Porsche meldet aktuell, dass man zusätzlich zu bisher bekannten Maßnahmen weitere 5.000 Stellen bis 2035 abbauen will. Mit den Streichungen, die im letzten Jahr verkündet wurden, werden es dann insgesamt 8.900 gestrichene Jobs sein. Man spricht von einem sozialverträglichen Abbau zum großen Teil über natürliche Fluktuation, demografische Effekte, einer Erweiterung des Sonderprogramms Altersteilzeit und Aufhebungsverträgen.
Porsche mit Abbauprogramm
Das Zukunftspaket sei Grundlage zur strategischen Neuausrichtung im Rahmen der Strategie „Sportwagenschmiede 35“. Porsche investiert nach aktueller eigener Aussage bis 2035 kumuliert 2,1 Milliarden Euro in die Standorte Zuffenhausen und Weissach. Es gebe umfassende Maßnahmen um Personalkosten deutlich zu senken, Arbeit an den Standorten wesentlich flexibler zu gestalten und die Produktivität erheblich zu steigern.
Und man verlängert die Standortsicherung um fünf Jahre bis 2035, so Porsche. Mit dem Gesamtbetriebsrat habe man sich geeinigt. Bei diesem Maßnahmenpaket gehe es um eine höhere Flexibilität und Produktivität. Das Zukunftspaket sei ein wesentlicher Baustein der Strategie 2035. Diese soll im Detail im Oktober im Rahmen eines Capital Markets Day verkündet werden.
Kommentar: Die unsichtbare Tragödie
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Keine Bilder wie in den USA, wo auf einen Schlag tausende Leute von Jetzt auf Gleich vor die Tür gesetzt werden, und ihre Existenz verlieren. Keine dramatischen Szenen, kein Debakel. Es ist eine kalte Tragödie, die kaum sichtbar, kaum spürbar ist. Denn wie so ziemlich alle größeren Betriebe, bedient sich Porsche des Mittels der natürlichen Fluktuation. Man ist als Betrieb groß genug, um ältere Mitarbeiter einfach in Ruhestand gehen zu lassen, und die frei werdenden Stellen nicht neu zu besetzen. Dazu kommen Altersteilzeit, hohe Abfindungen usw. Die „abgebauten“ Mitarbeiter fallen also weich.
Die Tragödie ist nicht sichtbar, nicht greifbar. Aber sie ist da! Nachrücker gibt es nicht mehr. Junge Leute, die bisher über Berufsausbildung und ständige Weiterbildung im Betrieb in die gut bezahlten Produktions-Jobs aufstiegen, müssen sich zukünftig in den meisten Fällen deutlich schlechter bezahlte Arbeitsstellen in Dienstleistungsberufen oder gleich beim Staat suchen. Aber eben nicht mehr bei Porsche, wo langfristig die Anzahl der Arbeitsstellen sinkt.
Es wird Jahr für Jahr schleichend ein Absinken des Lebensstandards eintreten bei Milieus, die bisher in der Produktion gut verdient haben. Die „Alten“ fallen weich, werden gut abgefunden, gehen gut versorgt in Rente. Die Jungen zahlen die Rechnung. Deutlich schlechter bezahlte Jobs und immer weiter steigende Gesamtbelastungen durch Steuern und Sozialabgaben. Der Lebensstandard und die Kaufkraft sinken langfristig, wenn man einerseits deutlich weniger verdient als die Eltern, und auch noch mit einer ständig steigenden Abgabenlast konfrontiert wird.
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Und es geht jede Menge know how verloren. Es war ja gerade die deutsche Automobilindustrie, die wegen der außerordentlichen Ingenieureleistung unseren Ruf als Die Wirtschaftskraft weltweit geprägt hatte. … Perdu.
Und die „Freigesetzen“ wären ja exakt die Menschen, die bis 70, oder sind wir schon bei 75 Jahren, arbeiten sollen. Aber ja, interessiert eh keinen in Berlin.
„…Und es geht jede Menge know how verloren…“
Was nützt know how, wenn es überholt und unbrauchbar geworden ist?
Siehe Nokia.
Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit.