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Devisen

Pfund steigt weiter an – Tanz auf dem Brexit-Vulkan – genau hinschauen!

Claudio Kummerfeld

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am

Das britische Pfund läuft derzeit gut nach oben. Um 10:30 Uhr deutscher Zeit veröffentlichte Wirtschaftsdaten aus Großbritannien waren weniger schlecht als erwartet. Das gibt dem Pfund Sterling aktuell Aufschub. Es steigt von heute früh 1,2250 auf jetzt 1,2357 gegen den US-Dollar. Also, alles prima? Nein. So einfach ist die Lage nicht!

Zwar hat das britische Parlament ein Gesetz durchgedrückt, welches de facto einen harten Brexit (ohne Vertrag mit Brüssel) verhindert, zumindest für das Datum 31. Oktober 2019. Aber man muss schon genauer hinschauen. Laut dem Telegraph haben sich gestern Berater von Premier Boris Johnson getroffen um eine Strategie auszuarbeiten, wie man das Gesetz irgendwie ignorieren kann. Denkbar ist ja alles dieser Tage. Und das geht so: Johnson könnte gemäß Gesetz die EU um Verlängerung der Brexit-Frist bitten. Gleichzeitig könnte er aber einen Brief an Brüssel schreiben, dass er selbst als Premier gegen eine Verlängerung ist.

Und wir meinen: Man vergisst die EU-Seite total. Ständig redet man darüber, ob die Briten zu Ende Oktober ausscheiden, oder später usw. Aber ob die EU überhaupt eine Verlängerung der Frist über den 31. Oktober hinaus genehmigt, ist ja mehr als fraglich. Immer wieder betonte man in Brüssel, dass man nicht neu verhandeln werde. Und wenn aus London (also auch vom Parlament) kein Signal kommt, dass über substanziell Neues verhandelt werden soll – warum sollte Brüssel schon wieder die Frist verlängern?

Pfund-Wette auf Blockade-Erfolg gegen Johnson

Aber zurück zu Boris Johnson. Schon am Freitag machte er Andeutungen. Das ihm vom Parlament aufgezwungene Gesetz sehe laut seinen Worten nur in der Theorie eine Verschiebung des Brexit vor. Man denke mal nach. Johnson versucht derzeit mit aller Kraft für Mitte Oktober Neuwahlen durchzuführen. Dafür müsste Labor die Zustimmung geben (2/3 Mehrheit im Parlament). Aber danach sieht es zumindest Stand heute Mittag nicht aus. Also: Könnte Boris Johnson einfach sagen: „Hey liebes Parlament, ich habe wie vom Gesetz verlangt um eine Verschiebung gebeten. Aber ich habe Brüssel auch gesagt, dass ich als Premier keine Verschiebung will.“ Wäre es so einfach?

Dann könnte Brüssel sagen, dass man so einen Zirkus nicht mitmacht, und zack, UK verlässt die EU am 31. Oktober ohne Deal. Harter Brexit. Der Devisenmarkt scheint derzeit überzeugt davon zu sein, dass die Blockade des Parlaments gegen Boris Johnson mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit den harten Brexit verhindert. Aber so sicher sollte man sich da nicht sein. Im Chart sieht man Pfund vs USD seit dem 13. August. In den letzten fünf Handelstagen ist das Pfund von unter 1,20 auf jetzt 1,2357 gestiegen. Eine verdammt starke, eindeutige Wette auf den Sieg des Parlaments gegen Boris Johnson. Eine gefährliche Wette!

Pfund vs USD seit dem 13. August

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Macwoiferl

    9. September 2019 13:29 at 13:29

    Wie naiv ist das?
    Natürlich wird Brüssel einer Verschiebung zustimmen-
    selbst wenn diese Bitte auf einem Stück Klopapier steht.
    Aus der Vergangenheit nix gelernt, @Claudio Kummerfeld?

  2. Avatar

    Roberto

    9. September 2019 18:58 at 18:58

    Absolut richtig @ Macwoiferl. Das die EU jeder Verschiebung bis zum Jahr 2099 zustimmen wird ist doch sowas von klar. Die haben doch die Hosen voll. Und im übrigen stimme ich auch zu das der Verfasser des Artikels wirklich die Vergangenheit völlig vergessen hat. Bitte auch nicht vergessen was damals mit Greece passiert ist. Es ist immer so ausgegangen das es positiv gewertet werden konnte. Und das gefühlte 1.568 mal im Jahr.

  3. Avatar

    Columbo

    9. September 2019 19:18 at 19:18

    Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wann die Brexit Abstimmung war. Vor einer gefühlten Ewigkeit und noch immer sind sie nicht ausgetreten. Ist schon eher naiv, zu glauben, daß sie jemals austreten werden. Es ist langweilig und uninteressant darüber zu sprechen. Zeitverschwendung.

    • Avatar

      Claudia

      9. September 2019 23:16 at 23:16

      @Columbo
      Die Brexiteers versuchen sich einer nach dem anderen am Premierministerposten. Jedes Jahr ein neuer Heilsbringer, nicht einer schafft es, auch nur eine neue Idee bzw. einen Vorschlag einzureichen. Die Lösungsvorschläge werden von Mal zu Mal interessanter, inzwischen sind wir schon bei „lieber tot im Graben liegen“. Zeitverschwendung.

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Devisen

Aktuell: Goldpreis fällt spürbar auf 1.878 Dollar

Claudio Kummerfeld

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Jetzt wo immer konkreter wird, dass Deutschland in Kürze die Corona-Restriktionen stark anzieht, verschärfen sich international die Ängste. Die Aktienkurse fallen weiter, und der US-Dollar als zentraler Fluchthafen zieht weiter an (wir berichteten vorhin bereits). Der Dollar steigt, und der Goldpreis rauscht aktuell runter auf 1.878 Dollar. Gold fällt aktuell gemeinsam mit den Aktienmärkten. Dies ist ein Phänomen, das man bereits im März beobachtete – auch damals funktionierte der US-Dollar kurzzeitig als Fluchthafen.

Goldpreis gegen US-Dollar-Verlauf im Chart

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Türkische Lira fällt erneut auf Rekordtief – die aktuelle Lage

Redaktion

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Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt immer weiter, heute früh auf ein neues Rekordtief. Die Lage ist dramatisch. Bereits letzte Woche Donnerstag rauschte die türkische Währung auf ein erneutes Rekordtief. US-Dollar vs Türkische Lira stieg von 7,80 auf 7,96. Heute früh springt der Wechselkurs erneut. Für einen US-Dollar muss man aktuell 8,03 Lira aufbringen. Der Chart zeigt den Kursverlauf des US-Dollar gegen die Lira in den letzten zwölf Monaten. Die Abwertung läuft immer weiter.

Türkische Lira immer noch enttäuscht nach Zinsentscheid

Erst letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank bei ihrer Zinsentscheidung den Leitzins unverändert belassen, obwohl der Devisenmarkt eine deutliche Zinsanhebung erwartet hatte, um die Lira-Abwertung zu bekämpfen. Aber nein, der Leitzins bleibt bei 10,25 Prozent. Und so fiel die türkische Währung wie gesagt schlagartig auf ein Rekordtief. Und die Abwertung läuft in diesem dramatischen Tempo nicht nur gegenüber dem US-Dollar, sondern auch dem Euro. Für 1 Euro musste man Anfang letzter Woche noch 9,27 türkische Lira aufbringen – jetzt sind es 9,51 Lira.

Weitere Faktoren für Lira-Schwäche

Die Enttäuschung zum Leitzins wirkt heute noch nach. Zudem teilt Präsident Erdogan derzeit verbal aus gegen den französischen Präsidenten, der den Botschafter aus Ankara zurückrief (hier mehr Details dazu). Außerdem könnte der Raketenstreit der Türkei mit den USA erneut wieder aufflammen. Und da wäre noch der aktuelle Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan, und nicht zu vergessen der Gas-Streit der Türkei mit Zypern. Alles zusammengenommen ein geopolitischer Mix, der dem Devisenmarkt Angst macht, mal ganz abgesehen von der Coronakrise.

Und was letzte Woche noch dazu kam, waren Berichte über die Analysen einer unabhängigen Expertengruppe in der Türkei. Sie will ermittelt haben, dass die tatsächliche Inflation in der Türkei vier Mal so hoch sein soll wie offiziell angegeben. Aber das muss aktuell nicht zu viel Auswirkung auf die türkische Lira haben, sondern wohl eher der Mix der vorher genannten Faktoren. Aktuell scheint keine Besserung in Sicht zu sein.

Chart zeigt Kursverlauf von US-Dollar gegen türkische Lira

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Devisen

Freudige Nachricht für Gold-Anleger, Robert Halver über Aktienmärkte, Ideen zu Pfund und Facebook

Redaktion

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Eine freudige Nachricht für Anleger, die in Gold-Produkte wie ETCs investieren. Bisher waren nämlich Gewinne auf physisches Gold nach 12 Monaten steuerfrei. Jetzt gibt es ein Gerichtsurteil, wonach ein Goldprodukt dem physischen Gold gleichgestellt wurde. Auch hier sind die Gewinne nach 12 Monaten steuerfrei. Dies liegt daran, dass man sich als Anleger bei diesem Produkt (ETC) das Gold auch physisch ausliefern lassen kann. Möglicherweise können Sie sich sogar gezahlte Steuern erstatten lassen. Fragen Sie hierzu Ihren Steuerberater. Manuel Koch geht im folgenden Video auf diesen Sachverhalt ein.

Auch bespricht er mit Robert Halver die aktuelle Lage am Aktienmarkt. Seine Empfehlung: Trotz aktueller Unsicherheiten sollte der Anleger am Ball bleiben und über Aktiensparpläne investieren. Auch bespricht Manuel Koch im Video zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Euro gegen Pfund sei eine Kaufidee über das Vehikel einer Stop-Buy-Order. Die Aktie von Facebook könne man shorten über eine Stop-Sell-Order. Beide Ideen werden im Detail erläutert.

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