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Provisionsverbot in Niederlanden und UK erfolgreich – ein Horror f√ľr die deutsche Finanzindustrie

Viele Verbraucher ahnen es, aber der aktuelle Zustand f√ľhlt sich dennoch gut und bequem an. Ein Kunde geht zu einer Bank und bekommt dort irgendein Finanzprodukt verkauft (Beratung). Seien es Fonds, Riester-Rente, Versicherungen etc. Die Geb√ľhren sind in der…

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FMW-Redaktion

Viele Verbraucher ahnen es, aber der aktuelle Zustand f√ľhlt sich dennoch gut und bequem an. Ein Kunde geht zu einer Bank und bekommt dort irgendein Finanzprodukt verkauft (Beratung). Seien es Fonds, Riester-Rente, Versicherungen etc. Die Geb√ľhren sind in der Regel in die Produkte inkludiert, also nicht oder nur sehr schwer f√ľr den Kunden erkennbar. Die Kunden ahnen es irgendwie, dass sie viel Geld zahlen, k√∂nnen es aber wunderbar verdr√§ngen. Was ich nicht sehe, schmerzt auch nicht!

Gro√übritannien hat die in Produkte inkludierte Provisionen schon abgeschafft, die Niederlande ebenfalls. Eine jetzt ver√∂ffentlichte Information vom deutschen „Verbraucherzentrale-Bundesverband“ (vzbv) legt nahe, dass das Verbot von Provisionen neben UK auch in den Niederlanden ein Erfolgsmodell ist. Kunden zahlen f√ľr die Beratung ein gesondertes Honorar f√ľr die Beratung. Daf√ľr wissen sie, dass in den Produkten keine versteckten Kosten mehr eingebaut sind, die in der Regel viel h√∂her gewesen w√§ren als das offen gelegte und separat gezahlte Honorar.

Aber gerade f√ľr den deutschen Michel ist es bequem m√∂glichst nicht offen auf all die Geb√ľhren hingewiesen zu werden, die man derzeit zahlt. Deswegen gibt es auch keine „Anleger-Revolte“, um die Idee der Briten und Holl√§nder zu kopieren. Eine Abschaffung von Provisionen w√§ren der Horror f√ľr die deutsche Finanzindustrie. Denn man verdient mehr als gut mit „nicht so wirklich offen sichtbaren Geb√ľhren“. Wir machen uns da aber keine Illusionen: Die Finanz-Lobby in Deutschland ist verdammt stark (ganz ohne Verschw√∂rungstheorie).

Bei SPD und vor allem CDU/CSU (oben drauf noch FDP) gibt es genug Parlamentarier, die im Sinne von Banken, Versicherungen und Riester-Vertrieben so ein Provisionsverbot verhindern w√ľrden.¬†Hier laut vzbv die die Resultate in den Niederlanden durch das dortige Provisionsverbot nach vier Jahren Inkrafttreten der Ver√§nderungen:

Anfang dieses Jahres wurden zwei Studien im Auftrag des niederländischen Finanzministeriums zum Thema veröffentlicht. Kernergebnis: Niederländische Verbraucher profitieren von höherer Beratungsqualität und besseren Produkten. Die Ergebnisse spiegeln die in Großbritannien gemachten Erfahrungen und untermauern
die Forderung des vzbv, den Provisionsvertrieb von Finanzanlagen auch in Deutschland zu verbieten.

ERGEBNISSE DER UNTERSUCHUNGEN

Die Beratungsqualität ist in Folge der Reform gestiegen. In den Berichten heißt es
sinngemäß:

– Wer sich heute in den Niederlanden beraten l√§sst, erh√§lt kompetentere und neutrale Expertise gegen√ľber der Zeit vor der Reform.
– Produkte, die auf Provisionsmaximierung ausgelegt waren, sind vom Markt verschwunden. Die vorher f√ľr den Vertrieb verwendeten Provisionen k√∂nnen nun Verbrauchern zugutekommen.
РDie Finanzindustrie in den Niederlanden bestätigt, dass im Zuge der Reform die Beratungsqualität gestiegen ist.
– Die Mehrheit der Finanzberater spricht sich gegen eine R√ľckkehr zum Provisionssystem aus.
РGleichzeitig zeichnet sich ab, dass neue Zahlungsmodelle nötig sind, um Verbrauchern die Finanzierung der vorab zu zahlenden Beratungskosten zu erleichtern.
Р90 Prozent der Verbraucher ist nicht klar, dass sich die Beratungsleistung durch das Provisionsverbot verändert hat. Vertrauen, dass durch den Provisionsvertrieb verspielt wurde, ist daher nur langsam wieder aufzubauen.
– Nur zwei Prozent aller Verbraucher sehen in der direkten Bezahlung von Finanzberatung eine H√ľrde, diese in Anspruch zu nehmen.

FAZIT

Um Fehlanreize in der Finanzberatung zu verringern, wurde in den Niederlanden der Provisionsvertrieb von Finanzanlage- und anderen Finanzprodukten seit 2013 verboten. Nach den ersten Ergebnissen zur Wirkung des Provisionsverbots lässt sich eine positive Bilanz ziehen:

РNiederländische Verbraucher profitieren von höherer Beratungsqualität und von besseren Produkten, da Produkte, die auf Provisionsmaximierung ausgelegt waren, vom Markt verschwunden sind.
– Die H√∂he der Honorare von Finanzberatern ist f√ľr Verbraucher kaum eineH√ľrde, diese in Anspruch zu nehmen.
– Gleichzeitig geht aus den Berichten hervor, dass es sinnvoll ist flexible Bezahlformen, wie Ratenzahlungen, einzuf√ľhren.
– Dass die Finanzberatung durch das Provisionsverbot vertrauensw√ľrdiger wird, sollte besser kommuniziert werden.

Und dazu noch die Meinung des vzbv, was in Deutschland getan werden sollte:

Guten Beispielen folgen

Laut niederl√§ndischen Beh√∂rden profitieren Verbraucher seit dem Provisionsverbot von h√∂herer Beratungsqualit√§t und besseren Produkten. Produkte, die auf Provisionsmaximierung ausgelegt waren, seien vom Markt verschwunden. Finanzberatern w√ľrde seither auch wieder ein gr√∂√üeres Vertrauen entgegengebracht werden.

‚ÄěDie Niederlande und Gro√übritannien haben das Problem schon vor Jahren erkannt und deshalb Provisionen bei der Anlageberatung verboten. Die Politik in Deutschland muss diesen guten Beispielen endlich folgen und Provisionen ebenfalls verbieten‚Äú, so Mohn.

Kostenlos kann teuer werden

In Deutschland finanzieren sich die meisten Berater √ľber Provisionen. F√ľr Kunden sind diese Beratungen nur vordergr√ľndig kostenlos. Tats√§chlich zahlen sie die Beratung dabei indirekt √ľber h√∂here Produktkosten. Bei unabh√§ngiger Beratung zahlen Kunden hingegen ein Honorar an ihre Berater. Daf√ľr fallen √ľblicherweise die Produktkosten im Falle eines Abschlusses geringer aus. ‚ÄěWenn Provisionen wegfallen, sind die Fehlanreize deutlich geringer. Das stellt die Unabh√§ngigkeit der Berater sicher und steigert automatisch die Beratungsqualit√§t‚Äú, so Mohn.


Beispielfoto einer „Bankberatung“. Foto: Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken

7 Kommentare

7 Comments

  1. TomB

    5. Februar 2018 14:43 at 14:43

    Das w√§re doch mal eine Reglung f√ľr die EU die regeln ja sonst auch alles.

  2. Fibo813

    5. Februar 2018 16:37 at 16:37

    Das klingt vern√ľnftig und „seri√∂ser“. Und genauso m√ľsste die Immo Makler-Geb√ľhr dem Ver-k√§ufer aufgedr√ľckt werden. Dann w√§ren vielen geholfen und der Abzock-Irrsinn h√§tte ein Ende.

    • Marian Montag

      6. Februar 2018 14:03 at 14:03

      Nicht immer gleich herumtrampeln und aufschreien, sondern erst einmal nachdenken. Zur Abzocke gehören immer mindestens zwei Parteien. Eine welche abzockt und eine welche sich abzocken lässt. Etwas mehr Bildung und Informationen in unseren System wären da wohl hilfreicher.

    • Michael

      6. Februar 2018 14:57 at 14:57

      Das fairste wäre das Bestellerprinzip, wer den Makler beauftragt, bezahlt ihn auch. So ist das in allen anderen Geschäftsbereichen auch, die Diskussion verstehe ich nicht wirklich.

  3. Feedback

    5. Februar 2018 20:35 at 20:35

    H√∂rt sich immer super an, aber auf dem deutschen Markt durchf√ľhrbar?

    Kritik am Artikel:
    Den Leuten sind die Kosten nicht bekannt?
    Mit MiFID II wurde die Kostentransparenz erh√∂ht. Stichwort ex-ante-Simulation. Dem Kunden m√ľssen in ‚ā¨ und % die Kosten aufgezeigt werden. Sogar akkumuliert f√ľr z.B. 5 Jahre Haltedauer.

    1. Wird es bei Honorarberatung g√ľnstiger f√ľr die Kunden?
    Jein. F√ľr Wohlhabende ja, f√ľr „Kleinanleger“ m.M. nicht.
    Zusätzlich nimmt der Wettbewerb ab. Warum?

    Aktuelle Situation: Als Kleinanleger gehe ich wenn ich das will zur Bank B, Sparkasse S oder zu den Genossen G. Jede Beratung ist kostenlos und erst beim Kauf des Produkts zahle ich den Ausgabeaufschlag, Provision etc. Zuwendung wie es so sch√∂n hei√üt (fr√ľherer ¬ß31d-WpHG sieht bereits ein Zuwendungsverbot vor mit den Ausnahmen: Offenlegung der Kosten und Verwendung der Zuwendung f√ľr die Beratungsverbesserung, m.W. jetzt ¬ß70-Wphg neu)

    Gehen wir von 2500‚ā¨ aus, mit Zuwendung 5% = 125‚ā¨ f√ľr die Bank. Hat der Kunde nur eine Beratung mit 1 Stunde ist dies ein ordentlicher Stundenlohn. Hat der Kunde 3 Banken befragt schaut es anders aus.
    Reicherer Kunde mit 25000‚ā¨ und 5% = 1250‚ā¨ (super Stundenlohn)

    gleiche Situation mit Honorarberatung:
    lt. Internet so zwischen 90 und 250‚ā¨ also gehen wir mal von 100‚ā¨ aus.
    Somit Kosten f√ľr den Kleinanleger von 300‚ā¨
    Der „reichere“ Kunde zahlt ebenfalls 300‚ā¨
    Sogar wenn ich die doppelte Zeit beim „Reicheren“ ansetze fallen „nur“ 600‚ā¨ an.

    Wer kommt jetzt wohl besser weg?
    Mich wundert es nicht, warum man diesen Weg vorantreiben will. Die reicheren sollen einfach reicher werden und die Kleinanleger, die evtl. grad mal freie Mittel von 50‚ā¨ f√ľr einen Sparplan haben, sollen sich doch gef√§lligst von Wertpapieren fern halten und mit 0,05% aufs Sparbuch (wenns die √ľberhaupt noch gibt) zufrieden geben. Inflationsausgleich brauchen ja auch nur die die sich Konsumg√ľter auch leisten k√∂nnen oder?

    Ergänzung:
    ruhig mal auf Seiten der Honorarberater gehen und schauen bei wievielen man denn √ľberhaupt den Stundensatz sieht.

    Bei einem Fonds egal welcher Gesellschaft sind die Ausgabeaufschläge jederzeit abrufbar.

    Ich h√§tte pers√∂nlich jetzt kein Problem mit der Honorarberatung ūüėČ

    Nur ist es f√ľr den Gro√üteil der Deutschen der richtige Weg?

    Vieleicht habe ich etwas √ľbersehen aber aktuell seh ich keinen Vorteil f√ľr viele Anleger.

  4. Pfennigfuchser

    6. Februar 2018 14:57 at 14:57

    H√∂rt mir nur mit diesen Wunschtr√§umen der Verbrauchersch√ľtzer auf.
    Wenn ich fr√ľher einen VL-Fondssparplan gemacht habe, dann habe ich mein Angebot mit dem Berater besprochen, musste ich 2-3 Unterschriften leisten und alles war erledigt.
    Letztens bin ich erst nach 2 Stunden wieder herausgekommen, weil eine endlose Flut von Papieren erstellt, besprochen und unterschrieben werden mussten Рdie alle gesetzlich gefordert sind und vor unverständlichem Beamtendeutsch nur so strotzen.
    Der Bankberater konnte dann auch nicht mehr alle Formulare erl√§utern sondern hat nur noch gezeigt, wo unterschrieben werden muss. Wenn ich dann noch f√ľr diese 2 Stunden ein Honorar √ľber 200 ‚ā¨ (vermutlich noch zuz√ľglich Mehrwertsteuer) zahlen soll, dann lass‘ ich es lieber gleich sein.
    Die Honorarberatung ist doch nur f√ľr reiche Kunden und vermutlich den Mehrwertsteuertopf sinnvoll und geeignet. Da frage ich mich, was die Verbrauchersch√ľtzer damit bezwecken.

  5. Gixxer

    7. Februar 2018 20:17 at 20:17

    Zuerst mal vorneweg:
    Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass das Provisionsverbot in Deutschland kommt. Dazu sind die etablierten Parteien zu sehr „geschmiert“ von der Finanzlobby. Etliche, wenn nicht sogar alle dieser Betriebe, sei es die Deutsche Verm√∂gensberatung, MLP, AWD oder was auch immer, spenden den Parteien Unsummen (ganz gro√ü vorne dabei vor allem die CDU und FDP). Von den Bereichen, die von diesen Betrieben gesponsert werden ganz zu schweigen. Ich kann mich zB noch an die Kappe von Schumi damals erinnern mit der DVAG-Aufschrift drauf.

    Des Weiteren m√∂chte ich hinzuf√ľgen, dass ich es auch so sehe, dass in aller erster Linie mehr f√ľr die Bildung der Leute auf diesem Gebiet getan werden sollte, dann br√§uchte man in den wenigsten F√§llen √ľberhaupt einen Berater. Aktien oder Fonds kann man dann alleine ordern, auch ohne einen Honorarberater, der einem sagt, wo und wie man das machen kann. Es geht mir hier nicht darum welche Aktien oder Fonds man kaufen soll, nur das Wissen um die Bedingungen, wie so was √ľberhaupt geht. Das man zB ein Depot brauch, etc.
    Aber auch dies wird nicht passieren, denn wenn die Leute Bescheid w√ľssten, w√ľrden gewisse Anbieter ja nichts mehr verdienen und k√∂nnten dann auch nicht so viel spenden (s.o.).

    @Feedback: Zu ihren Ausf√ľhrungen m√∂chte ich eigentlich nur so viel sagen, dass die Problematik der Provisionsberatung doch in einer evtl. Falschberatung aufgrund der Provision liegt. Ich denke, hier geht es nicht darum, wie spare ich den Ausgabeaufschlag oder wie spare ich ein paar Geb√ľhren. Das schlimme ist doch eher, wenn man zB monatlich etwas ansparen will und bekommt dann anstatt zB einer Fondsanlage eine Rentenversicherung verkauft, weil hiermit mehr Provision zu verdienen ist oder aber wenn einer 80-j√§hrigen Frau ein geschlossener Schiffsfond mit mehreren Jahren Laufzeit aufgeschwatzt wird.
    Um diese Dinge geht es meines Erachtens in erster Linie und diese Falschberatung w√ľrde bei einer Honorarberatung deutlich gemindert.

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Bundesbank: Schuldenquote sinkt erstmals seit 16 Jahren unter 60%, Hochkonjunktur in Deutschland geht weiter

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Es gibt zwei Maastricht-Kriterien, an denen man sich eigentlich in der EU halten wollte. Fast niemand hielt sich aber wirklich strikt daran. Staaten sollen sich pro Jahr nicht mit mehr als 3% in Relation zum BIP neu verschulden, und Staaten d√ľrfen in Relation zum BIP nicht mehr als 60% Schulden haben. Die Neuverschuldung in Deutschland ist schon lange unter der 3%, und hierzulande baut man sogar Schulden ab. Das zweite Kriterium wird man wohl im laufenden Jahr wieder erf√ľllen.

Zuletzt war dies 2002 der Fall, dass man weniger als 60% Schuldenquote hatte. Nat√ľrlich wird dieses Ziel wieder erreicht, weil keine neuen Schulden hinzukommen. Wichtiger scheint aber noch zu sein, dass durch die jahrelang brummende Wirtschaft das Bruttoinlandsprodukt stetig weiter w√§chst, und somit die Bezugsgr√∂√üe f√ľr die prozentuale Berechnung der Schuldenlast immer gr√∂√üer wird. In Windeseile schrumpft die deutsche Schuldenquote, die 2010 mit 81% ihren h√∂chsten Stand erreicht hatte. Mitte des Jahres 2018 war man bei 61,5%, und vielleicht ist man jetzt gerade dabei die „magische“ Schwelle von 60% zu unterschreiten. Zitat Bundesbank aus ihrem heute ver√∂ffentlichten Monatsbericht:

Die deutschen Staatshaushalte profitieren weiterhin von sehr guten Rahmenbedingungen. Im laufenden Jahr zeichnet sich ein deutlich steigender gesamtstaatlicher √úberschuss ab (2017: +1,0% des Bruttoinlandsprodukts (BIP)). Auch strukturell, also ohne konjunkturelle und tempor√§re Einfl√ľsse gerechnet, d√ľrfte sich die Haushaltslage nochmals verbessern. Die Schuldenquote bleibt auf ihrem Abw√§rtspfad und k√∂nnte bereits im laufenden Jahr unter 60% sinken. Bis zur Mitte des Jahres fiel sie auf 61,5%, nach 63,9% Ende 2017. Die Einnahmen aus Steuern und Sozialbeitr√§gen steigen dabei im laufenden Jahr weiter dynamisch. Auf der Ausgabenseite entf√§llt gegen√ľber 2017 die R√ľckerstattung der Kernbrennstoffsteue) Au√üerdem entlasten die sinkende Arbeitslosigkeit und fallende Zinsaufwendungen. Diese positiven Faktoren sind gewichtiger als deutliche Zuw√§chse in anderen Ausgabenbereichen.

Hochkonjunktur geht weiter

Die Bundesbank ist aktuell der Auffassung, dass die j√ľngste Konjunkturdelle durch Soderfaktoren in der Automobilindustrie verursacht wurden, die nur tempor√§rer Natur waren. Die Hochkonjunktur w√ľrde daher weiter laufen. Zitat Bundesbank:

Die deutsche Wirtschaftsleistung hat sich im Sommer 2018 leicht verringert. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegen√ľber dem zweiten Quartal um 0,2 Prozent. Grund daf√ľr sei vor allem ein starker tempor√§rer Sondereffekt in der Automobilbranche gewesen, hei√üt es im aktuellen Monatsbericht der Bundesbank. Bei der Einf√ľhrung eines EU-weiten Emissionstestverfahrens gab es erhebliche Probleme, die zu umfangreichen Produktionsausf√§llen gef√ľhrt h√§tten. ‚ÄěUngeachtet dieser vor√ľbergehenden Sondereinfl√ľsse dauert die Hochkonjunktur in Deutschland an‚Äú, schreiben die Expertinnen und Experten.

Durch den kr√§ftigen Produktionsr√ľckgang in der Kfz-Branche habe das verarbeitende Gewerbe entscheidend zu der schwachen Wirtschaftsleistung im Sommervierteljahr beigetragen, so die Bundesbank-Fachleute. Die Industrieproduktion verbuchte saisonbereinigt einen R√ľckgang um 1¬Ĺ Prozent. Nach Bundesbank-Berechnungen k√∂nnte dies das BIP-Wachstum im dritten Vierteljahr sch√§tzungsweise um 0,4 Prozentpunkte gedr√ľckt haben. Negative Auswirkungen auf andere Branchen √ľber Produktionsverflechtungen wurden dabei au√üer Acht gelassen. Die Produktion im Baugewerbe expandierte langsamer als im Fr√ľhjahr, wuchs mit ¬Ĺ Prozent aber immer noch sp√ľrbar. Auch bei den Dienstleistungen ging es wohl leicht aufw√§rts.

Ausblick f√ľr Inflation und BIP

Die Bundesbank ist der Ansicht, dass die Inflation im Rahmen bleibt, und dass die Wirtschaftsleistung wieder anzieht. Zitat:

F√ľr die kommenden Monate geht die Bundesbank davon aus, dass die Inflationsrate schw√§cher ausfallen wird, weil die Preise f√ľr Energie und Nahrungsmittel weniger stark steigen werden. Nach der Delle im dritten Vierteljahr sehen die Fachleute der Bundesbank die deutsche Wirtschaft zum Jahresende wieder auf Expansionskurs. So rechnen sie bei der Kfz-Produktion sowie beim Export von Kraftfahrzeugen mit einer Normalisierung. ‚ÄěFerner d√ľrfte der private Verbrauch seine Rolle als wichtige konjunkturelle Triebkraft wiedererlangen‚Äú, schreibt die Bundesbank.

Bundesbank Zentrale in Frankfurt
Bundesbank-Zentrale in Frankfurt. Foto: Wolfgang Pehlemann Wiesbaden Germany CC BY-SA 3.0 de

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Gunnar Heinsohn: „China √ľberholt alle ‚Äď und Europa schaut zu“ – Lesetipp

Gunnar Heinsohn √ľber die zuk√ľnftigen Perspektiven f√ľr Deutschland und Ostasien..

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Gunnar Heinsohn z√§hlt zu den kreativsten Denkern in Deutschland. Die thematische Bandbreite seiner Publikationen ist fast un√ľberschaubar: ob eine Erkl√§rung des Holocaust („Warum Auschwitz“); der starke Anstieg der Bev√∂lkerung Europas an der Wende der Neuzeit durch die kirchliche Diffamierung von „Kr√§uterfrauen“, jenen Experten f√ľr Geburtenkontrolle, die als „Hexen“ tituliert und ausradiert wurden („Die Vernichtung der weisen Frauen“); oder eine demografische Erkl√§rung f√ľr weltweite Konfliktherde („S√∂hne und Weltmacht“) bis hin zu √∂konomischen Themen („Eigentum, Zins und Geld“; zusammen mit Otto Steiger). Man k√∂nnte die Reihe noch lange fortsetzen..

Heinsohn ist ein Querdenker – und hebt sich damit vom Mainstream ab. In einem Artikel f√ľr die „NZZ“ zeigt Heinsohn das Problem westlicher L√§nder auf: Bildung. Ostasien geh√∂re daher die Zukunft:

„Die Schere zwischen kompetenten und inkompetenten Menschen klafft weltweit immer weiter auseinander. In Ostasien werden die L√§nder insgesamt wettbewerbsf√§higer. Im Westen hingegen teilen sich die Staaten zunehmend in Kompetenzfestungen und Einwanderungsl√§nder ‚Äď mit nachhaltigen Folgen.“

Und Heinsohn √ľber die zuk√ľnftigen Perspektiven f√ľr Deutschland und Ostasien:

„Angesichts des deutschen Bildungsfiaskos kann niemand die Ostasiaten davon √ľberzeugen, dass Niveauabsenkung ihre Konkurrenzf√§higkeit verbessert. Alle zusammen nehmen j√§hrlich nicht einmal 100 Asylbewerber auf. Weil sie sp√ľren, dass tendenziell Unbeschulbare keinen brauchbaren Ersatz f√ľr ihre Rentner liefern, setzen sie auf Roboter und stehen mit √ľber 60 Prozent der installierten Kunstmenschen an der Weltspitze.“


Lesen Sie bitte den hoch interessanten Artikel von Heinsohn in der NZZ vollständig hier!


Gunnar Heinsohn
Von Freud – Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=29218949

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„Wenn Italien sich nicht dem Euro anpasst, dann passt sich der Euro eben Italien an“

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In der Eurozone befinden wir uns derzeit in einer Banknotenunion, und nicht in einer W√§hrungsunion. Und es sei nicht die Frage ob, sondern wann der Euro zerfallen wird. Das behauptet Prof. Dr. Thomas Mayer vom Verm√∂gensverwalter Flossbach von Storch in einem aktuellen Vortrag. Sein Thema hei√üt Italien. BIP und Industrieproduktion in Italien sind nachweislich seit der Finanzkrise r√ľckl√§ufig. Das Land k√∂nnte eine neue Parallelw√§hrung als gro√ües Erpressungspotenzial gegen die Euro-Partner in Aussicht stellen. Die Euro-Partner w√ľrden dazu getrieben werden Italien zu finanzieren, damit der Euro nicht untergeht. Italien habe derzeit schlicht keine M√∂glichkeit der W√§hrungsabwertung, um hier√ľber seine Wettbewerbsf√§higkeit f√ľr die Wirtschaft aufrecht zu erhalten. Es werde also zwangsl√§ufig etwas in Italien passieren. Professor Mayer bietet auch hochinteressante L√∂sungsans√§tze f√ľr die Eurozone, wobei die EZB eine entscheidende Rolle spielt. Bitte den Vortrag schauen ab Minute 2:20.

Italien EU
¬© European Union, 2017 / Source: EC ‚Äď Audiovisual Service / Photo: Mauro Bottaro

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