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Provisionsverbot in Niederlanden und UK erfolgreich – ein Horror für die deutsche Finanzindustrie

Viele Verbraucher ahnen es, aber der aktuelle Zustand fühlt sich dennoch gut und bequem an. Ein Kunde geht zu einer Bank und bekommt dort irgendein Finanzprodukt verkauft (Beratung). Seien es Fonds, Riester-Rente, Versicherungen etc. Die Gebühren sind in der…

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FMW-Redaktion

Viele Verbraucher ahnen es, aber der aktuelle Zustand fühlt sich dennoch gut und bequem an. Ein Kunde geht zu einer Bank und bekommt dort irgendein Finanzprodukt verkauft (Beratung). Seien es Fonds, Riester-Rente, Versicherungen etc. Die Gebühren sind in der Regel in die Produkte inkludiert, also nicht oder nur sehr schwer für den Kunden erkennbar. Die Kunden ahnen es irgendwie, dass sie viel Geld zahlen, können es aber wunderbar verdrängen. Was ich nicht sehe, schmerzt auch nicht!

Großbritannien hat die in Produkte inkludierte Provisionen schon abgeschafft, die Niederlande ebenfalls. Eine jetzt veröffentlichte Information vom deutschen „Verbraucherzentrale-Bundesverband“ (vzbv) legt nahe, dass das Verbot von Provisionen neben UK auch in den Niederlanden ein Erfolgsmodell ist. Kunden zahlen für die Beratung ein gesondertes Honorar für die Beratung. Dafür wissen sie, dass in den Produkten keine versteckten Kosten mehr eingebaut sind, die in der Regel viel höher gewesen wären als das offen gelegte und separat gezahlte Honorar.

Aber gerade für den deutschen Michel ist es bequem möglichst nicht offen auf all die Gebühren hingewiesen zu werden, die man derzeit zahlt. Deswegen gibt es auch keine „Anleger-Revolte“, um die Idee der Briten und Holländer zu kopieren. Eine Abschaffung von Provisionen wären der Horror für die deutsche Finanzindustrie. Denn man verdient mehr als gut mit „nicht so wirklich offen sichtbaren Gebühren“. Wir machen uns da aber keine Illusionen: Die Finanz-Lobby in Deutschland ist verdammt stark (ganz ohne Verschwörungstheorie).

Bei SPD und vor allem CDU/CSU (oben drauf noch FDP) gibt es genug Parlamentarier, die im Sinne von Banken, Versicherungen und Riester-Vertrieben so ein Provisionsverbot verhindern würden. Hier laut vzbv die die Resultate in den Niederlanden durch das dortige Provisionsverbot nach vier Jahren Inkrafttreten der Veränderungen:

Anfang dieses Jahres wurden zwei Studien im Auftrag des niederländischen Finanzministeriums zum Thema veröffentlicht. Kernergebnis: Niederländische Verbraucher profitieren von höherer Beratungsqualität und besseren Produkten. Die Ergebnisse spiegeln die in Großbritannien gemachten Erfahrungen und untermauern
die Forderung des vzbv, den Provisionsvertrieb von Finanzanlagen auch in Deutschland zu verbieten.

ERGEBNISSE DER UNTERSUCHUNGEN

Die Beratungsqualität ist in Folge der Reform gestiegen. In den Berichten heißt es
sinngemäß:

– Wer sich heute in den Niederlanden beraten lässt, erhält kompetentere und neutrale Expertise gegenüber der Zeit vor der Reform.
– Produkte, die auf Provisionsmaximierung ausgelegt waren, sind vom Markt verschwunden. Die vorher für den Vertrieb verwendeten Provisionen können nun Verbrauchern zugutekommen.
– Die Finanzindustrie in den Niederlanden bestätigt, dass im Zuge der Reform die Beratungsqualität gestiegen ist.
– Die Mehrheit der Finanzberater spricht sich gegen eine Rückkehr zum Provisionssystem aus.
– Gleichzeitig zeichnet sich ab, dass neue Zahlungsmodelle nötig sind, um Verbrauchern die Finanzierung der vorab zu zahlenden Beratungskosten zu erleichtern.
– 90 Prozent der Verbraucher ist nicht klar, dass sich die Beratungsleistung durch das Provisionsverbot verändert hat. Vertrauen, dass durch den Provisionsvertrieb verspielt wurde, ist daher nur langsam wieder aufzubauen.
– Nur zwei Prozent aller Verbraucher sehen in der direkten Bezahlung von Finanzberatung eine Hürde, diese in Anspruch zu nehmen.

FAZIT

Um Fehlanreize in der Finanzberatung zu verringern, wurde in den Niederlanden der Provisionsvertrieb von Finanzanlage- und anderen Finanzprodukten seit 2013 verboten. Nach den ersten Ergebnissen zur Wirkung des Provisionsverbots lässt sich eine positive Bilanz ziehen:

– Niederländische Verbraucher profitieren von höherer Beratungsqualität und von besseren Produkten, da Produkte, die auf Provisionsmaximierung ausgelegt waren, vom Markt verschwunden sind.
– Die Höhe der Honorare von Finanzberatern ist für Verbraucher kaum eineHürde, diese in Anspruch zu nehmen.
– Gleichzeitig geht aus den Berichten hervor, dass es sinnvoll ist flexible Bezahlformen, wie Ratenzahlungen, einzuführen.
– Dass die Finanzberatung durch das Provisionsverbot vertrauenswürdiger wird, sollte besser kommuniziert werden.

Und dazu noch die Meinung des vzbv, was in Deutschland getan werden sollte:

Guten Beispielen folgen

Laut niederländischen Behörden profitieren Verbraucher seit dem Provisionsverbot von höherer Beratungsqualität und besseren Produkten. Produkte, die auf Provisionsmaximierung ausgelegt waren, seien vom Markt verschwunden. Finanzberatern würde seither auch wieder ein größeres Vertrauen entgegengebracht werden.

„Die Niederlande und Großbritannien haben das Problem schon vor Jahren erkannt und deshalb Provisionen bei der Anlageberatung verboten. Die Politik in Deutschland muss diesen guten Beispielen endlich folgen und Provisionen ebenfalls verbieten“, so Mohn.

Kostenlos kann teuer werden

In Deutschland finanzieren sich die meisten Berater über Provisionen. Für Kunden sind diese Beratungen nur vordergründig kostenlos. Tatsächlich zahlen sie die Beratung dabei indirekt über höhere Produktkosten. Bei unabhängiger Beratung zahlen Kunden hingegen ein Honorar an ihre Berater. Dafür fallen üblicherweise die Produktkosten im Falle eines Abschlusses geringer aus. „Wenn Provisionen wegfallen, sind die Fehlanreize deutlich geringer. Das stellt die Unabhängigkeit der Berater sicher und steigert automatisch die Beratungsqualität“, so Mohn.


Beispielfoto einer „Bankberatung“. Foto: Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken

7 Kommentare

7 Comments

  1. TomB

    5. Februar 2018 14:43 at 14:43

    Das wäre doch mal eine Reglung für die EU die regeln ja sonst auch alles.

  2. Fibo813

    5. Februar 2018 16:37 at 16:37

    Das klingt vernünftig und „seriöser“. Und genauso müsste die Immo Makler-Gebühr dem Ver-käufer aufgedrückt werden. Dann wären vielen geholfen und der Abzock-Irrsinn hätte ein Ende.

    • Marian Montag

      6. Februar 2018 14:03 at 14:03

      Nicht immer gleich herumtrampeln und aufschreien, sondern erst einmal nachdenken. Zur Abzocke gehören immer mindestens zwei Parteien. Eine welche abzockt und eine welche sich abzocken lässt. Etwas mehr Bildung und Informationen in unseren System wären da wohl hilfreicher.

    • Michael

      6. Februar 2018 14:57 at 14:57

      Das fairste wäre das Bestellerprinzip, wer den Makler beauftragt, bezahlt ihn auch. So ist das in allen anderen Geschäftsbereichen auch, die Diskussion verstehe ich nicht wirklich.

  3. Feedback

    5. Februar 2018 20:35 at 20:35

    Hört sich immer super an, aber auf dem deutschen Markt durchführbar?

    Kritik am Artikel:
    Den Leuten sind die Kosten nicht bekannt?
    Mit MiFID II wurde die Kostentransparenz erhöht. Stichwort ex-ante-Simulation. Dem Kunden müssen in € und % die Kosten aufgezeigt werden. Sogar akkumuliert für z.B. 5 Jahre Haltedauer.

    1. Wird es bei Honorarberatung günstiger für die Kunden?
    Jein. Für Wohlhabende ja, für „Kleinanleger“ m.M. nicht.
    Zusätzlich nimmt der Wettbewerb ab. Warum?

    Aktuelle Situation: Als Kleinanleger gehe ich wenn ich das will zur Bank B, Sparkasse S oder zu den Genossen G. Jede Beratung ist kostenlos und erst beim Kauf des Produkts zahle ich den Ausgabeaufschlag, Provision etc. Zuwendung wie es so schön heißt (früherer §31d-WpHG sieht bereits ein Zuwendungsverbot vor mit den Ausnahmen: Offenlegung der Kosten und Verwendung der Zuwendung für die Beratungsverbesserung, m.W. jetzt §70-Wphg neu)

    Gehen wir von 2500€ aus, mit Zuwendung 5% = 125€ für die Bank. Hat der Kunde nur eine Beratung mit 1 Stunde ist dies ein ordentlicher Stundenlohn. Hat der Kunde 3 Banken befragt schaut es anders aus.
    Reicherer Kunde mit 25000€ und 5% = 1250€ (super Stundenlohn)

    gleiche Situation mit Honorarberatung:
    lt. Internet so zwischen 90 und 250€ also gehen wir mal von 100€ aus.
    Somit Kosten für den Kleinanleger von 300€
    Der „reichere“ Kunde zahlt ebenfalls 300€
    Sogar wenn ich die doppelte Zeit beim „Reicheren“ ansetze fallen „nur“ 600€ an.

    Wer kommt jetzt wohl besser weg?
    Mich wundert es nicht, warum man diesen Weg vorantreiben will. Die reicheren sollen einfach reicher werden und die Kleinanleger, die evtl. grad mal freie Mittel von 50€ für einen Sparplan haben, sollen sich doch gefälligst von Wertpapieren fern halten und mit 0,05% aufs Sparbuch (wenns die überhaupt noch gibt) zufrieden geben. Inflationsausgleich brauchen ja auch nur die die sich Konsumgüter auch leisten können oder?

    Ergänzung:
    ruhig mal auf Seiten der Honorarberater gehen und schauen bei wievielen man denn überhaupt den Stundensatz sieht.

    Bei einem Fonds egal welcher Gesellschaft sind die Ausgabeaufschläge jederzeit abrufbar.

    Ich hätte persönlich jetzt kein Problem mit der Honorarberatung 😉

    Nur ist es für den Großteil der Deutschen der richtige Weg?

    Vieleicht habe ich etwas übersehen aber aktuell seh ich keinen Vorteil für viele Anleger.

  4. Pfennigfuchser

    6. Februar 2018 14:57 at 14:57

    Hört mir nur mit diesen Wunschträumen der Verbraucherschützer auf.
    Wenn ich früher einen VL-Fondssparplan gemacht habe, dann habe ich mein Angebot mit dem Berater besprochen, musste ich 2-3 Unterschriften leisten und alles war erledigt.
    Letztens bin ich erst nach 2 Stunden wieder herausgekommen, weil eine endlose Flut von Papieren erstellt, besprochen und unterschrieben werden mussten – die alle gesetzlich gefordert sind und vor unverständlichem Beamtendeutsch nur so strotzen.
    Der Bankberater konnte dann auch nicht mehr alle Formulare erläutern sondern hat nur noch gezeigt, wo unterschrieben werden muss. Wenn ich dann noch für diese 2 Stunden ein Honorar über 200 € (vermutlich noch zuzüglich Mehrwertsteuer) zahlen soll, dann lass‘ ich es lieber gleich sein.
    Die Honorarberatung ist doch nur für reiche Kunden und vermutlich den Mehrwertsteuertopf sinnvoll und geeignet. Da frage ich mich, was die Verbraucherschützer damit bezwecken.

  5. Gixxer

    7. Februar 2018 20:17 at 20:17

    Zuerst mal vorneweg:
    Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass das Provisionsverbot in Deutschland kommt. Dazu sind die etablierten Parteien zu sehr „geschmiert“ von der Finanzlobby. Etliche, wenn nicht sogar alle dieser Betriebe, sei es die Deutsche Vermögensberatung, MLP, AWD oder was auch immer, spenden den Parteien Unsummen (ganz groß vorne dabei vor allem die CDU und FDP). Von den Bereichen, die von diesen Betrieben gesponsert werden ganz zu schweigen. Ich kann mich zB noch an die Kappe von Schumi damals erinnern mit der DVAG-Aufschrift drauf.

    Des Weiteren möchte ich hinzufügen, dass ich es auch so sehe, dass in aller erster Linie mehr für die Bildung der Leute auf diesem Gebiet getan werden sollte, dann bräuchte man in den wenigsten Fällen überhaupt einen Berater. Aktien oder Fonds kann man dann alleine ordern, auch ohne einen Honorarberater, der einem sagt, wo und wie man das machen kann. Es geht mir hier nicht darum welche Aktien oder Fonds man kaufen soll, nur das Wissen um die Bedingungen, wie so was überhaupt geht. Das man zB ein Depot brauch, etc.
    Aber auch dies wird nicht passieren, denn wenn die Leute Bescheid wüssten, würden gewisse Anbieter ja nichts mehr verdienen und könnten dann auch nicht so viel spenden (s.o.).

    @Feedback: Zu ihren Ausführungen möchte ich eigentlich nur so viel sagen, dass die Problematik der Provisionsberatung doch in einer evtl. Falschberatung aufgrund der Provision liegt. Ich denke, hier geht es nicht darum, wie spare ich den Ausgabeaufschlag oder wie spare ich ein paar Gebühren. Das schlimme ist doch eher, wenn man zB monatlich etwas ansparen will und bekommt dann anstatt zB einer Fondsanlage eine Rentenversicherung verkauft, weil hiermit mehr Provision zu verdienen ist oder aber wenn einer 80-jährigen Frau ein geschlossener Schiffsfond mit mehreren Jahren Laufzeit aufgeschwatzt wird.
    Um diese Dinge geht es meines Erachtens in erster Linie und diese Falschberatung würde bei einer Honorarberatung deutlich gemindert.

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Warum Wikipedia heute offline ist

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Wikipedia ist die weltweit größte frei einsehbare und kostenlos nutzbare Enzyklopädie, quasi für alle Wissensinhalte, für alle Themen. Wer nach bestimten Begriffen im Netz sucht, findet fast immer als erstes einen Wikipedia-Eintrag. Sich dort zu informieren ist für Millionen Menschen zur Selbstverständlichkeit geworden. Und immer mehr hat Wikipedia auch Anerkennung aufgebaut, weil zwar jedermann Inhalte einfügen kann, aber weil eine Gruppe von Autoren Fakten prüft und gegebenenfalls falsche Inhalte korrigiert. Auch Wikipedia ist nicht frei von Kritik, denn PR-Agenturen versuchen natürlich Einträge zu Unternehmen bei Wikipedia getarnt zu platzieren. Aber gut, das nur als Vorwort.

Warum ist Wikipedia heute offline? Dies betritt das deutschsprachige Wikipedia, aber beispielsweise auch die Betreiber der Version in tschechischer Sprache. Es geht um Artikel 13 der anstehenden EU-Urheberrechtsreform. Wikipedia ist ausdrücklich von den geplanten neuen Auflagen (Uploadfilter, Lizenzverträge schließen etc) ausgenommen. Dennoch wollen die Autoren von Wikipedia den Kampf gegen Artikel 13 mit dieser Aktion unterstützen, in dem sie nämlich ihren gesamten Inhalt für einen Tag nicht anbieten, sondern nur ein Statement, einen Appell zeigen, und darum bitten sich dem Protest anzuschließen.

Hier die Petition gegen Artikel 13, die gerade erst die 5 Millionen-Grenze überschritten hat!

Hier eine Übersicht von Demos gegen Artikel 13.

Hier das Statement von Wikipedia im Wortlaut:

Liebe Besucherin, lieber Besucher,

warum können Sie Wikipedia nicht wie gewohnt benutzen? Die Autorinnen und Autoren der Wikipedia haben sich entschieden, Wikipedia heute aus Protest gegen Teile der geplanten EU-Urheberrechtsreform abzuschalten. Dieses Gesetz soll am 27. März vom Parlament der Europäischen Union verabschiedet werden.

Die geplante Reform könnte dazu führen, dass das freie Internet erheblich eingeschränkt wird. Selbst kleinste Internetplattformen müssten Urheberrechtsverletzungen ihrer Userinnen und User präventiv unterbinden (Artikel 13 des geplanten Gesetzes), was in der Praxis nur mittels fehler- und missbrauchsanfälliger Upload-Filter umsetzbar wäre. Zudem müssten alle Webseiten für kurze Textausschnitte aus Presseerzeugnissen Lizenzen erwerben, um ein neu einzuführendes Verleger-Recht einzuhalten (Artikel 11). Beides zusammen könnte die Meinungs-, Kunst- und Pressefreiheit erheblich beeinträchtigen.

Obwohl zumindest Wikipedia ausdrücklich von Artikel 13 der neuen Urheberrechtsrichtlinie ausgenommen ist (allerdings nicht von Artikel 11), wird das Freie Wissen selbst dann leiden, wenn Wikipedia eine Oase in der gefilterten Wüste des Internets bleibt.

Gegen die Reform in ihrer gegenwärtigen Fassung protestieren auch rund fünf Millionen Menschen in einer Petition, 145 Bürgerrechts- und Menschenrechtsorganisationen, Wirtschafts- und IT-Verbände (darunter Bitkom, der deutsche Start-Up-Verband oder der Chaos-Computer-Club), Internet-Pioniere wie Tim Berners-Lee, Journalistenverbände sowie Kreativschaffende.

Wir bitten Sie deshalb darum, die Abgeordneten des Europäischen Parlaments zu kontaktieren und sie über Ihre Haltung zur geplanten Reform zu informieren.

Danke.

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Der Push für den Ölpreis

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Was hat den WTI-Ölpreis gestern Abend und heute Nacht knapp über die 60 Dollar-Marke gebracht? Es waren die Öl-Lagerbestände in den USA, die gestern um 15:30 Uhr deutscher Zeit offiziell verkündet wurden. Die Lager für Rohöl verringerten sich um 9,6 Millionen auf 439,5 Millionen Barrels. Der Rückgang auf Wochenbasis war so stark wie seit Juli 2018 nicht mehr.

Am Terminmarkt spricht man aktuell von Öl-Knappheit in US-Raffinerien, die aktuell so hoch seien wie seit zwei Jahren nicht mehr. Und was machen Einkäufer, wenn ihre üblichen Verkäufer (Saudis und Co) dank ihrer Fördermengenkürzungen weniger Öl rausrücken? Der Käufer muss sich woanders nach Rohöl umschauen am Weltmarkt. Aber die USA boykottieren ja aktuell auch Öl aus Iran und Venezuela.

Tja, und die heimische Ölproduktion in den USA kann nicht so schnell ausgeweitet werden, als dass sie diese Verknappungsründe kompensieren könnte. Folglich sinken die Lagerbestände, und die Nachfrage nach Öl ist offenbar höher als das Angebot. Also, gestern wurden die Lager mit -9,6 Millionen Barrels gemeldet bei +1 Million Erwartung. Dementsprechend stieg natürlich der Ölpreis gut an von 59 Dollar auf bis zu 60,29 Dollar heute Nacht.

Aktuell liegt der WTI-Ölpreis bei 59,72 Dollar. Also geht es jetzt symbolisch um die 60 Dollar-Marke. Aber wie wir es schon am Dienstag erwähnten. Der Kurs ist über die jüngsten Hochs bei 58 Dollar gut rübergelaufen, und hat charttechnisch jede Menge Luft nach oben. Das soll (wie immer) nicht bedeuten, dass der Ölpreis zwingend weiter steigen muss. Also bitte, glauben Sie ja nicht wir bei FMW hätten eine Glaskugel!

WTI Ölpreis
WTI-Ölpreis seit 11. März. Der Pfeil zeigt den jüngsten Anstieg nach den gesunkenen Lagerbeständen.

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Artikel 13 Oberknaller: Axel Voss und CDU blamieren sich so richtig!

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Der Mann, der hauptverantwortlich ist für die vermutliche Umsetzung von Artikel 13 des neuen EU-Urheberrechts, nämlich Axel Voss, scheint von einfachsten Suchfunktionen bei Google keinen blassen Schimmer zu haben. Und das Social Media-Team der CDU in Brüssel offenbar ebenso wenig! Man kann es kaum in Worte fassen.

Memes unter Artikel 13

Wir versuchen es aber trotzdem. Laut Axel Voss und allen Befürwortern von Artikel 13 soll es auch in Zukunft problemlos möglich sein sogenannte „Memes“ zu basteln und online zu stellen. Und zwar ohne dass diese von Uploadfiltern blockiert werden. Memes sind zum Beispiel Fotos von Prominenten oder Politikern, die von Internet-Nutzern in der Regel lustig oder satirisch aufbereitet werden mit Kommentaren, Grafiken, oder sonstigen Veränderungen. Dadurch entstehen oft kreative Kritik und kreative Kommentare zu aktuellen Ereignissen! Und genau diese Form der freien Entfaltung im Netz soll laut Axel Voss ja auch weiterhin problemlos möglich sein. So viel zum Vorspiel.

Aber aktuell hat Axel Voss nun so richtig den Vogel abgeschossen. Er wollte wohl die Kritiker von Artikel 13 besänftigen, die stets behaupten, dass das Hochladen von Memes in Zukunft doch extrem problematisch werden könnte. So sagte Voss vor Kurzem in einem Interview mit VICE Zitat:

„…aber bei Google, da gibt´s ja noch die Seite, wo man Memes anklicken kann, eine richtige Rubrik“.

Wie peinlich für Axel Voss

Damit meint Axel Voss, dass bei Google sogar ein richtiger Button vorhanden sei, über den man als Nutzer grundsätzlich nach Memes suchen könne. Seine Logik also: Wenn Google jetzt schon einen Suchbutton speziell für Memes hat, dann wird es doch auch zukünftig unter Artikel 13 für Google/YouTube unproblematisch sein Memes nicht zu blocken, richtig?

Tja, aber was kann Axel Voss gemeint haben mit dieser „Rubrik“, wo man bei Google nach Memes suchen kann? Kein Experte, niemand wird diese Rubrik bei Google finden, außer Axel Voss. Es ist eine Lachnummer, wenn das Gesamtthema nicht so ernst wäre. Die Blamage des Axel Voss ist so traurig, denn er ist der Mann, der das Internet in Europa maßgeblich verändern wird.

Axel Voss hat nämlich bei Google in der Bildersuche seinen eigenen Namen eingegeben. Klicken Sie bitte hier, dann sehen sie das selbe, was er gesehen hat. Über den Fotos zeigt Google dann mit dem Suchwort „verwandte“ Suchvorschläge an. Denn Google weiß natürlich, welche sonstigen Begriffe in Zusammenhang mit dem hier gesuchten Suchbegriff auch oft von Nutzern eingetippt werden. Und bei Axel Voss suchen offenbar sehr viele Menschen nicht nur nach dem Suchbegriff „Axel Voss“, sondern auch nach „Axel Voss Memes“. Daher wird über den Bildern auch das Wort „Memes“ angezeigt.

Die „Entzauberung“ der Rubrik namens „Memes“

Was passiert, wenn man in der Google-Bildersuche nach Arnold Schwarzenegger sucht (hier zu sehen)? Dort ist nichts zu sehen von der „Kategorie“ namens „Memes“. Sondern hier werden „verwandete“ Themen angezeigt wie „body“ oder „Mr Olympia“. Und Axel Voss dachte beim Googlen nach seinem eigenen Namen doch tatsächlich, dass das Wort „Memes“ eine feste Such-Rubrik ist. Wie peinlich. Und wie die folgenden Tweets zeigen, haben die „Experten“ im Social Media-Team der CDU in Brüssel noch einen drauf gesetzt, und wollten darauf hinweisen, dass ihr Axel Voss folglich viel mehr Ahnung vom Internet hat als der Herr Wölken von der SPD.

Hier können Sie die Tweets sehen und ein aktuelles Video, wo sich Deutschlands wohl bester Nachrichten-YouTuber HerrNewstime und Timo Wölken genau über diese Peinlichkeit des Herrn Voss unterhalten. Und so jemand macht das neue Gesetz für Europa, welches unser aller Leben maßgeblich beeinträchtigen könnte? Hut ab Frau Merkel, da haben Sie einen Top-Mann in Brüssel! Bei Twitter, YouTube und Co ist Axel Voss´Aussage zu der „Memes-Rubrik“ übrigens derzeit der Lacher schlechthin. Tja, wenn das Thema nicht so wichtig wäre…

Artikel 13 Hauptinitiator Axel Voss
Axel Voss treibt Artikel 13 voran. Foto: Foto-AG Gymnasium Melle CC BY-SA 3.0 – Ausschnitt aus Originalfoto

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