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Porsche zieht Volkswagen runter – deutsche Autoindustrie in der Krise

Porsche meldet eine Gewinnwarnung, was auch Volkswagen dazu nötigt. Ein neuer Beleg für die Krise der deutschen Autoindustrie.

Foto: Michael Robinson Chvez/Bloomberg

Die deutsche Autoindustrie strauchelt massiv. Jetzt liegt der Fokus nochmal verstärkt auf der Volkswagen-Gruppe. Freitag Abend gab es den neuen Schock: Porsche mit deutlicher Gewinnwarnung – weshalb auch die Mutter Volkswagen wenige Minuten später eine Gewinnwarnung für den Konzern veröffentlichte. Die massive Umstellung auf Elektroautos wird zum Desaster – die Kunden kaufen nicht in dem Umfang, wie man es erwartet hatte, daher rudert man zurück. Aber auch das China-Geschäft und Trumps Zölle sorgen für eine insgesamt toxische Problemmischung!

Deutsche Autoindustrie in der Krise – Porsche mit Problemen

Die Porsche AG hat in Sachen Elektroauto die Notbremse gezogen. Dazu berichtet Bloomberg: Der Sportwagenbauer korrigiert damit eine kostspielige Strategie, die die Margen belastet hat und zugleich die Muttergesellschaft Volkswagen in Mitleidenschaft zieht. Der Hersteller des 911 hat ein geplantes Luxus-SUV mit Batterieantrieb gestrichen und angekündigt, stärker auf Verbrennungs- und Hybridmodelle zu setzen. Dieser Kurswechsel bedeutet eine Belastung von 1,8 Milliarden Euro beim operativen Gewinn und zwingt sowohl Porsche als auch Volkswagen, den Jahresausblick zu senken. Für die deutsche Autoindustrie ist es ein weiteres Signal der Krise: hohe Kosten und schwache Verkäufe bremsen.

Wie die Wettbewerber Stellantis und Renault haben auch die deutschen Hersteller Milliarden in die Elektromobilität investiert – und kämpfen nun mit deutlich geringerer Nachfrage als erwartet. Porsche leidet seit dem Börsengang 2022 unter Rückschlägen in China und unter US-Zöllen. Die Gewinnwarnung vom Freitag war bereits die vierte in diesem Jahr. Die Aktie ist so stark gefallen, dass Porsche aus dem Dax fliegt.

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“Autokäufer legen auf luxuriöse Elektroautos wenig Wert”, sagt der unabhängige Autoanalyst Matthias Schmidt aus der Nähe von Hamburg. Porsche habe das nun erkannt und springe zurück zu margenstarken Verbrennermodellen. Besonders schwer wiegt die Entwicklung in China, dem größten Automarkt der Welt. Dort ist die Nachfrage nach Luxus schwach, während heimische Hersteller wie BYD den Elektrobereich dominieren. In den USA, Porsches größtem Einzelmarkt, machen die Importzölle von Präsident Donald Trump dem Unternehmen zu schaffen, weil der Hersteller dort ausschließlich importierte Fahrzeuge verkauft.

Probleme auch bei anderen Marken in der Volkswagen-Gruppe

Die Probleme von Porsche schlagen inzwischen deutlich auf den Mutterkonzern durch. Volkswagen, bei Elektroautos einst Vorreiter unter den traditionellen Herstellern, hat bereits ehrgeizige Batteriepläne zurückgenommen und zur Kostensenkung eine umfassende Restrukturierung gestartet. Am Freitag hat das Unternehmen angekündigt, im Zusammenhang mit den Maßnahmen von Porsche eine nicht zahlungswirksame Abschreibung in Höhe von rund 3 Milliarden Euro vorzunehmen. Die Wolfsburger stutzten ihre Prognose für die operative Umsatzrendite auf 2% bis 3% – nach zuvor bis zu 5%.

Die Luxusmarken des Volkswagen-Konzerns, die einst Garanten für satte Margen waren, schwächeln inzwischen. Die Audi-Gruppe – zu der auch Bentley, Lamborghini und der Motorradhersteller Ducati gehören – hat im Juli ihre Jahresprognose gesenkt. Im ersten Halbjahr war in fast allen wichtigen Märkten der Absatz gesunken, so in Nordamerika und dem einstigen Profitmotor China.

Grafik zeigt deutlich sinkende Umsatzrendite bei Porsche

FMW/Bloomberg



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3 Kommentare

  1. O.k., zum einen bleiben bei Porsche die Auswirkungen der Umstellung auf mehr Verbrennermotoren abzuwarten. Desweiteten würde Forschung und Weiterentwicklung diverser Satelliten aus den Bereichen Navigation, Nachrichtendienste und Internet auf der Internationale Raumstation ISS Porsche Marktchancen im Zusammenhang mit der Kompetenz des genannten Sportwagenherstellers in Sachen Navigation eröffnen.

  2. 40 Eur wäre für VW ein interessanter Einstiegspreis.

  3. Lamborghini schwächelt keineswegs und eilt von Jahr zu Jahr zu neuen Rekorden, weil
    man keine vollelektrischen Autos baut. Die Italiener kennen sich halt viel besser mit Luxus aus.

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