Devisen

Pfund ohne Brexit-Story deutlich gefallen – hier der Grund

Die Amerikaner sind im Zinssenkungsmodus. Die Europäer (zumindest die Eurozone) werden vermutlich in absehbarer Zeit die Käufe von Staatsanleihen neu auflegen. Auch bei anderen Notenbanken weltweit gibt es ähnliche Signale. All diese Länder schwächen somit ihre Währungen. Und jetzt ziehen die Briten offenbar nach. Seit gestern ist das britische Pfund gegen den US-Dollar von 1,2640 auf heute bis zu 1,2560 gefallen.

Gesponserter Inhalt
Handeln Sie die größten und beliebtesten Indizes der Welt sowie eine riesige Auswahl an Devisenpaaren, und diversifizieren Sie Ihr Portfolio. Schließen Sie sich Tausenden von Händlern auf der ganzen Welt an, die bei Pepperstone Forex und CFDs handeln. Erleben Sie die extrem geringen Spreads von zum Beispiel 1 Punkt bei GER30 und NAS100. Testen Sie die Demo oder starten Sie den Live-Handel, in dem Sie an dieser Stelle klicken. Benutzen Sie unser Angebot, das unter anderem folgende Vorteile beinhaltet: Keine Provisionen, kein Dealing Desk, blitzschnelle Ausführungsgeschwindigkeiten ohne Anforderungen oder Teilfüllungen, Scalping erlaubt uvm.

Carney bringt Pfund weiter zum Schwächeln

Dafür ist der Chef der Bank of England Mark Carney verantwortlich. In einer Rede (hier der komplette Text) sagte er nämlich (vereinfacht zusammengefasst), dass der geldpolitische Kurs straffer sei als geplant, da die Markterwartungen an die Zinssätze der Bank of England nicht mehr mit den Leitlinien der Bank of England übereinstimmten, wo ihrer Meinung nach die Zinserwartungen tatsächlich liegen sollten. Die Abwärtsrisiken für die Wirtschaft hätten in letzter Zeit aufgrund der globalen Handelsspannungen zugenommen.

Diese Worte hat der Devisenmarkt so interpretiert, dass auch die Bank of England wohl in absehbarer Zeit anderen Notenbanken folgen wird mit sinkenden Zinsen. Heute wird eine 57% Chance eingepreist, dass die Bank of England im Dezember den Leitzins um 0,25% senken wird. Diese Wahrscheinlichkeit lag gestern noch bei um die 40%.

Im Chart sieht man das Pfund gegen den US-Dollar seit dem 21. Juni. Der Pfeil zeigt den Absturz durch die Carney-Rede. Man sieht: Auch vorher war die Tendenz schon negativ. Der Brexit mit Boris Johnson als voraussichtlich neuem Premier hängt wie ein Damoklesschwert über den Pfund, und das Schwert droht bald herunterzufallen. Noch bis Ende Juli bestimmen die 160.000 Tory-Mitglieder per Briefwahl, wer Premier wird. Aber Johnson scheint mit hoher Wahrscheinlichkeit wirklich gewählt zu werden.

Pfund vs USD kurzfristig

Charttechnischer Unterstützungsbereich

Im folgenden Chart seit Herbst 2018 sieht man, dass das britische Pfund (Währungspaare GBPUSD)wieder an sein wichtiges Unterstützungsniveau herangerückt ist. Wo genau man die Linien zieht, ist Ansichtssache. Aber die Zone von 1,26-1,2480 ist grob gesagt ein großer Unterstützungsbereich. Dort befindet sich das Pfund nun wieder. Ausbruchversuche nach oben in den letzten Wochen lagen vor allem am schwachen Dollar, dank Zinssenkungwahrscheinlichkeiten in den USA. Fällt der Kurs unter die 1,2480, könnte es echt düster werden für die Pfund-Bullen!

Pfund vs USD seit Herbst 2018

Bank of England - Carney lässt Pfund schwächeln
Die Zentrale der Bank of England in London. Foto: Diliff / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage