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Pünktlich zur Bundestagswahl: Führende Wirtschaftsforscher stellen Vollbeschäftigung in Aussicht

Die Union will die Vollbeschäftigung für die deutsche Volkswirtschaft erreichen. Schaut man auf die offiziellen (!!!) Zahlen, ist man davon gar nicht mal so weit entfernt. Ökonomen sprechen von…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die Union will die Vollbeschäftigung für die deutsche Volkswirtschaft erreichen. Schaut man auf die offiziellen (!!!) Zahlen, ist man davon gar nicht mal so weit entfernt. Ökonomen sprechen von Vollbeschäftigung, wenn die offizielle Arbeitslosenquote (!) so ca zwischen 3-4% liegt. Aktuell liegt sie bei 5,7%. Tatsächlich wird sie gut 30% höher liegen. Der Prozent-Sockel von 3-4% besteht dann zum Beispiel aus nicht vermittelbaren Langzeitarbeitslosen, die entweder nicht arbeiten wollen, oder die von der Arbeitsagentur nicht zielgerichtet in offene Stellen vermittelt werden können.

Auch gibt es stets kurzfristig Arbeitnehmer, die ihren Job verlieren und dann mehrere Monate brauchen um eine neue Anstellung zu finden. Daher ist 3-4% in der Tat so etwas wie Vollbeschäftigung!Als wäre es ein Zufall, so hört man nur wenige Tage vor der Bundestagswahl von zwei „führenden“ Wirtschaftsforschern, dass dieses Ziel der Vollbeschäftigung in einem überschaubaren Zeitraum zu erreichen sei. Laut RP sagen Marcel Fratzscher vom Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und Michael Hüther vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW), dass Vollbeschäftigung relativ schnell erreichbar sei.

Fratzscher spricht von der nächsten Legislaturperiode (also 2017-2021), und Hüther sagt es sei nie realistischer gewesen als heute, dieses Ziel erreichen zu können. Das ifo-Institut aber meint immer noch die Arbeitslosigkeit müsste noch um weitere 700.000 Personen sinken bis ins Jahr 2025, um die Vollbeschäftigung zu erreichen. DIW-Fratzscher gilt vorsichtig gesagt als links/arbeitnehmer-freundlich eingestellt, während das IW eher dem Arbeitgeberlager zuzurechnen ist.

Was Fratzscher sich davon verspricht gerade jetzt die Vollbeschäftigung in den Raum zu stellen, ist fraglich. Denn die Verkündung so rosiger Aussichten, und das schon bald, dürfte vor allem Angela Merkel im Wahlkampf helfen! Dass der Demografiewandel nach und nach etwas mithilft, ist natürlich ein angenehmer Nebeneffekt. IW-Chef Hüther fordert von der Politik, dass sie die Voraussetzungen für das Erreichen der Vollbeschäftigung schaffen müsse, nämlich in den Bereichen Infrastruktur, Arbeitsmarkt, Lohnnebenkosten (begrenzen), und schnelleres Internet.

Und, unglaublich aber wahr: Hüther spricht etwas an, was geflissentlich sonst von allen Seiten ignoriert wird. Die Politik müsse sich auch mal um die Sockelarbeitslosigkeit von 1,2 Millionen Langzeitarbeitslosen kümmern. Ach, die gibt es ja auch noch, möchte man da sagen. Warum nur, warum schafft es niemand diesen Sockel „abzutragen“?


DIW-Chef Marcel Fratzscher. Foto: DIW Berlin / B.Dietl

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Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

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Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

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Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

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Aktien

Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

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