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Positionierungen: Rein in Dollar und Öl, raus aus Gold

Rein in den Dollar, rein in Öl, raus aus den Edelmetallen Gold und Silber - das ist das Motto an den Future-Märkten!

FMW-Redaktion

Rein in den Dollar, rein in Öl, raus aus den Edelmetallen Gold und Silber – das ist das Motto an den Future-Märkten!

Der Dollar ist dabei weiter der Liebling vor allem der Hedgefonds – die Long-Positionen im Greenback zu den acht anderen Hauptwährungen ist nun auf dem höchsten Stand seit Februar diesen Jahres. Der Trend zum Dollar besteht seit Anfang September, als die EZB signalisierte, erst einmal keine weiteren Stimuli zu beschließen, und setzt sich vor allem deshalb fort, weil die Bank of Japan als Trendsetter der Geldpolitik die Zinskurve weiter versteilen, spirch die Renditen bei länger laufenden Staatsanleihen wieder nach oben bringen will. Das betrifft auch die 10-jährige US-Staatsanleihe, die für den Dollar von großer Bedeutung ist – steigt die Rendite für diese Anleihe, steigt in der Regel auch der Dollar. Und die Rendite der 10-jährigen US-Anleihe steigt auch, weil die Märkte eben zunehmend eine Zinsanhebung im Dezember einpreisen.

Auffallend ist, dass die Netto-Longpositionierung im Dollar nur gegenüber zwei Währungen abnahm: gegenüber dem britischen Pfund und dem mexikanischen Peso. Hier wurden wohl Gewinne mitgenommen nach dem Pfund-Verfall, und beim Peso wird eine geringere Wahrscheinlichkeit eingepreist, dass Trump die US-Wahlen gewinnt – zumindest wenn man den Umfragen glaubt. Mithin bleibt den Mexikanern also, wenn Clinton siegen sollte, die Mauer erspart!

Weiterhin auffallend ist, dass die Netto-Short-Positionierung im Euro den höchsten Stand seit gut acht Monaten erreicht hat. Hier sticht ins Auge, dass seit vier Wochen sowohl die Zahl der Long-Kontrakte auf den Euro steigt als auch die Zahl der Euro-Short-Kontrakte – nur steigt eben die Zahl der Short-Kontrakte auf den Euro stärker! Stärker abgebaut wurden auch die Long-Positonen im Yen zum US-Dollar.

Weiter abgebaut wurden weiterhin auch Long-Positionen im Gold – gut 12.000 Kontrakte in der letzten Woche, womit die Gesamtzahl der Long-Kontrakte erstmals seit längerem wieder unter der Marke von 200.000 Kontrakten liegt. Das Long-Short-Verhältnis liegt nun unter 4:1 – vor einigen Wochen hatten wir einen Höchststand erreicht mit gut 13:1! Beim Silber ein ähnliches Bild: nach dem weiteren Abbau von gut 3000 Long-Kontrakten liegt das Verhältnis Long-Short nun unter 3:1. Weiter aufgebaut wurde netto übrigens die Short-Positionierung im Kupfer, nachdem das Metall schon seit Wochen unter Druck ist.

Bei den Rohstoffen bleibt Öl der Liebling: zwar wurden gut 11.000 Long-Kontrakte abgebaut nachdem das schwarze Gold auf den höchsten Stand seit 15 Monaten gestiegen war, aber es fehlten dann offenkundig aufgrund des extrem hohen Long-Bestands die Anschlußkäufer (weil alle schon drin waren auf der Long-Seite). Gleichzeitig wurden aber über 15.000 Short-Kontrakte abgebaut, sodass die Netto-Long-Positionierung so hoch ist wie seit Juli 2014 nicht mehr!



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2 Kommentare

  1. Mal eine Frage mit der Bitte um Aufklärung.

    Gibt es wirklich eine einzige, allgemeingültige Statistik für die Gesamtwelt, wo man diese Kontrakte überblicken kann?
    Vielleicht ist es ja beim Bundfuture anders, aber der wird doch zumindest schon mal an zwei Börsen gehandelt. Frankfurt, London. D.h d a kann ein Long-Überhang bestehen und d o r t sind die Marktteilnehmer eher short.

    Und das wird beim Gold und dgl.doch auch ähnlich sein.
    Und dann kann man ja auch noch auf unzählige andere Arten mit den Basiswerten spekulieren. Müsste man für eine aussagekräftige Statistik nicht alles das zusammennehmen?

    1. @Gerd, das sind Daten der CFTC, also ausschließlich an Märkten der USA; und da kommt der Bund nicht vor (der ja an der Eurex gehandelt wird), daher gibt es keinen totalen Überblick über das Gesamtgeschehen an den Future-Märkten..

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