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Devisen

Positionierungen an den Future-Märkten: Wieder viel falsch gemacht – der Weg des größten Schmerzes..

Einer der weisesten Sätze der Finanzmärkte lautet: „Die Börse geht gerne den Weg des größten Schmerzes“. Und sieht man sich an, wie die Player an den Futures-Märkten positioniert waren – und was dann bei den Kursen passierte – dann kann man sagen: sehr großer Schmerz!

Redaktion

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FMW-Redaktion

Sieht man sich die neuesten CFTC-Daten an, muß man wieder einmal konstatieren: da haben viele vieles falsch gemacht! Das gilt zunächst einmal für WTI-Öl, dessen Preis bekanntlich in der letzten Woche gestiegen ist nach dem vorherigen Abverkauf. Und als der Preis stark fiel, hatte das auch und vielleicht vorwiegend sogar in der massiven Long-Positionierung: am 21.Februar hatte das Long-Short-Verhältnis noch bei 11,5:1 gelegen – und als der Preis dann ins Rutschen kam, brachte das die Long-Player unter Druck, sie mussten eindecken und beschleunigten so den Abwärtslauf:

Mit dem Preisverfall wurden bei WTI Long-Positionen reduziert, und Short-Positionen kontinuierlich aufgebaut. Und dieser Trend hat sich fortgesetzt: so fiel die Zahl der Long-Kontrakte um weitere 10.000 auf nun nur noch 361.000, während weitere knapp 6000 Short-Kontrakte auf nun 116.000 eröffnet worden sind – wodurch das Long-Short-Verhältnis nun nur noch knapp über 3:1 liegt. Mit anderen Worten: wir erleben derzeit einen Short-Squeeze im Öl, nachdem es zuvor massenhaft Liquidationen von Long-Kontraken gegeben hat. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die maßgeblichen Player am Öl-Markt (OPEC, einzelne OPEC-Länder) bullische Meldungen gerne dann bringen, wenn die Short-Positionierung hoch ist – und umgekehrt.

Bullischer als in der Vorwoche ist die Positionierung bei den Edelmetallen Gold und Silber: bei Gold wurden 18.000 neue Long-Kontrakte eröffnet auf nun 156.000, während knapp 15.000 Short-Kontrakte geschlossen wurden (nun nur noch 57.000). Bei Silber hingegen eine vergleichsweise große Veränderung mit weiteren 14.000 neuen Long-Kontrakten auf nun 93.000, während nach Schließung von 2000 Short-Kontrakten nur noch 11.000 Short-Kontrakte offen sind – ein Long-Short-Verhältnis von knapp 9:1, mithin also ist der Markt deutlich stärker bei Silber auf der Long-Seite positioniert als bei Gold.

Auch bei den Devisen war das Timing vieler Player eher unglücklich. So wurden die Long-Kontrakte im Euro zum Dollar leicht erhöht, die Shorts etwas deutlicher zurück gefahren, sodass nun die Short-Positionierung im Euro so gering ist wie seit 2014 nicht mehr. Offenkundig hatten viele nach den Aussagen Draghis am 19.März sich für eine absehbares Ende der ultralaxen Geldpolitik der EZB positioniert. Der Euro stieg, sah auch charttechnisch gut aus – bis dann der Nackenschlag kam mit dem Insider-Bericht, wonach sich die Notenbank mißvererstanden fühle, man wolle noch lange die derzeitige Geldpolitik beibeihalten. Der Euro-Abverkauf in der Folge hat siher viele auf dem falschen Fuß erwischt.

Auffallend ist weiter, dass vor allem Short-Positionen im Pfund zum Dollar sowie im Yen zum US-Dollar stark reduziert worden sind. Daneben erfreuen sich der australische Dollar und der mexikanische Peso großer Beliebtheit (der Peso zeigt nun das erste Mal seit der Trump-Wahl eine Netto-Long-Positionierung). Gänzlich gedreht hat sich das Bild beim kanadischen Dollar zum US-Dollar: kürzlich war der Markt noch so long im kanadischen Dollar wie seit viereinhalb Jahren nicht mehr, nun liegt das Long-Short-Verhältis fast bei 1:4. Ein selten gesehener Meinungsumschwung.

In der Summe hat der Markt seine Dollar-Long-Positionierung deutlich reduziert – und der Dollar ist gestiegen. An den Märkten ist eben nur eines sicher: der Schmerz!

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Devisen

Türkische Lira steigt weiter – Zinsen und US-Dollar helfen

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira steigt dieser Tage immer weiter an. Zuletzt berichteten wir am Montag über die weiter steigende Inflation in der Türkei. Sie stieg von November auf Dezember von 14,03 Prozent auf 14,60 Prozent. Dennoch blieb die Lira robust. Und sie steigt bis heute weiter an. Dies liegt an der offenbar nachhaltigen Wirkung der letzten Zinsanhebung der türkischen Zentralbank vom 24. Dezember 2020. Insgesamt stieg der Leitzins in der Türkei seit dem 19. November von 10,25 Prozent auf satte 17 Prozent. Damit liegt er nun spürbar über der Inflationsrate.

Folglich werden Geldanlagen in der Türkei für ausländische Anleger wieder attraktiver. Und aktuelle Berichte zeigen, dass wirklich wieder Geld in die Türkei fließt. Dies stärkt natürlich die türkische Lira. Es gab im November und Dezember von ausländischen Finanzinstitutionen einen Zufluss in türkische Aktien und Anleihen in Höhe von 3,9 Milliarden Dollar.

Türkische Lira wertet seit November auf

Auch muss man sehen, dass der US-Dollar seit einiger Zeit klar im Abwärtstrend ist, auch wenn er sich heute etwas erholen kann. Die Dollar-Schwäche und die kräftige Zinsanhebung in der Türkei helfen derzeit dabei die türkische Lira nach oben zu pushen. Seit November hat der US-Dollar gegen die türkische Lira verloren von 8,57 bis auf 7,23 heute früh (aktuell 7,32). Wie gesagt, ganz aktuell steigt der Dollar-Index – also eine eigenständige Dollar-Stärke, welche die Lira schwächt. Aber die große Bewegung seit zwei Monaten zeigt klar eine Lira-Stärke! Jetzt kann man, wenn man denn auf eine weiter steigende türkische Lira setzt, nur noch hoffen, dass Präsident Erdogan nicht nach einigen Wochen wieder auf Zinssenkungen drängt, und dass der Leitzins weiter hoch bleibt – damit die Lira-Aufwertung sich verfestigen kann.

Im ganz großen Bild (Chart USDTRY seit dem Jahr 2011), da erkennt man wie desaströs die Abwertung für die türkische Lira in den letzten Jahren war. Denn vor zehn Jahren musste man für 1 Dollar weniger als 2 Lira aufbringen – heute sind es wie gesagt 7,32 Lira. Die aktuelle Aufwertung der türkischen Währung sieht man im Chart nur ganz am Ende als noch überschaubaren Rückfall im USDTRY.

Chart zeigt Verlauf von US-Dollar gegen türkische Lira seit 2011

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Devisen

Goldpreis und US-Dollar: Wette auf Senatssieg für Demokraten

Claudio Kummerfeld

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Gold mit US-Adler und US-Dollar

Der US-Dollar fällt aktuell weiter nach unten, der Goldpreis steigt weiter an. Im Chart sehen wir seit dem 28. Dezember den steigenden Goldpreis gegen den fallenden US-Dollar in Form des Dollar-Index. Gold steigt seit Silvester bis jetzt auf einen neuen Höchststand von 1.955 Dollar. Der Dollar-Index notiert mit einem Indexstand von 89,29 Punkten auf den tiefsten Niveau seit April 2018. Seit gestern ist er erneut ein Stück abgerutscht.

Goldpreis und US-Dollar mit Blick auf Wahl in Georgia

Daraus kann man ablesen, dass die Spekulanten derzeit an einen Wahlsieg der Demokraten in Georgia glauben (hier der aktuelle Kommentar von Markus Fugmann), womit die Sitze im Senat in Washington DC exakt gleich aufgeteilt würden, wodurch wiederum die neue Vizepräsidentin Harris den Ausschlag geben würde. Damit könnte Joe Biden in der Theorie durchregieren, auch wenn die Mehrheit nur hauchdünn ist. Noch ist die Wahl nicht entschieden, aber die Tendenzen deuten auf einen Sieg der Demokraten hin! Dieses Szenario zeigt eine weitere kräftige Staatsverschuldung für die USA.

Dies würde weiter schwächend auf den US-Dollar wirken, und somit stärkend auf alles, was in US-Dollar gehandelt wird – somit also auch für den Goldpreis. Das Edelmetall könnte auch im Sinne des „Fluchthafens“ vor Inflation dann wieder attraktiver werden, weil die Inflation in den USA zunehmen könnte – denn die Fed will bei steigenden Preisen erstmal nicht eingreifen.

Aber der Wahlausgang in Georgia ist auf der Kippe. Sollte eine der beiden Stimmen doch den Republikanern zufallen, könnte der US-Dollar womöglich plötzlich ansteigen, und der Goldpreis zurückfallen. Also, wir müssen heute im Tagesverlauf genau auf das Ergebnis aus Georgia schauen, wenn es denn heute schon verkündet werden kann.

Chart zeigt Verlauf im Goldpreis gegen den US-Dollar

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Devisen

Türkische Lira robust, obwohl die Inflation in der Türkei weiter anzieht

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira zeigt sich heute robust. Das ist für Lira-Bullen endlich mal eine positive Nachricht. Denn heute hat das türkische Statistikamt Daten zur Inflation im Dezember veröffentlicht. Die Verbraucherpreise in der Türkei stiegen im Jahresvergleich um 14,60 Prozent, während die Steigerungsrate im November noch bei 14,03 Prozent gelegen hatte. Da müsste die Lira jetzt eigentlich Schwäche zeigen?

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Nein, diesmal nicht. Denn wir schauen zurück auf letzte Woche. Wir berichteten über die am Heiligabend durchgeführte zweite Zinsanhebung der türkischen Zentralbank. Der Leitzins in der Türkei steigt somit seit dem 19. November von 10,25 Prozent auf satte 17 Prozent an. Aber so schnell kann der höhere Leitzins natürlich nicht wirken, und bremsend auf die Verbraucherpreise einwirken. Von daher sollte man wohl noch ein, zwei Monate schauen, ob sich da was tut?

Die Zentralbank in Ankara hat endlich geliefert, und auch von der politischen Seite kommen von Präsident Erdogan derzeit kaum bis gar keine Aussagen, die quer schießen und somit die Autorität der Zentralbanker in Frage stellen. Und so ist die türkische Lira in diesem Umfeld in den letzten Tagen gut gestiegen. US-Dollar vs Lira fiel seit Heiligabend von 7,64 auf aktuell 7,36. Seit Anfang November ist es ein Rückgang von 8,50. Also: Nach jahrelanger brutaler Abwertung scheint die türkische Lira derzeit wirklich Kraft zu tanken, dank der auch ziemlich kraftvollen Zinsanhebung deutlich über die Inflationsrate von jetzt 14,60 Prozent. Im Chart sehen wir seit Anfang 2020 den Verlauf von US-Dollar gegen türkische Lira. Man sieht den deutlichen Rückgang seit November, also somit eine ansteigende Lira.

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira seit Anfang 2020

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