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Devisen

Pfund fällt – Boris Johnson will Parlament dicht machen

Claudio Kummerfeld

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am

Wer derzeit das britische Pfund handelt, braucht verdammt starke Nerven! Rauf, runter, hin und her. Im folgenden Chart sieht man Pfund vs US-Dollar seit dem 19. August. Seit Tagen war die Tendenz eher steigend. Besonders letzten Donnerstag hatte Angela Merkel mit optimistischen Aussagen das Pfund gepusht, weil man seitdem annimmt, dass es doch eine Lösung im Brexit-Streit um den irischen Backstop geben könnte. Aber heute, da geht es mal wieder bergab.

Pfund vs USD seit 19. August

Pfund vs USD fällt von 1,2280 auf glatt 1,2200. Grund dafür ist ein aktueller Bericht der BBC. Boris Johnson werde wohl die Queen darum bitten das Parlament in London dicht zu machen – vorübergehend. Noch sind die Parlamentarier in der Sommerpause. Offenbar will Johnson Pläne der Opposition abwürgen einen möglichen harten Brexit zu blockieren. Dies hat er verneint. Aber hey… was sollte sonst der Grund für eine vorübergende Blockade des Parlaments sein? Die Queen solle am 14. Oktober eine Thronrede halten, in der sie das Ziel der Regierung bekanntgebe. Die Sitzungen des Unterhauses sollen kurz nach der Rückkehr des Parlaments aus der Sommerpause am nächsten Dienstag vorerst unterbrochen werden, so die BBC.

Jetzt wird es extrem spannend. Unterstützt die Queen Johnson, könnte das Pfund noch weiter kräftig in den Keller rauschen. Lehnt sie ab, könnte das Pfund wieder steigen. Aber nichts Genaues weiß man vorher natürlich nie! Wird man schon heute etwas von der Queen dazu hören? Also, bitte kräftig festhalten im aktuellen Pfund-Handel. Hier können Sie den Original-Brief einsehen, den Johnson an die Parlamentarier verschickt hat.

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Michael

    28. August 2019 13:15 at 13:15

    Warum löst er nicht gleich im Namen der nationalen Sicherheit ganz demokratisch das ganze Parlament auf und jagt auch noch die 65% der Bevölkerung außer Landes, die inzwischen glauben, Großbritannien sei „auf einem falschen Weg“?
    https://www.spiegel.de/politik/ausland/brexit-umfrage-offenbart-spaltung-der-britischen-gesellschaft-a-1250333.html

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      Koch

      28. August 2019 14:52 at 14:52

      Einen Spiegelbericht vom Januar 2019!Eine Behauptung,65% seien…,kommt woher?Recherche scheint nicht gerade ihre Stärke zu sein.Vielleicht mal vorher den Grossbritannienexperten Marko kontaktieren.Da werden sie geholfen!

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        Michael

        28. August 2019 15:12 at 15:12

        @Koch, ja woher kommt wohl die Behauptung? Vielleicht aus dem Spiegel-Bericht, der sich wiederum auf „The Guardian“ bezieht, der wiederum über eine Erhebung des Marktforschungsunternehmens Edelman berichtet.
        https://www.theguardian.com/politics/2019/jan/28/meaner-and-angrier-brexit-exposes-growing-fractures-in-uk-society

        Steht doch alles im Bericht des Spiegel. Lesen scheint nicht gerade Ihre Stärke zu sein.
        Und für das Datum kann ich nichts, das scheint eben die jüngste Umfrage zu dem Thema zu sein. Oder haben Sie da neuere Umfragen parat?

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        Michael

        28. August 2019 15:26 at 15:26

        @Koch, das Edelman Trust Barometer wird übrigens jährlich erhoben, bis zur nächsten Ausgabe müssen Sie sich noch bis Januar 2020 gedulden. Hier die Links der zitierten Umfrage, ich gehe davon aus, Sie sind des Englischen mächtig?

        https://www.edelman.co.uk/research/2019-trust-barometer
        https://www.edelman.co.uk/sites/g/files/aatuss301/files/2019-04/Edelman-Trust-Barometer-UK-2019.pdf

        • Avatar

          Koch

          28. August 2019 16:10 at 16:10

          Ich bin nicht nur des Englischen mächtig,sondern des Französischen auch.Das stellt aber nicht das Problem dar.Faktisch geht es um die EU/EZB und ihre Gesetzlosigkeit.Europa ist die Lösung,schrieb die SPD auf ihre Wahlplakate,was prinzipiell richtig war und ist aber durch das Bestimmungsdebakel von der Leyens ad absurdum geführt wurde!Ich bewundere die laut Ihnen 35% der Briten,die sich dem EU(nicht europäischen)Wahnsinn widersetzen.Rule Britannia,zur Not auch nur die eigene Insel.Immer noch besser als der EU-Wahnsinn!Im Januar 2020 werde ich auf/in Kuba sein und mir den Bericht in der Granma zusammenlesen.Mit meinem Engl./frz.-Mix wird mir das schon gelingen.

  2. Avatar

    Ina

    2. September 2019 19:38 at 19:38

    Von Ina an Boris:

    Ich sprüh’s auf jede Häuserwand
    Ich such‘ den schönsten Mann im Land

    Du sprühst auf jeden roten Bus
    Verlog’nen falschen Brexit-Stuss

    Wenn du so bist wie dein Lachen,
    möchte ich dich wiedersehn,
    mit dir schwimmen nach Athen,
    Salvini lässt uns untergehn,
    sogar mit dir im Regen stehn

    Ich sprüh’s auf jede Wand
    Solche Männer braucht das Land

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Anleihen

Woher die aktuelle Euro-Stärke kommt – ein Analyst gibt Hinweise

Claudio Kummerfeld

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Das Euro-Symbol

Der Euro steigt seit genau zwei Tagen gegen den US-Dollar spürbar an von 1,1700 auf aktuell 1,1865. Dafür könnte es einen interessanten Grund geben. Man schaue auf den gestrigen Tag. Quasi unbemerkt von der breiten medialen Öffentlichkeit hat die EU ihre erste eigene Anleihetranche am freien Anleihemarkt platziert. Laut Berichten (siehe beispielsweise Bondguide) sei die Attraktivität dieses Angebots an EU-Anleihen schwer zu übersehen gewesen. Denn Moody’s habe die EU-Anleihen mit „Aaa“ bewertet. Und der Emissionspreis sei so festgesetzt worden, dass die Emission vom Markt gut aufgenommen wurde. Eine Nachfrage von 233 Milliarden Euro traf auf gerade mal 17 Milliarden Euro Angebot! Das zeigt, wie groß die Nachfrage der Institutionellen nach den Anleihen der EU war. Und wo soll da noch das Risiko sein, wenn Brüssel selbst die Anleihen ausgibt, und nicht ein Einzelstaat?

EU-Anleihen als Grund für aktuell steigenden Euro?

Eben dieser Drang in ein neues Anleihevehikel, nämlich eine zentrale Emission von EU-Anleihen, könnte bei den großen global agierenden Investoren (Fonds, Versicherungen, Pensionskassen etc) einen verstärkten Drang in den Euro verursachen. Der Deutsche Bank-Analyst George Saravelos hat ganz aktuell einige sehr interessante Aussagen zum Euro veröffentlicht mit der Headline „Someone likes Europe“, also übersetzt „Irgendwer mag Europa“. Über das große Auftragsbuch im Vorfeld der Emission sei ausführlich berichtet worden, aber weniger über die große Nachfrage seitens der Notenbanken, so seine Aussage. Nahezu 40 Prozent der gestrigen zehnjährigen Emission der EU wurden laut George Saravelos von den Notenbanken aufgenommen, was fast doppelt so viel sei wie die durchschnittliche Inanspruchnahme bei früheren europäischen Emissionen.

Warum das wichtig sei? Erstens seien Notenbanken in der Regel nicht abgesicherte Investoren, so dass eine starke Nachfrage von dieser Seite nach den neuen EU-Anleihen eine direkte Nachfrage für den Euro gegenüber dem US-Dollar bedeute, so George Saravelos. Zweitens sei die hohe Nachfrage von Notenbanken für diese neuen EU-Anleihen ein Vertrauensvotum für den Euro als Reservewährung, insbesondere in einer Zeit, in der die dominierende Rolle des Dollars in Frage gestellt werde.

Aber George Saravelos sagt auch, dass dieses aktuelle Ereignis nicht als alleiniger Grund für die aktuelle Euro-Stärke gesehen werden soll. Es solle auch in den Kontext größerer struktureller Verschiebungen gestellt werden. Es gehe um einen extrem starken negativen Policy-Mix für den US-Dollar. Die großes US-Haushaltsdefizite, eine sehr lockere Geldpolitik der Fed und sich verschlechternde Außenhandelskonten der USA. Schon vor den Wahlen in den USA verschlechtern sich diese Trends, so George Saravelos. Schauen wir an dieser Stelle mal auf den Chart. Er zeigt Euro gegen US-Dollar im Verlauf der letzten 30 Tage. Ist das neue „Aufnahmevehikel“ der EU (meine Wortkreation) für internationale Investorengelder aktuell ein zusätzlicher Impuls, der den Euro-Anstieg befeuert? Gut möglich.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro gegen US-Dollar

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Devisen

Aktuell: Pfund sieht kein Brexit-Problem, US-Dollar und Goldpreis in Bewegung

Claudio Kummerfeld

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Die aktuelle Lage bei Goldpreis, US-Dollar sowie im britischen Pfund sind Thema in diesem Artikel. Der Devisenmarkt reagiert tief entspannt auf die Ereignisse rund um den Brexit. Die Verhandlungen zwischen EU und UK sollen diese Woche weitergehen, aber die letzte Brexit-Deadline zur Klärung von Problem rückt unaufhaltsam näher. Und dann hört man heute, dass die britische Regierung an 200.000 Unternehmen Briefe verschickt, wonach diese Vorbereitungen für einen harten Brexit treffen sollten. Und zack, das britische Pfund rauscht ab in den Keller?

Nein, das Pfund steigt sogar leicht! Gibt es nicht? Doch, heute geschieht es genau so. Am Freitag hatten wir noch vor der großen Ungewissheit und dem Risiko gewarnt, übers Wochenende im Pfund engagiert zu sein. Die Trader sagen mit dem Kursverlauf heute: Leute, ganz entspannt, es wird noch einen Deal geben. Was für ein Optimismus! Pfund gegen US-Dollar hat seit Freitag Abend gut 80 Pips zugelegt auf aktuell 1,3018. Euro gegen Pfund hat verloren von 0,9066 auf aktuell 0,9048.

US-Dollar und Goldpreis spielen ihr Spiel

Der US-Dollar verliert schon seit heute früh. Die steigende Hoffnung auf eine Einigung für einen neuen Billionen-Stimulus in den USA schürt natürlich Hoffnung für eine bessere globale Konjunktur. Damit ist der „große sichere Hafen“ namens US-Dollar als Fluchtwährung weniger gefragt. So verliert der Dollar-Index (Währungskorb) seit heute früh von 93,75 auf aktuell 93,23 Indexpunkte.

Tja, und der Goldpreis? Die ständigen seit Tagen anhaltenden Versuche, deutlich über 1.900 Dollar zu laufen, scheiterten immer wieder. Erst heute Vormittag berichteten wir. Ein schwacher US-Dollar bedeutet in der Regel einen stärkeren Goldpreis. Und so kletterte er heute auch von 1.900 auf 1.918 Dollar in der Spitze um 14 Uhr. Aber bis jetzt kommt der Goldpreis wieder zurück auf 1.909 Dollar. Mal wieder scheint der Anlauf nach oben zu scheitern. Im Chart sehen wir seit Freitag früh den US-Dollar-Index in blau gegen den Goldpreis in rot-grün.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf gegen US-Dollar

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Devisen

Große Pfund-Wette übers Wochenende, US-Dollar und der Goldpreis

Claudio Kummerfeld

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Symbole für Pfund Euro, Yen und US-Dollar

Über das bevorstehende Wochenende hinweg wird womöglich eine große Pfund-Wette laufen. Die läuft folgendermaßen. Entweder das Pfund wird nächste Woche weiter deutlich fallen, oder es passiert gar nichts. Denn heute Mittag hat der britische Premier Boris Johnson mit einem harten Brexit gedroht. Die EU bewege sich nicht und habe nie ernsthaft verhandelt, so Johnson (hier mehr dazu). Daraufhin war das britische Pfund gegen den US-Dollar und gegen den Euro seit 12:50 Uhr gefallen.

Und die EU-Kommission hat geantwortet. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen twitterte, dass man weiterhin an einem Deal arbeite, aber nicht zu jeden Preis (sie will wohl nicht als erpressbar in der Öffentlichkeit da stehen). Wie bereits geplant, werde das Verhandlerteam der EU nächste Woche nach London aufbrechen, so ihr kurzer Text. Also: Entweder die Drohung von Boris Johnson sollte lediglich seine eigene Verhandlungsposition verbessern (auf dicke Hose machen), oder es kommt nächste Woche zu einer Konfrontation, die sich nicht mehr lösen lässt. Das wäre wahrscheinlich für das britische Pfund ein ziemlich schlechtes Signal. Den ersten Vorgeschmack gab es vorhin. Euro gegen Pfund steigt von 0,9047 auf 0,9090. Pfund gegen US-Dollar fällt von 1,2957 auf 1,2920. Das waren noch keine Riesen-Bewegungen, aber der Devisenmarkt hat negativ auf die Johnson-Aussagen reagiert. Wer jetzt noch vorm Wochenende eine Pfund-Position öffnet, geht ein großes Risiko ein. Denn man weiß nicht, wie sich die politische Lage übers Wochenende entwickelt.

US-Dollar

Der US-Dollar stand vorhin unter der Fuchtel von US-Konjunkturdaten. Um 14:30 Uhr wurden die Einzelhandelsumsätze deutlich besser gemeldet als erwartet. Dann um 15:15 Uhr folgten Daten zur US-Industrieproduktion, die schlechter gemeldet wurden als erwartet. Und vorhin um 16 Uhr dann der dritte Akt heute Nachmittag. Daten der Universität von Michigan zeigen ein etwas besser als erwartetes Vertrauen der US-Verbraucher. Der US-Dollar in Form des Dollar-Index (Währungskorb) hat sich durch diese drei Daten bis jetzt nur minimal geändert mit einem Anstieg von 93,56 auf 93,63 Indexpunkten.

Goldpreis

Der Goldpreis hat seit 14 Uhr von 1.913 auf jetzt 1.905 Dollar verloren. Wir erinnern an unsere Berichterstattungen der letzten Tage. Immer wieder gab es Anläufe im Goldpreis über die Marke von 1.900 Dollar, sogar deutlich stärker als heute – und immer wieder fiel der Goldpreis unter diese runde Marke. Gold ist seit Tagen nicht stabil und zeigt keinen nachhaltigen Aufwärtsmove. Hauptsächlich schuld ist der US-Dollar, der sich seit Montag im Aufwärtstrend befindet, und Gold auf dem Weg nach oben blockiert. Im Chart sehen wir seit Wochenanfang den Goldpreis in rot-grün gegen den Dollar-Index in blau.

Chart zeigt Goldpreis gegen US-Dollar im Kursverlauf

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