenlob um uns hauen? Schon seit Wochen werfen wir immer wieder die Frage auf, warum der Devisenmarkt das britische Pfund oben hält, und nicht kräftig fallen lässt. Immer wieder betonen wir, dass auch wir natürlich keine Glaskugel haben, und auch wir wissen ja nicht, wo die Kurse hingehen. Handelsempfehlungen geben wir erst recht nicht!

Der Markt ist aufgewacht?

Aber aktuell scheint es so, dass der Markt „aufgewacht“ ist aus einer merkwürdigen wochenlangen „Boris Johnson-Euphorie“. Wir konnten das die ganze Zeit nicht verstehen. Aber jetzt überschlagen sich in britischen wie auch deutschen Medien die Artikel über die offensichtliche Aussichtslosigkeit der britische Politik unter Boris Johnson in Sachen Brexit. Erst gestern sprachen wir in einem Artikel davon, dass Boris Johnson in einem „Trichter der Hoffnungslosigkeit“ immer weiter nach unten durchrutscht. Denn wo soll seine neue Verhandlungsgrundlage mit der EU herkommen? Denn die hat nun gefühlt 537 Mal betont, dass sie nicht neu verhandeln wird. Boris Johnson will neu verhandeln, oder hart ohne Vertrag aus der EU austreten bis Oktober.

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Tja, die Handlungsoptionen sind äußerst überschaubar. Das scheint aktuell immer mehr Tradern klar zu werden. Dazu noch gepflückte Stops, und fertig ist eine Abwärts-Lawine im Pfund. Als wir gestern darüber berichteten, dass das Pfund gegen den US-Dollar ein neues Zweijahrestief erreicht, notierte das Pfund noch bei 1,2344. Bis heute früh ist GBPUSD weiter kräftig abgesackt auf bis zu 1,2118. Mal eben 226 Pips gefallen binnen 24 Stunden, das ist dramatisch! Aktuell liegt der Kurs ein klein weniger höher mit 1,2178, aber der Absturz ist heftig! Die Aussagen der neuen Regierung Johnson öffnen derzeit wohl immer mehr Marktteilnehmern die Augen!

Klar ist aktuell nur eine Sache: Geht es so weiter, wird London ein Paradies für ausländische Touristen, die sich schön günstig mit dem Pfund eindecken können! Die BBC spricht zum Beispiel aktuell davon, dass die neue Regierung ihre Haltung zum harten Brexit „abgehärtet“ habe. Die Möglichkeit eines harten Brexit sei nur sehr real. Mit dem fallenden Pfund werden beim stark importlastigen Großbritannien wieder die Preise anziehen, weil man für Importe in Dollar und Euro mehr bezahlen muss. Das drängt letztlich die Bank of England in Zukunft womöglich zu Zinsanhebungen, was ja derzeit überhaupt nicht gewünscht ist.

Auf einmal alle Short einstellt im Pfund?

Liest man sich aktuell Analystenkommentare zum Thema Pfund durch (zum Beispiel hier), dann waren sie ja alle schon seit geraumer Zeit total die Pfund-Bären. Haben wir all die pessimistischen Kommentare der letzten Wochen übersehen? Man könnte fast meinen, dass die Meute der „Experten“ schnell auf den Bären-Zug aufspringen möchte? Aber nein, sicher irren wir uns, und haben all die pessimistischen Kommentare der letzten Wochen nur übersehen…

Und ganz aktuell? Heute früh hört man von der schottischen Regierungschefin Nicola Sturgeon, dass sie glaube, dass Boris Johnson insgeheim einen Brexit ohne Austrittsabkommen anstrebe. Hinter all dem Getöse und Getue sei diese Regierung gefährlich, so Sturgeon nach einem Treffen mit Boris Johnson. Diese Regierung verfolge eine No Deal-Strategie, so ihre Aussage. Und ja, das könnte durchaus so sein! Der Öffentlichkeit vorgaukeln, dass man ja eigentlich einen Deal will. Und wenn es den harten Brexit gibt, schiebt man die Schuld eben auf Brüssel!?

In dieser aktuellen Gemengelage scheint für das britische Pfund der Weg nach unten noch weit, weit offen zu sein. Wie weit, wie schnell? Das wissen auch wir natürlich nicht. Das Pfund ist aber auf jeden Fall jetzt voll im Boris Johnson-Modus. Seine Aussagen bestimmen jetzt erstmal die Kurse. Gut, bei Pfund gegen Dollar kann natürlich morgen Abend die Fed dieses Währungspaar beeinflussen. Aber abgesehen davon hat Boris Johnson es in der Hand. Im folgenden Chart sieht man Pfund vs USD seit den letzten zehn Tagen.

Pfund vs USD die letzten 10 Tage

Im folgenden Chart sieht man Pfund vs USD seit 2010. Es rauscht derzeit zügig auf das Tief aus 2016 zu, wo die Brexit-Abstimmung stattfand.

Pfund vs USD seit 2010

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Werner

    30. Juli 2019 15:29 at 15:29

    Wieso eigentlich „insgeheim“? Dass Johnson einen harten Brexit ohne Wenn und Aber will, ist doch sonnenklar.
    Er zündet nur viele Nebelkerzen !!!

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Devisen

Euro vs US-Dollar: Schnelle Erholung – Chance für ein Long?

Agata Janik

Veröffentlicht

am

50 Euro Geldscheine

Der Euro zum US-Dollar hat in der gestrigen Handelssitzung erneut seine Dominanz bestätigt. Nach der kurzfristigen starken Gegenreaktion auf der Unterseite, die durch die fundamentalen Daten (Pressekonferenz der Fed) am Mittwochabend verursacht wurde, konnte sich der Euro gestern fast gänzlich erholen. Der US-Dollar wurde nur zeitweise gegen den Euro favorisiert. Sobald die fundamentalen Nachrichten aber verdaut wurden, verlor der Greenback wieder an Attraktivität. Dieses Beispiel bestätigt erneut, dass die Wirtschaftsdaten meistens nur kurzfristig einen Einfluss auf den Devisenmarkt haben. Händler, die gerne News handeln, sollten das wissen und bereit sein, immer schnell zu reagieren. Der Euro hat am Mittwochabend und in der Nacht zum Donnerstag kräftig verloren und notierte im Tief bei 1,1735. Das hat jedoch die Euro-Bullen nicht abschrecken können. Sie haben gestern den Euro vs USD wieder gekauft und der Kurs bewegte sich fast den ganzen Tag fast nur noch in die nördliche Richtung.

Schon am Donnerstagmorgen erreichte EUR/USD kurzfristig die 1,18 „big figure“. Auf dem Niveau von 1,1813 traf der Major auf einen Widerstand, der vorerst gehalten hat. Der Kurs erfuhr eine leichte Korrektur. Bei 1,1781 war diese aber schon zu Ende. Ab diesem Zeitpunkt haben die Bullen erneut angegriffen. Die 1,18 Marke stellte für den Euro zum USD keine Hürde mehr dar. Der Kurs hat diesen Widerstand ohne Schwierigkeiten überwunden. Darüber lagen viele Stop-Loss Orders, die natürlich gezogen wurden. Dadurch hat der Euro eine zusätzliche Dynamik entwickelt. Ab dann ging es für das Währungspaar langsam aber konstant nach oben. Auch während der amerikanischen Session konnte sich der Euro klar durchsetzen. Im Bereich von ca. 1,1830 traf der Kurs auf einen doppelten Widerstand. Die beiden Moving Averages (120er und 420er) begegneten sich.

Es war unklar, ob der Euro diese Hürde brechen wird. Es hat aber geklappt, was schon eine kleine Überraschung war. EUR/USD stieg dann in den Abendstunden noch ein wenig weiter und erreichte gestern im Tageshoch die Marke von 1,1854. Die Volatilität hat dann aber nachgelassen und der Kurs ist in eine Seitwärtsphase übergegangen. Die Kerzen wurden ganz klein. Die Händler haben sich zurückgezogen. Der gestrige Tag hat bestätigt, dass der übergeordnete Aufwärtstrend bei EUR/USD noch nicht zu Ende ist. Der Euro zum USD bleibt stark. Es wird sich vermutlich in den nächsten Stunden entscheiden, ob die Bullen vor dem Wochenschluss noch einmal die 1,19 Marke angreifen werden.

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Der Tagesausblick für den Euro vs US-Dollar

Aktuell, am Freitagmorgen, notiert der Euro zum USD bei ca. 1,1848. In der asiatischen Sitzung heute Nacht, gab es kaum Bewegung im Markt. Die meisten Händler halten sich noch zurück. Das wird sich aber bald ändern. Heute erwartet uns bei EUR/USD ein spannender Handelstag. Wenn es den Bullen gelingt, das letzte High von gestern bei 1,1854 zu nehmen, kann es für den Major richtig interessant werden. Die Break-Out Trader werden dann vermutlich auch ihre Chance auf der Oberseite suchen. Über 1,1855 liegen viele Stops. Das wissen die Long-Trader und werden versuchen, den Kurs dahin zu ziehen. Wenn es klappt, kann sich die Aufwärtsbewegung schnell beschleunigen. Der nächste wichtige Widerstand befindet sich bei 1,1881. Wenn diese Marke bricht, wird die 1,19 „big figure“ angesteuert werden. Es ist eher unwahrscheinlich, dass der Major diese Marke noch vor dem Wochenende erobern wird. Auf der Unterseite hat EUR/USD die erste wichtige Unterstützung bei 1,1831 und dann bei 1,1803. Der Daily Pivot Point beim Euro vs USD liegt heute bei 1,1812.

Der folgende Chart zeigt Verlauf von Euro gegen US-Dollar

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Rüdiger Born: Interessante Möglichkeiten bei Dow, Nasdaq und Euro

Redaktion

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Interessante Tradingmöglichkeiten könnten sich ergeben bei Dow Jones, Nasdaq und Euro gegen US-Dollar. Interessant dabei ist, dass die Ideen bei den US-Indizes nicht simultan laufen. Mehr dazu im folgenden Video. Wollen Sie meine täglichen Analysen im „Trade des Tages“ erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

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Türkische Lira fällt spürbar auf neues Rekordtief – die aktuelle Lage

Redaktion

Veröffentlicht

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Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt heute auf ein neues Rekordtief gegen den US-Dollar gefallen, nachdem sie erst Anfang der Woche weitere Schwäche zeigte aufgrund eines Downgrades einer Ratingagentur. Für einen US-Dollar musste man gestern noch 7,49 Lira bezahlen, heute sind es 7,55 Lira. Auch gegen den Euro erreicht die Lira aktuell ein neues Rekordtief bei einem EURTRY-Wechselkurs von 8,92 (gestern noch 8,89).

Dollar-Stärke drückt gegen türkische Lira

Der heutige weitere Fall für die türkische Lira begann um 7 Uhr früh. In Verbindung bringen kann man dies mit der Verkündung der US-Notenbank Federal Reserve von gestern Abend 20 Uhr. Die Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell zeigen, dass die US-Konjunktur besser laufen soll als bislang angenommen. Und die Fed hat keine Andeutungen für neue eigene Stützungsprogramme für die US-Konjunktur geliefert. Diese Infos gaben dem US-Dollar über Nacht Auftrieb. Und wo der US-Dollar ansteigt, da verliert in der Regel alles, was gegen den US-Dollar gehandelt wird.

Und für die türkische Lira bedeutete das seit heute früh einen weiteren Abwertungsschub, der sich auch heute Nachmittag fortsetzt mit einem USDTRY-Anstieg auf 7,56. Zwar hat der US-Dollar in Form des Dollar-Index (Währungskorb des Dollar gegen andere Hauptwährungen) heute wieder einen Teil seiner Gewinne abgegeben. Aber gegenüber der türkischen Lira legt er auch jetzt weiter zu. Dies kann man als Indiz ansehen, dass aus markttechnischer Sicht womöglich etwas passiert ist. Wurden zahlreiche Stop-Buy-Orders in USDTRY ausgelöst, welche den Dollar gegen die Lira aktuell weiter stärken? Gut möglich. Jedenfalls gab es tagelang eine Seitwärtsphase in dem Währungspaar knapp unter der Marke von 7,50. Von daher ist es gut denkbar, dass sich viele Trader Einstiegsmarken über 7,50 ausgesucht haben, die heute ausgelöst wurden, und nun für weiteren Abwertungsdruck für die türkische Lira sorgen.

Chart zeigt US-Dollar gegen Türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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