Devisen

Pfund kaufen vor dem Wochenende – das totale Risiko! Oder doch nicht?

Britisches Pfund Beispielbild

Das britische Pfund ist seit Tagen deutlich gestiegen, weil die Hoffnung auf einen Brexit-Deal mit der EU immer größer wurde. Nun ist der Deal tatsächlich da, und das Pfund läuft weiter in einer steigenden Tendenz. Im Chart sieht man Pfund vs US-Dollar seit dem 20. September. Seit dem Start der großen Deal-Hoffnung am 10. September hat Pfund vs USD zugelegt von 1,2230 auf aktuell 1,29. Was für ein Anstieg! Aber halt. Die Euphorie hat ja so ihre Schattenseiten. Morgen wird das britische Parlament über den Deal abstimmen. DUP, Labor und Schotten haben bereits ihren Widerstand angekündigt. Laut jüngster Schätzung von Sky News kann Boris Johnson 316 Stimmen im Unterhaus hinter sich vereinen. Damit würde er knapp scheitern, weil er 320 Parlamentarier benötigt, die für seinen Deal stimmen.

Scheitern keine Katastrophe für das Pfund?

Gewinnt Johnson die Abstimmung, dann ist schon sehr viel dieser Deal-Euphorie im Pfund eingepreist, weil es ja schon so stark gestiegen ist. Verliert er die Abstimmung, was dann? Crasht das Pfund dann kräftig in den Keller? Das würde man eigentlich annehmen. Aber im Fall einer Abstimmungsniederlage für Boris Johnson würde es wohl einer Volksabstimmung über den Johnson-Deal kommen. Der No Deal-Brexit wäre dann eigentlich kaum noch ein Thema, das zur Debatte steht – so kann man ein aktuelles Szenario in Kurzform ausdrücken.

Boris Johnson hat zwar auch zuletzt betont, dass diese Abstimmung morgen die letzte Chance ist, und dass es sonst zum harten Brexit ohne Deal kommt am 31. Oktober. Aber der „Benn Act“ verpflichtet ihn bei Nicht-Zustandekommen eines Deals die EU um eine Fristverlängerung für einen Brexit zu ersuchen. Und dann käme es wohl zur Volksabstimmung über Johnsons jüngst vereinbarten Deal mit Brüssel.

Auch wir wissen aber natürlich nicht, wie das Pfund auf eine morgige Ablehnung des Deals im Parlament reagieren wird. Das wissen wir alle erst Montag früh, wenn der Devisenmarkt wieder an den Start geht. Natürlich kann es am Montag auch zu einem massiven Pfund-Absturz kommen, denn die Glaskugel besitzen wir ja auch nicht! Das vorher erwähnte Szenario ist nämlich nur ein Szenario, dass auch nach einem Scheitern der weitere Prozess auf der Insel auf einen Deal fixiert bleibt, und nicht auf einen No Deal-Brexit. Aber ja, da ist auch noch die andere Seite, nämlich die EU. Bittet Johnson um eine Verschiebung des Brexit-Termins, müssen die EU-Mitgliedsstaaten dem auch erst einmal zustimmen.

Pfund vs US-Dollar seit dem 20. September



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