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Pfund steigt weiter an – Tanz auf dem Brexit-Vulkan – genau hinschauen!

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Das britische Pfund läuft derzeit gut nach oben. Um 10:30 Uhr deutscher Zeit veröffentlichte Wirtschaftsdaten aus Großbritannien waren weniger schlecht als erwartet. Das gibt dem Pfund Sterling aktuell Aufschub. Es steigt von heute früh 1,2250 auf jetzt 1,2357 gegen den US-Dollar. Also, alles prima? Nein. So einfach ist die Lage nicht!

Zwar hat das britische Parlament ein Gesetz durchgedrückt, welches de facto einen harten Brexit (ohne Vertrag mit Brüssel) verhindert, zumindest für das Datum 31. Oktober 2019. Aber man muss schon genauer hinschauen. Laut dem Telegraph haben sich gestern Berater von Premier Boris Johnson getroffen um eine Strategie auszuarbeiten, wie man das Gesetz irgendwie ignorieren kann. Denkbar ist ja alles dieser Tage. Und das geht so: Johnson könnte gemäß Gesetz die EU um Verlängerung der Brexit-Frist bitten. Gleichzeitig könnte er aber einen Brief an Brüssel schreiben, dass er selbst als Premier gegen eine Verlängerung ist.

Und wir meinen: Man vergisst die EU-Seite total. Ständig redet man darüber, ob die Briten zu Ende Oktober ausscheiden, oder später usw. Aber ob die EU überhaupt eine Verlängerung der Frist über den 31. Oktober hinaus genehmigt, ist ja mehr als fraglich. Immer wieder betonte man in Brüssel, dass man nicht neu verhandeln werde. Und wenn aus London (also auch vom Parlament) kein Signal kommt, dass über substanziell Neues verhandelt werden soll – warum sollte Brüssel schon wieder die Frist verlängern?

Pfund-Wette auf Blockade-Erfolg gegen Johnson

Aber zurück zu Boris Johnson. Schon am Freitag machte er Andeutungen. Das ihm vom Parlament aufgezwungene Gesetz sehe laut seinen Worten nur in der Theorie eine Verschiebung des Brexit vor. Man denke mal nach. Johnson versucht derzeit mit aller Kraft für Mitte Oktober Neuwahlen durchzuführen. Dafür müsste Labor die Zustimmung geben (2/3 Mehrheit im Parlament). Aber danach sieht es zumindest Stand heute Mittag nicht aus. Also: Könnte Boris Johnson einfach sagen: „Hey liebes Parlament, ich habe wie vom Gesetz verlangt um eine Verschiebung gebeten. Aber ich habe Brüssel auch gesagt, dass ich als Premier keine Verschiebung will.“ Wäre es so einfach?

Dann könnte Brüssel sagen, dass man so einen Zirkus nicht mitmacht, und zack, UK verlässt die EU am 31. Oktober ohne Deal. Harter Brexit. Der Devisenmarkt scheint derzeit überzeugt davon zu sein, dass die Blockade des Parlaments gegen Boris Johnson mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit den harten Brexit verhindert. Aber so sicher sollte man sich da nicht sein. Im Chart sieht man Pfund vs USD seit dem 13. August. In den letzten fünf Handelstagen ist das Pfund von unter 1,20 auf jetzt 1,2357 gestiegen. Eine verdammt starke, eindeutige Wette auf den Sieg des Parlaments gegen Boris Johnson. Eine gefährliche Wette!

Pfund vs USD seit dem 13. August

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Macwoiferl

    9. September 2019 13:29 at 13:29

    Wie naiv ist das?
    Natürlich wird Brüssel einer Verschiebung zustimmen-
    selbst wenn diese Bitte auf einem Stück Klopapier steht.
    Aus der Vergangenheit nix gelernt, @Claudio Kummerfeld?

  2. Avatar

    Roberto

    9. September 2019 18:58 at 18:58

    Absolut richtig @ Macwoiferl. Das die EU jeder Verschiebung bis zum Jahr 2099 zustimmen wird ist doch sowas von klar. Die haben doch die Hosen voll. Und im übrigen stimme ich auch zu das der Verfasser des Artikels wirklich die Vergangenheit völlig vergessen hat. Bitte auch nicht vergessen was damals mit Greece passiert ist. Es ist immer so ausgegangen das es positiv gewertet werden konnte. Und das gefühlte 1.568 mal im Jahr.

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    Columbo

    9. September 2019 19:18 at 19:18

    Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wann die Brexit Abstimmung war. Vor einer gefühlten Ewigkeit und noch immer sind sie nicht ausgetreten. Ist schon eher naiv, zu glauben, daß sie jemals austreten werden. Es ist langweilig und uninteressant darüber zu sprechen. Zeitverschwendung.

    • Avatar

      Claudia

      9. September 2019 23:16 at 23:16

      @Columbo
      Die Brexiteers versuchen sich einer nach dem anderen am Premierministerposten. Jedes Jahr ein neuer Heilsbringer, nicht einer schafft es, auch nur eine neue Idee bzw. einen Vorschlag einzureichen. Die Lösungsvorschläge werden von Mal zu Mal interessanter, inzwischen sind wir schon bei „lieber tot im Graben liegen“. Zeitverschwendung.

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Schweizer Franken auf höchstem Stand seit fünf Jahren – Risk Off!

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Schweizer Bergpanorama

Der Schweizer Franken notiert aktuell auf dem höchsten Stand seit August 2015! Diese Entwicklung dürfte der Schweizerischen Nationalbank (SNB) alles andere als gefallen. Versucht sie doch seit Jahren mit Negativzinsen (aktuell -0,75%) und Interventionen (Franken drucken und gegen Dollar und Euro verkaufen) die heimische Währung zu schwächen. Denn je teurer der Schweizer Franken wird, desto teurer werden Schweizer Produkte für ausländische Käufer, und desto teurer wird die Schweiz für ausländische Touristen.

Risk Off Trade pusht den Schweizer Franken

Aber genau so wie der Risk Off Trade derzeit den Goldpreis immer höher treibt, so steigt auch der Schweizer Franken heute gegen den Euro weiter an. Die Anleger fliehen wegen zunehmenden Sorgen um den Coronavirus vor allem aus Aktien. Der Dax notiert heute mit -4%, der Dow mit -2,96%, und der italienische MIB40 mit -6,09%. Italien ist in Europa heute der Krisenherd Nummer 1, weil dort übers Wochenende sehr viele neue Infektionen beim Coronavirus bekannt wurden.

Im Tagesverlauf lag das Tief des Euro gegen den Franken bereits bei 1,0589 – aktuell notiert das Währungspaar um die rund Marke von 1,0600. Es ist eine Zwickmühle, in der sich die SNB befindet. Sie hätte womöglich schon längst wieder Lust kräftig dagegen zu halten, und den Schweizer Franken wieder abzuwerten. Aber wir erinnern uns. Das US-Finanzministerium hatte die Schweiz am 14. Januar auf eine Liste von Ländern gesetzt, die im Verdacht stehen ihre Währung zu manipulieren. Also, hält sich die SNB womöglich deswegen zurück, und der Franken kann weiter aufwerten, wenn die Angst rund um das Coronavirus weiter zunimmt?

 

Euro vs Schweizer Franken seit 2015

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Türkische Lira wertet weiter ab – aktuell vier Probleme!

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Türkei Flagge

Die türkische Lira ist weiter am Abwerten. Aktuell notiert USD vs TRY bei 6,15 gegenüber 6,05 vor genau einer Woche, und 5,95 zum Jahresanfang. Die Abwertung ist weiter in vollem Gange. Noch am Freitag sprachen wir davon, dass es für die türkische Lira zwei Probleme gibt. Jetzt haben wir aktuell vier Probleme, die gegen die Lira drücken. Aber der Reihe nach.

Türkische Lira unter Druck durch Zinsen und US-Dollar

Die ersten beiden Probleme hatten wir wie gesagt bereits Freitag besprochen. Als da wären zum einen der grundsätzlich starke US-Dollar. Und da wäre zum anderen die fünfte Zinssenkung der türkischen Notenbank binnen weniger Monate, wodurch der Leitzins letzten Mittwoch um weitere 50 Basispunkte gesenkt wurde. Er liegt jetzt noch deutlicher als vorher unterhalb der Inflationsrate in der Türkei. Beide Faktoren drücken gegen die türkische Lira.

Zwei neue Faktoren

Der Coronavirus ist als grundsätzliches Problem seit Wochen in allen Märkten vorhanden. Aber mal nimmt die Angst vor den wirtschaftlichen Auswirkungen ab, dann wieder zu, wieder ab usw. Aktuell, seitdem sich die Lage in Italien, aber auch im Iran und in Südkorea weiter verschärft, steigt die Angst vor dem Coronavirus und seinen Auswirkungen wieder stark an. Das verursacht am Devisenmarkt einen grundsätzlichen Sog hin zur großen „vermeintlich“ sicheren Währung namens US-Dollar. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass alle vermeintlich „schwachen Währungspaare“, die gegen den Dollar gehandelt werden, noch leichter anzugreifen sind. Und so leidet aktuell auch die türkische Lira!

Der vierte Grund, der heute gegen die türkische Lira drückt, ist eine Veröffentlichung der offiziellen türkischen Statistikbehörde Turkstat von heute früh. Für das Gesamtjahr 2019 wurden die Baugenehmigungen veröffentlicht. Im Vergleich zu 2018 sind die Baugenehmigungen für Wohnungen dramatisch eingebrochen, und zwar um 53,9% (hier die Details). Das zeigt, dass es in der Türkei wirtschaftliche Verwerfungen gibt. Als diese Daten heute früh veröffentlicht wurden, erlebte die Lira einen weiteren Abwertungsschub – USDTRY stieg von 6,11 auf 6,14 (sichtbar im folgenden Chart rechts im langen grünen Aufwärtsbalken).

US-Dollar vs Türkische Lira seit dem 14. Februar

Konflikt in Syrien auch als Problem für die Lira?

Sorgt der Syrien-Konflikt für zusätzliche Probleme für die türkische Lira? Dazu haben wir uns auch letzte Woche kritisch geäußert. Denn seit Jahren gab es schon mehr als genug kritische Zeiten rund um den Themenkomplex Syrien-Türkei-Russland etc. Und oft genug reagierte die Lira überhaupt nicht negativ. Aber zum Beispiel das Portal Ahval merkt heute an, dass die Lira aktuell schwächeln würde auch aufgrund des Unbehagens der Investoren über die Kämpfe zwischen türkischen und syrischen Streitkräften in der syrischen Provinz Idlib.

Im folgenden Chart sehen wir den Langzeitverlauf von US-Dollar vs Türkische Lira seit 2018. Der Trend zur Lira-Abwertung (steigender Dollar) ist seit geraumer Zeit klar erkennbar.

US-Dollar vs Türkische Lira seit 2018 im Chartverlauf

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US-Dollar vs Yen: Wird die Korrektur heute fortgesetzt?

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Das Symbol für den japanischen Yen

Wie im mittelfristigen 4 Stunden Chart (siehe unten) deutlich zu erkennen ist, befindet sich der US-Dollar gegen den japanischen Yen in einem stabilen Aufwärtstrend. Der Kurs stieg in der letzten Woche weiter und erreichte im Hoch den Widerstand bei 112,21. Dieser Bereich hat sich aber vorerst als zu stark erwiesen. Die Bullen haben ihre Long-Positionen geschlossen und es kam zu einer leichten Enttäuschung am Markt. Der Major hat eine Gegenreaktion gezeigt, die Korrektur hat sich zum Wochenabschluss fortgesetzt. Der Preis ist weiter gefallen und USD/JPY testete am Freitagabend die Unterstützung bei 111,50. In der heutigen asiatischen Session bewegte sich der US-Dollar vs Yen im ruhigen Fahrwasser. Der Kurs pendelte zwischen ca. 111,36 und 111,65. Auf der Oberseite wurde der Kurs durch den 120-er Moving Average ausgebremst, was einen Ausbruch nach oben verhindert hat.

Die asiatischen Wertpapiermärkte haben auf breiter Front im Minus geschlossen (Nikkei -0,39 %, Shanghai Composite -0,28 % und der Hang Seng bei -1,87 %). Die Sorgen, die mit der Ausbreitung von dem Coronavirus einhergehen, beunruhigen weiter die Investoren und Politiker. Inzwischen ist der gefährliche Virus auch nach Italien angekommen und kann demnächst in Europa für Unruhen an den Finanzmärkten sorgen (hier der heutige Kommentar von Markus Fugmann). Es war interessant zu beobachten, dass der Goldpreis, der allgemein als Fieberthermometer für die Märkte gilt, jetzt sogar schon über 1.680 Dollar notiert. Das zeigt deutlich, dass die Situation in Italien auch im Fernosten Ängste ausgelöst hat. Der US-Dollar hat sich gegenüber den meisten Majors stabil verhalten.

Das wird heute für den US-Dollar gegen den Yen wichtig sein

Aktuell notiert US-Dollar vs Yen bei ca. 111,40 (Montagvormittag). Es wird spannend werden, ob das Währungspaar seine Korrektur heute fortsetzen wird oder ob wir wieder steigende Preise sehen werden. Aus technischer Sicht hat USD/JPY noch auf jeden Fall Luft nach unten. Die Indikatoren im kurzfristigen Zeitfenster generieren Short- Signale, was für die Daytrader interessant werden kann. Die nächste signifikante Unterstützung befindet sich bei 111,24 (38,2% Fibonacci Retracement). Auf diesem Niveau wird der Kurs sicherlich vorerst eine Pause einlegen und die Bären werden ihre ersten Short-Positionen schließen. Sollte sich danach eine weitere Dynamik auf der Unterseite entwickeln, kann der Major die 111,00 „big figure“ testen. Hier werden sich viele Daytrader wahrscheinlich verabschieden und ihre Short-Positionen glattstellen. Unter 111,00 wartet auf USD/JPY der nächste wichtige Support bei ca. 110,95 (50% Fibo-Level). Spätestens auf diesem Niveau sollte man die Gewinne mitnehmen und die Lage neu analysieren.

Wenn dagegen die Unterstützung bei 111,24 halten sollte, kann in diesem Bereich mit der Korrektur schon Schluss sein und der Preis von US-Dollar gegen den Yen kann erneut steigen. Man darf nicht vergessen, dass der übergeordnete Aufwärtstrend nach wie vor intakt ist. Der US-Dollar zeigt sich gegenüber den meisten Majors stark und es gibt aktuell keinen Grund, warum sich das ändern sollte. Auf der Oberseite hätte USD/JPY vorerst Potential bis 112,02. Wer also die Korrektur im kurzfristigen Bereich handeln möchte, soll es in dem Bewusstsein machen, dass er sich gegen den großen Trend stellt. Jeder Kursrückgang wird von den Bullen zum Long-Einstieg genutzt. Wie an fast jedem Montagvormittag, herrscht noch am Forex-Markt allgemein wenig Volatilität. Der Markt muss sich zuerst neu ordnen. Es ist also ratsam, vielleicht noch ein wenig geduldig zu bleiben. Die Handelswoche ist noch ganz jung und es werden sich sicherlich noch genug Möglichkeiten bieten, Gewinne zu erzielen.

US-Dollar vs Yen im Chartbild

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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