Devisen

Positionierungen im Dollar, Euro, Gold, Öl..

FMW-Redaktion

Was tut sich an den Future-Märkten, wie sind die Investoren dort positioniert? Blicken wir zunächst auf den Devisen-Markt anhand der COT-Daten:

Der Dollar ist wieder gesucht, in der Vorwoche haben die Investoren (meist Hedgefonds) ihre Dollar-Long-Positionen im Vergleich zur Vorwoche um satte 31% erhöht und sind damit so bullisch für den Greenback wie seit sieben Wochen nicht mehr! Das gilt nicht für das Verhältnis von Euro-Dollar, wo sich der Zuwachs von Euro-Longpositionen mit dem Zuwachs der Euro-Shortpositionen (zum Dollar) in etwa die Waage hält.

Der Dollar profitierte vielmehr von einer geänderten Einschätzung des kanadischen Dollars, des schweizer Franken und vor allem des britischen Pfunds, jeweils zum Dollar. So wurden etwa vor allem Long-Positionen auf den schweizer Franken massiv abgebaut mit einer Schließung von gut 14.000 Long-Kontrakten auf die schweizer Währung – damit wurde mehr als die Hälfte der am Markt befindlichen Long-Positionen in nur einer Woche abgebaut, ein seltenes Ereignis in diesem Währungspaar!

Hart erwischt hat es auch das britische Pfund – und hier hatte man offenkundig einen guten Riecher, nachdem Theresa May bis Ende März das Triggern des Artikel 50 angekündigt hat. Das schürt die Sorge vor einem harten Brexit ohne Verhandlungsdeal (also Zölle etc.), weil May auf jeden Fall darauf bestehen wird, die Freizügigkeit nicht mehr hinzunehmen, die laut EU jedoch unverhandelbar ist. Das Pfund fällt heute auf den tiefsten Stand seit 1985. Im Vorfeld des Absturzes hatten die Investoren ihre Short-Positionen auf das Pfund um knapp 8000 Kontrakte erhöht, gleichzeitig gut 21.000 bestehende Long-Kontrakte abgebaut. Damit beträgt das Verhältnis Long-Short im GBP/USD nun 48.177 zu 135.891.

Unter Druck auch der kanadische Dollar: hier wurden gut 22.000 Long-Kontrakte abgebaut, gut 5000 Short-Kontrakte neu aufgebaut. Man geht also davon aus, dass die rohstofflastige Währung weiter zum Dollar verlieren wird nach dem Absturz der letzten Tage und Wochen!

Auch im Rohstoffbereich tut sich einiges, etwa beim WTI-Öl: hier wurden gut 24.000 neue Long-Kontrakte aufgebaut, dagegen knapp 10.000 Short-Kontrakte abgebaut im Zmfeld des Treffens in Algier mit dem dann folgenden Preis-Anstieg aufgrund des vermeintlichen Deals (der jedoch eher ein Bluff ist!). Nun stehen 323.235 Long-Kontrakte nur noch 141.783 Short-Kontrakte gegenüber – jetzt kann es also nach dem Short-Squeeze der Vorwoche wohl wieder nach unten gehen mit dem Ölpreis!

Ein eher schlechtes Timing hatten dagegen die Gold-Bullen: sie bauten in der Vorwoche 38.621 neue Long-Kontrakte auf, und schlossen 4137 Short-Kontrakte. Nun stehen also 286.710 Long-Kontrakten nur noch 24.818 Short-Kontrakte gegenüber – und genau das macht Gold wohl verwundbar für weitere Rücksetzer, weil bei einem weiteren Kursrutsch viele Long-Kontrakte glatt gestellt würden! Bei Silber ist die Entwicklung ähnlich, jedoch in kleinerem Maßstab (2769 Long-Kontrakte aufgebaut, 1652 Short-Kontrakte abgebaut – das Verhältnis liegt nun bei 97.846 Long- zu 19.952 Short-Kontrakten).

Generell gilt: am Interbanken-Markt zeigt sich derzeit eine verstärke Nachfrage nach US-Dollars (Streßsymptom) – daher hat der Dollar neben den wieder gestiegenen Wahrscheinlichkeiten (wegen dem gestrigen ISM Index) für eine US-Zinsanhebung im Dezember wohl noch weiteres Potential..



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