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Profit und Ethik an der Börse

Hannes Zipfel

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Im Zuge der Aufarbeitung der großen Finanzkrise wurden Handlungsweisen von Bankern und Spekulanten offenbart, die in der breiten Öffentlichkeit Wut und Kopfschütteln auslösten. Die Erfolgsaussichten als Hedgefondsmanager Profit zu erwirtschaften sollen laut einer Studie aus dem Jahr 2013 gar von moralisch zweifelhaften Charaktereigenschaften abhängen. Die Bereitschaft zu Betrug und Schwindel scheint in dieser Branche ähnlich stark ausgeprägt wie in kriminellen Organisationen.

Profit und Ethik in der Praxis

Vorweg der Hinweis, dass der Autor dieses Artikels nicht die Ambition hat, gesellschaftliche Visionen zu entwickeln. Es handelt sich lediglich um eine kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Berufsstand. Dass dies nottut, zeigt der stark gewachsene Einfluss spekulativen Handels an den Finanzmärkten auf die Realwirtschaft und die Gesellschaft im Allgemeinen: Ein Jahr vor dem Ausbruch der Finanzkrise, also im Jahr 2007, erreichte das Volumen finanzieller Vermögenswerten (Financial Assets) inklusive Finanzderivate das 14-fache des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (GDP).

Wie hoch diese Summe vor dem Ausbruch der nächsten Krise ansteigen wird, bleibt abzuwarten. Schon jetzt ist das Volumen an Derivaten auf den Büchern einer einzigen bekannten deutschen Großbank höher als das gesamte BIP der Eurozone. Die Verantwortung der Finanzmarktakteure ist gewaltig – ihr Verhalten wird dem nicht immer gerecht, wie die Liste der Skandale, Verfehlungen, Verurteilungen und Strafzahlungen allein dieser einen deutschen Bank zeigt.

Die in der Einleitung bereits erwähnte Studie der Wall-Street-Kanzlei Labaton Sucharow bezieht sich auf Händler, Banker, Broker, Analysten und Hedgefondsmanager. Besonders Letztere kommen in ihrer charakterlichen Darstellung sehr schlecht weg. Die Studie spricht von einem „erbärmlichen Niedergang“ der „individuellen Integrität, Führungskraft und Konzernkultur“ in der gesamten US-Finanzbranche. Der Initiator der Studie Jordan Thomas sagt: „Viele in der Finanzindustrie scheinen ihren moralischen Kompass verloren zu haben“.

Auch Jahre nach der Finanzkrise wird an der Wall Street „Fehlverhalten als notwendiges Übel“ akzeptiert und das sei seiner Meinung nach eine „ökonomische Zeitbombe“.

Lediglich ein Drittel der in der Studie befragten Finanzmarktakteure glaubt, dass sich in der Branche durch die Krise etwas geändert habe, im Gegenteil steigt die Toleranz gegenüber unethischem Verhalten sogar wieder an. Über die Hälfte der im Rahmen dieser Studie Befragten ist davon überzeugt, dass die „Wettbewerber“ in „illegale oder unethische“ Handlungen involviert seien. 25 Prozent haben diesbezüglich Erfahrungen „aus erster Hand“ gemacht.

Das eigentlich Bedenkliche ist aber, dass trotz der Schäden und des Leids, das die Krise damals verursachte, fast 30 Prozent der Branchenvertreter unethisches Verhalten für absolut notwendig erachten, „um erfolgreich zu sein“, also Profit zu erwirtschaften.

Das spezifische Problem der Spekulanten

Streben nach Profit und Reichtum sind natürlicher Bestandteil des Wertekanons in der kapitalistischen Gesellschaft. Dort, wo erwerbswirtschaftliches Handeln jedoch auf distanzierte Art und Weise, also als reines Spekulationsgeschäft anonym via Börsenterminal erfolgt, gibt es die Tendenz, soziale Werte durch die starke Selbstfokussierung (Ich gegen den Rest der Welt) zu vernachlässigen und die Verantwortung des eigenen Handels dem finanziellen Erfolg komplett unterzuordnen.

Der zunehmende Einsatz automatisierter Handelssysteme bringt neue Herausforderung in Sachen Ethik und Finanzmarktstabilität mit sich. Die Maschinen-Händler folgen gänzlich der kalten Logik der Profitmaximierung, ohne jegliches Vorhandensein eines moralischen Bewusstseins. Dabei sind diese Maschinen weder gut noch böse, sie wurden lediglich von Programmieren mit dem Knowhow von Spekulanten gefüttert. Aber auch Computern kann man moralische Regeln wie Nachhaltigkeit beim Investieren oder Sicherheitsregeln zur Vermeidung der gefährlichen Flash-Crashs beibringen und so ihre ethischen Defizite beseitigen.

Klar ist aber auch, dass mit erfolgreichem Wirtschaften im Allgemeinen auch die Möglichkeit technischen und sozialen Fortschritts einhergeht. Noch gibt es keine empirischen Belege für eine bessere gesellschaftliche Organisation anstelle unserer, zumindest zum Teil demokratisch und marktwirtschaftlichen. Die überdimensionale Dominanz des Finanzsektors mit all seinen ethischen Defiziten ist aber gesamtgesellschaftlich untragbar geworden.

Die soziale Spaltung

Problematisch ist ferner, dass gemessen an der Gesamtbevölkerung der Anteil gesellschaftlicher Gruppen, die direkt oder indirekt am wirtschaftlichen Erfolg einer Person, eines Unternehmens oder eines Staates partizipieren, von Zyklus zu Zyklus abnimmt. Der jüngste Aufschwung in Deutschland, immerhin einer der längsten der bundesdeutschen Geschichte, kam nicht allen Bürgern und Berufsgruppen zu Gute. Allen voran die Eigentümer von Finanz- und Produktivkapital (z. B. Aktien und Immobilien) waren die Gewinner. Die Reallöhne entwickelten sich in Deutschland gegenüber dem Einkommen aus Vermögenswerten stark unterdurchschnittlich:

Profit und Ethik - Löhne und Verbraucherpreise

Die Entwicklung der Vermögenspreise:

Profit - Vermögenspreise

Fazit

Die Frage, ob Streben nach Profit und Ethik vereinbar sind, ist im Kapitalismus grundsätzlich mit Ja zu beantworten. Gleichheit und Gerechtigkeit sind dabei nicht die Leitmotive individuellen Handelns. Als Kind des Sozialismus weiß ich gleichwohl, wie schnell sich moralische Werte mit der Gesellschaftsform auch wieder ändern können. In Anlehnung an den kategorischen Imperativ von Kant sei daher allen Egomanen, speziell in der Finanzbranche, in Bezug auf ihre Handlungsweisen empfohlen: Zieht die Möglichkeit in Betracht, dass unser überhebeltes und extrem fragiles Finanzsystem noch zu unseren Lebzeiten endgültig enden könnte und sich die Vertreter unserer Zunft vor der breiten Masse für ihr ungezügeltes Streben nach Profit werden verantworten müssen – ungleich schonungsloser als zu Zeiten der letzten Finanzkrise. Mehr soziales Engagement, Steuerehrlichkeit und Mäzenatentum wären doch ein guter Anfang.

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    rote_pille

    7. September 2019 13:43 at 13:43

    Das Problem mit dem unethishen Verhalten der Angestellten im Finanzsektor dürfte sich selbst (auf)lösen, weil die diejenigen, die diese Ethik vorgeben, in der Hierarchie weiter oben stehen.

  2. Avatar

    Claudia

    7. September 2019 14:01 at 14:01

    @Hannes Zipfel, Ihre Beiträge sind für mich immer wieder ein extra Highlight unter den ohnehin schon sehr zahlreichen guten Artikeln auf der FMW. Danke dafür!

  3. Avatar

    Forexmonky

    8. September 2019 09:49 at 09:49

    „Der Fisch stinkt vom Kopf“ oder so in etwa. Die Frage ist wer ist der Kopf in der Finanzwelt, der Bankier oder der Investor/Klient?

    Ich persönlich glaube, dass der Kapitalismus in Reinform ohne unmoralische Gier und mit der Sozialwissenschaftlicher Mitverantwortung – der anderer Teil der Verantwortung liegt bei der Regierung, ist das beste System. Ein wahrer Kapitalist sieht alles als Vermögenswert an die er pflegen muss. Nicht nur seine Produktionsstätten mit Grund und Anlagen, sondern auch seine Arbeitnehmer und deren Familien die eine „unendliche“ Quelle an neuen Arbeitnehmern mit Ideen und Möglichkeiten darstellen. In der Geschichte hatten wir einige aber zu wenige dieser Kapitalisten deren Namen bis heute in der Öffentlichkeit bekannt sind.

    • Avatar

      leftutti

      8. September 2019 11:25 at 11:25

      @Forexmonky, damit haben Sie sicherlich recht, solange der Kapitalist echtes, greifbares und sichtbares Kapital wie Produktionsstätten oder Arbeitnehmer vor sich sieht. Aber wenn es sich beim Objekt der Begierde um künstliches, nicht vorhandenes Buchgeld in fast schon lächerlichen Dimensionen handelt, um Börsenwerte und Marktkapitalisierung statt Firmenbilanzen, Realwirtschaft und BIP, wird es abstrakt und verliert jede Beziehung zur realen kapitalistischen Welt.

      Wenn die Richtung der Ausschläge von Charts auf Computermonitoren und die Anzahl der Ziffern vor dem Dollarzeichen der einzige moralische Kompass sind, die dem Wall-Street-Wolf verbleiben, wird es leicht, jede soziale Mitverantwortung abzulegen. Die Finanzindustrie kennt kein Humankapital, sie hat sich in den Dimensionen auch längst von realem Kapital verabschiedet und handelt Fantasiewerte. Ich spekuliere, also bin ich (wer).

    • Avatar

      Jan

      8. September 2019 11:35 at 11:35

      Da der Investor/Klient seit jeher der Arsch ist, dürfte sich die Frage nach dem Kopf von alleine beantworten.

  4. Avatar

    sabine

    8. September 2019 17:30 at 17:30

    a) „Die Verantwortung der Finanzmarktakteure ist gewaltig – ihr Verhalten wird dem nicht immer gerecht, wie die Liste der Skandale, Verfehlungen, Verurteilungen und Strafzahlungen allein dieser einen deutschen Bank zeigt.“
    b) Rockefeller sah das 1991 grundsätzlich eindeutig positiv:
    „Die supranationale Souveränität einer intellektuellen Elite und der Bankiers der Welt ist der in den vergangenen Jahrhunderten praktizierten nationalen Selbstbestimmung sicherlich vorzuziehen.“ http://www.flegel-g.de/NWO-01.html
    c) Dagegen sind gerade die Notenbanker die, die die Blasen aufblasen statt zu dämpfen. Und genau das Platzen der Blasen vernichtet soviel Wirtschaftsleistung. Projekte werden mittendrin beendet (Kosten im Sand), gut funktionierende Produktionsstätten wegen Verzockung unterbrochen und aufgelöst, Ausbildungen abgebrochen…
    https://www.wiwo.de/politik/konjunktur/geldpolitik-die-zentralbanken-sorgen-fuer-neue-blasen/5143252.html

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Warum ich keine Lieblingsaktien habe! – Werbung

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Lieber Börsianer,

was ist Ihre Lieblingsaktie? Welchem Titel halten Sie unbedingt die Treue und gehen quasi mit ihm durch dick und dünn? Hier verzeihen Sie auch einmal schlechte Nachrichten, weil Sie von dem Unternehmen wirklich überzeugt sind. Das Phänomen der Lieblingsaktie kann auch gleich für eine ganze Branche gelten. So schworen viele Privatanleger vor einigen Jahren auf Unternehmen aus der Edelmetall-Branche. In fester Erwartung eines Euro-Untergangs wurde diese Branche für viele Privatanleger zum bevorzugten Ort der Investition.

Typisch für eine solche Situation ist, dass wir die Nachrichtenlage dann nur noch sehr eingeschränkt wahrnehmen. Schlechte Nachrichten zu unserer Lieblingsaktie blenden wir aus. Gute Nachrichten hingegen bewerten wir in ihrer Bedeutung für die Kursentwicklung über. Mehr noch: Oftmals bilden wir in unseren Lieblingsaktien deutliche Übergewichtungen in unseren Depots, weil wir hier gerne mehrfach kaufen. Plötzlich steht Ihre Lieblingsaktie dann für 10 oder 20 % Ihres Gesamtdepots. Wenn Ihre Lieblingsaktie dann einmal schwächelt, ist Ihr Depot aufgrund der Übergewichtung chancenlos.

Aber wie entsteht eigentlich so eine Lieblingsaktie in unserem Depot? In aller Regel steht am Anfang zunächst eine starke Performance. Folglich mögen wir diese Aktie, weil sie uns eben zunächst viel Rendite beschert hat. Am besten können wir die Produkte unseres Lieblingsunternehmens im Alltag auch noch erfahren und quasi anfassen. Tatsächlich schätzten in der Vergangenheit viele deutsche Privatanleger die Aktien von BMW oder Daimler, weil sie privat ein…..

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Aktienmärkte: Corona-Krise und ein heimlicher Star im deutschen Leitindex

Wolfgang Müller

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Normalerweise waren die letzten Jahre die Zeit für Wachstumstitel, also für Growth, wie man es in der Sprache der Aktienmärkte bezeichnet. Eher jedoch nicht für den deutschen Leitindex Dax – aber dort steht ein Wert ganz oben in der Performance, von dem man es noch weniger erwartet hätte: die Deutsche Post. Man profitiert derzeit vom „Stay at Home“ und vielleicht nochmals durch ein logistisches Thema der Superlative.

Die bevorstehende Massenimpfungen

Was werden nicht alles für Zahlen herumgereicht? Die Gesamtbevölkerung der Erde müsse gegen Covid-19 geimpft werden, 7,7 Milliarden Menschen und dies gleich zweimal. Aber gemach, es werden sich nicht alle impfen lassen wollen, und es einige durch Immunität nicht mehr brauchen (oder durch heimische Pharmafirmen versorgt werden) und viele sich in einem Alter befinden, in dem die Gefährlichkeit des Virus unterhalb des Promillebereichs für die Betagten und Gefährdeten liegt. Dennoch: Es gilt Abermillionen von Impfdosen zu transportieren, mit den verschiedensten Transportmitteln, mit speziellen Behältern und mit der Aufrechterhaltung von Kühlketten und überall ist der deutsche Marktführer gut aufgestellt.

Die unauffällige Hausse bei einem Underdog der Aktienmärkte

Die Deutsche Post (DHL Group) feierte gerade den 20. Börsengeburtstag. Der Logistik-Riese, der aus einem Paket- und Postzusteller hervorging, wurde am 20. November 2000 zu 21 Euro an die Börse gebracht. Zu dieser Zeit stand der Dax bei 6609 Punkten. Betrachtet man nun die Kursentwicklung von Index und den Dax-Wert Deutsche Post (gestern 40,39 Euro), so könnte man den Eindruck gewinnen, als wäre der Dax mit seiner Kursverdoppelung besser gelaufen, als der deutsche Logistiker, der es nur auf gut 80 Prozent Kurszuwachs brachte. Rechnet man die Dividendenzahlungen hinzu, käme man bei der Post aber auf circa 268 Prozent Gewinn. Beim Dax als Performance-Index werden die Dividenden einfach hinzugerechnet. Macht eine Rendite der Deutschen Post von 6,7 Prozent p.a. gegenüber dem Index mit seinen 3,5 Prozent. Der Traditionswert ein heimlicher Star der Aktienmärkte – gewiss, denn ein Großteil der Dax-Werte ist noch weit von seinen ehemaligen Höchstständen entfernt. Bis auf fünf Werte, einer davon ist die Marke mit dem auffälligen Gelb.

Dies ist natürlich den Analysten nicht verborgen geblieben: so erwarten Ökonomen von Goldman Sachs einen Umsatzanstieg der Deutschen Post von aktuell 65 Milliarden bis auf 80 Milliarden Euro im Jahr 2024, der Gewinn soll im gleichen Zeitraum von 4,4 Milliarden auf 6,5 Milliarden Euro steigen. Wäre ein einstelliges KGV, hinzu kommt die niedrige Börsenbewertung im Vergleich zu UPS oder Fedex.

Fazit

Obwohl die Aktienmärkte derzeit die Umschichtung von Growth zu Value spielen, kann dies dem deutschen Logistiker relativ egal sein. Man profitiert weiter von den Auswirkungen der partiellen Lockdowns, vermutlich noch durch die Wintermonate, als auch von der neuen Situation um die Mammutaufgabe Impfung der Bevölkerung mit all den personellen und logistischen Herausforderungen.

Jetzt steht in dieser Woche erst einmal der große vorweihnachtliche Hype um den „Black Friday“ und den „Cyber Monday“ auf dem Programm. Angesichts der Pandemie sicherlich mit bisher noch nie gesehenen Umsätzen. Ein DHL-Manager sprach schon davon, dass Covid-19 die Umsätze der Post in das Jahr 2030 hieven werde. Und jetzt kommt noch das Transportthema Impfstoff hinzu. Ein Goldilocks-Szenario? Nicht ganz, denn da gibt es noch einen übermächtigen Konkurrenten aus Übersee, der bis 2021 mit eigenen Paketzentren in Deutschland zulegen will. Der „All-Star“ der amerikanischen Aktienmärkte Amazon, der bereits schon für ein Viertel der Paketsendungen in Deutschland verantwortlich ist.

Die Aktienmärkte in Deutschland und ihr heimlicher Star

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Aktienmärkte: Die 8-Billionen-Dollar Bombe – 20%-Korrektur voraus

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte der USA haben ein Klumpenrisiko – sie sind eine Bombe, die entschärft werde auf Kosten einer heftigen Korrektur. Das sagt nicht ein sogenannter „Crash-Prophet“, sondern der eher als „Dauer-Bulle“ bekannte Hans. A. Bernecker. Alle Indizes der amerikanischen Aktienmärkte seien extrem überkauft, getrieben vor allem in den letzten Monaten durch die Tech-Werte. Bevor dann ab dem 09.November mit der Pfizer/BioNTech-Meldung über den Impfstoff eine gewaltige Rotation erfolgte – raus aus Tech, rein in die sogenannten Value-Werte (die jedoch in vielen Fällen eigentlich alles andere als „value“ sind). Man wechselt also von einer Überbewertung in die andere, und dabei entfernen sich die Aktienmärkte immer mehr von der ökonomischen Realität.

Aktienmärkte: Nach dem Entschärfen der Bombe kommt die Erholung

Der Hype der Aktienmärkte, so Hans Bernecker, sei vor allem von Kleininvestoren getragen gewesen (die sogenannten „Robinhooder“). Das alles erinnert an die Euphorie des Jahres 1987, der dann im Oktober diesen Jahres ein gewaltiger, wenn auch nur kurzfristiger Absturz folgte. Nun aber gebe es eine Schwachstelle: das seien extrem überbewertete Aktien wie eine Tesla mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 500 Milliarden Dollar, die nun ein großer Hedgefonds-Manager geshortet habe. Es werde nun, so Bernecker, bald eine heftige Marktbereinigung geben bei den großen und marktschweren Titel der amerikanischen Aktienmärkte, die alleine acht Billionen Dollar auf die Waage bringen.

Wann kommmt der Einbruch? Eher zeitnah, meint Bernecker. Es handele sich dabei um eine Markt-Bereinigung, der dann jedoch wieder eine Aufwärtsbewegung folgen werde. Sehen Sie hier die Aussagen des „Altmeisters“ Bernecker:

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Die überbewrteten Aktienmärkte der USA als Bombe, die bald entschärft wird

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