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Porsche und Mercedes mit Absatzeinbruch – vor allem China belastet

Porsche und Mercedes-Benz erleben laut jüngsten Meldungen deutliche Absatzeinbußen. Besonders China belastet.

Porsche-Händler in Hamburg
Porsche-Händler in Hamburg. Foto: Claudio Kummerfeld

Vor Verkündung von Quartalszahlen sehen wir diese Woche die Absatzzahlen bei einigen Autoherstellern. Porsche und Mercedes zeigen deutlich sinkende Verkaufszahlen, was die Krise der deutschen Autoindustrie weiter verschärft. Vor allem China wird immer stärker zum Problem. Konsumzurückhaltung und die Zuwendung zu heimischen Herstellern in China machen deutschen Autoherstellern zu schaffen.


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Porsche-Umsatz bricht aufgrund von Einbruch in China und Modellwechseln ein

Der Umsatz von Porsche ist laut heutiger Meldung im ersten Quartal gesunken. In China, wo die Ausgaben für Luxusgüter weiterhin verhalten sind, kam es zu einem stärkeren Einbruch. Dazu berichtet Bloomberg: Dies verschärfte den Druck durch Modellwechsel und eine nachlassende Nachfrage nach Elektroautos in den USA. Die weltweiten Auslieferungen bei Porsche brachen in diesem Zeitraum um 15 % ein, was vor allem auf den Rückgang in China zurückzuführen ist. Europäische Luxusmarken sehen sich auf dem weltweit größten Automobilmarkt mit einem Verlust an Preisgestaltungsmacht konfrontiert. Das Auslaufen der Verbrenner-Versionen von Porsches Einstiegsmodell 718 sowie Vergleiche mit der Einführung des elektrischen SUV Macan im Vorjahr belasteten die Ergebnisse ebenfalls.

Wie für andere europäische Autohersteller, so bleibt China ein großer Hemmschuh. Die Auslieferungen dort fielen um rund ein Fünftel auf 7.519 Einheiten, sodass Porsche in Deutschland mehr Autos verkaufte als in seinem ehemaligen Top-Markt. Die Absatzzahlen liegen nun etwa 73 % unter dem Höchststand von 28.085 Einheiten im dritten Quartal 2022 nach der Pandemie.

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Der weltweite Absatzrückgang zwingt Porsche dazu, seine Strategie zu überdenken. Der neue Vorstandsvorsitzende Michael Leiters, der im Januar sein Amt antrat, plant weitere Stellenstreichungen und erwägt zusätzliche High-End-Modelle oberhalb des 911, um die Margen zu stärken. Porsche reduziert zudem die Ausgaben für Elektrofahrzeuge nach einem überambitionierten Vorstoß. Leiters erwägt weitere Stellenstreichungen zusätzlich zu den 3.900, die zuvor mit den Arbeitnehmervertretern vereinbart wurden.

Auch in den USA gingen die Verkaufszahlen im ersten Quartal zurück. Porsche führt dies auf eine hohe Vergleichsbasis aufgrund der stärkeren Macan-EV-Verkäufe während der Markteinführungsphase im letzten Jahr zurück, sowie auf das Auslaufen der Kaufanreize für Elektrofahrzeuge. Deutschland war ein Lichtblick mit einem Umsatzanstieg von 4 %. Die Auslieferungen des Flaggschiffmodells 911 nahmen weltweit zu, angeführt von den margenstärkeren Turbo- und GTS-Varianten.

Der Ausblick steht vor neuem Druck aus dem eigenen Umfeld, da chinesische Autohersteller zunehmend auf das europäische Premiumsegment abzielen. Die Luxusmarke Denza von BYD stellte diese Woche Modelle für die Region vor, darunter das Flaggschiff Z9GT – ein rund 100.000 Euro teures Elektroauto, das ultraschnell aufgeladen werden kann und in 2,7 Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigt.

Schwaches China-Geschäft belastet Mercedes

Bereits gestern gab es von Mercedes schlechte Zahlen. Hauptgrund für die Entwicklung ist ein beschleunigter Absatzschwund in China, wo lokale Marken verstärkt in das Luxussegment vordringen. Dazu meldete Bloomberg: Die weltweiten Auslieferungen des Herstellers sanken um 6 % auf 499.700 Fahrzeuge. Dabei wog der sich verschärfende Einbruch in China schwerer als Zuwächse in Europa und den USA. Auf dem weltweit größten Automobilmarkt brachen die Verkäufe um 27 % ein. Damit fiel der Rückgang deutlich steiler aus als im vierten Quartal, in dem ein Minus von 19 % verzeichnet worden war.

Während die Nachfrage nach Oberklasse-Fahrzeugen in China gedämpft bleibt, gewinnen einheimische Marken kontinuierlich Marktanteile hinzu. Mercedes hat wichtige Modelle, darunter das Flaggschiff S-Klasse, modernisiert, um den Wettbewerb mit Rivalen wie der Maextro S800-Limousine von Huawei Technologies aufzunehmen. Das Stuttgarter Unternehmen hat bereits gewarnt, dass die Margen auch in diesem Jahr unter Druck bleiben werden.

In anderen Regionen gab es hingegen Lichtblicke. So zogen die Verkäufe von Elektrofahrzeugen in Europa an. Getrieben wurde dies durch eine starke Nachfrage in Deutschland nach der batteriebetriebenen CLA-Limousine, die zu “Europas Auto des Jahres 2026” gewählt wurde. Das Modell gilt als erster Test für die Produktoffensive von Mercedes, in deren Rahmen in den kommenden Jahren etwa 40 neue Fahrzeuge geplant sind.

FMW/Bloomberg



Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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