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Protektionismus Teufelswerk? DIHK sieht ganz andere Auswirkung für die EU

Es ist ganz klar für sämtliche Wirtschaftsverbände in Deutschland. Überall hört und liest man es. Freier Welthandel bringt für alle Menschen nur Vorteile, und daher bringt Protektionismus als genaues Gegenteil von freiem Handel nur Nachteile für...

FMW-Redaktion

Es ist ganz klar für sämtliche Wirtschaftsverbände in Deutschland. Überall hört und liest man es. Freier Welthandel bringt für alle Menschen nur Vorteile, und daher bringt Protektionismus als genaues Gegenteil von freiem Handel nur Nachteile für alle. So einfach ist das. Wirklich? Am Ende dieses Artikels mehr dazu.

Der „Deutsche Industrie- und Handelskammertag“ (DIHK) hat heute eine Information zu steigenden Auslandsinvestitionen deutscher Unternehmen veröffentlicht. Weil diese stark zunehmen, würde das indirekt auch positiv abstrahlen auf die Mutterhäuser in Deutschland. Wenn beispielsweise ein deutscher Autohersteller eine Endmontage in den USA betreibt, werden Motoren oder Getriebe in Deutschland hergestellt, und dann zur Endmontage in die USA verschifft. Genau das ist wohl gemeint. Zitat DIHK:

„Die deutsche Industrie spannt mit ihrem verstärkten Auslandsengagement die internationalen Wertschöpfungsketten weiter auf“, lobte der DIHK-Außenwirtschaftschef. Er betonte: „Das geht nicht zulasten der heimischen Standorte – im Gegenteil: Zu Jahresbeginn 2018 zeigt sich erstmals seit Langem bei den Inlandsinvestitionen der deutschen Unternehmen die gleiche Dynamik wie bei den Auslandsinvestitionen.“

Allein in der Industrie entstünden dadurch 2018 hierzulande rund 80.000 neue Stellen, für die Gesamtwirtschaft erwarte der DIHK einen Zuwachs von 600.000 Jobs – „auch, weil die Betriebe durch Auslandsinvestitionen ihre Position auf dem Weltmarkt stärken und das auch zu mehr Aufträge und Produktion im Inland führt“, erläuterte Treier.

Protektionismus

So weit, so gut. Und nun zum bösen Protektionismus. Der bringt überall nur Nachteile? Offensichtlich bringt er der Eurozone Vorteile, schon in seiner Entstehungsphase des Handelskriegs. Wenn es weltweit Handelsschranken gibt, scheinen die hiesigen Hersteller sich für die Produktion wieder verstärkt auf Europa zu konzentrieren! Oder verstehen wir die folgenden Zeilen falsch? Zitat DIHK:

Dabei befördere die belebte Konjunktur in Europa die Investitionstätigkeit der hiesigen Unternehmen an EU-Standorten. „Je stärker der Gegenwind durch protektionistische Tendenzen weltweit zunimmt, desto mehr gewinnt Europa als Plattform für Produktion und Absatz an Bedeutung.“ Der DIHK-Umfrage zufolge planen 63 Prozent der deutschen auslandsaktiven Betriebe Investitionen in der Eurozone; vor zwei Jahren waren es erst 55 Prozent.

Und nein! Natürlich wollen wir damit nicht sagen, dass Protektionismus nur Vorteile hat. Die Wahrheit liegt wohl in der Mitte. Freier Handel mag gut sein. Aber es ist in vielen Teilbereichen eine gewisse Regulierung notwendig.

Auch zum Außenhandelsüberschuss Deutschlands hat der DIHK etwas zu sagen. Ein Gutteil des Überschusses sorge in Form von Auslandsinvestitionen für mehr Beschäftigung in vielen Ländern weltweit. Mit den nunmehr anziehenden Investitionen im Inland dürfte sich laut DIHK auch der Leistungsbilanzüberschuss mittelfristig reduzieren. In diesem Jahr würden die Importe nun schon zum zweiten Mal in Folge stärker wachsen als die Exporte.

Protektionismus
Container-Transport im Hamburger Container Terminal Altenwerder. Foto: Heje / Wikipedia (CC BY 3.0)



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1 Kommentar

  1. Hier ist nochmal ein Link zu dieser Bill (H.R.5404 – To define the dollar as a fixed weight of gold.) von Alexander Mooney, in der es um einen Vorschlag zur Einführung des Goldstandards geht. Wie gewöhnlich: in den mainstreammedien findet man kaum was dazu – aber bei youtube haben schon viele Videos darüber gemacht. (Wurde letzte Woche veröffentlicht)
    Für den Bereich Finanzmärkte eigentlich schon eine recht bemerkenswerte NAchricht denke ich.

    https://www.congress.gov/bill/115th-congress/house-bill/5404/text

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