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Prognosen und Rückblick auf deren Entwicklung

Hannes Zipfel

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am

Prognosen und Rückblick

Prognosen abzugeben ist einfach. Doch an den Börsen entscheidet allein die Trefferquote und die Gesamtrendite über den Mehrwert für die Anleger.

88,8 Prozent Trefferquote bei den Prognosen

Das Lesen von Prognosen diverser Finanzexperten beschert dem Publikum zunächst nur einen Unterhaltungswert. Doch an der Börse geht es primär darum, wie viel Geld tatsächlich mit den Vorhersagen verdient werden konnte. Daher heute ein Rückblick auf die Prognosen aus meinen Artikeln der letzten Monate.

Abgeleitet aus meiner über 25-jährigen Börsenerfahrung und meinen Erwartungen zukünftiger Entwicklungen hatte ich mich in den vergangenen Monaten und seit dem Beginn meiner Tätigkeit für die FMW zu folgenden Anlagen prognostisch geäußert: Gold, Silber, Minenaktien, DAX, Euro, britisches Pfund, türkische Lira, Zinsen und Geldpolitik (qualitativ und quantitativ).
Die Trefferquote beträgt seit September bei den Einzelprognosen 88,8 Prozent, wobei der einzige Verlust 3,17 Prozent beträgt (türkische Lira) und der größte Gewinn 15,4 Prozent (Minenaktien). Mein Gesamtportfolio (Cantillon-Depot) konnte seit dem Start am 7. Oktober immerhin +3,84 Prozent nach allen Kosten erwirtschaften.

Acht Treffer und eine Fehlprognose

Umso mehr Zeit seit der Veröffentlichung meiner Prognosen verging, umso mehr traten die jeweiligen Prognosen ein. Lediglich meine Erwartung, dass die türkische Lira sich weiter erholen würde, war eine Fehleinschätzung. Vor allem die andauernden außenpolitischen Abenteuer des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan sowie die inadäquate Geldpolitik der Türkischen Zentralbank (Türkiye Cumhuriyet Merkez Bankası – TCMB) führten zu einem neuerlichen Schwächeanfall der türkischen Lira.
Rückblickend war es auch falsch anzunehmen, dass sich das angespannte Verhältnis zwischen der Türkei und den USA wieder verbessern würde. Der direkte Einfluss des türkischen Präsidenten auf die Geldpolitik der TCMB bis hin zum Austausch der geldpolitischen Führungsriege und deren willfährige Zinspolitik haben ebenfalls zu dem erneuten Vertrauensverlust in die Lira und zu wieder deutlich steigender Inflation in der Türkei geführt.

Es ist zu befürchten, dass die türkische Lira weiterhin schwach bleibt. Zumindest so lange, wie Präsident Erdogan und sein Familienclan die fiskal- und geldpolitischen Entscheidungen in der Türkei dominieren. Darüber hinaus verschärft eine sich wieder abwertende Landeswährung die Ursache der Krise in der Türkei: die überbordende Verschuldung von Verbrauchern und Unternehmen in US-Dollar. Mein Optimismus für die türkische Lira ist daher nicht mehr gegeben. Aufgrund der immer noch relativ hohen Lira-Zinsen sehe ich aber nach wie vor ein Short-Engagement aufgrund der hohen Finanzierungskosten als zu teuer an.

Schlüsselprognose US-Geldpolitik

Die Kernthese zu meinen weiteren Prognosen, mit Ausnahme des britischen Pfunds, war stets die schuldenbedingte Harmonisierung der extrem laxen Geldpolitik aller relevanten Notenbanken weltweit – inklusive der US-Fed. Konkret erwarte ich die konzertierte „Japanisierung“ der globalen Geldpolitik. Die für die weltweiten Finanzmärkte bedeutendste Notenbank, die US-Fed, hat nach drei Zinssenkungen in diesem Jahr für das kommende Jahr jegliche Zinssteigerungen vorerst ausgeschlossen und zudem im Rekordtempo ihre Bilanz wieder aufbläht („Not QE“).

Aus dieser erwartbaren Politik ließ sich mit hoher Wahrscheinlichkeit ableiten, dass der US-Dollar im Zuge des wegfallenden Zins- und Knappheitsvorteils gegenüber anderen Hauptwährungen an Wert verlieren würde, die monetären Edelmetalle Gold und Silber ihre Konsolidierungsphasen beenden und die Aktienmärkte ihre Liquiditäts-Hausse fortsetzen werden. Für die Zukunft ist, bedingt durch die Zwänge, die aus der Erhaltung des globalen Finanzsystems resultieren, damit zu rechnen, dass die Zinsen in den USA ebenfalls Richtung null sinken und sich die US-Notenbankbilanz im kommenden Jahr, wahrscheinlich bereits im ersten Quartal, auf ein neues historischen Rekordvolumen aufblähen wird.

Erfolge und Misserfolg

Meine Prognose zu einem steigenden Kurs der Lira hatte ich bei einem Wechselkurs von 5,767 Lira zu 1 US-Dollar abgegeben. Seitdem hat die Lira entgegen meiner Erwartung 3,17 Prozent gegenüber dem Greenback verloren. Das Pfund konnte hingegen seit meinem Artikel „Brexit – ein schneller Deal im britischen Pfund“ vom 28. Oktober um immerhin 2,6 Prozent zulegen. Ebenfalls korrekt war meine Erwartung bezüglich der Entwicklung der Gemeinschaftswährung zum US-Dollar, die ich in dem Artikel vom 15. Oktober „Euro vs. US-Dollar – das Blatt wendet sich“ erläuterte. Seitdem konnte der Euro zum US-Dollar um 1,8 Prozent zulegen, was für ein Hauptwährungspaar schon eine wahrnehmbare Entwicklung darstellt. Dieser Trend wird sich meiner Überzeugung nach weiter fortsetzen.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen

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3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    md

    31. Dezember 2019 20:12 at 20:12

    Hallo Herr Zipfel, ich möchte mich bei ihnen recht herzlich bedanken und wäre Ihnen sehr verbunden wenn Sie uns weiterhin mit ihrer professionalität nicht in stich lassen. Haben Sie neue Trading ideen, da ich mit gbpusd tp 1,34 und mit gold tp ans ziel gelaufen bin.

    Wünsche allen einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2020.
    Ohne einen grossen Lob loszuwerden kann ich es nicht lassen.
    Wirklich, die FMW ist die Qualitativ, Infotmativ und die seriöseste Wirtschaftsseite für mich die ich kenne.

    vg md

  2. Avatar

    Prognosti

    1. Januar 2020 11:23 at 11:23

    Erkenntnisse aus dem Börsenjahr 2019:
    Bei Boeing fallen nur die Flugzeuge , aber nicht die Aktienkurse.
    Bei Tesla steigen nur die Aktienkurse , aber nicht die Verkäufe u.Gewinne.
    Da Aktien anscheinend alternativlos sind u.die Altersvorsorge stark auf diese Anlagen setzt,
    kann man beruhigt der kommenden Altersarmut entgegensehen , denn schliesslich kann man sich auch mit Buchgewinnen ernähren. Die Zukunft nach der Gelddruck-Ära wird sein, dass man Lebensmittel aus Nichts mit 3D – Druckern herstellen kann.

  3. Avatar

    Stefan Kienzle

    1. Januar 2020 12:42 at 12:42

    Es ehrt Herrn Zipfel, dass er die Entwicklung seiner Empfehlungen in Gestalt des CantillonDepots seit 7. Oktober 2019 offenlegt. Aber ist der Anstieg von 3,84 Prozent nicht Magerkost? Seit diesem Tag sind fast alle großen Aktienmärkte deutlich mehr gestiegen. USA, Europa, China, Japan, Deutschland, alle Indizes sind dort zwischen fünf und 10 Prozent gestiegen. Man muss schon suchen, um in der Jahresschlussrally nur einen Vierprozenter zu finden.

    Da 2019 nahezu alles gestiegen ist, konnte man mit Tipps auch nicht so daneben picken (88 Prozent). Netter Versuch!

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die Amerikaner warten heute gespannt auf die heute Nacht um 3 Uhr deutscher Zeit stattfindende erste Debatte zwischen Donald Trump und Joe Biden.

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Wie lange handeln Sie schon mit Aktien? – Werbung

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Lieber Börsianer,

sind Sie auch einer der zahlreichen Neu-Börsianer, die seit Ausbruch der Corona-Krise mit dem Aktienhandel begonnen haben? Wenn ja, dann beglückwünsche ich Sie zu diesem Entschluss.
Im Wesentlichen haben in diesem Jahr drei Faktoren zur Stärkung der Aktionärskultur beigetragen:

1) Die Niedrigzinsen lassen die Menschen nach Alternativen zum klassischen Sparkonto suchen.
2) Online-Broker machen den Aktienhandel auch mit kleinen Geldbeträgen attraktiv.
3) Während der Corona-bedingten Zwangspause des öffentlichen und oft auch beruflichen Lebens hatten viele Menschen erstmals Zeit, sich mit Ihrer Geldanlage und Altersvorsorge zu beschäftigen.

Die Millenials entdecken die Börse

In den vergangenen Monaten habe ich bemerkt, dass vor allem junge Menschen die Börse für sich entdecken. Menschen, die um die Jahrtausendwende geboren wurden, zeigen ein großes Interesse an Geldanlagethemen. Das freut mich umso mehr, gelten die Deutschen doch oftmals als Aktienmuffel. Die Rendite der Anlageportfolios hinkte den Menschen in Aktienländern wie den USA deshalb oft deutlich hinterher. Das könnte sich jetzt mit einer neuen Generation von Aktionären ändern.

Doch es ist auch Vorsicht geboten. Viele Neu-Börsianer lassen sich vom Versprechen auf den schnellen Gewinn verführen. Manche vergessen, dass Sie mit echtem Geld agieren und lassen sich von den spielerisch gestalteten Apps der Online-Broker blenden.

Manchmal scheint es tatsächlich sehr einfach zu sein, an der Börse Geld zu verdienen. Doch vergessen Sie niemals: Die Flut hebt alle Boote. In Zeiten steigender Kurse, wie nach dem Corona-Crash am Anfang des Jahres, konnten Sie kaufen was…..

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – TINA is back!

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die Alternativlosigkeit zu Aktien sei zurück, sowie die Angst bei der Rallye Gewinne zu verpassen.

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