Indizes

Preisfestellungssystem Börse – wie gut oder wie schlecht sind die Prognosen?

Börse bewertet Zukunft. Und da beginnt das Problem, weil kein Mensch und kein System verlässliche Aussagen über künftige Ereignisse machen kann.

An den verschiedensten Börsen werden seit ewigen Zeiten Preise für alle möglichen Produkte gehandelt – in der Erwartungen künftiger Entwicklungen – und von zahllosen Personen, so dass sich bisher kein besseres System herausgestellt hat. Wenngleich es bei Weitem nicht perfekt ist, gibt es keinen Indikator und erst recht keinen Fondsmanager, der über Jahre hinweg zu höheren Wahrscheinlichkeiten kommt.

Und wenn der Staat versucht zu planen und Preise festzustellen – von dieser Unfähigkeit wurden und werden wir immer wieder überzeugt. Natürlich hat das System Schwächen, weil es eben von Menschen bestimmt wird, auch nach einem komplizierten Rückkopplungssystem – dem Prinzip der Reflexivität.

Manchmal spielt auch die Massenpsychologie eine dominante Rolle, wenn sich viele Menschen in Einzelttitel „verlieben“, wie lange Jahre bei Apple beobachtet, oder bis vor Kurzem bei Tesla, wo die Anhänger gar nicht mehr auf Gewinn und Verlust blicken, sondern nur die Visionen von Elon Musk verinnerlichen.

Exkurs: Grundlage für die Werthaltigkeit von Börsenkursen ist die „Efficient-Market-Theorie“. Informationen, Hoffnungen und Gerüchte werden sofort in die Aktienkurse eingepreist. Man legt einen Gegenwartswert fest, der die in der Zukunft liegenden Gewinne abzinst. Deshalb kann ein Kurs auch über Nacht 10 Prozent und mehr fallen oder steigen, bei Informationen, die eine starke Hebelwirkung auf lange Sicht entfalten. Kritiker sprechen dann davon, das es doch Unsinn sei, weil sich die Geschäfte doch nicht binnen eines Tages so verschlechtern oder verbessern können.

Die Theorie besagt zudem, dass der Marktpreis nicht stets der richtige Preis ist, aber die beste Schätzung des richtigen Preises. Jede andere Schätzung ist mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit versehen. Tausende oder sogar Millionen von Anlegern führen diesen Marktbewertungsprozess fortlaufend durch. (Jedoch Möglichkeit des Random Walk – Zufallstreffer).

Deshalb, bei aller Kritik an der Aussagekraft von Börsenkursen, speziell bei Indizes: Auch wenn die Märkte nach oben und unten übertreiben (Angst und Gier), sie werden immer wieder in Richtung Wachstum einer Volkswirtschaft getrimmt. Oft durch einen Crash, aber auch durch jahrelanges Dahinsiechen der Kurse. Es kommt zur Regression zum Mittelwert. Für die USA besagt eine Studie, dass in über 90 Jahren die Rendite des Gesamtmarktes durchschnittlich bei zwei Prozent über dem Bruttoinlandsprodukt lag, kaufkraftbereiningt, real nach Abzug von Inflation, Steuern und Gebühren. Das ist der Lohn für die Übernahme von Risiko. Aber da gibt es halt auch den Spruch: „Es liegt im System der Marktwirtschaft, dass es in periodischen Abständen zum Ausbruch des Wahnsinns kommt.“

Vielleicht sind wir gerade in so einer Phase.

 

Von KMJ – Von KMJ in die deutschsprachige Wikipedia geladen., CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1375851



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