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Die Raffinerie in Schwedt und der Plan, sich von russischem Öl zu lösen

Schauen wir auf die Raffinerie in Schwedt und den Plan sich von russischem Öl zu lösen. Ohne sie gehen in Berlin die Lichter aus.

Grafik für eine Öl-Pumpe

Die Raffinerie in Schwedt versorgt den Großraum Berlin mit fossilen Brennstoffen. Direkt an der Oder, die hier die Grenze zwischen Deutschland und Polen bildet, liegt das beschauliche Städtchen Schwedt in der Uckermark (Brandenburg), dass geschichtlich bis auf das 13. Jahrhundert zurückblicken kann. Neben der historischen Kirche ist Schwedt aber auch für seine Raffinerie bekannt, die von der Firma PCK Raffinerie GmbH betrieben wird. Die Raffinerie, das ehemalige VEB Petrolchemisches Kombinat Schwedt, ist ein Relikt aus der Zeit des Kalten Krieges und wurde 1960 gebaut. Während der DDR war sie der wichtigste Treibstofflieferant des Landes. Aber auch heute hat die Raffinerie ihre Bedeutung für den Großraum Berlin und Brandenburg nicht verloren, sie versorgt die Region zu 95 Prozent mit Kraftstoffen aller Art wie Benzin, Diesel, Kerosin und Heizöl. Die Raffinerie beschäftigt 1200 Mitarbeiter, auf dem Werksgelände sind weitere 80 Unternehmen mit insgesamt 2000 Mitarbeitern angesiedelt, und in das Geschäft als Dienstleister eingebunden. Damit ist die Raffinerie einer der wichtigsten Arbeitgeber der Region um Schwedt.

Ohne die Raffinerie in Schwedt geht Berlin und Brandenburg der Sprit aus

Der Plan der Europäischen Union, russisches Öl bis Ende des Jahres mit einem Importbann zu belegen, könnte in Deutschland an der Raffinerie in Schwedt und ihrer Bedeutung für Berlin und Brandenburg scheitern. Solange die Bundesregierung keine Alternative findet, die Raffinerie ausreichend mit Roh-Öl zu versorgen, würde dies Deutschland deutlich mehr schaden als Russland. Olaf Scholz hatte dies in seiner Rede zum 8. Mai, dem „Tag der Befreiung“, als eines von vier Grundprinzipien deutscher Politik genannt. Obwohl schon über 30 Jahre seit dem Mauerfall vergangen sind, zeigt dieses Relikt aus dem Kalten Krieg, wie stark die Verbindungen der ehemaligen „Warschauer Pakt“ Staaten mit Russland immer noch sind. Die Bürgermeisterin von Schwedt, Annekathrin Hoppe, sagte in einem Interview: „ Nahezu jedes Flugzeug, Polizeiauto, Feuerwehrauto und jeder Rettungswagen wird mit Treibstoff aus Schwedt betankt.“ Die Raffinerie zu schließen „wäre eine Katastrophe.“ 2019 gab es einen Vorgeschmack, wie so ein Szenario aussehen würde. Damals war das russische Rohöl verunreinigt und konnte nicht raffiniert werden. Innerhalb weniger Wochen war Berlin trocken und musste sich über Hamburg notversorgen lassen.

Die Raffinerie in Schwedt verarbeitet nur russisches Öl

Die PCK Raffinerie GmbH wird gemeinschaftlich betrieben von Rosneft Deutschland (54,17%), Shell Deutschland (37,50%) und der Eni Deutschland (8,33%). Eine Übernahme der Shell-Anteile durch Rosneft wurde bis kurz vor Ausbruch des Ukraine-Krieges verhandelt und steht noch unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigungen, die im aktuellen Umfeld sehr wahrscheinlich nicht mehr erteilt werden. Es läuft aktuell sogar eine Investitionsprüfung durch das Bundeswirtschaftsministerium gemäß Außenwirtschaftsgesetz, und es geht um nichts geringeres als die Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit der BRD.

Schwedt ist ein Relikt aus dem Kalten Krieg

Erdöl besteht aus einem Kohlenwasserstoffgemisch und hat je nach Fundort eine ganz eigene chemische Zusammensetzung. Auch die Farbe und die Viskosität variieren stark. Russisches Öl, auch Urals-Crude genannt, ist ein mittelschweres Rohöl mit hohem Schwefelgehalt. Die PCK-Raffinerie verarbeitet hauptsächlich Rohöl aus Russland, jedes Jahr werden 12 Millionen Tonnen durch die Druschba-Pipeline in die Raffinerie gepumpt. Das Wort Druschba bedeutet im russischen „Freundschaft“. Die Druschba-Pipeline ist eine der ältesten und mit über 5000 KM die Längste Öl-Pipeline der Welt. Die Raffinerie in Schwedt ist seit Bestehen und somit seit Jahrzehnten genau auf diese Sorte Öl kalibriert und direkt an die Pipeline angeschlossen. Eine technische Umrüstung für eine andere Sorte Rohöl ist möglich, aber in dem kurzen Zeitfenster eine echte Herausforderung. Zudem liegt die Raffinerie im Landesinneren, weit entfernt von einem der großen Häfen. Diese geopolitische Tatsache ist von herausragender Bedeutung, wenn es um die Versorgung mit Rohöl geht. Die 12 Millionen Tonnen entsprechen ca. 1.200 Tanklastzügen täglich, alleine für die Anlieferung (7,3 Barell (159L) = 1 Tonne Roh-Öl / Tanklastzug 32.000 Liter), der Abtransport der erzeugten Raffinerie-Produkte nicht eingeschlossen. Natürlich könnte man eine neue Pipeline zur Versorgung bauen, aber der Bau alleine würde Jahre benötigen. Zumindest bis Ende des Jahres erscheint dies ebenfalls als eine echte Herausforderung, wenn es nicht gar unmöglich ist.

Wird die Bundesregierung Rosneft zum Verkauf der Anteile an der Raffinerie zwingen?

Nun könnte die Bundesregierung ähnlich verfahren wie mit Gazprom Germania, die russische Tochtergesellschaft wird seit dem 5. April von der Bundesnetzagentur treuhänderisch verwaltet. Auch eine vollständige Enteignung der Raffinerie wäre mittlerweile möglich, denn der Bundestag hat am 12. Mai einer Neufassung des Energiesicherungsgesetzes zugestimmt. Das Gesetz soll ab Juni in Kraft treten und könnte Rosneft dazu zwingen, seine Anteile an der Raffinerie zu verkaufen. Aber das alles ersetzt nicht die 12 Millionen Tonnen russisches Crude, die durch die Druschba-Pipeline in die Raffinerie gepumpt werden. Auf der Suche nach Alternativen ist man auf die alte Pipeline zwischen Schwedt und dem Rostocker Hafen aufmerksam geworden. Allerdings ist die Kapazität recht gering und würde nur zu einer Auslastung von 60 Prozent führen. Technische Innovationen und Erneuerungen der Raffinerie werden geprüft, um die Produktivität zu erhöhen. Eine weitere Alternative wäre eine Anlieferung per Tanker nach Gdansk in Polen, um dann via Pipeline, die mit der Druschba-Pipeline verbunden ist, nach Schwedt gepumpt zu werden. Dabei wäre Deutschland auf die Hilfe Polens angewiesen. Die polnische Klima-Ministerin Anna Moskwa teilte mit, ihre Regierung helfe bereits bei der Versorgung der Leuna-Raffinerie, und bestehe auf ein Herausdrängen von Rosneft aus der Eigentümerstruktur von PCK-Raffinerie GmbH. Die Regierungen arbeiten aktuell gemeinsam an einem Konzept, um beide Länder ausreichend mit Treibstoffen zu versorgen.

Welche Raffinerien werden noch von der Druschba-Pipeline versorgt?

Insgesamt werden sechs Raffinerien im Osten Europas durch die Druschba-Pipeline versorgt. Der nördliche Arm der Pipeline versorgt Plock in Polen und Schwedt und Leuna in Deutschland. Der südliche Arm versorgt die Raffinerien Duna in Ungarn, Bratislava in der Slowakei und Litvinov in der Tschechischen Republik.

Tischrede von Wirtschaftsminister Robert Habeck in Schwedt

Wirtschaftsminister Robert Habeck (Bündins90/Die Grünen) reiste letzte Woche nach Schwedt und hielt eine Rede vor der versammelten Belegschaft der Raffinerie. In alter Volkspolitikermanier stieg er mit einem Mikrofon in der Hand auf einen Tisch, damit ihn die so zahlreich erschienenen Werksarbeiter besser hören konnten und sprach: „Ich will Sie nicht vergackeiern und Ihnen auch nicht irgendwie den Himmel rosarot malen. Es kann sein, dass es an irgendeiner Stelle hakt, es kann sein, dass irgendwas nicht funktioniert“, sagte Habeck. Aber wenn sein Plan aufgehe, dann habe das Werk Zukunft und Perspektive. Ob Habeck mit seinem Plan erfolgreich sein wird, oder ob er an den geopolitischen und technischen Tatsachen scheitert, steht noch aus.



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10 Kommentare

  1. Ost-Deutschland besaß bereits zu DDR-Zeiten Kompetenz in Sachen Veredelung von Rohöl. Und so sollte es auch bleiben. Im Rahmen einer gemeinsamen Berlin-Brandenburg-Innovationsstrategie sollte die PCK-Raffinerie in Schwedt für den Cluster fossiles Erdöl mit Beimischung stehen.

  2. Ich muss zunächst meinen Zorn in den Griff bekommen. Schwedt als Relikt des Kalten Krieges zu bezeichnen ist für mich eine Unverschämtheit. Dann müssen wir uns auch die Firmen aus der Nazizeit nochmal vornehmen oder unsere Autobahnen. Alles hat seine Geschichte. Die Abhängigkeit von russischem Öl hat mehr als 60 Jahre keine Rolle gespielt. Würde die EU endlich mal aus ihrer Unterwürfigkeit gegenüber den USA kommen und dem Petroldollar die Stirn bieten, dann könnte die EU als Relikt des Kalten Krieges neue Wege gehen. Auch mit Öl und Gas aus Russland. Die Ukraine ist doch wieder nur ein Mittel zum Zweck unserer amerikanischen Freunde.

    1. @Martina K.

      Was regen Sie sich denn so auf, bis hin zum Zorn?
      Ein Relikt ist völlig wertfrei ein Überbleibsel aus der Vergangenheit, an dem aus gewissen Gründen festgehalten wurde. In dem Fall waren es gute und verständliche Gründe, hauptsächlich aus technischer und ökonomischer Sicht. Das war es dann auch schon.
      Das eigentliche Problem sprechen Sie im Anschluss an Ihren unterdrückten Zornesausbruch an. Die Abhängigkeit von russischem Öl über mehr als 60 Jahre. Nun ist das leider zum akuten und tatsächlichen, wenn auch längst vorhersehbaren, Problem geworden. Und die Lösung kann nicht darin bestehen, die Ukraine zu opfern, nur damit wir weiterhin in billiger Abhängigkeit von einem unkalkulierbaren Lügner und Aggressor weiterleben.

      Millionen von Ukrainern als Mittel zum Zweck zu betrachten, ist schändlich und unmenschlich. Da hilft es auch nicht viel, diese Sichtweise alleine den USA zuzuschieben, denn Ihre Betrachtungsweise und angedeuteten Lösungsvorschläge substituieren nur ein Wort: Unsere amerikanischen Freunde mit russischen Freunde.

      Wofür würde sich wohl die große Mehrheit der ukrainischen Bevölkerung entscheiden?
      Denn um die geht es ja schließlich auch als gewichtiges Argument in der Entscheidungsfindung europäischer Politik.
      Erste Gespräche, Beschlüsse und Reaktionen Europas erfolgten deutlich vor einer Abstimmung mit den so verhassten USA.

      Und es war ebenso offensichtlich und absehbar, dass Nationalistinnen (ich meine damit keine Nazis), Kleinstaatlerinnen, Patriotinnen und Kremlfreundinnen wie Sie die Fakten schnell in diese Richtung drehen würden: Fokus weg vom Aggressor, hin zu bewährten Feindbildern, wie USA und Grünen.

      Das ist so langweilig und durchschaubar, wie überflüssig und nervtötend.
      Und verursacht sinnlosen Datentransfer mit entsprechendem Energieverbrauch. Kurz und gut: Energieverschwendung.

  3. @Michael: Es ist eine Frechheit von Ihnen Martina hier so runter zu putzen
    Zitat: „Kremlfreundinnen wie Sie“
    Akzeptieren Sie einfach, dass es Andersdenkende gibt. Das ist auch gut so und in einer „Demokratie“ wie unsere, sollte es so sein, ich schreibe bewußt „sollte“.

    Warum müssen wir jetzt alle die Russen hassen? Weil unsere Regierung, die EU das so beschließt und von uns erwartet, dass wir gleicher Meinung sind? Wer sich mit dem Werdegang der Ukraine beschäftigt, legt ein Veto gegen Aufnahme in EU ein. Wir brauchen keine Nazis, nicht in der EU noch in der Welt. Wir werden mit Embargos und Enteignungen nichts erreichen und Waffenlieferungen an die Ukraine werden diesen Krieg nicht beenden! Die USA und die Waffenhersteller sind gewiß nicht traurig, wenn dieser Krieg noch andauert.

    Es wird so kommen, dass Putin seine Ziele (die er vor dem Krieg klar geäußert hat) erreicht. Der ganze Krieg, das Leid und die vielen Toten (auf beiden Seiten) waren umsonst und hat Milliarden gekostet und wird es noch kosten. Warum will Deutschland immer jedem (auch noch so fernen) Land seine Meinung und Denkweise aufzwingen? Das sind andere Mentalitäten, Glaubensrichtungen ect.

    Das ukrainsche Volk hat sich für den Krieg entschieden und nicht erst seit drei Monaten. Die Ukraine hat sich selbst geopfert. Nun gibt es nur noch „Forderungen-Forderungen und nochmals Forderungen“ nach Hilfe, Waffen, Geld ect. Wir müssen uns dann sogar beleidigen lassen?

    „Dies ist nicht unser Krieg!“

    Die Ausmaße dessen und unserer Politik, werden wir aber noch sehr zu spüren bekommen. Das ist für mich offensichtlich und absehbar, wie Sie so schön geschrieben haben.

    Ich hoffe auf eine gute Lösung für das PCK Schwedt und weitere Lieferung von russischem Öl!

    Die verzweifelten Alternativsuchen sind lächerlich. Öl aus Afrika und wo jetzt überall hin gekutscht wird. Wir reiten uns immer mehr rein und der große Sieger dieses Krieges wird Herr Putin sein.

    1. @Dorle

      Vermutlich ist Ihnen nicht klar, dass die drei rechtnationalistischen und rechtsextremen Parteien in der Ukraine bei den letzten Wahlen zusammen nur auf 2,15 Prozent der Stimmen kamen. Anders ist der Unsinn von irgendwelchen Nazis, die keiner braucht, schwer zu erklären. Der Anteil in Deutschland oder jedem anderen Land dürfte jedenfalls auch kaum geringer ausfallen. In Russland gibt es übrigens erwiesenermaßen deutlich mehr Neonazis, die keiner braucht. Nur weil die Begriffe ‚Faschismus‘ und ‚Faschisten‘ in den russischen Sendern geradezu inflationär benutzt werden, ist das kein Grund, der russischen Staatspropaganda auch Glauben schenken zu müssen.

      Nicht Deutschland will einem fernen Land seine Meinung und Denkweise aufzwingen, im Gegenteil hat uns ein gar nicht so fernes Land um Hilfe und Unterstützung ersucht. So, wie es angeblich auch die „unabhängigen“ Volksrepubliken im Donbass oder auf der Krim getan haben. Nur, dass Deutschland nicht gleich einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Zivilbevölkerung begonnen hat. Der lässt sich auch mit anderen Mentalitäten und Glaubensrichtungen nicht legitimieren.

      „Dies ist nicht unser Krieg!“
      Würden Sie das auch noch sagen, wenn Putins Truppen das Baltikum überrollt haben oder an der polnischen und tschechischen Westgrenze stehen? Ach komm, solange wir brav unser russisches Öl und Gas kaufen, geht es uns doch nichts an, was in anderen europäischen Ländern passiert. Wir sind Deutschland, Deutschland über alles, sch… auf Europa!

      Ich akzeptiere übrigens Andersdenkende. Das darf mich aber nicht davon abhalten, meine Meinung diesen gegenüber zu äußern. Oder gilt das mit der Akzeptanz nur einseitig?

      1. @ Alle

        Die Meinungsfreiheit ist derzeit suspendiert. Selbst ein Altbundeskanzler wird bestraft und mit allerlei weiteren Strafen bedroht, nur weil er nicht in den allgemeinen Tenor einstimmt (oder vielleicht, weil er den ebenso völkerrechtswidrigen Krieg gegen den Irak nicht mitgemacht hat?). Reporter, Künstler oder Sportler wurden reihenweise aussortiert. Erst wegen C, jetzt wegen U.

        Das kann man nicht übersehen.

        In dieser Situation ist es natürlich, dass die Vertreter der unterdrückten Meinungen darauf hinweisen. Zugleich wirkt es seltsam, wenn die Vertreter der zulässigen Meinung sich davon stets persönlich angegriffen fühlen. Sie müssen sich schon den Vorwurf gefallen lassen, dass sie als Bürger einer Demokratie nicht reagieren, wenn allgemeine Verfassungsprinzipien mit den Füßen getreten werden, weil sie selbst das gut finden.

        Was das Öl betrifft: bisher sagen alle Erfahrungen mit Energie im allgemeinen und alle Fakten über die Alternativen, dass die Menschheit auf unabsehbare Zeit nicht auf Öl verzichten kann. – Ich ändere meine Meinung, wenn mir jemand nicht nur erzählt, wie es theoretisch klappen könnte, sondern in der Realität zeigt, wie es gemacht wird. Bisher gib es jedenfalls nur Ideen und Ansätze. Die darf jeder gerne verfolgen.

        Daraus folgt für mich logisch, dass wir weiter Öl und Gas aus Russland beziehen sollten.

        – Für die Funktion unserer Gesellschaft und der Wirtschaft.
        – Zum Schutz der Umwelt.
        – Und aktuell auch, um die Chancen auf einen Verständigungsfrieden zu erhöhen.

        1. @Felix, schauen Sie sich zur Entspannung einmal diesen gut gealterten irischen anti-Imp an:

          https://twitter.com/wallacemick

          Der sitzt für die irischen Grünen im Europarlament und kritisiert die Ukraine-Berichterstattung, v.a. dass alles ungefiltert von der ukrainischen Regierung übernommen werde. Als Antwort bekommt er, dass es Russland schlimmer sei und man die Ukraine nicht mit Russland vergleichen dürfe.

          Sie können Non-Konformist sein, aber sie dürfen keine Angst vor dem System und seinen Schleimscheißern haben.

        2. Freiherr Graf von Schwurbelstein

          @Felix, bitte nenn mir einen einzigen Fall, bei dem die Meinungsfreiheit im Zusammenhang mit Corona „suspendiert“ wurde. Wurde jemand eingesperrt, zu Geldstrafen verdonnert oder geknebelt? Und komm mir jetzt nicht mit „Zensur“ durch Warnhinweise oder vereinzelte Löschungen in den sozialen Medien bei eindeutigen Fake News und Lügen. Ist es nicht eher so, dass Foren, soziale Medien und Messengerdienste geradezu von Schwurbelarmeen und Fake-Bots geflutet wurden und werden? Ich sehe wöchentlich trillernde und schimpfende Horden von Montagsspaziergängern, die alle ihre Quer-Meinung kundtun dürfen.
          Oder meinst du vielleicht den glücklichen Umstand, dass diese Meinungen auf andere Ansichten treffen und dann auch noch massiv von wissenschaftlichen Fakten widerlegt werden? Das mag natürlich traurig und frustrierend sein, vor allem, wenn man schnell beleidigt und dünnhäutig in seiner Rolle als ständiges Opfer reagiert. Aber so ist eben das Wesen eines Diskurses, und Meinungsfreiheit gilt zum Glück für verschiedene Seiten.

          1. Niemand konnte übersehen, wie Menschen in der Öffentlichkeit als Nazis diffamiert worden sind und teilweise ihre Jobs verloren, nur weil sie der neuen „Impfung“ kritisch gegenüberstanden.

            Was die Einstufung als „Fake“ betrifft: da haben ja wohl Angestellte ohne jede fachliche oder allgemeine Kompetenz einfach alles als Fake deklariert, was irgendwie impfkritisch aussah. Selbst wenn es von den Spitzenkräften der einschlägigen Disziplinen kam.

            So etwas nennt man landläufig FASCHISMUS.

          2. Freiherr Graf von Schwurbelstein

            @Felix, vereinzelte „Diffamierungen“ muss man in der heutigen Diskussions“kultur“ schon aushalten können. Du tust ja gerade so, als sei das „in der Öffentlichkeit“ die Regel gewesen, und nicht das Gebaren einzelner radikaler und wütender Subjekte aus der Befürworterschicht. Das mit den Nazis ist wohl auf die überwältigende statistische Signifikanz von mindestens 90% Impfgegnern und Corona-Leugnern bei AfD-Wählern zurückzuführen, und da wiederum speziell bei den Anhängern des völkischen Flügels um Höcke. Ich persönlich befürworte solche Titulierungen ebenfalls nicht, allerdings halten die auch niemanden davon ab, seine Meinung zu äußern. Im übrigen sind viele Impfgegner ebenfalls nicht gerade zimperlich, zum Beispiel mit dem allgegenwärtigen Wort ‚FASCHISMUS‘.

            Ich weiß jetzt nicht, ob und wie viele Impfgegner ihren Job verloren haben. Vielleicht hast du ja Zahlen dazu parat?
            Nach meiner Kenntnis war das speziell bei Pflegern im Gespräch, die berufsbedingt sehr lange und intensiv mit hoch vulnerablen Menschen, und das auch noch in Gruppen, zu tun haben. Ich muss sagen, in dem Fall sollte schon so viel Verantwortungsbewusstsein vorhanden sein, um die eigenen persönlichen Befindlichkeiten zurückzustellen. Oder man muss eben leider die Konsequenzen tragen, auch wenn es extrem hart ist. Sorry für meine Meinung dazu.

            Es wurde nicht im Ansatz „einfach alles als Fake deklariert, was irgendwie impfkritisch aussah.“
            Das entspricht nicht der Wahrheit. Vielmehr wurden in der ganzen Sintflut nur Beiträge im Nachkomma-Promillebereich „zensiert“, wenn es sich dabei um eindeutig widerlegte Desinformation handelte. Natürlich traf es da die Handvoll Influencer und selbsternannten Koryphäen, die Privatmeinung von kleinen Würmchen wie dir und mir mit zwei Followern und drei Likes interessiert keinen faschistischen Zensor im allgegenwärtigen Metaversum.

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