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Aktien

Plus500: Übernahme durch Playtech überraschend geplatzt!

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am

FMW-Redaktion

Die fast unter Dach und Fach gebrachte Übernahme des CFD-Brokers Plus500 durch den Softwarehersteller Playtech ist überraschend geplatzt. Playtech schreibt in einer Mitteilung der Grund hierfür sei, dass die britische Finanzaufsicht FCA noch Bedenken bzgl. der Übernahme hatte, die Playtech bis 31. Dezember ausräumen wollte. Dann habe die FCA am Freitag den 20. November ein Update überreicht, welches Plus500 und Playtech dazu veranlasste die Übernahme abzusagen. Hier der entscheidende Originaltext:

„Whilst regulatory approval for the acquisition of Plus500 has already been received from the Cyprus Securities Exchange Commission, the Company has been in active dialogue with the Financial Conduct Authority („FCA“) in relation to its proposed acquisition of Plus500, including in relation to certain concerns raised by the FCA which the Company considered could be resolved to the satisfaction of the FCA prior to 31 December 2015, being the effective long-stop date for the transaction to complete.

However, following an update from the FCA late in the afternoon of Friday 20 November 2015 and having considered its position over the weekend, the Board of Playtech is now of the view that the steps being proposed to address these concerns will not sufficiently satisfy the FCA to enable Playtech to obtain the FCA’s approval by 31 December 2015, and is therefore withdrawing its change of control application to the FCA. Under the terms of the merger agreement with Plus500, Plus500 would have the right to terminate such agreement if completion does not occur by 31 December 2015. The Company has discussed with Plus500 the consequences of the recent developments with the FCA and has agreed to the termination of the merger agreement. Accordingly, the acquisition of Plus500 will not be proceeding as planned.“

Plus500 hat unterdessen angekündigt als weiter eigenständige Firma eigene Aktien zurückkaufen zu wollen. Diese will man aus seinen vorhandenen Cash-Beständen bezahlen, die Stand 30. Juni bei 95 Mio Dollar gelegen haben sollen. Ein klares Zeichen, dass man seinen Aktienkurs stützen will bzw. Angst vor einem erneuten kräftigen Einbruch hat. Und man will kurzfristig eine Sonderdividende in Höhe von 0,21 Dollar pro Aktie ausschütten. Plus500 betont in seinem eigenen Statement, dass das Geschäft derzeit gut läuft. Man habe massiv in stärkere Regulierung im Haus investiert, Zitat:

„Regulatory compliance capability has been strengthened. The Group has continued to invest in strengthening its management capabilities, particularly in regulatory compliance. The Group is not subject to restrictions imposed by any of its regulators.“

Der Plus500-Chef Gal Haber lässt sich so zitieren:

„Following the agreement with Playtech that the merger between the companies will not proceed, we can confirm that our business is in good shape for a successful future as an independent company. Plus500 remains a growing, highly profitable and cash generative company with strong momentum in an expanding international market. We have adopted a „business as usual“ policy during the lengthy acquisition timetable and continued to invest in our marketing, technology and regulatory operations during this period. As a result we are very confident that as an independent business we are well positioned to continue to deliver significant returns for shareholders including the declaration today of an intended interim dividend of $0.2121 per share and share buyback programme.“

Daran wird er sich messen lassen müssen! Welche Bedenken oder Probleme es genau waren, die Playtech und Plus500 dazu brachten die Übernahme letztlich abzublasen? Das wurde bisher nicht bekannt. Spekulation: Kann es sein, dass die FCA nervös wurde, weil Playtech selbst als Softwarehersteller für Wettanbieter diverse CFD-Broker aufkauft, und das ein nicht passendes Gesamtbild ergibt? Oder kann es sein, dass die Probleme von Plus500 mit seinen vorhandenen Konten nicht aus dem Weg geräumt wurden? Beides reine Spekulation, aber egal wie: Diese Absage wirft kein gutes Licht auf Playtech, und erst recht kein gutes Bild auf Plus500. Jetzt steht die Firma erstmal ohne finanzkräftige Mutter da, und es ist für die Öffentlichkeit nicht ersichtlich, welche offenen Probleme ungeklärt geblieben sind.

Plus500
Der große Absturz der Plus500-Aktie im Mai (links) erfolgte, nachdem die britische Finanzaufsicht einen großen Teil der Plus500-Kundenkonten eingefroren hatte wg. massiver regulatorischer Probleme. Heute (rechts) erfolgte ein kurzer aber heftiger Absturz von 358 auf 280pence, die Aktie hat sich aber wieder gut erholt.

5 Kommentare

5 Comments

  1. KSchubert

    23. November 2015 17:29 at 17:29

    Liebe FMW-Redaktion,

    da Sie in dem interessanten Artikel auf einen CFD-Broker eingehen mal eine ganz naive Frage: Ist es so, dass die „Cash-Bestände“ – also etwa die 96 Mio bei PLUS 500 – tatsächlich einzig oder vorrangig aus den Verlusten der Kunden („Kleinanleger“) stammen? Würde vermutlich einige interessieren…

    Beste Grüße
    K Schubert

    • Markus Fugmann

      23. November 2015 17:33 at 17:33

      @KSchubert,

      in der Tat nehmen besonders angelsächsische Broker die Positionen der Kunden „aufs Buch“ (siehe dazu den Artikel „Was läuft bei einem Broker ab? Anworten auf Fragen, die Sie nie gestellt haben..“). Aber es sind auch die spreads, an denen ein Broker verdient etc..

      Viele Grüsse!

      • KSchubert

        23. November 2015 18:10 at 18:10

        Ah, vielen Dank für den Link, Herr Fugmann!

        Beste Grüße

        • Markus Fugmann

          23. November 2015 18:24 at 18:24

          Sehr gerne!

          • nathaenel

            24. November 2015 13:53 at 13:53

            Es handelt sich hierbei nichtmal um einen Broker. Plus500 ist eine Wettplattform für Aktien/Rohstoffe/Währungen. Dementsprechend gewinnt Plus500 nur bei Verlusten seitens des Kunden.

            Ein richtiger Broker ist daran interessiert,dass seine Kunden schön viel Traden um Gebühren zu generieren. Hier herrscht KEIN Interessenkonflikt,da Kunde und Broker keine gegensätzlichen Interessen haben-.

            Bei Plus500 allerdings schon, da sämtlicher Gewinn von Plus500 gezahlt werden muss und sämtlicher Verlust des Kunden an Plus500 geht. Dementsprechend hat man quasi von Anfang verloren,vor allem bei ausländischen CFD Händlern(die sagen dir die Server waren es und damit hat es sich..)

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Elon Musk unbelehrbar: „Ich respektiere die SEC nicht, twittere einfach weiter“

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Tesla-Chef Elon Musk hatte basierend auf einer Einigung mit der US-Börsenaufsicht SEC Auflagen bekommen, an die er sich halten musste. Denn aus einer Laune des Größenwahns heraus hatte er im August einfach behauptet alle Tesla-Aktien von der Börse zu nehmen, und auch schon einen Investor dafür zu haben. Das war eine Luftnummer, und die Aktie unterlag dadurch starken Schwankungen.

Normalerweise würde ein CEO gerade in den USA nach so einer Aktion vor Gericht landen. Aber wie auch immer… aus der Güte ihrer Herzen gewährten die Leute der SEC ihm ein paar Auflagen, und er konnte weiter machen. Er musste nur 20 Millionen Dollar Strafe zahlen, für eine gewisse Zeit aus dem Aufsichtsrat zurücktreten, und sich einen Aufpasser für seinen Twitter-Account gefallen lassen. Eigentlich sollten das keine unerträglichen Auflagen sein.

Doch Elon Musk bleibt unberechenbar und unbelehrbar. Nur wenige Wochen nach der Einigung mit der SEC sagt er nun öffentlichkeitswirksam in einem großen Interview mit CBS, dass er die SEC nicht respektiere. Keiner seiner Tweets sei seitdem von einer Aufsichtsperson kontrolliert oder überwacht worden (obwohl er diesem Deal ja zugestimmt hatte). Er twittere weiter was ihm in den Sinn kommt, um es mal sinngemäß zu übersetzen. Es herrsche Meinungsfreiheit, und er nutze Twitter um seine Meinungen zu veröffentlichen (Video).

Das könnte für Elon Musk zu einem echten Problem werden. Die SEC könnte nun zurecht sagen, dass der Deal hinfällig ist, weil Musk sich nicht an die Auflagen gehalten habe. Nun könnte alles von vorne los gehen. Ein echter Prozess wegen Kursmanipulation uvm. Wer das Video schaut, dem wird klar: Elon Musk scheint in seiner eigenen kleinen Welt zu leben, wo es für seine Handlungen keine negativen Konsequenzen gibt. Er macht was er will, und alle die dazwischen funken, sind nervige Idioten.

Auch im zweiten Video erkennt man sein Unverständnis. Es geht um seine zwangsweise Abberufung aus dem Aufsichtsrat, obwohl er weiterhin Vorstandsvorsitzender und der bedeutendste Aktionär von Tesla ist. Dass da nun jemand ist, der ihn beaufsichtige, interessiert ihn nicht. Er habe eh über seine Stimmrechte den entscheidenden Einfluss in der Firma. Das mag sein. Aber so öffentlich gegen die SEC-Maßnahmen zu schießen, kann sich für ihn noch als äußerst unklug erweisen.

Das dritte Video zeigt losgelöst von seinem Ego-Trip einen interessanten kurzen Rückblick zu den Anfängen von Tesla, und wie stark die Firma inzwischen gewachsen ist. Das gesamte ausführliche Interview mit CBS können Sie hier nachlesen. Die Tesla-Aktie liegt heute übrigens 0,1% im Plus. Also, alles total entspannt?

Tesla-Chef Elon Musk
Tesla-Chef Elon Musk. Foto: Heisenberg Media / Wikipedia (CC BY 2.0) – Ausschnitt aus Originalfoto

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BASF mit Gewinnwarnung – Aktie auf tiefstem Stand seit Anfang 2016

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BASF hat eine eh schon rückläufige Gewinnerwartung nun erneut nach unten korrigiert. Das zieht den Aktienkurs natürlich in den Keller. Die BASF-Aktie notiert heute früh mit -4,14%. Sie fällt jetzt mit 58,18 Euro auf den tiefsten Stand seit Anfang 2016. Wie der Chart sehr gut zeigt, hängt man jetzt genau auf einem wichtigen Unterstützungsniveau von damals. Hält es nicht, sind aus charttechnischer Sicht tiefere Kurse möglich.

Hier BASF im Wortlaut:

Auf Grundlage der Ergebnisdaten für November 2018 geht BASF nunmehr von einem deutlichen Rückgang des Ergebnisses der Betriebstätigkeit (EBIT) vor Sondereinflüssen im Geschäftsjahr 2018 von 15 % bis 20 % gegenüber dem Vorjahreswert aus (EBIT vor Sondereinflüssen 2017: 7.645 Millionen €). Bisher wurde ein leichter Rückgang von bis zu 10 % gegenüber dem Vorjahreswert prognostiziert. Beim EBIT der BASF-Gruppe erwartet das Unternehmen unverändert einen deutlichen Rückgang und beim Umsatz weiterhin einen leichten Anstieg von bis zu 5 %.

Zu dem deutlichen Rückgang des EBIT vor Sondereinflüssen gegenüber dem Vorjahreswert trägt vor allem das Segment Chemicals bei. Hier sind insbesondere die Isocyanatpreise stärker gesunken und die Crackermargen geringer als erwartet. Darüber hinaus ergeben sich im 4. Quartal 2018 in dieser Größenordnung bisher nicht prognostizierte Ergebnisbelastungen von voraussichtlich bis zu 200 Millionen € durch den niedrigen Wasserstand des Rheins. Im 3. Quartal konnten die daraus resultierenden Ergebnisbelastungen auf rund 50 Millionen € begrenzt werden.

Daneben schwächte sich das BASF-Geschäft mit der Automobilindustrie seit dem 3. Quartal 2018 weiter ab, insbesondere die Nachfrage von Kunden in China verlangsamte sich deutlich. Der Handelskonflikt zwischen den USA und China trug zu dieser Verlangsamung bei.

BASF

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2018 ist das Jahr der Aktienrückkäufe

Das Rückkauffieber ist ausgebrochen!

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Ein Kommentar von Philipp Immenkötter, https://www.flossbachvonstorch-researchinstitute.com/de/

 

Das Rückkauffieber ist ausgebrochen! Zum Ende des Jahres 2018 hat das Volumen der Aktienrückkäufe der DAX- und MDAX-Konzerne die acht Milliarden Euro Marke überschritten und betrug Anfang Dezember 8,4 Mrd. Euro.

Neun Konzerne sind in 2018 aktiv gewesen, allen voran die Allianz, die ganze drei Milliarden Euro in den eigenen Titel gesteckt hat.  Siemens weist mit rund 1,5 Mrd. Euro das zweithöchste Volumen auf, gefolgt von Covestro mit knapp 1,4 Mrd. Euro. Auch Adidas ist umfangreich aktiv gewesen und hat eine Milliarde für Rückkäufe aufgewendet und weitere zwei Milliarden Euro angekündigt.

Das Vorjahresvolumen von 5,5 Mrd. Euro wirkt im Vergleich zu der jüngsten Zahl recht überschaubar, obwohl bereits dieser Wert das höchste Volumen seit 2009 darstellte.

 

Warum haben die deutschen Konzerne in diesem Jahr verstärkt zu Aktienrückkäufen gegriffen? Um diese Frage zu beantworten, muss man die Kapitalallokation der Unternehmen genauer unter die Lupe nehmen.

Eine Entscheidung für Aktienrückkäufe ist gleichzeitig eine Entscheidung gegen Investitionen, gegen eine höhere Dividende, gegen die Bedienung von Schulden und gegen erhöhte Kassenhaltung. Daher ist es aus Investorensicht wünschenswert, wenn sich das Management erst dann zu Aktienrückkäufen entscheidet, wenn bereits alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft wurden.

Die Entscheidung für Aktienrückkäufe ist im Fall von Adidas nachvollziehbar. 2018 ist für Adidas ein Rekordjahr. Bereits zum Ende des dritten Quartals fielen Gewinn und operativer Cash Flow deutlich höher als noch im Vorjahresquartal aus. Gleichzeitig wurde ins operative Geschäft investiert und auch die Bilanz macht einen soliden Eindruck. So ist es Adidas möglich, einen Teil, der während des Jahres eingenommenen Mittel, direkt für Aktienrückkäufe einzusetzen. Zusätzlich kann das Volumen flexibel an die operativen Einnahmen angepasst werden. Eine Sonderdividende würde dem Management diese Flexibilität nicht bieten.

Bei aller Freude über wohl begründete Aktienrückkäufe wie bei Adidas sollte man jedoch den pro-zyklischen Verlauf von Aktienrückkäufen nicht vergessen. Unternehmen können nur dann die eigenen Aktien kaufen, wenn sie über genügend überschüssige Liquidität verfügen. Meist trifft dies zu, wenn auch die Geschäfte gut laufen. Von guten Geschäften bekommt der Kapitalmarkt schnell Wind und lässt den Aktienkurs entsprechend steigen. Daher sind in der Regel nur dann die Voraussetzungen für Aktienrückkäufe erfüllt, wenn auch die Kurse hoch sind. So bleibt den Unternehmen nichts anderes übrig, als zu hohen Preisen die eigene Aktie zu kaufen.

Dass dies nicht immer gutgeht, zeigt das historische Volumen der Aktienrückkäufe in Deutschland. 2008 wurden bisher die meisten Aktienrückkäufe getätigt und das zu Höchstpreisen. Kurze Zeit später setzte die Krise ein und die Kurse lagen am Boden.  Mit 8,4 Mrd. Euro in 2018 liegt man jetzt zwar erst bei der Hälfte des Volumens aus 2008, für die letzten 10 Jahre stellt es jedoch den Rekordwert dar.

So bleibt für Unternehmen und Investoren zu hoffen, dass keine baldige Rezession folgen und das Geld der Rückkäufe nicht bald an anderer Stelle fehlen wird.

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