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Positionierungen: Öl-Bullen ausser Rand und Band – Vorsicht beim Dollar

Am Freitag Abend werden jede Woche die CFTC-Daten veröffentlicht - aus ihnen geht hervor, wie die Akteure am Futures-Markt positioniert sind. Und hier zeigt sich durchaus Interessantes - etwa, dass die Dollar-Long-Positionierung rückläufig ist und die Öl-Bullen ausser Rand und Band scheinen!

FMW-Redaktion

Am Freitag Abend werden jede Woche die CFTC-Daten veröffentlicht – aus ihnen geht hervor, wie die Akteure am Futures-Markt positioniert sind. Und hier zeigt sich durchaus Interessantes – etwa, dass die Dollar-Long-Positionierung rückläufig ist und die Öl-Bullen ausser Rand und Band scheinen!

So sind beim WTI-Öl die Trader so optimistisch positioniert wie seit 2014 nicht mehr – also als der massive Preisverfall des Ölpreises begann. Der Glaube an die OPEC-Produktionskürzung ist offenbar extrem groß, auch wenn Saudi-Arabien kürzlich klar gemacht hat, dass man wohl diese Kürzung nicht über die vereinbarten sechs Monate hinaus verlängern möchte. Wie auch immer: in der letzten Woche sind noch einmal knapp 50.000 neue Long-Kontrakte geöffnet worden auf nun gut 406.000 Long-Kontrakte. Auch die Zahl der Short-Kontrakte stieg leicht, allerdings nur um knapp 6000 Kontrakte. Damit besteht ein Long-Überhang von fast 350.000 Kontrakten – kommt nun der Ölpreis unter Druck, droht ein Domino-Effekt von Stop-Losses, der zu einem regelrechten Öl-Bullen-Massaker führen könnte. Heute Morgen der Ölpreis bereits unter Druck:


(WTI-Öl, März-Kontrakt)

Dazu kommt, dass die großen Ölfirmen wieder verstärkt investieren und neue Öl- und Gasfelder kaufen, wie eine Umfrage von Energy Market Square zeigt. In der Branche ist von einem „Kaufrausch“ die Rede, im Dezember alleine im Volumen von 31 Milliarden Dollar. Und das bedeutet: es wird perspektivisch wieder mehr Öl in den Markt strömen, zumal die US-Fracker alleine in der letzten Woche 29 Bohrlöcher wieder aktiviert haben!

Nach dem Anstieg der letzten Wochen haben die Player am Futures-Markt auch wieder ihre Gold-Long-Positionierung um gut 8000 Kontrakte auf nun 143.000 Kontrakte erhöht, 2600 neu eröffnete Gold-Shorts auf nun 83.000 Short-Kontrakte stehen dem gegenüber. Also keine Euphorie, anders als beim Öl. Bei Silber wurden gut 2000 neue Long-Kontrakte eröffnet, gut 2000 Short-Kontrakte geschlossen, sodass gut 66.000 Long-Kontrakten nur gut 15.000 Short-Kontrakte gegenüber stehen. Daher dürfte Gold vor Silber zu bevorzugen sein..

Beim Dollar wurden Long-Positionen zum Euro leicht abgebaut – damit hat sich die Netto-Short-Quote bei Euro-Dollar in sechs der letzten acht Wochen verringert. Gleichwohl ist der Markt damit immer noch stark zugunsten des Greenback positioniert. Leicht abgebaut wurden auch Long-Positionen im Dollar-Yen nach dem kontinuierlichen Anstieg der japanischen Währung in den letzten Wochen. Weiter zugenommen hat dagegen die Short-Positionierung im Cable (also Pfund-Dollar) – angesichts des stärksten Anstiegs des Pfund seit den letzten 24 Jahren könnte das eine sehr teure Idee sein, da das Pfund sein Tief vorläufig bereits gesehen haben dürfte..

Insgesamt wurden damit Dollar-Long-Positionen gegenüber sechs der acht anderen wichtigsten Währungen reduziert – mit Ausnahme des britischen Pfunds und des mexikanischen Peso. Damit wurden die zweite Woche in Folge Dollar-Longpositionen insgesamt abgebaut – wohl der Enttäuschung über den schwachen Greenback seit Jahresbeginn geschuldet..



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1 Kommentar

  1. sehr interessant!
    Würde ein fallender Ölpreis den Dollar schwächen?

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