Devisen

Pfund-Crash voll im Gange – wacht der Markt auf?

Sollen wir „Kleingeistigen“ bei FMW nun mit schlecht verstecktem Eigenlob um uns hauen? Schon seit Wochen werfen wir immer wieder die Frage auf, warum der Devisenmarkt das britische Pfund oben hält, und nicht kräftig fallen lässt. Immer wieder betonen wir, dass auch wir natürlich keine Glaskugel haben, und auch wir wissen ja nicht, wo die Kurse hingehen. Handelsempfehlungen geben wir erst recht nicht!

Der Markt ist aufgewacht?

Aber aktuell scheint es so, dass der Markt „aufgewacht“ ist aus einer merkwürdigen wochenlangen „Boris Johnson-Euphorie“. Wir konnten das die ganze Zeit nicht verstehen. Aber jetzt überschlagen sich in britischen wie auch deutschen Medien die Artikel über die offensichtliche Aussichtslosigkeit der britische Politik unter Boris Johnson in Sachen Brexit. Erst gestern sprachen wir in einem Artikel davon, dass Boris Johnson in einem „Trichter der Hoffnungslosigkeit“ immer weiter nach unten durchrutscht. Denn wo soll seine neue Verhandlungsgrundlage mit der EU herkommen? Denn die hat nun gefühlt 537 Mal betont, dass sie nicht neu verhandeln wird. Boris Johnson will neu verhandeln, oder hart ohne Vertrag aus der EU austreten bis Oktober.

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Tja, die Handlungsoptionen sind äußerst überschaubar. Das scheint aktuell immer mehr Tradern klar zu werden. Dazu noch gepflückte Stops, und fertig ist eine Abwärts-Lawine im Pfund. Als wir gestern darüber berichteten, dass das Pfund gegen den US-Dollar ein neues Zweijahrestief erreicht, notierte das Pfund noch bei 1,2344. Bis heute früh ist GBPUSD weiter kräftig abgesackt auf bis zu 1,2118. Mal eben 226 Pips gefallen binnen 24 Stunden, das ist dramatisch! Aktuell liegt der Kurs ein klein weniger höher mit 1,2178, aber der Absturz ist heftig! Die Aussagen der neuen Regierung Johnson öffnen derzeit wohl immer mehr Marktteilnehmern die Augen!

Klar ist aktuell nur eine Sache: Geht es so weiter, wird London ein Paradies für ausländische Touristen, die sich schön günstig mit dem Pfund eindecken können! Die BBC spricht zum Beispiel aktuell davon, dass die neue Regierung ihre Haltung zum harten Brexit „abgehärtet“ habe. Die Möglichkeit eines harten Brexit sei nur sehr real. Mit dem fallenden Pfund werden beim stark importlastigen Großbritannien wieder die Preise anziehen, weil man für Importe in Dollar und Euro mehr bezahlen muss. Das drängt letztlich die Bank of England in Zukunft womöglich zu Zinsanhebungen, was ja derzeit überhaupt nicht gewünscht ist.

Auf einmal alle Short einstellt im Pfund?

Liest man sich aktuell Analystenkommentare zum Thema Pfund durch (zum Beispiel hier), dann waren sie ja alle schon seit geraumer Zeit total die Pfund-Bären. Haben wir all die pessimistischen Kommentare der letzten Wochen übersehen? Man könnte fast meinen, dass die Meute der „Experten“ schnell auf den Bären-Zug aufspringen möchte? Aber nein, sicher irren wir uns, und haben all die pessimistischen Kommentare der letzten Wochen nur übersehen…

Und ganz aktuell? Heute früh hört man von der schottischen Regierungschefin Nicola Sturgeon, dass sie glaube, dass Boris Johnson insgeheim einen Brexit ohne Austrittsabkommen anstrebe. Hinter all dem Getöse und Getue sei diese Regierung gefährlich, so Sturgeon nach einem Treffen mit Boris Johnson. Diese Regierung verfolge eine No Deal-Strategie, so ihre Aussage. Und ja, das könnte durchaus so sein! Der Öffentlichkeit vorgaukeln, dass man ja eigentlich einen Deal will. Und wenn es den harten Brexit gibt, schiebt man die Schuld eben auf Brüssel!?

In dieser aktuellen Gemengelage scheint für das britische Pfund der Weg nach unten noch weit, weit offen zu sein. Wie weit, wie schnell? Das wissen auch wir natürlich nicht. Das Pfund ist aber auf jeden Fall jetzt voll im Boris Johnson-Modus. Seine Aussagen bestimmen jetzt erstmal die Kurse. Gut, bei Pfund gegen Dollar kann natürlich morgen Abend die Fed dieses Währungspaar beeinflussen. Aber abgesehen davon hat Boris Johnson es in der Hand. Im folgenden Chart sieht man Pfund vs USD seit den letzten zehn Tagen.

Pfund vs USD die letzten 10 Tage

Im folgenden Chart sieht man Pfund vs USD seit 2010. Es rauscht derzeit zügig auf das Tief aus 2016 zu, wo die Brexit-Abstimmung stattfand.

Pfund vs USD seit 2010



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1 Kommentar

  1. Wieso eigentlich „insgeheim“? Dass Johnson einen harten Brexit ohne Wenn und Aber will, ist doch sonnenklar.
    Er zündet nur viele Nebelkerzen !!!

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