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Powell bleibt vage – was läßt sich schlussfolgern?

Ein paar Änderungen gestern im „Wording“ von Jerome Powell geben etwas Aufschluss auf die weitere Zinspolitik der Federal Reserve..

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Ein kurze Nachbetrachtung zur Entscheidung der Fed und den Aussagen von Jerome Powell.

Was wurde nicht alles in die gestrige Zinsentscheidung der Federal Reserve vorher hineininterpretiert? Richtungsweisende neue Maßnahmen, Quantitative Easing in neuer Auflage und spannende Ausblicke – die dot plots.

Das Resultat: Eine Zinssenkung von 0,25 Prozent, die an den Märkten noch tags zuvor mit einer 100-prozentigen Wahrscheinlichkeit erwartet wurde und jede Menge Allgemeinplätze. Dazu ein Markt, der nach anfänglichen Verlusten fast unverändert schloss.

 

Das Statement von Jerome Powell – von neutral bis nichts Neues

Allein die mehrmalige Betonung des gesetzlichen Auftrags der Fed durch ihren Chairman Jay Powell, für maximale Beschäftigung und eine stabile Inflationsrate von zwei Prozent zu sorgen, zeigt, dass der Fed-Chef in erster Linie bemüht war, keinen Fehler zu machen. Keine falschen Hoffnungen zu wecken und die Märkte nicht zu enttäuschen.

Dazu die Standardsätze:

  • Die Wirtschaft wächst weiter maßvoll.
  • Der Arbeitsmarkt bleibt stark.
  • Die Aussichten für die Zinsen haben sich bedeutsam geändert.
  • Die Abschwächung der Weltwirtschaft und der Handelsstreit sind zu beobachten.
  • Wir werden unser Handeln an den Wirtschaftsdaten ausrichten – und so weiter und so fort.

Man konnte das Dilemma hören und spüren, in dem sich ein Notenbankchef befindet mit einer derart großen finanzpolitischen Reichweite. Man beobachte die inverse Zinskurve sehr genau und man glaube an keine Rezession – das Unwort schlechthin für einen Notenbankchef. Man mache alles Erdenkliche für das amerikanische Volk und sei völlig unabhängig von politischer Beeinflussung.

Ein paar Änderungen im „Wording“ des Notenbankchefs gab es dennoch, die etwas Aufschluss auf die weitere Zinspolitik der Federal Reserve geben.

Die vorsichtige Zinssenkung wurde nicht mehr als Anpassung innerhalb eines Zyklus (mid-cycle adjustment) bezeichnet. Zudem sprach Powell davon, dass man aggressiv reagieren könne, falls sich die Konjunktur verschlechtere.

Dabei hatte es im Ausschuss doch einige Diskussionen darüber gegeben, ob es bei der noch stabilen US-Konjunktur überhaupt einer Zinssenkung bedürfe.

In einer ersten Reaktion auf die milde Zinsänderung reagierte der Dollarindex mit Stärke, Gold mit leichter Schwäche und die Marktzinsen stiegen etwas an.

Alles in allem ein Zinsschritt, der den US-Präsidenten enttäuschen musste, deshalb richtete er kurz nach dem Beschluss eine zornige Nachricht über Twitter in Richtung Fed:

„Kein Mut, keine Visionen und was für ein schrecklicher Sprecher“.

 

Was lässt sich aus der Fed-Entscheidung schlussfolgern?

Der Zinssenkungszyklus wird weitergehen, die Fed folgt zwangsläufig den anderen Notenbanken, sie ist bei Weitem nicht mehr der Taktgeber trotz oder gerade wegen der Dominanz des US-Dollars.

Ein bisschen verraten hat sich Fed-Chef Powell bei der Frage nach negativen Zinsen. Seine Antwort war keine ultimative Absage und zeigt für mich, dass man sich bei der Federal Reserve schon Gedanken über weitere Zinssenkungen und ein Rezessionsszenario gemacht hat. Wo soll das Ganze hinführen, sollten auch der riesige US-Anleihemarkt keine reale Zinsen mehr bieten? Zuerst zu einem weiteren Hype für Sachwerte – aber was passiert, wenn sich tatsächlich eine Rezession entwickeln sollte? Die Notenbanken ohne Munition, in einer Welt ohne Zinsen. Kommt es wirklich soweit, oder schlägt vorher die Inflation zu?

Nüchtern betrachtet wird der Anlagenotstand der Kapitalsammelstellen mit jeder kleinen Zinssenkung immer größer. Selbst der Currency Carry Trade der Japaner – also eine Kreditaufnahme in einer Niedrigzinswährung und die Anlage in einer höher verzinslichen Währung – rentiert sich immer weniger.

 

Nach den gestrigen Aussagen von Powell bleibt unklar, wie die Fed weiter agieren wird

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