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Pfund haussiert kräftig – die große Wette auf die große Brexit-Klarheit

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Britisches Pfund Symbolbild

Das britische Pfund steigt seit Tagen, aber so richtig kräftig! Was ist da los? Lange Zeit war es ganz einfach. Hatte der Brexit-Hardliner Boris Johnson Oberwasser, ging das Pfund in den Keller. Hatten die Brexit-Gegner und EU-Freunde Oberwasser, stieg das Pfund. Denn der Markt will möglichst einen soften Brexit mit einem schönen Vertrag, oder am Liebsten gar keinen Brexit. Doch in den letzten Wochen und Monaten wandelte sich das Bild immer mehr. Boris Johnson wurde von den Parlamentariern in London regelrecht in eine Lage gedrängt, dass er einen Brexit-Deal mit der EU basteln musste. Und so ist Boris Johnson jetzt auch FÜR einen Brexit-Deal.

Pfund glaubt an Klarheit in Sachen Brexit

Jetzt geht es nur noch um eine Sache für den Devisenmarkt. Man hat die Schnauze voll nach drei Jahren Chaos pur. Man will endlich Klarheit, Planungssicherheit. In genau einer Woche, am nächsten Donnerstag den 12. Dezember, wird in Großbritannien das Parlament neu gewählt. Die Wahllokale schließen erst um 23 Uhr deutscher Zeit, also wird der Markt erst nächste Woche Freitag früh reagieren können. Immer klarer wird nach dem quasi Verzicht der Brexit-Partei zugunsten von Johnson, dass seine Konservativen ganz klar die Wahl gewinnen werden. Nach aktuellsten Umfragen werden die Tories auf 43% kommen, und Labour auf 32%. Es wird also immer wahrscheinlicher, dass Boris Johnson nach dem 12. Dezember seinen Deal zügig mit der EU durchziehen kann.

Diese steigende Wahrscheinlichkeit einer nahenden Planungssicherheit für Großbritannien in seiner Beziehung zur EU stimmt das britische Pfund immer optimistischer. By the way… wer als „Freigeist“ gegen die derzeitige wunderbare Stimmung setzt und auf ein fallendes Pfund wettet, könnte bei Gelingen richtig fett absahnen, über CFDs, Optionen etc. Aber wir wollen hier niemanden animieren! Alleine seit letztem Freitag ist das Pfund gegen den US-Dollar um 230 Pips auf 1,3130 gestiegen! Wer hoch steigt, kann auch tief fallen? Noch im September lag der Kurs von GBPUSD sogar kurzzeitig bei 1,20. Was für ein Anstieg. Im folgenden Chart sieht man Pfund vs USD seit Januar.

Das Pfund notiert jetzt gegen den US-Dollar auf dem höchsten Stand seit Mai. Gegen den Euro notiert es aktuell sogar auf dem höchsten Stand seit Mai 2017! EURGBP notierte diesen August noch bei über 0,93, jetzt notiert der Kurs bei 0,8446. Derzeit ist es eine regelrechte Euphorie im Pfund. Die Erwartung ist also sehr hoch. Geht mal wieder irgendwas schief, kann schnell ein deutlicher Rücksetzer kommen, und Shorties könnten gut profitieren. Aber wie gesagt, momentan herrscht Euphorie, und negative Nachrichten zum Brexit gibt es nicht. Abwarten. Nächsten Freitag früh wissen wir zumindest erst einmal, wie die Briten abgestimmt haben.

Pfund vs US-Dollar seit Jahresanfang

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  1. Avatar

    Michael

    5. Dezember 2019 16:59 at 16:59

    Und wer garantiert, dass sich Boris mit einer komfortablen Mehrheit im Parlament noch an das seltsame Konstrukt halten wird, das er noch nicht einmal unterschreiben wollte? Da sollte man doch besser erst einmal abwarten und Tee trinken.

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Pfund fällt deutlich – aktuelle UK-Daten vermiesen die Laune

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Das britische Pfund konnte im Verlauf diese Woche eigentlich gut zulegen von 1,2970 gegen den US-Dollar am Montag bis auf 1,3118 im Hoch heute früh. Und dann? Heute früh um 10:30 Uhr deutscher Zeit wurden in Großbritannien die Einzelhandelsumsätze für Dezember vermeldet. Und die waren überhaupt nicht gut. Im Monatsvergleich zu November ist es ein Minus von 0,6% bei Erwartungen von +0,5%, und einem vorigen Wert von -0,8%. Also den zweiten Monat eine rückläufige Zahl! Im Jahresvergleich sind die Einzelhandelsumsätze in Großbritannien um 0,9% gestiegen. Die Erwartungen lagen bei +2,6%, und die vorherige Zahl lag bei +0,8%.

Der Devisenmarkt scheint davon überrascht zu sein, denn das Pfund ist seitdem von 1,3108 ganz schnell auf 1,3040 gefallen (erster Chart zeigt GBPUSD seit Anfang der Woche). Damit ist der Aufwärtsdrang im Pfund erstmal unterbrochen. Kommentatoren auf der Insel sprechen aktuell sogar von einem echten Schock, den diese Zahlen mit sich bringen! In den Monatsveränderungen bei den Einzelhandelsumsätzen gab es jetzt fünf Monate nacheinander keinen Anstieg, was es seit Beginn der Aufzeichnungen in den 70er nicht gegeben habe. Man denke daran: Am 30. Januar tagt die Bank of England bezüglich des Leitzinses. Werden die PMI-Daten (Einkaufsmanagerindex) für Großbritannien am 24. Januar auch schlecht ausfallen, so steigt die Wahrscheinlichkeit für einen sinkenden Leitzins in UK am 30. Januar weiter deutlich an.

Britisches Pfund vs US-Dollar seit Montag

Also, gibt es bald sinkende Zinsen auf der Insel? Der folgende Chart zeigt das Pfund vs USD in den letzten 12 Monaten. Sieht man, wie das Pfund seit Sommer 2019 von 1,20 auf jetzt 1,30 gestiegen ist, sollte oder könnte bei sinkenden Zinsen Abwärtspotenzial für das Pfund vorhanden sein? Natürlich geht es jetzt auch darum, ob und wie stark dieses Szenario schon vor dem 30. Januar in den Wechselkurs eingepreist wird. Entscheiden Sie selbst, wir werfen nur die Frage einer Pfund-Abwertung in den Raum.

Pfund vs USD in den letzten 12 Monaten

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Schweizer Franken-Aufwertung! Druck aus der Schweiz + Hypothese

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Symbolbild für Schweizer Franken

Der Schweizer Franken konnte in den letzten vier Tagen deutlich aufwerten. Am Dienstag berichteten wir über den größten Aufwärtsschub. Als Hauptgrund für die Aufwertung darf man annehmen, dass die USA die Schweiz auf ihre Beobachtungsliste für eine mögliche Währungsmanipulation gesetzt hatten. Manipuliert die Schweiz also den Franken? Dies wurde zurückgewiesen.

Hypothese zur Aufwertung im Schweizer Franken

Die Story läuft so. Die Amerikaner üben mit der Aufnahme auf diese Liste unterschwellig Druck aus auf die Länder, die dort gelistet sind. Hat die Schweiz Angst vor irgendwelchen Repressalien durch die USA, könnte die Schweizerische Nationalbank (SNB) sich genötigt fühlen ihre Interventionen im Fränkli auszusetzen. Denn seit Jahren druckt die SNB in extrem großem Umfang Schweizer Franken, und verkauft sie gegen Dollar und Euro, um damit den Franken zu schwächen. Man will nämlich nicht, dass Schweizer Produkte und die Schweiz als Urlaubsland für Ausländer zu teuer werden. Hat die SNB nun aus Angst vor den Amerikanern ihre Interventionen am Devisenmarkt gestoppt? Oder hat der Devisenmarkt diese Woche die Veröffentlichung des US-Finanzministeriums lediglich als Anlass genommen den Franken hochzupushen, in der Annahme, dass die SNB ihre Interventionen erstmal einstellen könnte? Auch könnte man theoretisch noch einen Schritt weiter gehen und hypothetisch annehmen, dass die SNB sogar aktiv Franken kauft? Man weiß es nicht, denn die SNB veröffentlicht nie offizielle Daten zu ihren Transaktionen.

Druck aus der Schweiz

Auch mit dem Negativzins von -0,75% versucht die SNB seit geraumer Zeit den Schweizer Franken am Aufwerten zu hindern. In den letzten zwei Jahren ohne großen Erfolg, wo der Franken nur am Aufwerten war. Aber mehr und mehr rumort es in der Schweizer Bankenbranche, wo man vor dem selben Problem steht wie bei den Banken in der Eurozone. Abgeschaffte Zinsen und dazu sogar noch Negativzinsen, die zusätzlich belasten. Die Zinsmargen sind futsch, damit somit auch gute Teile der Einnahmen der Banken. Und die Kunden sind sauer, dass die Banken ihnen als Ersatz für die Zinsmarge immer höhere Gebühren belasten. Aktuelle Berichte aus der Schweiz zeigen, dass die Schweizer Bankiers auch öffentlich immer aktiver gegen die Negativzinspolitik der SNB argumentieren. Pensionskassen und Versicherungen könnten ihre Anlagerenditen kaum noch erwirtschaften. Der Immobilienmarkt drohe zu kollabieren usw.

Dieser Druck ist natürlich kein zwingendes Argument für die SNB ihre Negativzinsen nun anzuheben. Aber unterschwellig könnte der Devisenmarkt annehmen, dass die Tendenz mittelfristig eher zu steigenden Zinsen in der Schweiz geht, also rauf auf vielleicht nur noch -0,50% oder -0,25%? Nichts genaues weiß man nicht. Es geht viel um eine Gefühlslage, dass die SNB genötigt zu sein scheint ihre Zinspolitik zu überdenken, wie auch ihre Interventionspolitik am Devisenmarkt. Dies gepaart mit globalen Unsicherheiten und dem globalen Nullzinsumfeld sorgt dafür, dass eine weitere Aufwertung im Schweizer Franken denkbar ist. Wissen tun auch wir es natürlich nicht. Aber argumentativ scheint einer weiteren Aufwertung wenig im Weg zu stehen. Lesen Sie beim Klick an dieser Stelle auch gerne einen interessanten Artikel in der NZZ, welche Argumente für einen stärkeren Franken sprechen.

Aktuell weiter aufwertend

Aktuell befindet sich der Schweizer Franken gegen den Euro auf dem höchsten Niveau seit April 2017. EURCHF stand Dienstag noch bei 1,0820, und notiert aktuell bei 1,0741. Auch ganz aktuell wirkt die Tendenz eher weiter aufwertend für den Franken (wir haben aber keine Glaskugel). Dass die SNB kurzfristig ihre Zinspolitik ändert, ist kaum zu erwarten. Auch wird sie wohl kaum öffentlich konkret zu ihren Interventionen Stellung nehmen. Es geht bei der derzeitigen Franken-Aufwertung wohl eher darum, alles drum herum (Druck durch Schweizer Banken und die USA etc) zu interpretieren, und zu schauen was das für den Franken bedeuten könnte. Harte Fakten gibt es also nicht. Kommt eine Verschärfung im Handelskrieg hinzu oder sonst eine neue geopolitische Unsicherheit, könnte das den Run des Kapitalmarkts hin zum Franken noch verschärfen.

Euro vs Schweizer Franken seit 2015
Euro vs Schweizer Franken seit 2015.

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Schweiz auf US-Manipulations-Watchlist – darum verkommen die USA zur Lachnummer

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Flagge der Schweiz vor Bergpanorama

Am Dienstag setzten die USA die Schweiz auf die Watchlist für Staaten, die aus Sicht der USA ihre eigene Währung manipulieren, um im internationalen Handel Vorteile zu erlangen. Im gleichen Schritt wurde China von der Liste gestrichen, womit sich die USA abermals zur Lachnummer machen. Denn damit bewiesen sie zum wiederholten Male, dass solche Aktionen nur durchgeführt werden, um selbst Vorteile in zum Beispiel Handelsgesprächen zu erlangen.

China wird als Währungsmanipulator gestrichen, die Schweiz aufgenommen

Was hat es mit dieser Watchlist auf sich? Zweimal jährlich gibt das Finanzministerium den Report „Macroeconomic and Foreign Exchange Policies of Major Trading Partners of the United States“ heraus. Auf gut vier Dutzend Seiten schildert das Ministerium seine Sicht auf die eigene und die Weltwirtschaft. In einem eigenen Kapital werden einzelne Handelspartner genauer unter die Lupe genommen. Dieser Teil ist umfangreicher als der Teil, in dem über die eigene und die weltweite ökonomische Lage referiert wird. Und es ist auch der Teil, der als Währungsmanipulations-Watchlist angesehen wird.

Dass die USA ihre Handelspartner im Blick behalten und Währungsmanipulationen anprangern, ist nicht verwerflich. Im Gegenteil! Damit der Welthandel unter fairen Bedingungen stattfindet, sollte jede Form der Währungsmanipulation unterbleiben. Das Problem beim jüngsten Report ist jedoch, dass China explizit von der Watchlist gestrichen wird. Und das nicht, weil Chinas Währung auf einmal frei handelbar ist und unbeeiflußt von der chinesischen Zentralbank ein fairer Kurs in freiem Austausch gefunden wird. Nein, China wurde von der Liste gestrichen, weil der Renminbi seit Oktober um ganze 3,5% aufwerten durfte. OK, das ist etwas übertrieben. Als zusätzlicher Grund für die Streichung wurde das Phase-1-Handelsabkommen genannt, in dem sich China bereiterklärt, von Währungsmanipulationen abzusehen. Aufgrund eines noch nicht umgesetzten Versprechens wird also der vielleicht größte Währungsmanipulator der Welt vom Haken gelassen. Gleichzeitig setzten die USA die Schweiz auf die Liste.

Darum sind schwache Wechselkurse unfair gegenüber Handelspartnern

Bewohner von Ländern mit schwacher Währung wünschen sich in der Regel eine starke Währung. Gleichzeitig versuchen auffällig viele Staaten mit starker Währung, ihre eigene Währung zu schwächen. Dabei erhoffen sich diese Staaten Vorteile auf dem Weltmarkt. Lassen Sie mich Ihnen ein simples Beispiel geben. Wenn Sie als Deutscher ein Tesla Model 3 kaufen, muss Tesla dieses Fahrzeug nach Europa bringen. Sie bezahlen Tesla in Euro, Tesla transferiert das Geld in die USA und tauscht es dort in US-Dollar um. Das Model 3 Performance kostet in den USA netto 56.990 US-Dollar. Inklusive 10% Importzoll und 19% Umsatzsteuer entspricht das beim aktuellen Wechselkurs von 1,11 67.210 Euro. Da das Auto zu dem Preis in Deutschland unverkäuflich wäre, bietet es Tesla aber für 60.390 Euro an und verdient somit pro in Deutschland verkauftem Auto knappe 7.000 Euro weniger als in den USA.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen
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