Anleihen

Anleger wollten keine aktiv gemanagten Fonds Pimco war 2022 größter Verlierer in Billionen ETF-Arena

Der weltweite Gigant bei Anleihe-Fonds Pimco sah im letzten Jahr bei seinen ETF Rekordabflüsse. Es gibt ein firmenspezifisches Problem.

Eine interessante Entwicklung: Bei hohen Mittelzuflüssen im letzten Jahr schauten die Renten-Fondsanbieter in die Röhre, die ihre Fonds aktiv managten. Die passiven, die einfach nur einen Markt abbilden, waren die Gewinner. Das Resultat sieht man beim Giganten in der Branche, bei Pimco. Ein grausames Jahr 2022 für Anleihen bescherte der Allianz-Fondstochter Pacific Investment Management Co. (Pimco) das schlechteste Jahr aller Zeiten für ihr Geschäft mit börsengehandelten Fonds. Investoren zogen fast 3,6 Milliarden Dollar aus mehr als 20 Fonds der Marken Pimco und Allianz ab – der größte kumulierte Abfluss, den der Vermögensverwalter je verzeichnete, wie Bloomberg-Daten zeigen. Diese Abwanderung war auch die größte unter den US-Emittenten im Jahr 2022, einem Jahr, in dem ETFs insgesamt über 580 Milliarden Dollar an Zuflüssen verzeichneten.

Die Volatilität erschütterte die anleihenlastige ETF-Palette von Pimco mit Sitz in Newport Beach, Kalifornien, im vergangenen Jahr, als eine beispiellos aggressive Federal Reserve versuchte, die höchste US-Inflation seit vier Jahrzehnten zu bekämpfen. Während festverzinsliche ETFs insgesamt Milliardenbeträge anzogen, floss der Großteil dieser Gelder in passive Fonds. Da die größten Renten-ETFs von Pimco aktiv verwaltet werden, kam es dort zu Abflüssen, so James Seyffart von Bloomberg Intelligence. “Pimco hat zwar ein einigermaßen diversifiziertes Fondsangebot, ist aber überwiegend ein aktiver Rentenfondsanbieter, und der schlechteste Ort für eine Fondsgesellschaft im Jahr 2022 war die Verwaltung aktiver Rentenfonds”, sagte ETF-Analyst Seyffart. “Das Jahr 2022 war also nicht toll für sie.”

Rekordabflüsse aus ETF von Pimco

Im Jahr 2022 flossen rund 194 Milliarden Dollar in börsengehandelte Anleihefonds, wobei mehr als 90% dieser Fonds Verluste verzeichneten. Laut Daten von Bloomberg Intelligence flossen dabei weniger als 10 Milliarden Dollar in aktiv verwaltete Fonds. Pimco, die Vermögensverwaltungssparte der Allianz, konnte im vergangenen Jahr zwar einige Erfolge verbuchen — sein langlaufender Nullkupon-Treasury-Fonds zog rund 600 Millionen Dollar an — doch der Kummer seines größten börsengehandelten Fonds stellte alles andere in den Schatten. Aus dem 8,8 Milliarden Dollar schweren Pimco Enhanced Short Maturity Active ETF (Ticker MINT), der einst der größte aktive ETF war, flossen trotz der Rekordnachfrage nach kurzlaufenden Produkten 4,4 Milliarden Dollar ab.

Pimco reagierte nicht sofort auf eine Bitte um Stellungnahme. “Es gibt jetzt tonnenweise Konkurrenten für diesen ETF, und wenn die Leute MINT als eine Art Bargeld-ähnliche Position nutzten, haben diese Anleger ihr Geld wahrscheinlich in Alternativen wie Geldmarktfonds umgeschichtet”, so James Seyffart.

FMW/Bloomberg



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