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Preise für Industriemetalle fallen weiter – Indiz für Rezessionserwartung

Die Preise für Industriemetalle fallen weiter deutlich. Dies kann man als klares Indiz für die Erwartung einer Rezession ansehen.

Kupfer-Bergbau

Wir hatten bereits Mitte Juni berichtet. Seitdem sind die Preise für Industriemetalle weiter deutlich gefallen. Der folgende TradingView Chart zeigt die prozentuale Entwicklung seit Jahresanfang, einmal vom weltgrößten ETF für Industriemetalle „Invesco DB Base Metals Fund“ (US-Börsenkürzel DBB) in blau, und in braun vom Kupfer-Future. Der Fonds verliert 20 Prozent, Kupfer 28 Prozent. Man sieht, dass die negative Entwicklung im April begann, dass aber der richtige negative Abschwung erst im Juni einsetzte. Die fallenden Kurse zeigen, dass die Börsianer die anrollende Rezession einpreisen. Sie bedeutet weniger Nachfrage nach Rohstoffen, was die Preise drückt. Und die Börsianer preisen mögliche zukünftige Ereignisse immer sofort ein.

Preise für Industriemetalle fallen deutlich – Expertenkommentar

Die Rohstoffexperten der Commerzbank sagen aktuell, dass die Preise an den Märkten für Industriemetalle gemessen am Londoner Metallpreisindex seit ihrem Jahreshoch um 35 Prozent gefallen sind. Inzwischen seien alle Preise seit Jahresbeginn im Minus. Denn anders als am Ölmarkt gebe es für Industriemetalle von der Angebotsseite kaum Unterstützung. Vielmehr waren laut den Commerzbankern fast überall die Märkte zuletzt ausreichend versorgt. Sie erwähnen auch: Am Markt für Kupfer übertraf laut Zahlen der International Copper Study Group das Angebot in den ersten vier Monaten die Nachfrage um fast 100.000 Tonnen. Für Entlastung am Markt habe bislang ein schneller steigendes Angebot gesorgt. In den kommenden Monaten dürfte wohl eine konjunkturbedingte Verlangsamung der Nachfrage einen Angebotsüberschuss sichern. Dies dürfte den Kupferpreis weiter unter Druck setzen.

Immer weiter steigender US-Dollar

Der immer weiter steigende US-Dollar drückt gegen alles, was in US-Dollar gehandelt wird, also vor allem auch gegen Rohstoffe. Dieser Effekt sorgt jüngst wohl zusätzlich für den Preisverfall der Industriemetalle. Der Dollar-Index steigt auf ein Rekordniveau. Alleine in den letzten vier Wochen ist der Index von 105 auf aktuell 108,35 Punkte gestiegen.

Prozentuale Preisentwicklung für Industriemetalle seit Jahresanfang



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