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Europa

Preisdaten katastrophal: Großhandelspreise so stark negativ wie seit 3 1/2 Jahren nicht mehr

Claudio Kummerfeld

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am

Die Inflation ist weiter schwach, und alle Vorlaufindikatoren sind deflationär! Importpreise, Erzeugerpreise und Großhandelspreise sind im Eimer, und zwar wegen den fallenden Preisen für Energie (Öl). Heute früh hat das Statistische Bundesamt die Großhandelspreise für den Monat November veröffentlicht. Im Jahresvergleich fallen sie um 2,5%. Das ist der stärkste Preisrückgang seit Mai 2016. Damals gab es ein Minus von 2,8%.

Das aktuelle Minus der Großhandelspreise wird von Monat zu Monat größer. Vorher waren es für die Jahresvergleiche Veränderungen von -2,3%, -1,9%, -1,1%, -0,1%, +0,3%, +1,6% usw. Die Aussagen der Statistiker sind eindeutig. Einmal mehr möchten wir wie schon gestern und in den letzten Monaten hervorheben, dass die Politik der EZB zum Pushen der Verbraucherpreise sinnlos ist, da der Ölpreis maßgeblich für die Preisbewegungen verantwortlich ist – egal ob nach oben oder nach unten. Hier im Wortlaut der Statistiker:

Den größten Einfluss auf die Gesamtentwicklung im Vergleich zum Vorjahresmonat hatten im November 2019 die um 15,7 % niedrigeren Preise im Großhandel mit Mineralöl­erzeugnissen. Ebenfalls kräftige Preisrückgänge gegenüber dem Vorjahr gab es im Großhandel mit Altmaterial und Reststoffen (-19,8 %), mit Getreide, Rohtabak, Saatgut und Futtermitteln (-11,1 %) sowie mit Datenverarbeitungsgeräten, peripheren Geräten und Software (-7,8 %). Dagegen waren insbesondere die Preise für lebende Tiere (+23,7 %) sowie für Fleisch und Fleischwaren (+6,7 %) auf Großhandelsebene höher als im November 2018.

Großhandelspreise

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Zimmermann

    13. Dezember 2019 11:50 at 11:50

    Das klingt doch für weiter steigende Aktienmärkte positiv. Dann muss Notenbank noch mehr machen.

  2. Avatar

    Michael

    13. Dezember 2019 11:59 at 11:59

    Man könnte ja Strafzölle auf Öl in Höhe von 50% erheben. Dann wäre endlich das Problem aus der Welt, die Staaten hätten noch mehr Einnahmen zum Verschwenden und die Verbraucher würden jubeln ;)

  3. Avatar

    Columbo

    13. Dezember 2019 12:53 at 12:53

    Preisdaten „katastrophal“. Unter Katastrophe versteh ich Unglück, tragische Ereignisse usw.
    Was soll bei tiefen Preisen durch billiges Öl katastrophal sein? Billiges Öl war noch immer ein Konjunkturstimulus, bedeutete Wohlstand.

    • Avatar

      leftutti

      13. Dezember 2019 14:05 at 14:05

      @Columbo, ich fürchte, du brauchst mal einen MMT-Inflations-Grundkurs von deinem Landsmann Mario ;)

      • Avatar

        Columbo

        13. Dezember 2019 15:18 at 15:18

        @Leftutti
        Den Kurs buche ich bei Dir. Den andern trau ich ehrlich gesagt nicht.

  4. Pingback: Meldungen und Nachrichten vom 13.12.2019 | das-bewegt-die-welt.de

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone: Fünfter Monat Deflation – Osteuropa koppelt sich ab

Claudio Kummerfeld

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Taschenrechner und Münzen

Die Verbraucherpreise in der Eurozone für Dezember wurden soeben endgültig bestätigt mit -0,3 Prozent. Damit hängt man nun den fünften Monat in Folge in der Deflation. Die Energiepreise fallen weniger stark mit „nur noch“ -6,9 Prozent im Jahresvergleich nach -8,3 Prozent im November. Die Preissteigerung bei Lebensmitteln fiel mit +1,3 Prozent geringer aus als in den Vormonaten mit +1,9 Prozent. Auffällig bleibt wie in den Vormonaten, dass Osteuropa ganz klar nicht in der Deflation hängst, sondern ganz klar positive Preisentwicklungen hinlegt. Dadurch ist der Schnitt für die gesamte EU bei +0,3 Prozent. Gut sichtbar ist der Unterschied zwischen West- und Osteuropa in der ersten Grafik.

Verbraucherpreise je nach Ländern im Detail

Grafik zeigt Dezember-Verbraucherpreise im Detail

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Europa

ZEW Index etwas besser als erwartet – Exporterwartungen verbessert

Redaktion

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Jeden Monat wird der ZEW Index vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung erhoben. Der Index gilt daher als ein wichtiger Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Die gerade veröffentlichten Daten sind wie folgt ausgefallen:

Der ZEW-Index (Konjunkturerwartungen Januar) ist mit +61,8 Punkten etwas besser ausgefallen als erwartet (Prognose war +60,0; Vormonat war +55,0).

Die Einschätzung der aktuellen Lage aber liegt bei -66,4 (Prognose war -68,5; Vormonat war -66,5) – damit sehen wir weiterhin eine starke Divergenz zwischen Erwartung und der Einschätzung der aktuellen Lage.

Laut ZEW sind es vor allem die verbesserten Exporterwartungen, die den Index nach oben gezogen haben!

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Europa

Autozulassungen in EU: Dezember-Zahlen glänzen, vor allem in Deutschland – warum wohl…

Claudio Kummerfeld

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Autos auf Parkplatz

Was für ein Schritt nach vorne. Wie der europäische Automobilverband ACEA heute früh meldet, haben die Autozulassungen im Dezember einen kräftigen Satz nach oben gemacht mit 1.031.070 PkW. Im November waren es noch 897.692 gewesen. Im Jahresvergleich zu Dezember 2019 ist es nur noch ein Minus von 3,3 Prozent! Und dieser Vergleich zum Vorjahr ist wohl der Entscheidende bei den Autozulassungen. Damit scheint die Krise optisch überwunden zu sein, nachdem der Autoabsatz in den letzten Monaten dank Corona brutal zusammengebrochen war.

Gesenkte Mehrwertsteuer half Deutschland im Dezember bei den Autozulassungen

Vor allem die Autozulassungen in Deutschland stechen positiv hervor. Von Dezember 2019 zu Dezember 2020 sehen wir sogar einen Zuwachs von 9,9 Prozent, von 283.380 auf 311.394 PkW. Gerade für Deutschland ist die Lösung dieses Rätsels sehr einfach. Im Dezember galt noch letztmalig die reduzierte Mehrwertsteuer. Gerade Käufer von hochpreisigen Produkten konnten somit nochmal auf den letzten Drücker nette Summen bei der Mehrwertsteuer sparen. Und so haben wohl zahlreiche Kunden ihre für 2021 geplanten Autokäufe noch schnell in den Dezember 2020 vorgezogen, und haben die Absatzzahlen nach oben gedrückt. Vermutlich dürften in Deutschland dann die Zahlen in den ersten Monaten 2021 mau ausfallen, weil diese Käufer dann fehlen?

Italien und Frankreich haben mangels Sondereffekten im Dezember nicht so geglänzt wie Deutschland. Hier waren die Autozulassungen im Jahresvergleich rückläufig mit -14,9 Prozent und -11,8 Prozent. Schauen wir mal auf den Gesamtjahresvergleich von 2019 auf 2020. Da lag die Gesamt-EU mit 23,7 Prozent im Minus. Deutschland lag bei -19,1 Prozent, Italien bei -27,9 Prozent, und Frankreich bei -25,5 Prozent.

Grafik zeigt Autozulassungen in der EU im Dezember 2020 und Gesamtjahr

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